| MEDIEN-KONTOR:NOTIZEN |
| Operette macht dick |
Notizen |
Donnerstag, November 29, 2001
Haushaltsdebatte Als Amtsrichter brauchten Sie nicht zu rechnen. Also müssen Sie es heute auch nicht können. Hans-Georg Wagner, SPD-Haushaltssprecher, zum Subventionsabbau an die Adresse des CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Friedrich Merz. * Ihr Haushalt wirkt nicht auf die Konjunktur, Ihr Haushalt erwürgt die Konjunktur. Jürgen Koppelin, FDP-Abgeordnete, an die Adresse von Finanzminister Hans Eichel/SPD. * Sie werden vier weitere Jahre auf diesen Bänken verbringen dürfen, weil sie bisher nichts gelernt haben. Hans Eichel, Bundesfinanzminister, an die Adresse der oppositionellen Union. * Ein Bundeskanzler, der sich die Haare färbt, frisiert auch jede Statistik. Karl-Josef Laumann, sozialpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, zur Arbeitslosenstatistik an die Adresse des Bundeskanzlers. Mittwoch, November 28, 2001
Verdorbenes Wochenende
Dienstag, November 27, 2001
Gefrässiges Eichhörnchen vs. listiger Engländer Dass der Engländer ansich ein findiges Kerlchen ist, muss eigentlich nicht sonderlich erwähnt werden. Ein besonders erfinderisches Kerlchen ist jedoch Mike Madden, (48), was dann doch erwähnt werden muss. Wie die englische "Times" am heutigen Dienstag berichtete, ist Mr. Madden nämlich der Erfinder des sog. Vogelhäuschen-Hutes. Den kann man sich aufsetzen und damit durch den Wald spazieren, und dann fliegen alle Vögel herbei und holen sich das Futter heraus, und man kann ihnen aus nächster Nähe zusehen. So hatte es sich Mr. Madden jedenfalls vorgestellt. Freilich endete der erste Versuch mit dieser ornithologischen Geheimwaffe fast im Krankenhaus. Noch ehe sich auch nur ein Vogel hatte blicken lassen, sprang ein Eichhörnchen mit solcher Wucht gegen den im Bauernhof-Stil gestalteten Hut, dass Mr. Madden mitsamt seiner raffinierten Kopfbedeckung umgeworfen wurde. Wir waren kaum losgegangen, da machte es "Kawumm" - und ich lag auf dem Boden, berichtete Madden. Er selbst wusste gar nicht, was los war, aber sein Freund Craig Bailey berichtete ihm, ein graues Eichhörnchen sei durch die Luft auf ihn zugesegelt. Von dem Zusammenprall behielt der Vogelfreund ein Schleudertrauma zurück, so dass er jetzt für einige Zeit eine Kopfstütze tragen und Schmerzmittel nehmen muss. Ob Mr. Madden seine Erfindung jetzt als Eichhörnchenhaus-Hut patentieren lassen möchte, ist noch nicht klar. Montag, November 26, 2001
Teamwork ist, ... "... wenn alle sehr, sehr engagiert das tun, was Michael Frenzel will." Bundeskanzler Gerhard Schröder zum Führungsstil des Preussag-Chefs Michael Frenzel anlässlich der heutigen Eröffnung der Berliner Repräsentanz des Unternehmens.
Glaube. Liebe Hoffnung Zitate vom Wochenende.
Freitag, November 23, 2001
Singapur. Ein Tag fürs stille Örtchen: Mit dem Welttoilettentag, für den sich die Welttoilettenorganisation (WTO) bei ihrem ersten Gipfel in dieser Woche in Singapur den 19. November auserkoren hat, soll alljährlich für bessere und schönere Klos geworben werden. Das Bewusstsein, dass gute Toiletten unentbehrlich sind, müsse weltweit gestärkt werden, betonte WTO-Gründer Jack Sim zum Abschluss des Treffens am Mittwoch. "Wir wollen, dass die Menschen über Toiletten sprechen und das Tabu brechen", erklärte Sim. Durchschnittlich gingen die Menschen sechs Mal am Tag aufs WC, 2.000 Mal im Jahr. Daher müssten ansprechende Toiletten einfach ein Thema sein. Die WTO will unter anderem auch die Bevölkerung in Entwicklungsländern mit hygienischen Anlagen versorgen. 40 Prozent aller Menschen hätten noch nie Toiletten mit Spülung benutzen können, sagte Sim. "Wir sind im 21. Jahrhundert, aber die Versorgung mit Toiletten ist zurückgeblieben, weil sie ein Tabuthema ist", beklagte Sim. Der Erfolg des Treffens in Singapur sei jedoch ein erster Schritt, das Schweigen zu durchbrechen. Zum Ende ihres ersten Gipfels legten die bislang 17 Mitglieder eine Erklärung mit fünf Zielen vor, darunter die Verbreitung von Informationen über das stille Örtchen und den Einsatz für eine schönere Umgebung der Toiletten. Die WTO-Mitglieder verpflichten sich weiter zu einer "harmonischen Zusammenarbeit für bessere Toiletten für alle Menschen der Welt". Auch Zweckmäßigkeit und Design waren Thema bei der dreitägigen Konferenz. Um sich ein Bild von dem Angebot ihres Gastgebers zu machen, tourten die Delegierten auch durch die Toiletten Singapurs. Weitere Informationen unter www.worldtoilet.org
Donnerstag, November 22, 2001
Las ich doch gerade in einem Text "Und der Hausmeister weibelte durch die Veranstaltung". Huch, "weibeln"? Was soll das denn heißen? Ist vielleicht "waigelte" gemeint, nach dem Bundesfinanzminister a.D. Theo Waigel? Ein Hausmeister also, der gerade einen Schattenhaushalt anlegt? Oder die Schüler am Schulkiosk betrügt? Nach Stunden des meditativen Büroschlafs endlich die Lösung: In der Eidgenossen-Armee heißt der Unteroffizier Feldweibel. Und der weibelt seine Leute. Ich glaub, dass mache ich jetzt auch mal. Bender! Haltung! Zum Rapport! Marsch! Mittwoch, November 21, 2001
Was die Presse schreibt, entscheidet die Presse, nicht die Staatsanwaltschaft.
