MEDIEN-KONTOR:NOTIZEN  
Operette macht dick
Notizen


Donnerstag, Januar 31, 2002
Fat Ass Breaking News

OSLO, Norway -- A female passenger on a Scandanavian Airways flight has filed a complaint to the airline after she was stuck to the plane's toilet for two hours. The passenger, an American who did not wish to be identified, apparently flushed the toilet before she got up and was held fast to the seat by its powerful vacuum system.
CNN-News



You have a choice of 6 ideological paths:

Utopia?

Oblivion?

Spectacle?

Reflection?

Desire?

Alienation?


What's your choice ?



Dienstag, Januar 29, 2002
Lieblingswort heute: Aufmerksamkeitsökonomie.



Montag, Januar 28, 2002
Glaube, Liebe, Hoffnung

Zitate vom Wochenende


Viele so dilettantische Fehler darf sich der Bund nicht leisten. Ein so schwieriges Verfahren können Sie nicht mit Volltrotteln machen.

Günther Beckstein, Innenminister von Bayern, am Samstag in der ARD-
«Tagesschau» über die V-Mann-Affäre im Rahmen des NPD-Verbotsverfahrens vor dem Bundesverfassungsgericht.

*

Frau Merkel wirft mir vor, ich hätte meinen Laden nicht im Griff. Ich kann nur sagen, sie ist eine Expertin dafür.

Otto Schily, Bundesinnenminister, am Samstag in München zu Vorwürfen von CDU-Chefin Angela Merkel in der NPD-Verbotsaffäre.

*

Es ist nicht so, dass Wolfgang Clement der Macher ist und ich als Florence Nightingale mit dem Sanitätsköfferchen hinterherlaufe. Ich bin auch ein Macher.

Harald Schartau, Sozialminister von NRW, am Samstag in einem dpa-Gespräch über sein Zusammenspiel mit Ministerpräsident Wolfgang Clement.

*

Wir werden wieder deutscher Meister. Es ist doch noch schöner, wenn man erst einen großen Rückstand hat und dann noch Meister wird.

Bayern Münchens Stürmer Giovane Elber nach dem 1:5 auf Schalke.

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In der zweiten Halbzeit waren wir wirklich geil überlegen.

Stürmer Nico Patschinski über St. Paulis Steigerung nach der Pause.
*

Das Schlimmste ist, wenn man aufsteht und der Sohn fragt dich: Papa, hast du gestern gewonnen?

Bayern Münchens Torjäger Giovane Elber am Tag nach der 1:5-Pleite bei Schalke 04.

*

Vielleicht schaffen wir mit 17 Punkten ja den Klassenerhalt.

Daniel Felgenhauer von Borussia Mönchengladbach zur bisherigen
Ausbeute des Aufsteigers von 17 Punkten aus 19 Spielen.




Freitag, Januar 25, 2002
Da ich nicht für überschwängliche Reaktionen bekannt bin, will ich auch an dieser Stelle den Jubel unterdrücken.

Florian Gerster, rheinland-pfälzische Arbeitsminister, am Donnerstag im Landtag in Mainz zur bundesweiten Einführung des von ihm entworfenen Mainzer Kombilohn-Modells.
*

Wir haben ein Wahljahr, da ist uns Politikern jeder Unfug recht.

Sigmar Gabriel, niedersächsische Ministerpräsident, am Donnerstag in Goslar bei der Eröffnungsrede zum 40. Verkehrsgerichtstag.



USA 2002

Der Kinderbuchheld Harry Potter ist im US-Staat Pennsylvania unerwünscht. Die Polizei der Stadt Penryn weigerte sich, bei einer Sportveranstaltung des dortigen Christlichen Vereins Junger Männer (YMCA) den Verkehr zu regeln, weil Kindern dort aus Harry-Potter-Büchern vorgelesen worden sei. Der Verein müsse sich fragen, ob die darin dargestellte Hexenkunst dem Willen Gottes entspreche, hieß es in einem Brief der Polizei an die Stadt und den Verein.

No comment.



