MEDIEN-KONTOR:NOTIZEN  
Operette macht dick
Notizen


Donnerstag, Februar 28, 2002
Bananenkultur

1989 / 90 war das Jahr der Banane. Der ganze Ostblock brach zusammen als der Mob skandierte: "Gebt uns Bananen oder wir gehen zu den Bananen". Nun, wir erinnern uns, es gab dann Bananen für alle. Und alle waren bananenkauend glücklich. Heute redet keiner mehr von dieser Hochzeit der Bananenkultur. Hin und wieder höchsten noch mal der unvermeidliche Schlechtwitz von der Bananenrepublik. Dass die auch von uns geschätzte krumme Kulturfrucht trotz ihrer Verdienste für die Gesellschaft und das Allgemeinwohl so in Vergessenheit geraten ist, finden wir bedenklich und ungerecht. Daher weisen wir heute mal auf die Seite eines Bananenfans hin, auf der der leckeren Krummfrucht gehuldigt wird.

I like bananas, I respect bananas, I find bananas interesting, but I don't love bananas. My lady does.
Bevor sie sich jetzt zu sehr freuen: Hinter diesem link verbergen sich Kochrezepte und nicht das, an was sie jetzt gedacht haben.



Wort-Terror

Noch mal zu den amerikanischen Worten bzw. Unworten des Jahres. Die eigentlich dümmste und meist missbrauchteste Phrase fehlt leider in der Unwort-Phrasen-Sammlung der American-Dialect-Organisation. Ich meine die Phrase then the terrorists have won. Mit diesem dümmlichen Satz werden zur Zeit - leider nicht nur in den USA - auch die einschneidensten Eingriffe in das Rechtssystem und die persönliche Freiheit des Einzelnen begründet.

Wir wollen da natürlich nicht hintenanstehen. Also: Wenn Sie unsere Medien-Kontor-Notizen-Seite nicht mehrmals täglich aufrufen und lesen, then the terrorists have won. Na also.



Mittwoch, Februar 27, 2002
Auch in den USA gibt es Wörter und Unwörter des Jahres. Zuständig ist hier die American Dialect Organisation. Und - ganz hollywoodesk - sogar mit verschiedenen Kategorien, and the winner is:

1. Most Outrageous

assoline

Methane used as a fuel

2. Most Euphemistic

daisy cutter

Bomb used by US Air Force

3. Most Likely to Succeed

9-11

Terrorist attacks of Sept. 11, 2001

4. Most Useful-A Tie

facial profiling

Videotaping a crowd to identify criminals and terrorists second-hand speechOverheard cell-phone conversation

5. Most Creative

shuicide bomber

Terrorist with bomb in shoes

6. Most Unnecessary

impeachment nostalgia

Longing for the superficial news of the Clinton era

7. Least Likely to Succeed

Osamaniac

Woman sexually attracted to Osama bin Laden

8. Most Inspirational

Let's roll!Let us take action!

(words of Todd Beamer)

9. Word of the Year

9-11(and its equivalents)



Dienstag, Februar 26, 2002
Haus Leopold

Eigentlich wollten wir ja an dieser besonders schönen Stelle des Internet mal die Siegerphotos des World Press Awards vorstellen. Geht aber leider nicht. Copyright-Gründe, sie verstehen. Also Geldgründe, bzw. - abgründe. AP wollte dafür jede Menge Schotter sehen. Wir wollten aber nicht jede Menge Schotter zeigen. Also keine Präsentation von eindrucksvollen Bildern aus Afghanistan oder New York.

Damit Sie aber wenigstens etwas zu sehen bekommen, möchten wir Sie bitten, jetzt intensiv das links stehende Bild der Medien-Kontor-Behausung anzustarren. Auch hübsch, gelle. Damit ich mir den Namen des Hauses besser merken kann, heißt dieses zum Teil denkmalgeschützte Gebäude "Haus Leopold". Das ist praktisch, zumindest aus meiner Sicht.

Das Bild stammt übrigens aus dem Jahre 1952, die Bombenschäden waren gerade ausgebessert worden. Im Rücken des Photographen (das können Sie natürlich jetzt nicht sehen) steht das Beethovenhaus. Vielleicht können Sie den spiritus loci erahnen? Können Sie nicht? Etwas mehr anstrengen sollten Sie sich schon.



