MEDIEN-KONTOR:NOTIZEN  
Operette macht dick
Notizen


Mittwoch, März 27, 2002
... und weg!

Die "Iden des Märzes". Was sagt uns das?
Klar, die Ermordung Julius G. Caesars durch Auch-Du-mein-Freund-Brutus.
Klar, der Geburtstag des Kollegen Benders.
Klar, der einmal-jährliche Waschstraßen-Besuch meines Autos.
Klar, der Todestag von Ludwig van B.
Klar, Osterhasi statt Nikolausi.

Klar: Das Kontor wird ein paar Tage abgeschlossen. In dieser Zeit werde ich ins Franzosenland fahren und überprüfen, ob die auch wirklich den Euro eingeführt haben oder ob das alles nur ein welscher Trick war.

Verehrte Leserinnen, geehrte Leser, hier geht es am Mittwoch, 03/04/2002 weiter. Bis dahin.



American Concentration Camps

Auch die schrecklichsten Sachen können einen mitunter sogar sehr hohen ästhetischen Wert haben. Ein Gedanke, der mir schon als kleiner Bub immer kam, wenn ich TV-Reportagen über Atombombenexplosionen sah. Gleichwohl auch ein Gedanke, der immer ein schlechtes Gewissen implizierte, beruht er doch auf der strikten Trennung von Phänomen und Ursache und Grund und Wirkung. Die japanisch-stämmige amerikanische Photographin Masumi Hayashi hatte sicherlich nicht die Ästhetik im Sinne, als sie ihre Sammlung von Panorama-Photo-Collagen von amerikanischen Konzentrationslagern begann. In diesen Camps mussten die meist wahllos verhafteten US-Amerikaner japanischer Abstammung leben, nachdem Japan die us-amerikanische Pazifikflotte im Hafen von Pearl Harbour attackiert hatte. Orte des Schreckens und des Unrechtes - und doch haben diese Bildern eine eigenartige - sehr gespenstische - ästhetische Wirkung.



Dienstag, März 26, 2002
Besorg' es mir gründlich, E.T. !

Missbrauch ist eigentlich ein Thema, über das man wirklich nicht scherzen sollte. Uneigentlich aber, kann es - in speziellen Ausnahmefällen versteht sich - auch eine gewisse, wenn auch meist unfreiwillige Komik enthalten. Diejenigen, die nach zu vielen Stunden Fernsehens wissenschaftlicher Sendungen wie Akte X davon überzeugt sind, dass auch sie einmal von Aliens entführt und missbraucht worden sind, treffen und diskutieren ihr hartes Schicksal auf der Seite Iwasabducted. Diskutieren Sie mit und berichten Sie, was die glibberigen Finger von E.T. alles mit Ihnen angestellt haben. Und lassen Sie bitte kein widerliches Detail aus. Es könnte der Wissenschaft dienen.



Gutenbergs zweiter Tod

Äh, bin ich drin? Ich bin drin! pflegt der selten-dumme Becker Boris in der AOL-Werbung zu stottern. Wo er sonst noch überall drin war, soll ja nicht unsere Sache sein. Aber Doof-Doof-Boris scheint eine Menge Schotter für seine schauspielerischen Fehlleistungen von AOL abzuziehen. Nur so ist es zu erklären, dass der größte Provider der Welt eines der ambitioniertesten Literaturprojekte im Internet geschlossen hat. Das deutsche Gutenberg-Projekt (war: gutenberg.aol.de/gutenb.html) nämlich. Dort wurden die von Privatleuten digitalisierten Texte großer deutscher Autoren gesammelt, um sie via Binär-Code für die Ewigkeit zu konservieren und allen interessierten Usern kostenlos zur Verfügung zu stellen. So waren zum Zeitpunkt der Schließung des 1994 gegründeten Gutenberg-Projektes bereits rund 1.000 Romane von rund 350 Autoren abrufbar, dazu noch rund 10.000 Gedichte.
Laut American Online hat die Schließung des Projektes allerdings nicht mit den Inhalten zu tun, sondern mit einer Firmenentscheidung, sich zukünftig auf andere Projekte zu konzentrieren. Um welche Projekte es sich hierbei handelt, wollte AOL allerdings (noch) nicht mitteilen. Ähhh, bin ich drin? Nein, bleib draußen, Depp.



Montag, März 25, 2002
Glaube, Liebe, Hoffnung

Zitate vom Wochenende

Da lasse ich den Mann raus.

Sven Hannawald, Skiflug-Weltmeister, über die geplanten Feierlichkeiten am 31. März in Hinterzarten, bei denen er für jeden seiner acht Saisonsiege ein Glas Alkohol trinken will.

*

Uns kann eigentlich keiner mehr schlagen, außer wir uns selbst. Daran arbeiten wir.

