MEDIEN-KONTOR:NOTIZEN  
Operette macht dick
Notizen


Freitag, August 30, 2002
Let's talk Global-Player-Denglish

Klaus Zumwinkel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post AG, hat es geschafft. Endlich. Für die Wortkreationen "Funcard mailing", "speed booking", "Post- und Sparcard" hat ihn der Verein Deutsche Sprache zum "Sprachpanscher des Jahres 2002" gewählt. Mit der heute bekannt gegebenen Auszeichnung spießen die Sprachschützer Kreationen von Menschen auf, die sich bei der Vermischung des Deutschen mit dem Englischen zu "Denglisch" mit besonders derben Fehlgriffen hervorgetan haben.

Nominiert war außer Zumwinkel auch noch Uli Hoeneß für "away shirts" und "ups and downs" oder "win-win- situations". Ebenfalls nur zweiter Sieger wurde der Vorsitzende der Bausparkasse Schwäbisch Hall, Alexander Erdland. In der Zeitschrift der Häuslebauer fanden die Sprachwächter Wortschöpfungen wie "das Town & Country-Fertighaus" oder die zur "Man's world" umbenannte Kellerwerkstatt.

Der Verein mit Sitz in Dortmund hat festgestellt, dass die Fantasie für immer neue "Denglisch"-Blüten keine Grenzen kennt. "Manche Leute finden das cool", meint der Vorsitzende Walter Krämer augenzwinkernd. Andere hingegen würden sich über die überflüssigen englischen Brocken ärgern und darin eine "verächtliche Behandlung der deutschen Sprache" sehen. Deswegen bekämpft die 1997von dem Wirtschaftsprofessor gegründete Gemeinschaft den Sprachenmix. Nach Angaben des Vereins haben sich den Sprachschützern weltweit mehr als 13 000 Menschen angeschlossen. Alle waren zur brieflichen Abstimmung über den schlimmsten Panscher aufgerufen, 1850 gaben diesmal ihre Stimme ab. 1203 Mitglieder sahen in den Wortschöpfungen Zumwinkels die schlimmsten Auswüchse.

Die Post AG verteidigte dagegen ihren Chef. "Deutschtümelnde Traditionalisten verstehen einfach nicht, dass international tätige Unternehmen Produkt- und Dienstleistungsbezeichnungen auch in der Weltsprache Englisch wählen", sagte Gert Schukies, Direktor für Konzernkommunikation der Deutsche Post World Net, in Bonn.




Yep!

Sie machen am 22. September Ihr Kreuz, das sie dann vier Jahre zu tragen haben.
Joschka Fischer am Donnerstagabend auf einer Wahlkampfveranstaltung in Schwerin.
*
In meinem Alter ist man froh, wenn man noch einen Puls hat. Um ihn in Gang zu halten, brauche ich einen Adrenalinschub, und den bekomme ich in meinem Rennwagen.
Paul Newman, 77, zum Fithalten durch Autorennen in einem Interview mit der Programmzeitschrift "TV Movie".




Rubrik: Stimmen von außen

Die Londoner Zeitung "The Times" über die wirtschaftliche Lage in D-Land:

Das Wetter in der Eurozone wird von Deutschland gemacht. Und sowohl buchstäblich als auch im übertragenen Sinn ist das Wetter dort scheußlich. Der Niedergang der wirtschaftlichen Zuversicht in Deutschland spiegelt sich in Arbeitslosigkeit wider, die in der nächsten Woche wieder einmal vier Millionen übertreffen wird. Aber noch Schlimmeres steht mit großer Sicherheit bevor, denn Gerhard Schröders entschlossene Antwort auf die Fluten besteht in der Verschiebung von Steuersenkungen und in Hinweisen auf mögliche Erhöhungen der Unternehmenssteuern - das genaue Gegenteil dessen, was nötig ist. [...] Ohne tiefer gehende Strukturreformen wird die deutsche Krankheit weder durch Schröders jüngsten Beschäftigungsplan noch durch die Vorschläge der Opposition wirtschaftlichen Anreizen zu geheilt werden.
*
Ebenfalls aus London schreibt die Zeitung "The Independent" zum drohenden Irak-Krieg:

In Washington wird schon nicht mehr darüber diskutiert, ob die USA angreifen sollen, sondern darüber, ob sie es allein tun sollen oder nur mit dem Segen der UN und mit Alliierten. Cheney hat für den Alleingang gesprochen und jede Rückkehr von Waffeninspektoren als Zeitverschwendung abgelehnt. Wir brauchen jetzt ganz dringend die Multilateralen; sie müssen ihre Sache vertreten und verhindern, dass die Aussicht auf einen schnellen Sieg über den Irak die USA blind macht für die potenziell verheerenden langfristigen Konsequenzen.
Colin Powell, wo sind Sie?




Donnerstag, August 29, 2002
In der Relation erträglich
In der heutigen "FR" schreibt Ulrich Speck "eine kanzlerästhetische Betrachtung", wobei er zu dem Schluss kommt, dass er Schröder deswegen erträglich findet, weil dessen Vorgänger Kohl die Inkarnation des Provinziellen war:

Wenn Kohl im Fernsehen erschien, mit oder ohne Strickjacke, dann war mir das immer schrecklich peinlich. Jahr um Jahr habe ich mich geschämt. Sechzehn lange Jahre habe ich schlichtweg nicht kapiert, warum nicht ganz Deutschland augenblicklich in Scham versinkt, wenn Kohl auftrat, dieses Inbild einer dreisten Provinzialität. Selbst die Wendestunden in Dresden, Berlin und anderswo, in denen der Mann endlich der ganzen Welt vor Augen führen durfte, dass es immer schon sein größter Wunsch war, sich vom Leser historischer Werke in deren Gegenstand zu verwandeln, waren kaum erträglich, und die Momente, in denen, nachdem ich die Schwelle der Dreißig überschritten hatte, mein Widerwillen zur milden Ironie erschlaffte, waren nur kurz. Mit diesem Kanzlergesicht, mit dieser Kanzlersprache konnte und wollte ich mich nie versöhnen: der schwere Schritt, das einfältig-selbstgefällige Grinsen, das aufgesetzte Pathos und die Unfähigkeit, "sch" zu sagen. Sein Deutschland war nie mein Deutschland, konnte es nie werden. [...] Kohl dagegen blieb einfach immer nur Kohl, ein Imitat, ein Leseopfer der Biographien wirklich großer Staatsmänner.




Verwischung der Grenzen: Journalistischer Hirtenbrief
Die "Financial Times Deutschland" (FTD) will kurz vor dem Wahltermin Stellung für eine Partei beziehen. Ziel sei es, den Lesern eine klare Orientierung zu geben und Mut zur Meinung zu zeigen, teilte die Zeitung mit. Damit folgt das Wirtschaftsblatt seiner Schwesterzeitung "Financial Times". In Großbritannien und den USA gehören "endorsements" der Zeitungen zur Tradition, während sich deutsche Blätter mit direkten Wahlempfehlungen bisher stets zurückgehalten haben. Direkte Wahlempfehlungen gab es bis dato nur von den Gewerkschaften und der Katholischen Kirche via "Hirtenbrief".


Job-Maschinerie
Es kann nicht unser Ziel sein, dass Leute Tag und Nacht irgendwelchen Billigjobs hinterher rennen, damit sie eine Wohnung bezahlen können - oder gar keine mehr brauchen vor lauter Arbeit.
Der parteilose Bundeswirtschaftsminister Werner Müller in der Augustausgabe der ver.di-Zeitschrift "Publik" zur Diskussion über Niedriglohnsektoren.