Montag, Februar 25, 2002
Das jährliche Grauen

Beim deutschen Grand-Prix-Vorentscheid in Kiel: Kurz vor Ende der Show fragte der Moderator Axel Bulthaupt den estnischen Politiker Mart Laar, ob er sich "die deutsche Kultur" so vorgestellt habe. Laar dachte einen kurzen Moment nach und antwortete dann sehr höflich: Mehr oder weniger.



Glaube, Liebe, Hoffnung

Zitate vom Wochenende


Darüber kann ich nur lachen.

Der deutsche Olympia-Sprecher Klaus Angermann über die Kritiken an seinen unzähligen Versprechern bei den täglichen Pressekonferenzen.

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Wir müssen nicht in Medaillenhuberei verfallen.

Bundesinnenminister Otto Schily.

*

Wir haben die Preisrichter, die Leichtathletik hat das Doping.

Das kanadische Eiskunstlauf-Paar Jamie Sale/David Pelletier nach der umstrittenen Niederlage gegen die Russen Elena Bereschnaja/Anton Sicharulidse.

*

Wir sind wieder Erster bei den vierten Plätzen.

Rolf Ebeling, Leistungssportdirektor des Deutschen Sportbundes.
*

Die Vielzahl der Silbermedaillen zeigt, wie nah wir an Gold sind.

Noch mal Rolf Ebeling, Leistungssportdirektor des Deutschen Sportbundes.

*

Man hat den Kampf Mann gegen Mann.

Olympiazweite Evi Sachenbacher über den Reiz des 1,5-km-Sprints im Langlauf.

*

Wer den Harndrang von Fußballfans nach dem Spiel kennt, mag sich den Verkehr gar nicht vorstellen.

NRW-Grünen-Landeschef Frithjof Schmidt zu den fehlenden Toiletten im Metrorapid, der zur Fußballweltmeisterschaft 2006 den Verkehr aufnehmen soll.

*

Was mich in den letzten Tagen am meisten beschäftigt hat, ist meine Frisur, und die ist scheiße.

Bayern Münchens Nationalspieler Mehmet Scholl.

*

Wir haben drei Tore auf Cottbus gut gemacht.

Freiburgs Manager Andreas Rettig nach der 0:3-Niederlage auf Schalke, Cottbus verlor 0:6 in München.




Freitag, Februar 22, 2002
Shakespeare mit Nutzen

Es geht Ihnen heute gut? Zu gut gar? Sie brauchen jemanden, der Sie mal wieder ordentlich abwatscht? Auf den Boden der Tatsachen zurück holt? Das ganze aber bittebitte mit viel Niveau?

Bitte schön: Der Shakespearean Insulter.
Sich stilvoll beleidigen lassen, garantiert über Ihrem Niveau.
I find the ass in compound with the major part of your syllables.(Aus: Coriolanus). Danke, jetzt geht es wieder.



Mittwoch, Februar 20, 2002
Wer es nötig hat

New York - Das Pentagon will mit einer Propagandaoffensive der negativen Einstellung und Berichterstattung des Auslands über die USA entgegentreten. Dazu sollen ausländische Medien gezielt auch mit Falschmeldungen versorgt werden, berichtete die «New York Times» am Dienstag, auch in befreundeten Staaten. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld habe den Leiter der Rechtsabteilung des Pentagon, William Haynes, mit einer Prüfung der Vorschläge beauftragt.



Tick / Tic

Was ich nicht wusste: Es ist derzeit hypermodern einen Tick zu haben. Und da dies so modern ist, schreibt man Tick neudeutsch jetzt Tic. Wieder was gelernt. Tics sind momentan die Modekrankheit schlechthin. Und da dies so ist, gibt es dafür auch einen schönen Namen: Tourette-Syndrom (benannt nach dem französischen Nervenarzt Dr. Georges Gilles de la Tourette).

Wenn sich zwei Deutsche treffen, gründen sie gleich einen Verein, lautet ein schöner deutscher Selbstspott. Und daher hier auch gleich der passende Link für alle, die sich auch einen modischen Tic zulegen wollen: Die Tourettler-Homepage. Beachten Sie dort bitte - neben den Tic-Beispielen - auch die schönen T-Shirts (oder "Tic-Shirts?") mit der Aufschrift: Ich tice richtig.