Zoltan Sebescen, Fußballa bei Bayer Leverkusen.



Freitag, März 22, 2002
Österreichisches Lieblingswort des Tages:

abbeindln, (sich) das Leben nehmen.



Aus dem Kontor-Knigge

Heute: Treppensteigen

Bitte unterscheiden: Privat geht SIE hinauf vor und ER hinab, im "Business" gehen die Gastgeber vor, um die nächste Tür zu öffnen. Dies gilt für schmale Treppen und auch immer nach der Devise: Der Stärkere hilft dem Schwächeren.

Im Sommer, d.h. in der Zeit der sehr kurzen Röcke, können diese Regeln nach eigenem Gutdünken variiert werden.




Donnerstag, März 21, 2002
Physik für Fortgeschrittene

Im Bonner "General-Anzeiger" warnt der Bonner Lokalpolitiker Klaus Simon:

Man muss aufpassen, dass man nicht eine Lawine lostritt, die unter Umständen nach hinten losgeht.



Erlebte Klischees

Eben auf dem Weg zum Parkhaus am Beethovenhaus vorbei: Wie immer standen dort größere Gruppen von japanischen und kleinere Gruppen amerikanischer Besucher. Meinem Hang zur Beckmesserei folgend, blieb ich stehen und stellte mich lauschend hinter den Touristenführer, der darüber schwadronierte, wie groß doch der Einfluß von Neefe auf Ludwig van B. gewesen sei, was bekanntlich nicht stimmt.

Interessanter hingegen die Touristen. Die Köpfe der Japaner pendelten wie die Köpfe der Besucher eines Tennismatches immer zwischen dem Touristenführer und der altrosafarbenen Hausfassade hin und her. Ping - Pong. Ping-Pong

Die schlanken Japanerinnen schauten ernst, sehr konzentriert und interessiert aus ihren alters- und faltenlosen Gesichtern heraus, ihre männlichen Begleiter hingegen plapperten lieber untereinander. Alle Männer hatten seltsamerweise Brillen auf, alle das gleiche Modell, große Gläser mit dünnem Metallrahmen. Jeder hatte eine Kamera dabei, auffällig aber, daß die Kameras der japanischen Besucher von Jahr zu Jahr billiger werden, keine feisten F4 mehr von Nikon, die meisten haben Einweg-Kameras von Fuji.

Etwas abseits standen zwei Amerikanerinnen, beide so um die Fünfzig, eine dürr, die andere auffallend dick. Die Dicke schaute mit weit aufgerissenen Augen auf das Beethovenhaus und seufzte laut und beglückt: "Oh, how disney!" Ich bin dann weiter gegangen. Sehr schnell sogar.



Mittwoch, März 20, 2002
Sag' mir, mit wem Du die Badewanne teilst und ich sag' Dir, wer Du bist. So lautet ein altes italienisches Sprichwort. Bekanntlich teilt sich die Queen die Badewanne mit einem gelben Quietsche-Entchen, dass ihr von ihrem Enkel ("Drogen-Harry")geschenkt worden ist. Bei mir gibt es dafür einen grünen Quietsche-Flip, den Grashüpfer aus Biene Maya, ebenfalls ein Geschenk, aber nicht von meinen Enkeln. Peinlich und infantil? Steh' ich drüber.
Trotzdem bin ich neidisch auf den wunderschönen und stilsicheren Mr. Suicide Bathtub-Stöpsel, den man auf der
Retromodern-Seite
bewundern kann.



Dienstag, März 19, 2002
Denunziantenpack

Hoffmann von Fallersleben schrieb einmal in einem politischen Gedicht: Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.
Was damals galt, gilt auch heute noch und was im richtigen Leben stimmt, stimmt auch im Net. Für den Web-Denunzianten gibt es freilich sogar eine eigene Seite. Wäre es nicht so ekelhaft, hätte ich jetzt diese Seite nicht nur wegen absoluter Dummheit, sondern auch wegen orthographischer Insuffizienz denunziert. Mach' ich aber nicht.



Montag, März 18, 2002
Glaube, Liebe, Hoffnung

Zitate vom Wochenende

An den deutschen Unis wird die Unverständlichkeit wie ein Berufs-Ethos kultiviert.

Thilo von Trotha, Vorsitzender des Verbandes der Redenschreiber deutscher Sprache, auf einem Kongress zum Thema Rhetorik und Wissenschaft in Dresden.

*

Wir können alle rückhaltlos um Stimmen kämpfen, denn niemand muss Angst haben, gegebenenfalls Bundesministerin oder Bundesminister zu werden.

Die PDS-Bundesvorsitzende Gabi Zimmer am Samstag auf dem PDS-Bundesparteitag in Rostock über den Ausschluss einer PDS-Beteiligung an der Bundesregierung nach der Wahl im September 2002.