Donnerstag, Januar 24, 2002
Tu felix Austria. Ein Lesetipp


Nachrichten aus Absurdistan? Innenpolitik in Österreich, am Ende des zweiten Jahres ÖVP-FPÖ-Regierung. Zu besichtigen ist, wie die FPÖ um ihren Ex-Vorsitzenden Jörg Haider ein Land in intellektuelle Geiselhaft nimmt.

[...]

Zeman brandmarkt die österreichischen Befürworter des Volksbegehrens als Quasi-Idioten, Haider als
Pro-Nazi-Politiker, die Sudetendeutschen als fünfte Kolonne Hitlers und die Österreicher rückwirkend als maßgebliche Mittäter im Nationalsozialismus.

Walter Mayr im Spiegel



Politik ist in Deutschland ja leider eine spaßfreie Zone. Mangels Humor und Intellekt der Akteure. Höhepunkt des politischen Humors in D-Land ist es, wenn auf einem Parteitag dem Kandidaten Box-Handschuhe geschenkt werden. Haha. Selten so gelacht.

Neue Wege gehen da die Jungen Liberalen auf Ihrer schönen Homepage: www.sex-im-fahrstuhl.de .
Na also, es geht doch.



Mittwoch, Januar 23, 2002
Es gibt eine Menge Leute auf Kuba ohne Klimaanlage.

Donald Rumsfeld, US-Verteidigungsminister, in einer PK in Washington auf kritische Fragen zu den Haftbedingungen der El-Kaida-Mitglieder auf dem US-Stützpunkt Guantanamo Bay / Kuba.


Unwort


Einmal im Jahr laufen keine Pferde, sondern Worte um die Wette. Das Rennen nennt sich "Unwort des Jahres", wobei allein das Wort "Unwort" bereits ein Unwort ist.

Jetzt ist das Rennen 2001 entschieden.

And the winner is:

1. Gotteskrieger

2. Kreuzzug

3. Topterrorist

Achtungserfolge erzielten auch folgende Begriffe:

Anti-Terrorkrieg, Friedensarmee, Schläfer, K-Frage, Riesterrente, therapeutisches Klonen, Euro-Starterkit.

Der Spezialpreis der Medien-Kontor-Jury ging an: Samenraub.



Dienstag, Januar 22, 2002
Wenn Sie jetzt hier lesen "Hunde-Restaurant in Singapur eröffnet" (und das haben Sie gerade), dann denken Sie: Och, neh, nix neues. Vor Ihrem inneren Auge sehen Sie die Köstlichkeiten Ihres letzten Singapur-Aufenthaltes: Dogen-Frikassee an Spinat, Dackel-Gulasch mit Safranreis. Doch diesmal ist alles anders. Das Restaurant bietet keine Hunde zum Verzehr, vielmehr können diese dort speisen, statt verspeist zu werden. Im "Urban Pooch Café" werden Hunden und Herrchen Leckerein wie hausgemachte Hunde-Pasta und Hunde-Eiscreme serviert. "Ich glaube, das ist der Traum vieler Haustierhalter", erklärte Mit-Besitzerin Tremandy Ng (24) gegenüber Medien-Kontor. Das Hunde-Essen sei für Mensch und Tier gleichermaßen genießbar. Heute empfiehlt Frau Ng übrigens ihre hausgemachte Pudel-Suppe. Medien-Kontor wünscht Guten Appetit.



Montag, Januar 21, 2002
Es gibt einen niedersächsischen großen Dichter, Wilhelm Busch, der hat mal gesagt: Wenn einer, der gekrochen kaum mit großer Mühe auf einen Baum, schon glaubt, dass er ein Vogel wär', dann irrt sich der.

Gerhard Schröder, Bundeskanzler, am Montag in Berlin zu den Erfolgsaussichten Edmund Stoiber.



Freitag, Januar 18, 2002
Angeblich soll sich ja mit dem WTC-Tag die Welt verändert haben. Überall griente man: Nichts wird wieder so, wie es vorher war. Das ist natürlich alles Quatsch. Business as usual. Und zwar überall. Nur hier und da ist es etwas staubiger als sonst. Aber das war ja klar.