Dienstag, November 20, 2001
Unter Kollegen Ein armer Kerl, der Kollege Leopold. Von Schicksalsschlägen geplagt, sucht er sein Erfolgserlebnis Woche für Woche im Bundesliga-Tip. Eine Weile mag dies gutgehen. Doch nun geschieht, was geschehen muß: Der Fußball-Sachverstand setzt sich durch, das Glück bleibt in der Kabine. Da greift der Kollege flugs zu Weisheiten, beschwört der Welten Untergang. Aus welchen Gründen er nun die Wahrheit herausfordert, soll sein Geheimnis bleiben. Die Gerechtigkeit - eine andere Tugend - siegt eben am Ende doch. Und nicht immer nur die Bayern. Jedoch: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Oder: "Nach der Halbzeitpause ist vor der Halbzeitpause" wie Rainer Bonhof sagen würde. Dies zum Trost und mit kollegialem Gruß,
Ein Internum Journalismus hat ja auch was mit Wahrheit zu tun. Oder sollte es zumindest. Und häufig trägt diese Wahrheit den Vornamen "bittere". Dennoch fühle auch ich mich dieser Wahrheit verpflichtet. Daher gebe ich folgendes zu: Der wertgeschätzte Kollege Bender führt derzeit nach dem 13. Spieltag der Bundesliga im kontor-internen Fußball-Toto mit 69:65 Punkten vor dem unglücklichen Schreiber dieser Zeilen. Aber: Jedes Spiel dauert ja 90 Minuten. Oder so. Und am Ende siegt die Gerechtigkeit. Es bleibt also noch Hoffnung. Allerdings sind Wahrheit und Gerechtigkeit bekanntlich nicht miteinander verwandt. Montag, November 19, 2001
Glaube, Liebe, Hoffnung. Unsere Zitate vom Wochenende: Ich hoffe, sie springen nicht aus dem Fenster. Dann kann ich sie nicht aufhalten.
Diana Krall ist eine schöne Frau. Das alleine reicht ja bereits, um mein Herz schneller tickern zu lassen. Diana Krall ist aber nicht nur eine schöne Frau, sondern auch eine blonde. Und das ist blutdrucktreibend. Nun ist Frau Krall nicht nur schön und blond, nein, sie spielt auch noch ganz famos Klavier. Und singen kann sie auch, leuchtend und leicht lasziv. Man(n) muss sich das vorstellen, eine schöne & blonde & jazzklavierende & jazzsingende Frau. Das ist meine neue Definition für: Perfekt. Es läuft mir warm den Rücken runter, wenn sie in Peel me a grape singt: New Thunderbird me, you heard me I’m getting hungry, peel me a grape. Frau Krall, sollten sie hier mitlesen, seien sie gewiss, ich würde alles für sie schälen – sogar eine Pampelmuse. Samstag, November 17, 2001
Gleich in dem Moment in dem ich aussteige merke ich, dass es ein Fehler ist, gerade in diesem Ort anzuhalten. Aber ich brauche eine Pause, die Vibrationen des hochgezüchteten Motors haben sich bereits auf meine Hände übertragen. Ich sitze nun vor einem Friseurladen an einem namenlosen Kanal, an einem namenlosen Ort, an einer Straße, die nur eine Nummer trägt. Ich will nur eben 10 Minuten Rast machen, um das Gewicht von den Beinen und das Zittern aus den Händen wieder loszuwerden. Mir gegenüber ein Hotel und einige Läden; alles verliert sich rasch, endet, wie es begann - ohne Grund. Ich bedauere aus tiefster Seele die armen Teufel, die hier geboren werden und sterben. Es gibt nicht den geringsten Grund, warum dieser Ort existieren sollte, es gibt nicht den geringsten Grund, warum diese staubige Landstraße ausgerechnet hier Seitenstrassen entwickeln sollte. Kein Grund, warum jemand über die Straße gehen, sich frisieren oder sogar ins Hotel einschreiben sollte. Leider sind keine Einheimischen zu sehen, sonst würde ich sie anbrüllen: Leute, kauft Gewehre und bringt euch gegenseitig um! Brennt diesen Ort nieder! Tilgt diese Strasse für immer aus meiner Erinnerung - es ist nicht eine Spur Sinn in ihr! |