Dienstag, Februar 19, 2002
Tango

Sie haben gerade die Überschrift gelesen: Tango. Und woran denken Sie? Aha, erwischt! An Paris, den letzten Tango und Reich-mir-mal-die-Butter! Sie Ferkel, Sie. Wir Schöngeister denken dabei natürlich an Astor Piazzolla, an den argentinischen Komponisten also, der den Tango von der Straße in die Konzertsäle brachte.
Eine schöne und gelungene Flash-Programmierung zum Thema Piazzolla und Tango gibt es hier. Boxen an!



Montag, Februar 18, 2002
Glaube, Liebe, Hoffnung

Sprüche vom Wochenende


Ich hätte nie gedacht, dass wir zwei Deppen mal Olympiasieger werden.

Rodler Patric Leitner nach dem Gewinn der Goldmedaille im Doppel mit Alexander Resch.

Ich auch nicht.

Rodel-Bundestrainer Thomas Schwab zur Aussage von Leitner.

*

Ich bin gelegen, daran hat's gelegen.

Snowboarder Mathias Behounek, befragt nach dem Grund für seinen Sturz.
**

Präsident Bush hat immer mit Geduld und Klugheit gehandelt.

US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice zu Warnungen in Europa und arabischen Ländern vor einem Militärschlag gegen den Irak.

***



Freitag, Februar 15, 2002
Key Words


Kennen sie das? Ein bestimmtes Wort fällt und Sie ticken plötzlich aus? Angeblich soll jeder so seine Reizwörter haben. Eines meiner "Key Words" ist zum Beispiel "Deutsche Volksmusik". Ich bekomme davon immer so ein Zucken im Gesicht, es folgt ein Reißen des Kopfes und unkontrollierbares Umsichschlagen. Ich habe natürlich noch weitere "Key Words". Die sollen hier aber nicht verraten werden, sonst ist die Überraschung in unserem nächsten Vieraugengespräch nicht mehr groß genug.

Natürlich ist das alles vergleichsweise harmlos zum Tick des Amerikaners Thomas Ray Mitchell:

Houston (AP) Wenn der 54-jährige Amerikaner Thomas Ray Mitchell die Worte 'New Jersey", 'Snickers", 'Mars" oder 'Wisconsin" hört, verliert er nach Aussagen seiner Angehörigen die Beherrschung. Vor knapp drei Jahren schoss der Texaner deshalb sogar auf seine damalige Freundin. Ein Geschworenengericht befand ihn am Mittwoch der schweren Körperverletzung für schuldig. Mitchell droht eine Höchststrafe von 20 Jahren Haft. Laut Polizei hatte der Texaner gestanden, auf seine Freundin geschossen zu haben, weil sie im Begriff gewesen sei, 'New Jersey" zu sagen.

Also Obacht: Sie wissen nie, wie Ihr Gegenüber reagiert.



Mittwoch, Februar 13, 2002
Als Politischen Aschermittwoch bezeichnet man ja den (heutigen) Tag im Jahr, in dem sich alle mal kräftig - wenn auch nur verbal - auf die Goschen hauen. Um Niveau und Wahrheit geht es dabei überhaupt nicht. Nur ums Polemisieren. Also genau unser Fall.
Medien-Kontor war unterwegs und hat Zitate eingesammelt, jeder darf jetzt mal:


Der Showmaster Schröder ist angetreten unter dem verheißungsvollen Titel: 'Der große Preis'. Gesendet wird stattdessen unter seiner Verantwortung seit drei Jahren: 'Pleiten, Pech und Pannen.

Er ist ein Kanzler der Beliebigkeit - er steht einmal hier und einmal dort. Es geht ihm nur um die Macht. Der Mann hat keine Vision für Deutschland.


Edmund Stoiber, Unions-Kanzlerkandidat, in Passau über Bundeskanzler Gerhard Schröder.

***

Probleme? Es gibt doch gar keine Probleme.

Otto Schily, Bundesinnenminister, in Vilshofen auf die Frage nach dem drängenden politischen Problem in Deutschland.

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Wenn Schwarz-Gelb regiert, wird wieder der dickste Mann Agrarminister und nicht der, der sich um die Interessen der Verbraucher und der Natur kümmert.

Fritz Kuhn, Grünen-Vorsitzender, im württembergischen Biberach zu den Folgen einer möglichen Koalition von CDU/CSU und FDP nach der Bundestagswahl.