Allerdings konnte man als interessierter Beobachter nach dem 11/09/01 im Internet eine neue Form der schriftlich fixierten Entblödung feststellen. Unzählige Stellungnahmen von uninteressanten Zeitgenossen, die alle dachten, das Thema müsse jetzt auch mal versenft werden. Die meisten Stellungnahmen gipfelten in heuchlerischer Menschelei oder in offenem Anti-Amerikanismus. Viele Schreiberlinge mußten sich an die Speerspitze der Betroffenheitsbewegung stellen, ein jeder wollte die empor gereckte virtuelle Kerze der Internet-Lichterkette gegen das Böse darstellen.

Besonderer Höhepunkt dieser Betroffenheitslyrik stellte in dieser Zeit jedoch die neue literarische Kategorie "Offener Brief an Osama bin Laden" dar, in der viel Verständnis für die Taten des Terroristen zu lesen war, meistens verbunden mit der Bitte: Weiter so, aber nicht so gewalttätig. Und immer telegen bleiben.

Eine wohltuende Ausnahme macht der nun folgende Brief, den wir in einem Internetforum gefunden haben:


Offener Brief an Osama Bin Laden:


Herr Bin Laden, taeuschen wir beide uns, oder haben Sie frueher unter dem Namen Cat Stevens "Morning has broken" gesungen? Ist ja egal. Aber haben Sie schon einmal ueberlegt, das schoene viele Geld nicht mehr in diese ekligen Terrorcamps zu stecken, sondern eventuell mal in ein prima Trainingslager fuer den deutschen Zweitligisten MSV Duisburg? Der Mainricher [Anm. gem. ist Meidricher] Spielverein ist naemlich nach 7 Spieltagen mit 2 Punkten Schlusslicht und fristet ein jaemmerliches Dasein, so aehnlich ungefaehr wie Afghanistan insgesamt. Die koennten dann mit Deiner Knete auch weltweit fuer Furore sorgen. Aber friedlich, Du Mistfuchs!

Christoph Grissemann & Dirk Stermann

Was uns freilich irritiert: Der MSV Duisburg hat seit diesem Brief eine eindrucksvolle Siegesserie gestartet. Das gibt uns zu denken und wir sind jetzt auch betroffen.



Dienstag, Januar 15, 2002
Böse Zungen behaupten, Georg Dabelju Bush wäre besoffen vom Fernsehsessel gerutscht und hätte sich dabei einen blauen Fleck am Wangenknochen zugezogen. Wir wollen diese bösartige Diffamierung jedoch nicht unterstützen. Nicht, weil wir Fans des sogenannten Führers der freien Welt sind, nein, nur aus Feigheit nicht. Denn die all-american Antwort auf alles lautet zur Zeit: "This means war!" Und einen Krieg mit den USA möchte sich die Fa. Medien-Kontor GbR zu Zeit nicht leisten, obwohl wir ja mit dem Kollegen Bender sogar einen Gedienten in unseren Reihen stehen haben. Nein, für diesen Krieg sind wir einfach zu opportunistisch, produzieren wir doch gerade eine Publikation im sog. US-Letter-Format. Wir hätten dann also einen Gewissenskonflikt. Also, okay: Peace please. Und die offizielle Version des Malheurs:


Meine Mutter hat immer gesagt: Wenn Du eine Brezel isst, musst Du gut kauen, bevor du sie schluckst. Man soll eben immer auf seine Mutter hören.

Georg. W. Bush, US-Präsidenten-Darsteller, über seinen Ohnmachtsanfall, der vom Verschlucken einer Brezel ausgelöst wurde.



Montag, Januar 14, 2002
Die Mädels wechseln ja sehr oft. Die kommen und gehen wie die Vögel.
Eine Angeklagte heute im Koblenzer Prozess um Prostitution in Wohnmobilen.