*

Wo ist das prognostizierte "Hoch Guido"? Ich habe nur Nebel gesehen.

Außenminister Joschka Fischer am Sonntag beim Grünen-Parteitag zu Berichten, FDP-Chef Guido Westerwelle habe sich über das vom Wetterdienst mit seinem Vornamen benannte Schön-Wetter-Gebiet gefreut.

*

Hier sind Neid und Hass in Reinkultur anzutreffen.

Bayern-Torwart Oliver Kahn zur Atmosphäre auf dem Betzenberg.

*

Die Atmosphäre in Kaiserslautern ist Fußball pur.

FCK-Vorstandschef Jürgen Friedrich zur Athmosphäre auf dem Betzenberg.

*

Er sieht auf jeden Fall interessanter aus jetzt.

Gladbachs Trainer Hans Meyer über Abwehrspieler Max Eberl, der sich im Spiel gegen Nürnberg das Nasenbein brach.



Freitag, März 15, 2002
Schafe für Afghanistan

Das US-Verteidigungsministerium weiß eigentlich alles! Jetzt sogar, warum es Osama Bin Laden weiterhin nicht zu fassen bekam. Für den gemeinen Afghanen sind Belohnungen in Millionenhöhe für die Weitergabe sachdienlicher Hinweise, wie es so schön im Behörden-Sprech heißt, schlicht unvorstellbar. Das leuchtet natürlich ein, sind doch Algebra und Arithmetik, neben so sinnschweren Sportarten wie Baseball und Brezel-Verschlucken, unmittelbare Ausgeburten amerikanischer Kultur. Und die mußte der gemeine Afghane halt so lange missen. Und so kommt man zu einem wirklich naheligenden Schluß und macht es den Turbanträgern ein bißchen einfacher: Demnächst - so die Überlegungen des Pentagon - werden die Prämien nicht nur mit viel zu vielen Nullen, sondern gleichzeitig in Einheiten von Schafen ausgelobt. Das ist ein Knüller!

Nun kennt ja jeder, die Geschichten von Touristen, denen Scheichs für ihre (vornehmlich blonden) frauen beim Ägypten-Urlaub gleich mehrere Kamele angeboten haben. Und jeder, der mal den Nil bereiste, weiß: es ist nichts als wahr! Also eigentlich ein kluger Schachzug der Strategen um George W., möchte man meinen. Nur ganz perfide Gesellen denken hier an Woody Allen und die Liebreize von Schafen. Nein, nein, den Truppen am Hindukusch wird der Sinn nach anderem stehen. Heute zum Beispiel läuft ein Baseballspiel im Satelliten-TV...



Behördenschlaf, Version USA

Rudi Dekkers, Betreiber einer kleinen Flugschule in Florida, staunte nicht schlecht, als er vor einigen Tagen seine Post durchging. In einem Schreiben ließ die US-Einwanderungsbehörde INS mitteilen, dass sie die Studentenvisa von Mohammed Atta und Marwan al-Shehhi gerne erteile, so dass auch einem Flugunterricht der beiden Genannten nichts mehr im Wege stehen würde.

Dass die beiden Terroristen seit dem 11. September keinen Flugunterricht mehr benötigen, war der Behörde offensichtlich entgangen.



It's verboten!
In meinen seltenen patriotischen Anwandlungen freut es mich immer, wenn ich entdecke, dass wieder ein Wort aus der von mir so geliebten deutschen Sprache eine Weltkarriere gestartet hat. Einige Beispiele sind ja allen bekannt: "The weltschmerz" und "the waldsterben", "the german gemutlichkeit", "to make a blitz" oder die japanische Version des Rucksackes, "Ruckosacko". Oder, kürzlich in einem amerikanischen Text gelesen, ganz wunderbar und herzensallerliebst: "This is not a Durchhaltesong!"

Auch das deutscheste aller deutschen Wörter ist im angelsächsischen Sprachraum durchaus nicht unbekannt: Verboten! Ein Wort, als Quasi-Ellipse eines ganzen Landes.

Beim Surfen mit dem Wort "Verboten" fand ich diese
HP
, auf der drei "verbotene" Werbespots zum Download bereit liegen. Besonders der Jim Beam-Spot hat es mir angetan (15 MB).



Banal wie ein Klodeckel

Kürzlich brachte ein Bote ein Päckchen eines Photozubehörversenders in das Kontor. Stolz packte ich mein neues Nikkor-300er-Teleobjektiv aus. Ich wollte gleich ein bißßerl angeben damit, erntete zu meiner Enttäuschung aber nur Kopfschütteln unter den Kollegen. Alle Welt rüstet auf Digitalphotographie um und du kaufst ein Objektiv, das sogar noch manuelle Belichtungseinstellungen benötigt. So was musste ich mir anhören. Ich faselte etwas von größerer künstlerischer Freiheit, wollte ich doch nicht ganz so altmodisch dastehen. Aber eigentlich fehlten mir die guten Argumente.