*

Edmund Stoiber hat in Passau drei Stunden Zeit zu reden. Ich frage mich, was ist los: Will er mit Fidel Castro konkurrieren?

Joschka Fischer, Bundesaußenminister, in Biberach über die Redezeit des Unions-Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber in Passau.

*

Der Kandidat frisst Kreide, dass es grad so staubt. Wir erkennen kaum noch, wie schwarz er wirklich ist.

Jerzy Montag, Grünen-Vorsitzender in Bayern, in Passau über Unions- Kanzlerkandidat Edmund Stoiber.

***
Erst Rasen für die Rente, jetzt Rauchen für die Sicherheit. Ich warte stündlich auf den Vorschlag: Trinken für die Truppe.

Guido Westerwelle, FDP-Chef, in Passau zur Finanzierung der Renten- und Sicherheitspolitik der Bundesregierung durch Steuererhöhungen auf Benzin und Tabak.

Das rot-grüne Kabinett widerspricht allen Lehrsätzen der Mathematik: Die Summe von Nullen kann durchaus eine stattliche Zahl erreichen.

Guido Westerwelle über das Bundeskabinett.



Montag, Februar 11, 2002
Prinzessin Margaret

Mit den sog. Royals haben wir es ja nicht so. Eigentlich. Am Tag des Unfalls von Dumpfbacke Di haben wir seinerzeit sogar ein Fass aufgemacht. Das hätten wir zwar auch so aufgemacht, aber so hatten wir wenigstens einen Vorwand. Trotzdem wollen wir hier jetzt mal eine Gedenksekunde für Prinzessin Margaret einlegen. Die hat sich nämlich gerade zu Tode gelebt, sprich, ihr irdisches Dasein durch den reichlichen Zuspruch zu Hochprozentigem und Ziggis ordentlich verkürzt. Das mag zwar nicht die vernünftigste Art zu leben sein, aber eigentlich auch nicht die unsymphatischste.

In den staubigen Verließen des Medien-Kontor-Archivs fanden wir folgende Margaret-Zitate, die wir hier - selbstverständlich welt-exklusiv - veröffentlichen:

Armes Ding.

Margaret als kleines Mädchen zu Elizabeth, nachdem sie erfahren hatte, dass diese eines Tages Königin werden würde.

*

Kümmere du dich um dein Empire, und ich kümmere mich um mich.

Margaret als Kind zu Elizabeth.

*

Mami, warum trägst du so scheußliche Haarnadeln?

Margaret als Kind zu ihrer Mutter, der damaligen Queen Elizabeth und heutigen Queen Mum.
*

Ich habe nur zwei Mal Auseinandersetzungen mit der Queen gehabt. Bei beiden ging es um Männer.

Margaret über ihr Verhältnis zu Elizabeth.

*

Eigentlich wollte ich ihn überhaupt nicht heiraten. Warum ich es tat? Weil er mich darum bat!

Margaret über ihre Verlobung mit Anthony Armstrong-Jones.

*

Ich kann mir alles erlauben, wenn ich mir nur nicht gerade die Kleider vom Leib reiße und in die Fontäne auf dem Trafalgar Square springe.

Margaret über ihren Ruf in Großbritannien.


Ende der Gedenksekunde.





Samstag, Februar 09, 2002
Virenscanner

Kennt fast jeder PC-Besitzer: Eines Tages will der Rechenhobel nicht mehr so recht. Na gut, der obligatorische Neustart. Man beendet die Computersitzung, indem man auf Start drückt. Hat man das mehrfach erfolglos versucht, beschleicht einen schnell der Verdacht: Ein Virus!? Mein PC ist HIV!? Schnell den in der Regel völlig veralteten Virenscanner angekurbelt und siehe da: ALARM, ALARM! Alles verseucht. (Besonders Herr Bender kennt dieses Problem, da er trotz diesbzgl. Anweisung immer noch an seinem Outlook festhält, ein echter Fan eben).

Der brave Virenscanner repariert dann den Defekt in der Regel wieder schnell und man kann weiter durch die Gegend texten. Was aber keiner weiß: Wie funktioniert eigentlich so ein Scanner? Pascal Jehanno, ein französischer Graphiker und Illustrator, hat sich auch so seine Gedanken gemacht und diese in einer sehenswerten Flash-Programmierung festgehalten.