Mittwoch, August 28, 2002
Rubrik unnützes Wissen: Schlafzimmer-Styling

Für viele Frauen hört die Liebe schon beim Anblick des männlichen Schlafzimmers auf. Herumliegende schmutzige Unterwäsche finden 83 Prozent der Frauen zwischen 19 und 39 Jahren abstoßend, wie eine am Dienstag veröffentlichte Gewis-Umfrage unter 1.046 Frauen für die Zeitschrift "Men's Health" ergab.
Weitere Lustkiller sind das Foto der Mutter über dem Bett (68 Prozent), ein Madonnenbild (47 Prozent) und Spielzeugautos oder anderes Spielzeug (62 Prozent). Auch Blümchentapeten, große Wandspiegel, Pin-up-Poster und Comic-Bettwäsche sind 50 bis 75 Prozent der Frauen ein Graus. Und eine Schlafcouch ist für immerhin jede dritte Frau ein zu unbequemes Liebesnest. An Oldtimer-Motorhauben im Schlafzimmer stören sich Frauen übrigens nicht, da dies als Kunst gilt. Vielleicht ist dies aber auch nur so selten, dass es statistisch nicht erfassbar ist.
Aber auf die Ablehnung von Madonnenbilder im Schlafzimmer wäre ich nie gekommen. Auch egal.



Nomen

Wer darf das Kind beim rechten Namen nennen?
lässt Goethe seinen Faust fragen. Kollege Bender brachte die Antwort von einer Dienstreise ins bayerischen Ravensburg mit:




Inszeniertes Texas-Ding

Aus einem Interview mit dem amerikanischen Schauspieler Larry Hagmann ("J.R. Ewing" in "Dallas") aus der SZ vom letzten Samstag:

Während der Idiot Reagan gefährlich, aber nicht eigentlich dumm war, sieht die Sache bei dem Idioten George W. Bush schon anders aus: Das Land wird heute von einem Menschen regiert, der gefährlich und dumm ist. George W. Bush fällt komplett aus dem Rahmen dessen heraus, was Sie und Ich unter einem sozialisierten Menschen verstehen. Er kann nicht reden. Er kann nicht lesen. Er ist Legastheniker. Und, jetzt kommt das Beste: Er ist unser Präsident. [...]
Sie haben ein falsches Bild von Texas. Texas ist ein dynamischer Staat, voller kluger Menschen. Fallen Sie nicht auf dieses Texas-Klischee herein. Die ganze Sippschaft von George W. Bush treibt sich sowieso eher in Maine herum als in Texas. Er inszeniert dieses Texas-Ding, weil die Leute es urig finden. Bullshit!



Dienstag, August 27, 2002
Religion? Jedi!
Möge die Macht mit ihnen sein. Mehr als 70.000 Menschen haben bei der letzten Volkszählung in Australien die Frage nach ihrer Religion mit "Jedi" beantwortet. Wie das Australian Bureau of Statistics am Dienstag mitteilte, sind das 0,37 Prozent der 19 Millionen Einwohner Australiens.
Der "Jedi-Boom" in Australien begann Anfang vergangenen Jahres vor der Volkszählung im August im Internet, als dort in Fan-Kreisen Berichte kursierten, wonach Jedi als Religion anerkannt werden müsse, wenn mindestens 10.000 Menschen dies zu ihrer Religion erklärten. Das Statistische Amt reagierte umgehend und drohte bei falschen Angaben mit einer Geldbuße von 1.000 australischen Dollar (ca. 560 Euro).




Parallelen

Das Prinzip wird sein, dass nach der Flut niemand materiell schlechter gestellt sein darf als vor der Flut.
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) am 26/. August 2002. in Magdeburg.
*
Den Deutschen in der DDR kann ich sagen [...]: Es wird niemandem schlechter gehen als zuvor - dafür vielen besser.
Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) in einer Fernsehansprache am 01. Juli 1990.




Rubrik: Much ado about nothing
TV-Duell-Nachlese

Stoiber hat gewirkt wie eine aufgezogene Videokassette.
SPD-Fraktionschef Ludwig Stiegler am Montag in Berlin.
*
Schröder ist ein typischer Stürmer: In der Verteidigung kommt er ins Wackeln, das hat das TV-Duell deutlich gezeigt.
Olaf Henkel, Ex-Industriepräsident.
*
Aus diesem Duell hätte man sich herausklagen müssen.
FDP-Vize Walter Döring in Anspielung auf den Versuch von FDP-Chef Guido Westerwelle, sich in die TV-Duelle einzuklagen.
*
Herr Schröder hat sich mit wuschligen Haaren und leichten Naturlocken sehr gelungen ganz im Dynamik-Look präsentiert. Bei Herrn Stoiber dachte ich, der sei unter die Fittiche von Guido Westerwelle geraten, weil er so glatt und gestriegelt wirkte.
Prominenten-Friseur Gerhard Meir.
*
Das war kein Duell. Katastrophale Regeln, müde Fragen, Leidenschaft abgewürgt. Richtig
schade.