Freundlicherweise lieferte mir diese aber jetzt Frau Rafaela von Bredow in einem Artikel des Spiegels zum Thema Digitalphotographie.

Der Digitalfotograf verschwendet keinen teuren Film und muss auch nicht auf Abzüge warten, um zu sehen, ob die Fotos gefallen. Deshalb erkrankt er leicht an Knips-Diarrhö, gebändigt allein durch die Größe der Speicherkarte und die Lebensdauer des Kamera-Akkus. [...]

Wie sehr das Digitale zur Selbstüberschätzung verführt, das zeigen Talentwettbewerbe in Zeitschriften wie "Computerfoto": Da lassen sich Rentiere mit violett eingefärbtem Fell bestaunen oder babyblauer Schnee, auf dem ein Herbstblatt liegt - Bilder, banal wie ein Klodeckel.

Danke.



Donnerstag, März 14, 2002
Selten so etwas dämliches gesehen:: Das Offizielle Internetorgan der DDR-Staatsregierung im Exil.
Mein gerechter Vorschlag: Zehn Jahre Bautzen und dann ab nach Sibirien. Saupack.



Ich würde die Firma Porsche auch davor warnen, Porsches in den Urwald zu liefern, solange es dort keine Straßen gibt.

Siemens-Vorstand Volker Jung am Mittwoch auf der Computermesse CeBIT zu dem Vorwurf der Mobilfunkanbieter, ein drohender Engpass von UMTS- Handys gefährde den pünktlichen Start der neuen Mobilfunkgeneration.



Kindisches auf der CeBIT

In ist, der drin ist, und out ist, der rein will.

Bundeskanzler Gerhard Schröder am Mittwoch beim Rundgang über die Computermesse CeBIT in Hannover auf die Frage eines Schülers, was im Kanzleramt "in und out" sei.

*

In ist, wer rein kommt, out ist, wer rausfliegt.

CSU-Generalsekretär Thomas Goppel in Reaktion auf Schröders Äußerung in einer am Mittwoch in München veröffentlichten Presseerklärung.

*

Der Kanzler sitzt in der Misere und ich außerhalb.

CDU/CSU-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber am Mittwoch auf der CeBIT als Reaktion auf Schröder.



Mittwoch, März 13, 2002
Umfrage 4

Männer mögen's blond im Bett: Einer Umfrage der Frauenzeitschrift «Laura» zufolge wollen sich fast die Hälfte aller Männer (47 Prozent) am liebsten mit einer blonden Frau im Bett vergnügen. Nur 29 Prozent gaben an, eine brünette Partnerin zu bevorzugen. Bei der Wahl der Ehefrau dagegen spielt die Haarfarbe offenbar keine so große Rolle. Blonde und brünette Frauen waren bei den 1015 vom Meinungsforschungsinstitut Gewis befragten Männern zwischen 18 und 49 Jahren fast gleich beliebt (42 zu 41 Prozent).

"Blond ist seltener und wirkt erotisch, aber das Dunkle steht für Wärme und Geborgenheit. Das suchen viele Männer, wenn sie eine Familie gründen wollen", sagte die Psychologin Konstanze Fakih aus Berlin.

An schwarz- und rothaarige Frauen trauen sich die meisten Männer der Studie zufolge nicht heran: Nur 18 Prozent wünschten sich, mit einer Schwarzhaarigen eine Nacht zu verbringen, und 14 Prozent würden mit ihr vor den Traualtar treten. Rotschöpfe rufen noch mehr Unbehagen hervor - sie lösen nur bei 6 Prozent Begierde aus, gerade einmal 3 Prozent wünschen sich eine rothaarige Ehefrau.

Ich mag es ja gar nicht, wenn mein exklusiver Geschmack von der Mehrheit geteilt wird. Aber was soll man machen.



Rauchen und Trinken sie ruhig

Gesundheitsprobleme auf Grund von Fettleibigkeit sind in den USA teurer als Krankheiten durch Rauchen oder übermäßiges Trinken. Das berichtete das «Wall Street Journal» am Dienstag unter Hinweis auf eine kalifornische Studie. Demnach verursacht ein übermäßig dicker Mensch so viel Gesundheitskosten wie ein 20 Jahre älterer Normalgewichtiger.