Sonntag, Januar 06, 2002
Spanische Schuhe
Wenn sich Gepäckstücke ohne ihre Besitzer an Bord befinden, heben Flugzeuge bereits seit einigen Jahren nicht ab. Zu groß die Gefahr, daß versucht wurde, Explosives an Bord zu schmuggeln. Einer Maschine der italienischen Fluggesellschaft Alitalia erging es am vergangenen Mittwoch ebenso. Zwei spanische Passagier hatten ihr Gepäck aufgegeben, dann hatten sie es aber nicht mehr gar so eilig mit dem Blick auf die Freiheitsstatue. Die beiden Herren zogen es vor, in aller Ruhe auf den folgenden Flug nach New York zu warten. Die Folge: Alle 400 bereits an Bord befindlichen Reisenden mußten - den beiden Spaniern sei es gedankt - ein zweites Mal zur Abfertigung. Doch damit war es nicht getan. Nun zog ein US-amerikanischer Passagier seine Schuhe aus. Schlimm genug, denken Sie? Aber es kommt noch ärger: Er ließ das Paar im vorderen Kabinenteil stehen, während die dazugehörigen Füße ins Heck des Fliegers eilten. Dort warteten ein paar Landsleute und es entspann sich in Windeseile ein intensives Gespräch. Die Schuhe dünsteten derweil vor sich hin. Nun weiß man aus der jüngsten Vergangenheit, daß in Schuhen noch einiges mehr stecken kann als Fußpilz. Dem Piloten reichte es jedenfalls. Der Amerikaner mußte zurück zu seinen Schuhen. Die restlichen Passagiere dankten es ihm und mit vierstündiger Verspätung konnte die Maschine endlich nach New York starten. Fliegen in Zeiten der Hisbollah...


Freitag, Januar 04, 2002
Grauen am Morgen
Wem die Gewohnheit lieb ist, sich am Morgen mit sanft säuselnder Musik statt von wildem Rasseln oder unangenehmen Fiepen wecken zu lassen, der muß sich umstellen: Seit dem 1. Januar ist es mit der Morgenruhe vorbei. "Der EURO ist da!" plärrt es monoton aus dem Radio, egal ob vom Nachrichtensprecher, dem Moderator oder in der Werbung. Jetzt ist alles anders, denn Deutschland - nein! - Europa hat eine neue Währung. Liebe Kollegen: Fällt Euch denn wirklich kein anderes Thema ein? Muß sich am vierten Tag nach dem E-Day auch noch ein selbsternannter Benimm-Experte über das korrekte Verhalten beim Umtausch der Münzen auslassen? "Öfter mal lächeln!" Oder die Story über die Kölner Politessen, die "auch keine Probleme" mit dem Euro haben. Ein echter Knaller, verehrte Journalisten - und unglaublich noch dazu! Mir jedenfalls reicht es: Ich wandere nach Großbritannien aus und tausche Pfunde gegen Pints an. Oder packe in den nächsten Tagen das Weihnachtsgeschenk meines Bruders aus dem letzten Jahr aus: Ein Wecker in Form eines Minaretts mit passendem nahöstlichem Gesang. Ist ja schließlich auch zeitgenäß. Irgendwie...


Journalisten haben bekanntlich das Gute und die Moral für sich gepachtet. Wir machen da auch keine Ausnahme. Ebenso wenig die Kollegen in England, die für ihren guten Geschmack und unablässlichen Einsatz für das Gute und Schöne weltweiten Ruhm und Anerkennung genießen. Jetzt bekommen einige Kollegen dort aber die Quittung, namentlich einige Redakteure des Intellektuellen-Magazins "Mirror". Stephen Bing, Filmproduzent, verklagt diese Kollegen nämlich auf schlappe 10 Mio. Dollar. Bemüht um den Erhalt eines perfekten Familienglücks hatten die Mirror-Kollegen lediglich die Telefonnummer Bings veröffentlicht und die Leser aufgefordert, dem Hollywood-Produzenten die Meinung zu sagen, da dieser öffentlich angezweifelt hatte, der Vater des Babys von Elizabeth Hurley, englische Schauspielerin, zu sein. Natürlich konnten der "Mirror" auch nicht damit rechnen, dass seine wohlsituierten Leser Bing mit Morddrohungen überschütten würden. Daher auch völlig verständlich, dass der "Mirror" einige Tage nach den Morddrohungen mit folgendem wunderschönen Titel aufmachte:
Bing Laden - gesucht wegen Verbrechen an Frau Elisabeth Hurley."