DGB-Chef Michael Sommer.
*
Der Kanzler war natürlich besser. Herr Stoiber ist mir viel zu überheblich, das kann ich nicht
vertragen.

Schauspielerin Inge Meysel.
*
Stoiber ist ein guter Schauspieler. Er hat sich gut als Vertreter des kleinen Mannes dargestellt.
Schauspieler Til Schweiger.
*
Ein Duell, das wieder Politikervertrauen schafft. Stoiber hat gewonnen, weil er nicht verloren
hat.

Klaus Peter Schöppner, Chef des Wahlforschungsinstituts Emnid.
*
Stoiber wirkte zackig, wie ein Klassenbester. Schröder wirkte leicht depressiv wie jemand, der viele Aufräumarbeiten zu leisten hatte, Fehler eingestand und dabei Lernfähigkeit ausstrahlte.
Christoph Schlingensief, Regisseur.




Silvios TV
Der Medienkonzern Mediaset ist stark an einer Übernahme von ProSiebenSat1 interessiert, wenn der deutsche TV-Konzern aus der Insolvenzmasse der KichMedia AG herausgelöst würde. Dies meldete heute die italienische Nachrichtenagentur ANSA. So weit so uninteressant.
Allerdings gehört Mediaset dem halbseidenen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Gelingt die Übernahme, so hätte zum ersten Mal in der Geschichte ein ausländischer Politiker direkten Einfluss auf eines der wichtigsten deutschen Medienunternehmen. Welche Folgen das hat, kann man sich ja schon mal an der fast gleichgeschalteten italienischen TV- und Radio-Landschaft anschauen. Nicht auszudenken, das.



Rubrik: Stimmen von außen

Zur deutschen Diskussion über einen möglichen Krieg gegen den Irak schreibt am Dienstag "The Guardian" aus London:
Anders als Stoiber es gern hätte, ist die drängende Frage dieses Jahrzehnts nicht die alte nach Deutschlands Rolle in Europa, sondern die nach dem Verhältnis eines sich vereinigenden Europas zu den Vereinigten Staaten. (...) Die Stimme Deutschlands als größter Industrienation, die auf Atomwaffen verzichtet hat, sollte großes Gewicht haben. Weite Teile der deutschen Wählerschaft unterstützen Schröder dafür, dass er hier (in der Irak-Frage) eine deutliche Sprache spricht. Wenn es ihnen gelingen sollte, Schröder an der Macht zu halten, werden wir allen Grund haben, diesen Deutschen dankbar zu sein.
*
Die Moskauer Tageszeitung "Wremja MM" stellt am Dienstag das Fernsehduell der beiden deutschen Kanzlerkandidaten in eine überraschende historische Perspektive:
Der deutsche Sozialdemokrat traf sich zum Duell mit einem Konservativen. Ein Schuss fiel, und der Sozialdemokrat fiel tödlich getroffen um und starb nach drei Tagen. Anlass dieses Duells war natürlich die Liebe; wegen der Politik hätte damals niemand geschossen. Der Verlierer war Ferdinand Lassalle. Und das einzig Bemerkenswerte an dieser 138 Jahre alten Geschichte ist, dass sie fast am gleichen August-Tag stattfand, an dem auch Gerhard Schröder und Edmund Stoiber ihre Kräfte gemessen haben.
*
Zum TV-Duell schreibt "Die Presse" aus Wien am Dienstag:
Das deutsche Fernsehduell hat die Quoten einiger Sender vergrößert, den Durchblick auf Deutschlands Zukunft jedoch nicht. Weder der nervöse Herausforderer noch der überhebliche Amtsinhaber konnten den Eindruck vermitteln, im wichtigsten Staat Europas stehen Staatsmänner zur Auswahl, auf die man sich verlassen kann. Männer, die Deutschland aus seiner schlimmsten Nachkriegskrise steuern können. Hinter den von Beratern aller Kreativität entkleideten Positionen und gedrechselten Sätzen sind die Visionen ausgeblieben. Deutschlands Parteiendemokratie hat durch die Mutation zur Show nicht an Qualität gewonnen.
*
Zum UN-Gipfel in Johannesburg schreibt die römische Zeitung "La Repubblica" am Dienstag:
Die hochmütige und demonstrative Abwesenheit des US-Präsidenten, dessen Vater noch vor zehn Jahren die Konferenz in Rio eröffnet hatte, lässt es zur Gewissheit werden, dass er diesmal der Bösewicht sein wird. Was hat denn den Sohn Bush dazu gebracht, den Vater zu verleugnen und sich vor der Weltgemeinschaft ins Unrecht zu setzen? Die einfache Antwort, die wir in Johannesburg immer wieder hören werden, ist die, dass Bush-Junior eben genau diejenigen Interessen verkörpert, die die Umwelt verschmutzen.