Der Studie zufolge kostet ein übermäßig dicker Amerikaner 36 Prozent mehr für Krankenhaus- und ambulante Behandlungen und verursacht 77 Prozent höhere Medikamentenausgaben als ein gleichaltriger mit normalem Gewicht. Für Raucher lägen diese Mehrkosten bei jeweils 21 und 28 Prozent. Die Vergleichszahlen für Alkoholiker lägen jeweils noch darunter, schreibt die Zeitung unter Berufung auf einen Artikel in dem Journal «Health Affairs» der Nationalen Gesundheitsforschungsinstitute (NIH).

Jeder dritte Amerikaner gilt als übergewichtig und jeder fünfte als fettleibig. In die Kategorie der Fettleibigen gehört nach US-Definition zum Beispiel ein Mann von 1,80 Meter Größe und 120 Kilogramm Gewicht. Die Zahl der Fettleibigen hatte in den USA allein zwischen 1991 und 2000 um 60 Prozent zugenommen.

Ergo: Rauchen und Trinken ist gesünder als McDonalds. (q.e.d.)



So ist der Markt, manchmal ist er brutal. Sie erwarten nicht von mir, dass ich das veränder'.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) am Dienstagabend bei der Eröffnung der CeBIT in Hannover auf die Kritik aus der Wirtschaft, die UMTS-MobiIfunklisenzen seien zu teuer gewesen.



Dienstag, März 12, 2002
"GOOOOOAAAL, GOOOOOOAL", macht der Lautsprecher, den ein hinter der Bar verborgenes Radio befeuert. "Was feiern die denn da?", fragt sie, vorsichtig einen wasabi-zuke-Happen zwischen den Stäbchen balancierend. "Na, das hört man doch wohl", raunzt er und nachdem er einen Schluck Coca-Cola getrunken hat: "Tora, Tora, Tora!" "Ach so", murmelt sie, "sowas wie das Golden Goal von diesem Oli Bierdorf." "Quatsch!", faucht er, zunehmend unwirsch werdend, "Goal riefen die Japsen über Pearl Harbour bei jedem Bombentreffer!" "Bomben?! Oh, wie aufregend", flötet sie und zupft an ihrem Yamamoto-Oberteil.



Umfrage 3

Politikern und Immobilienmaklern misstrauen die Deutschen am meisten. Bei einer repräsentativen Umfrage von `Reader's Digest" sprach nur ein gutes Zehntel der Befragten diesen Berufsgruppen `sehr hohes" beziehungsweise `ziemlich hohes" Vertrauen aus, wie der Verlag in Stuttgart mitteilte. Auf Platz eins landeten bei den 5.000 Interviewten die Krankenschwestern mit 91 Prozent. Viel Vertrauen schenken die Deutschen auch Apothekern (89 Prozent), Piloten (87 Prozent) und Ärzten (85 Prozent). Vertreter dieser Berufsgruppen führten auch europaweit die Rangliste an, wie Befragungen 38.000 Menschen in 18 Ländern ergaben.

Politiker erzielten in Gesamteuropa mit 14 Prozent die niedrigen Vertrauenswerte - noch hinter Immobilienmaklern mit 19 Prozent. Wenig Vertrauen bringen die Bundesbürger der Umfrage zufolge Autoverkäufern (21 Prozent), Finanzberatern (24 Prozent) und Bauunternehmern (28 Prozent) entgegen. Im Mittelfeld landeten Taxifahrer (67 Prozent), Automechaniker (63 Prozent) und Lehrer (60 Prozent).



Montag, März 11, 2002
Lobenswerte Innovation

Es gibt so viele überflüssige Erfindungen, dass man sie hier gar nicht alle aufzählen kann. Und alle haben sie eines gemeinsam: Sie werden als innovativ bezeichnet und ein großer - meist nicht vorhandener - Nutzwert wird ihnen angedichtet. Einen wirklichen Nutzwert hat hingegen die Erfindung des Engländers Henk Muller: Der hat nämlich ein Armband-GPS-System erfunden, mit dem es sich ganz prächtig von Kneipe zu Kneipe torkeln lässt. Per Spracheingabe ("Hab immer noch Durscht" oder "Wo krieg ich noch was?" oder schlicht "Bier her") fragt man nach dem nächsten Etablissement im Umkreis von vier Kilometern und soll dann eine Antwort per Piepston bekommen: Solange das Armband Ton gibt, torkelt man richtig.



Glaube, Liebe, Hoffnung

Zitate vom Wochenende


Wir haben das Dach der Arena extra so eng gebaut, dass er nicht mehr durchkommt.

Schalke-Manager Rudi Assauer über Schalke-Aufsichtsrat und FDP-Spitzenpolitiker Jürgen Möllemann, der gerne mal mit dem Fallschirm im Stadion landet.

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Die Frauen, die sich für mich interessieren, werden schließlich immer älter. Da bleibe ich besser bei den Zigarren.