Freitag, Februar 08, 2002
Liebling der Woche

Irgendein Automatismus zwingt meinen linken Zeigefinger ständig, dem Nachnamen von Herrn Norbert Geis ein zweites -s ans Ende anzuheften. Für Herrn Geis(s) wäre das ein eindeutiger Beweis, dass mein Zeigefinger aus dem linken Steinewerfer-Milieu stammt. Stimmt nicht Herr Geis(s), es ist lediglich das morgendliche Zittern in meiner linken Hand.
Trotzdem habe ich Herrn Geis(s) gerade zum Liebling der Woche befördert. Nicht nur wegen seines phänomenalen Auftritts im HR (s.u.), sondern vor allem wegen seiner aufrechten Homepage, die einige Megabyte Webspace auf den Bundestagsservern beschmutzt. Dort wettert Geis(s) vor allem gegen die bösen Schwulis, die er für ein perverses Grundübel dieser Gesellschaft hält und die er dafür verantwortlich macht, dass der Familie als Wert ansich in der heutigen Gesellschaft nicht mehr der richtige Stellenwert zu komme. Auch die Frauen wüssten daher nicht, wo ihr eigentlicher Platz in unserer Gesellschaft sei. Der Zusammenhang zwischen Schwulis und dem Platz der Frau erschließt sich uns zwar nicht vollends, aber Herr Geis(s) wird schon wissen, worüber er pamphletet.

Als geistige Mitstreiter gegen das Geichstellungsgesetz wird dann von Herrn Geis(s) noch Kardinal Ratzinger und (HiHi) Guido Westerwelle, Generalsekretär der FDP, genannt.
Die Hauptschuld an diesem schwulen Dilemma tragen aber die Grünen: Vor allem waren es die Grünen, die dieses Gesetz betrieben haben. Meist selbst in verworrenen Verhältnissen lebend, geht ihnen das Gespür für die Bedeutung von Ehe und Familie für unsere Gesellschaft durchweg völlig ab. (Unser Zitat der Woche).

Und damit jeder Leser weiß wie es wirklich geht, findet man auch noch diese kuschelige Anleitung: Jede Mutter, die an der Wiege ihres Kindes steht, steht an der Wiege der Zukunft unserer Gesellschaft. Jeder Vater, der sein kleines Kind in den Armen wiegt, wiegt zugleich unsere Zukunft in seinen Armen.

Gerne wäre ich Zeuge, wenn Herr Geis(s) seine Kinder aufklärt, wahrscheinlich würde das so abgehen: "Also, der oberbayerische Geißerich geht zum Behufe des Nestbaus und der Rasseerhaltung zur untertiroler Geiß, und dann Ähem, wie war das noch?"




Donnerstag, Februar 07, 2002
Der rechtspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Norbert Geis (CSU), hat den einst von seinem Parteifreund Edmund Stoiber geprägten Begriff der "durchrassten Gesellschaft" verteidigt, in der TV-Sendung "Vorsicht! Friedmann" im Hessischen Fernsehen sagte Geis am Dienstagabend nach Angaben des Senders, es gehe darum, dass Deutschland auch den Deutschen gehören solle, "so wie den Franzosen Frankreich und den Italienern Italien". "Warum lasst ihr nicht Deutschland den Deutschen?", fragte der CSU-Politiker laut HR.

Wenn die Masken fallen ...



Olympia

Erste Früchte tragen die gewaltigen Sicherheitsmaßnahmen, mit denen der amerikanische Staat die olympischen Winterspiele in Salt Lake City gegen unliebsame Überraschungen und terroristische Verbrechen zu schützen sucht. Als erstes verhafteten amerikanische Sicherheitsspezialisten den deutschen Mannschaftsarzt Ernst Jakob und den Pressesprecher der deutschen Mannschaft Marcus Schick. Die beiden wollten das erste Training der Skispringer auf der Olympiaschanze besuchen.

Das ist erlaubt.

Allerdings wollten die beiden den Weg zur Schanze zu Fuß gehen.

Das ist nicht erlaubt.

Ergo: Verhaftung und eine knappe Stunde Arrest.