Montag, August 26, 2002
Suchmaschinen-News

Daypop
Mit einem neuen Konzept tritt die Suchmaschine Daypop gegen den allmächtigen Google an. Durchsucht werden ausschließlich Nachrichtenseiten und Weblogs. Derzeit sind rund 7.500 Seiten bei Daypop registriert.
Aus der Daypop-Selbstbeschreibung:
Daypop is a current events search engine. Daypop crawls the living web at least once a day to bring you the latest information relevant to your searches. The living web is composed of sites that update on a daily basis: newspapers, online magazines, and weblogs. Weblogs are a new form of personal journalism. Think of them as opinion columns or slices of life. Newspapers give you the international headlines and weblogs give you both a subjective view of current events and a personal view of the author's life.
*
Excite
Dass Todgesagte länger leben, halte ich zwar für ein zu oft zitiertes Gerücht, aber vielleicht ist ja doch was dran. Die altehrwürdige Suchmaschine Excite hat jedenfalls eine komplette Überarbeitung erfahren und tritt ebenfalls noch einmal in den Sucherring.
*
Gnod
Einen ganz anderen Ansatz hat Gnod , eine eher subjektive, auf Interaktion basierende Suchmaschine.
Aus der Selbstbeschreibung:
Gnod ist eine Suchmaschine für Dinge die sich nicht formulieren lassen. Gnod ist ein Experiment der künstlichen Intelligenz und lernt selbstständig für wen was interessant sein könnte, indem es seine Besucher befragt. Um so mehr Gnod benutzt wird, um so intelligenter wird es und eines Tages wird Gnod vielleicht die ultimative Quelle des verknüpften Wissens...
Nennen wir ihn [gem. ist der Gnod-Ansatz] "Suche nach Interessen". Gnod präsentiert nacheinander Webseiten und lernt durch die Bewertungen der User wem was gefällt. Einerseits lernt Gnod bei dieser personalisierten Reise durch das Internet die Vorlieben seines aktuellen Benutzers besser zu verstehen und führt ihn zu immer interessanteren Seiten im Netz, andererseits lernt Gnod durch jede Bewertung das Internet besser zu "verstehen" und in seiner Datenbank zu katalogisieren.




Glaube, Liebe, Hoffnung
Zitate vom Wochenende

Jetzt, wo Bochum und Rostock den Meister unter sich ausmachen, müssen wir sehen, dass wir dranbleiben.
Gladbachs Trainer Hans Meyer nach dem 3:0 über Kaiserslautern.
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Er ist ein großes Licht im Fußball.
Bielefelds Torschütze Ansgar Brinkmann über Stefan Effenberg.
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Wir sind die einzigen Blöden, die noch mit zwei Sturmspitzen spielen.
BVB-Trainer Matthias Sammer über die von vielen Bundesliga-Kollegen bevorzugte Taktik mit nur einer Sturmspitze.
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Er versucht fleißiger zu sein, als der Ball.
BVB-Trainer Matthias Sammer über den zeitweiligen Übereifer von Nationalspieler Kehl.
*
Wir haben es mit zwei zusätzlichen Plagen zu tun. Die Mücken sind schon da, die
Schaulustigen kommen jetzt.