Schalke-Manager Rudi Assauer über seine Vorliebe für Zigarren.

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Du musst halt nur die Punkte reinholen.

Carsten Ramelow von Bayer Leverkusen zum Rezept, erstmals deutscher Meister zu werden.

*

In der zweiten Halbzeit haben wir zwar eine andere Strategie versucht, aber eindeutig die Falsche erwischt.

Trainer Kurt Jara vom Hamburger SV nach der 0:6-Niederlage bei Hertha BSC Berlin über
die taktische Marschrichtung seines Teams nach dem 0:2-Pausenrückstand.

*

Man kann ja kaum noch sagen, dass man dem Fernsehrat angehört. Dann sagen die Leute: «Ach, Sie gehören auch zu diesem Deppenverein.

Der Präsident des Deutschen Sportbundes, Manfred Freiherr von Richthofen, am Samstag bei der ZDF-Intendantenwahl in Mainz. Er verließ am frühen Nachmittag das ZDF-Gelände mit dem Hinweis, noch bei Sportveranstaltungen reden zu müssen.



Samstag, März 09, 2002
Umfrage 2: Der Worte nicht wert


VIVA macht PISA

Deutschlands Jugend liest nach Einschätzung von Medienexperten immer weniger und oberflächlicher. Die jungen Leute neigten dazu, Texte nur noch zu überfliegen, hieß es am Donnerstag auf einer Podiumsdiskussion zum Abschluss der Jahrestagung der Presse-Grossisten in Baden-Baden. Die Ungeduld kommt nach Umfrage-Ergebnissen des Instituts für Demoskopie in Allensbach vom Zappen durch die Vielfalt der Fernsehprogramme. So gaben 48 Prozent der befragten 15- bis 18-Jährigen an, Lesen würde zu viel Zeit kosten.



Umfrage 1: Des Wortes Wert


Titel statt Mittel

In Großbritannien begnügen sich einer Umfrage zufolge viele Arbeitnehmer mit einem anspruchsvolleren Titel an Stelle einer Gehaltserhöhung. Ein Fensterputzer etwa wird zum "Verbesserer der Lichtverhältnisse". Viele Leute empfänden einen wohlklingenden Titel als Anerkennung ihrer Arbeit, erläuterte der Direktor des Internetdienstes der Arbeitsvermittlungsfirma Reed, Paul Rapacioli, das Ergebnis der Umfrage unter 1700 Arbeitnehmern.

Deshalb avancieren ein Telefonist zum "Leiter der mündlichen Telekommunikation" und eine Toilettenfrau zur "Sanitärtechnischen Assistentin". In Zeiten wirtschaftlicher Ungewissheit bänden besonders größere Unternehmen auf diese Weise Personal ohne Mehrausgaben, sagte Rapacioli.

Er wurde durch die Stellenangebote auf der Internetseite des Unternehmens auf das Phänomen aufmerksam. Dort fanden sich immer häufiger die Bezeichnungen "Leiter", "Chef" oder "Direktor" ohne die übliche höhere Bezahlung. So sollte der "Leitende Angestellte für Lagerbestückung" die Regale auffüllen und die "Leitende Managerin für Konferenzen und Veranstaltungen, Lagerverwaltung und Untersuchung von Zwischenfällen" entpuppte sich als Sekretärin.




Charlton Heston im Spiegel-Interview

Heston: Vielleicht muss das so sein, die Engländer allein mit den Franzosen hätten es bestimmt nicht geschafft [Hitler-Deutschland zu besiegen]. Die Franzosen sind nicht besonders gut im Kämpfen, ich glaube, die haben ihren letzten Krieg irgendwann im 17. Jahrhundert gewonnen. Warum haben wir denn solche Probleme in Vietnam gehabt? Nur weil wir wieder den verdammten Franzosen helfen mussten.



Donnerstag, März 07, 2002
Gedenktage

Kein Tag, an dem nicht an irgendwas gedacht werden soll. Mal ist es ein obskures Heidekraut, dann eine Subspezies des Grottenolms, dann der Internationale Tag der Frau, dann der Tag des norddeutschen Nacktmulchs. Heute aber haben wir *Fanfare* den Tag des Kinderfußes. Haben Sie nicht gewußt, gelle? Macht nix.



Gebete

Lieber Gott, werfe Hirn vom Himmel! Ist ein Ausruf, der oft in den Räumen des Kontors zu hören ist. Oft auch Lieber Gott, wirf...etc. aber das bleibt der orthographischen Phantasie des Betenden oder Fluchenden überlassen. Für Menschen mit weniger Betphantasie (jetzt habe ich tatsächlich Bettphantasie geschrieben), gibt es das seltsame Angebot von Amen-online (heißt wirklich so): Den Gebetgenerator. Man muss nur angeben, welchen Gebetstyp man heute bevorzugt (zur Auswahl stehen: Friedensgebet, Tischgebet, Versöhnungsgebet) und für welche Jahreszeit das Gebet gedacht ist. Dann Knopf drücken und schon hat man ein Online-Gebet zum Runterrasseln. Ich habe bei Amen-online ein Lottozahlengebet bestellt. Bin gespannt auf die nächste Ziehung.