Auch für einen der ausführenden Sicherheitsbeamten hat das schwere Vergehen der beiden Deutschen ein Nachspiel. Der Sicherheitsbeamte hatte den beiden Sportfunktionären Kaffee angeboten. Auch das ist verboten, stärkt doch Kaffee die Leistungsbereitschaft und die Aufmerksamkeit der potentiellen Attentäter. Also Beihilfe zum Terrorismus.

Schöne olympische Welt.



Mittwoch, Februar 06, 2002
Presse lügt sowieso

Ordner des Fußball-Bundesligavereins FC Energie Cottbus haben beim Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin am Dienstagabend einen Journalisten tätlich angegriffen. Der Berliner Sportfotograf Eberhard Thonfeld wurde von drei Ordnern geschlagen und mit den Worten "Presse lügt sowieso" aus dem "Stadion zur Freundschaft" gezerrt. Thonfeld sagte, er habe einen der Ordner gebeten, seinen aggressiven Hund etwas kürzer zu halten. Stattdessen habe der Sicherheitsmann ihm jedoch mit dem Tier gedroht. Er habe diese Szene fotografieren wollen, jedoch seien drei glatzköpfige Ordner auf ihn zugestürzt, hätten ihn geschlagen und mitgenommen.


Solidaritätszuschlag, Version Ost



Aus der Welt der Werbung

Ein wunderbarer Beruf in der wunderbaren Welt der wunderbaren Werbung ist ja der Produktnamensschecker. Eine Firma stellt ein Produkt her, die Werbefritzen überlegen sich einen knackigen Namen und der Produktnamensschecker scheckt, ob der knackige Namen in einer Fremdsprache nicht etwas weniger Wunderbares heißt, als in der Originalsprache. Früher gab es z.B. einen leckeren Snack namens "Raider". Als die Herstellerfirma beschloss, jetzt doch mal einen auf Global-Player zu machen, stellte der Produktnamensschecker erschrocken fest, dass das schöne Wort "Raider" in der englischen Sprache doch ein negativ-konnontiertes Wort sei (remember "The Schweinfurt Raid"). Also wurde aus "Raider" schnell "Twix". Seitdem wird dieser Snack von mir boykotiert.

Hin und wieder versagt jedoch auch der Produktnamensschecker. So ist der Mazda MR2 in Frankreich recht unbeliebt, steht doch "Em Er Dö" dort für "Scheiße". Schlimmer traf es den Mitsubishi Pajero in Spanien. Der verkauft sich dort so gut wie gar nicht. Nach Monaten des Grübelns stellte der japanische Autobauer dann fest, dass "Pajero" im Spanischen schlicht "Wixer" heißt.

Wunderbare Welt der wahren Warenwerbung.



Dienstag, Februar 05, 2002
Christian Guide For Small Arms

Erinnert Sie sich noch an Ihren Kommunions- resp. Konfirmationsunterricht? Da gab es die zehn Gebote, die musste man lernen, genauso wie es einst Moses auf dem Berg Sinai musste. Mit einigen Geboten tue ich mich ja bis heute schwer, wunderbar fand ich dagegen schon immer: Du sollst nicht töten. Daran habe ich mich immer gehalten und, gottlobundpreis, bisher haben sich auch die anderen Menschen mir gegenüber daran gehalten.
Gerade aber die christlichsten Christen hatten im Laufe der Jahrtausende keine Skrupel, mit diesem Gebote anders zu verfahren, als wir Deutschen mit dem Reinheitsgebot unseres Bieres. Es gab Kreuzzüge, sog. Gerechte Kriege und - besonders pervers - Missionierungskriege. Kreuzzeichen oder Rübe runter.

Dass Waffenhaltung und die u. U. letalen Folgen dieser Waffen durchaus mit den Geboten zu vereinbaren sind, beweist unser heutiger Surftipp: Christian Guide For Small Arms. (The most probable scenario that the Christian American, called to fight for God, family, and country, will be presented with is that of the guerrilla resistance.)

Inter arma silent leges.



Ach so.

Bei der Obduktion der Leiche wurde festgestellt, dass das Opfer wahrscheinlich bei Eintritt des Todes noch gelebt hat und infolge einer Rauchvergiftung gestorben ist.

Aus einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Hildesheim.



Montag, Februar 04, 2002
Glaube, Liebe, Hoffnung.

Sprüche vom Wochenende


Mit den Argumenten für ein totales Demonstrationsverbot müsste man das Oktoberfest und jedes Fußballspiel in München verbieten.

Konstantin Wecker, Liedermacher, am Rande einer verbotenen Demonstration gegen die 38. Sicherheitskonferenz am Samstag auf demMünchner Marienplatz.

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Wir können alles sehen, was sich bewegt. Und wir können alles zerstören, was wir sehen.

Richard Perle, US-Politiker und ehemaliger Botschafter in Bonn, über die militärischen Fähigkeiten der USA.

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Wenn du in der ersten Minute das 1:0 machst und in der letzten das 2:0, kann dir nichts passieren.

Rudi Assauer, Schalke-Manager, zum Erfolgsrezept von Schalke 04 beim 2:0 gegen Mönchengladbach.
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Ob der Trainer John oder Hans Wurst heißt, ist doch scheißegal.

Dirk Lotter, Kapitän des 1.Fc Kölns, über die Trainer-Frage bei seinem Verein.



Samstag, Februar 02, 2002
Die Schattenseite des Ruhmes

In jungen Jahren, also einst und schon was her, reiste ich als Konzertvirtuose durch die Landen. Mein Paradestück war das "Ähnnchen von Tharau" in einer Polka-Transkription. Freilich hatte ich nicht viel Geld und mußte mit einem alten Flügel vorlieb nehmen, den ich aus Wehrmachtsbeständen gekauft hatte, ein Modell "Kaiser". Und das war auch der Haken an meiner Virtuosenkarriere. Überall lagen mir die Klassik-Zuhör-Mädels willig zu den Flügelfüßen und schrien: "Laß die Saiten mächtig krachen!". Und das genau tat ich dann auch - und wie. Doch meistens rissen dann ein- oder zwei Saiten des alten Wehrmachtsflügels, Modell "Kaiser". Wenn diese Saiten rissen, krachten sie meistens auf meine Virtuosenhände, weswegen diese meist bandagiert und/oder verschorft waren. In Folge dessen durfte ich nie eine meiner Verehrerinnen anfassen, was aber der eigentliche Anlaß meiner Virtuosenkarriere gewesen war. Nachdem ich so die Schattenseiten des Ruhmes entdeckt hatte, beendete ich meine hoffnungsvolle Karriere vorzeitig, hängte also meine Virtuosenschuhe an den Nagel.



Freitag, Februar 01, 2002
Sprüche


Ich hatte noch etwas mehr erwartet. Mindestens eine Elfmeterschießerei.
Aleksandar Ristic, Trainer Rotweiß Oberhausen, nach dem 0:2 im DFB-Pokal gegen Schalke 04.

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Wo in Rheinland-Pfalz liegt Deutschland?

Walter Zuber, Innenminister von Rheinland-Pfalz, wiederholt eine Frage eines Ruanders an einen Helfer aus Rheinland-Pfalz.

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Ich bin heute der falsche V-Mann für Sie.

Max Stadler, FDP-Politiker, der vorzeitig die Sondersitzung des Innenausschusses des Bundestages verließ, zu den wartenden Journalisten.

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Es ist uns Finnen richtig peinlich. Noch nie haben so viele Ausländer unsere Schulen besucht. Das Problem ist nur: Wir wissen nicht, warum wir so gut sind.

Simo Juva, Mitglied der finnischen OECD-Delegation, am Donnerstag bei einem Bildungskongress in Düsseldorf über das gute Abschneiden seines Landes bei "Pisa".

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Seid doch ein bissl schlamperter, vielleicht wird's dann besser.

Susanne Jerusalem, Wiener Bildungspolitikerin, am Donnerstag bei einem Bildungskongress in Düsseldorf zum schlechten Abschneiden Deutschlands bei "Pisa".



Ähnlichkeiten

Zum Wahlkampfauftakt der CDU/CSU am Donnerstag in Frankfurt bereiteten die Grünen dem Unionskandidaten Edmund Stoiber einen ungewöhnlichem Empfang. Sie plakatierten das Konterfei Stoibers, unter dem der Schriftzug "Alles Gute, Herr Christiansen" zu lesen war. Eine Anspielung auf den Besuch Stoibers in der TV-Talkshow "Sabine Christiansen", bei dem der Bayer die verdutzte Moderatorin Sabine Christiansen irrtümlich mit "Frau Merkel" angesprochen hatte.