Mittwoch, März 06, 2002
Gegendarstellung

Nach Einwänden von Seiten der Ärzteschaft und des IPPNW müssen wir auf folgendes hinweisen:

Entgegen unserer Behauptung (siehe Notiz vom 20/02/02) handelt es sich beim Tourette-Syndrom nicht um eine Modekrankheit, sondern um eine tatsächliche Krankheit, unter der die Betroffenen schwer zu leiden haben. Modisch ist es vielmehr, ein Tourette-Syndrom vorzutäuschen, um von seiner geistigen Desolatheit abzulenken.



Frau Künast

Selbst wenn man Politiker nicht kennt, erkennt man sie daran, dass sie erkannt werden wollen. Und zwar zwanghaft. Ich habe dies gestern bei Renate Künast in Bonn beobachten können. Sie stieg aus dem Auto (saß vorne) und wollte einen Fahrradweg queren, musste dabei aber einen Radler vorbeilassen, der die eingebaute Ministerfußgängervorfahrt nicht berücksichtigte. Dabei strahlte Frau Künast den Radler auf das herzlichste an: Klar 1. Radler sind grünen Ministern grundsätzlich sympathisch, aber eher 2. Sie lächelte ihr Bitte-erkenn-mich-Lächeln, denn es waren ja Journalisten anwesend, und da fördert das Erkanntwerden ja den öffentlichen Status. Leider erkannte der Radler Frau Ministerin nicht und klingelte ein eher unwirsches Go-out-of-my-way-Fahrradbimmeln. Der mit ballonseidenen Jogginghosen gekleidete Radler kam schließlich auch vom nahegelegenen Kiosk, wo er einen "Express" sowie ein Sixpack Bier erstanden hatte, wohl fürs Frühstück.

Zu Frau Kynast wäre sonst nur noch zu sagen, dass sie eine enge Kinnverwandschaft zu Michael Schumacher hat. In Bonn stellte die grüne Ministerin eine Kampagne mit dem bescheuerten Namen "Fit-Kid" vor. Der Grund: Jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche ist zu fett. "Ich wünsche mir, dass demnächst viele Kinder von ihren Eltern [...] Müsli, Vollkornbrot, Obst und Gemüse verlangen", so Künast. Ende April veröffentlicht sie übrigens ein Kinderkochlexikon.



Dienstag, März 05, 2002
Sign up for Mars!

Eine der wenigen Sachen, die ich ganz genau weiß, ist, dass der Weg zu den Sternen sehr rauh ist. Und doch befinde ich mich derzeit bereits zweimal auf dem Weg zu den Sternen. Wenn auch nur mit meinem Namen. Wenn auch nur in Form einer Unterschrift, gebrannt auf einen Mikrochip. Einer fliegt zum Jupitermond Europa, der andere Chip ist an Bord einer Sonde, die sich 2004 mit einem Kometen treffen möchte. Irgendwo dort draußen. In der Unendlichkeit des Alls. Welten, die nie zuvor ein Mensch betreten hat.

Im nächsten Jahr schickt die NASA wieder einen Rover zum Mars: Mars Exploration Rover 2003. An Bord ist wieder ein Namenschip, mein Name steht schon drauf.

Fliegen Sie mit mir mit: Sign up for Mars!



Montag, März 04, 2002
Einschlafprobleme sind ja ein Gräuel. Ich weiß ausnahmsweise wovon ich schreibe. Was für Tricks man dann doch ausprobiert: Überdosis Baldrian, literweise Honig mit Milch, Besuche im leeren Weinkeller, die Vornamen aller in Australien lebenden Schafe vorwärts und rückwärts aufzählen oder sich an Gedanken der Art zu halten, die ich hier nicht auflisten möchte, da sonst ihr Monitor rote Ohren bekommen würde. Hilft aber alles nix. Neue Wege beschreitet da das Internet, mal wieder. Obwohl diese Wege auch nicht so neu sind. Aber immerhin. Man kann es ja mal versuchen: Hier ist eine Page verlinkt, auf der ein individuell programmierter Schlafbildschirmschoner angeboten wird. Go2sleep heißt das ganze (Flash-Programm, Boxen anmachen).

Mich hat es eher unangenehm wach gemacht.



Glaube, Liebe, Hoffnung

Zitate vom Wochenende


Ich entlaste die Rentenkasse.

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) am Sonntag im ZDF auf die Frage, ob er trotz seiner bald 70 Jahre auch in der nächsten Legislaturperiode politisch aktiv bleiben möchte.

*

Saufen könnt ihr, Fußball spielen nicht.

Schriftliche Reaktion von Fans des 1. FC Köln auf die «Nachtschwärmerei» von FC-Profis nach dem 0:2 in Nürnberg.

*

... macht ihn rein!

Werbemaßnahme des Kondom-Herstellers condomi im Müngersdorfer Stadion als Reaktion auf die lange Torflaute des 1. FC Köln.

*

Er zog eine ihm flüchtig bekannte Frau gegen ihren Widerstand an sich, und zwang sie unter körperlichen Kraftanwendung zur sexuellen Nötigung.

Der Bonner "General-Anzeiger" (Samstagsausgabe) zur Verurteilung des Kaiserslauterner Fußballprofi Hany Ramzy wegen sexueller Nötigung.




Sonntag, März 03, 2002
Demokratie, Version Ostallgäu

Friesenried. Gegen seinen Willen ist der Bürgermeister von Friesenried im Ostallgäu, Wolfgang Gerum, bei der Kommunalwahl am Sonntag in seinem Amt bestätigt worden. 73,9 Prozent der Wähler stimmten für ihn. Nach zwölf Jahren im Amt wollte er aus beruflichen Gründen eigentlich nicht mehr an der Spitze des Ortes mit rund 1000 Wahlberechtigten stehen. Da jedoch niemand kandidierte, konnten die Friesenrieder auf leere Wahlzettel einen Namen ihrer Wahl schreiben. Die meisten stimmten für Gerum, der danach widerstrebend erklärte: «Ich mache es noch einmal.» (dpa)



Samstag, März 02, 2002
Schröder vs. ddp

Es gibt sicherlich viele Gründe die Nachrichtenagentur ddp zu verklagen, nun hat auch Bundeskanzler Gerhard Schröder einen gefunden. Schröder und ddp wollen sich am 12. April vor dem Hamburger Landgericht wegen eines Zitats treffen, wonach Schröder des jugendlichen Aussehens wegen angeblich seine Haare färbe. Schröder hatte nach Angaben seines Anwaltes Michael Nesselhauf eine einstweilige Verfügung gegen ddp erwirkt, die die Nachrichtenagentur aber nicht akzeptieren will.

Ursache der haarigen Angelegenheit ist ein Bericht, in dem eine Imageberaterin von der zum Kirch-Konzern gehörenden Agentur mit der Aussage zitiert wurde, der Kanzler habe gefärbte Haare.
Schröder-Anwalt Nesselhauf sagte, es lägen eidesstattliche Versicherungen der Friseure von Schröder vor, die das Gegenteil sagten. Er ist deshalb siegessicher.



Die Tätigkeit als Krankenpfleger dient der Rettung und Erhaltung von Leben und Gesundheit der ihm anvertrauten Patienten. Damit ist eine Nebentätigkeit als Bestatter, die das Ableben der Menschen voraussetzt, nicht zu vereinbaren.

Karl Heinz Pfeifer, Vorsitzender Richter des Sechsten Senats des Bundesarbeitsgerichts, zur Erklärung, warum ein Krankenpfleger nicht als Leichenbestatter im Nebenberuf tätig sein kann.



Freitag, März 01, 2002
Abschied

Mach's gut liebe DeMark, Du warst mir immer sehr teuer.



Unser Heiner, kann's wie keiner

Der erwartete Nachwuchs lässt den einzigen deutschen Schauspieler von Weltformat, Heiner Lauterbach, offenbar romantisch werden. Er schreibe Gedichte und werde bisweilen sogar ganz sensibel, verriet jetzt seine Frau Victoria. In der «Bunten» berichtete Frau Lauterbach, dass Ehemann Heiner vor lauter Freude über das Baby zum Poeten wird. «Heiner schreibt mir wunderbare Gedichte, die sind so rührend, dass ich sie aufhebe.» Eine Veröffentlichung lehnte er aber ab. «Ich bin eben kein Lyriker, aber die Verse kommen von Herzen.« Zu Lauterbachs Zukunftsvorstellungen sagte der Schauspieler, er wolle langsam mehrere Standbeine entwickeln. Dazu gehören wohl auch Überlegungen, verstärkt Theaterstücke schreiben zu wollen.


Lieber Heiner Lauterbach,

sehr gerne würden wir Ihre Verse auf unserer Homepage veröffentlichen. Keine Sorge, wir redigieren sie auch vorher. Auch würden wir gerne Rezensionen über Ihre Theaterstücke schreiben. Die kämen dann auch von Herzen. Garantiert sogar.

In großer Vorfreude, Ihr