Joachim Müller vom Elbe-Hochwasser-Krisenstab Ludwigslust am Samstag zu erschwerenden Momenten der Katastrophenabwehr.
*
Nee. Nicht wirklich. Man hofft nur immer, dass der andere keinen Knoblauch gegessen hat.
Die Filmschauspielerin Franka Potente (28) auf die Frage der "Bild am Sonntag", ob Hollywoodstars besser küssen und es ein Unterschied sei, ob man Moritz Bleibtreu oder Matt Dämon knutscht.
*
Da gibt es Leute, die kriegen Millionen Zuschauer. Aber das war's auch.
Helmut Kohl bei einer Unions-Wahlkampfveranstaltung am Sonntagabend in Hamburg zum TV-Duell zwischen Kanzler Gerhard Schröder und Kanzlerkandidat Edmund Stoiber.
*
Sagen wir bloß nichts mehr gegen diese Jugend.
Der katholische Bischof Joachim Reinelt am Sonntag in Dresden auf dem Gottesdienst zur Flutkatastrophe zur Hilfsbereitschaft von Jugendlichen.




Qualität trotz Rezession
Der Hessische Journalistenverband (hjv) sieht durch den Stellenabbau bei den Medien die Pressefreiheit gefährdet. Auf einem Verbandstag am Wochenende in Fulda kritisierten die Mitglieder den "dramatischen Abbau journalistischer Qualität durch Stellenstreichungen, Seitenreduzierung und Einsparungen". Zum Abschluss der Veranstaltung verabschiedeten die rund 60 Delegierten als Vertreter von 3000 hessischen Journalisten einstimmig eine sog. "Fuldaer Erklärung".
In dieser fordert der hjv die Verlage und TV-Anstalten auf, trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage die Pressefreiheit und Pressevielfalt zu erhalten. Journalisten würden immer öfter nur noch als "lästige Kostenfaktoren" bewertet, so hjv-Verbandsvorsitzender Hans-Ulrich Heuser.
Wörtlich heißt es in der Resolution: "Betriebsbedingte Kündigungen von Redakteuren, die Auflösung ganzer Redaktionen sowie Honorarkürzungen für freie Journalisten gefährden Qualität und Vielfalt des Informationsangebotes für die Bürger gravierend".




Sonntag, August 25, 2002
Das TV-Duell Schröder vs. Stoiber
Eher ein Duellchen, einige Zitate. Einige Umfrageergebnisse.

Der Bundeskanzler neigt dazu, bei Krisen sofort die Steuern zu erhöhen.
Edmund Stoiber.
*
Sie versprechen ja allen alles.
Gerhard Schröder in seiner Antwort auf Äußerungen von Stoiber zur Bewältigung der hohen Arbeitslosigkeit.
*
lch würde Ihnen empfehlen, etwas mehr in die Akten zu schauen.
Stoiber zu Schröder.
*
Vielleicht sollten Sie auch mal in die Akten schauen und sie nicht nur mit sich rumtragen.
Schröder zu Stoiber.
*
Eine Große Koalition ist für mich eine Koalition des Stillstands.
Stoiber
*
Die PDS ist noch nicht in Deutschland angekommen.
Schröder
*
Meine Frau hat im übrigen eine große soziale Aufgabe übernommen, als (äh) meine Frau in Bayern.
Stoiber
***
Er war besser geschminkt und besser geföhnt als Schröder.
Der bayerische SPD-Chef Wolfgang Hoderlein über Stoibers Auftritt im TV-Duell.

Blitzumfragen direkt nach dem TV-Duell

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat nach einer Sat.1-Umfrage das Fernsehduell gegen Unionskanzlerkandidat Edmund Stoiber für sich entschieden. Nach der von dem Sender in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage fanden 57 Prozent der Zuschauer Schröder sympathisch, 35 stimmten für Stoiber. 48 Prozent der Befragten sagten, Schröder habe auf sie kompetent gewirkt, Stoiber kam auf 41Prozent. Bei der Glauwürdigkeit lag Schröder mit 51 Prozent deutlich vor Stoiber mit 39 Prozent.
*
In einer TED-Umfrage im Videotext von Sat. 1 lag dagegen Stoiber in der Zuschauergunst vorne. Auf die Frage "Wer war besser" antworteten rund 57,5 Prozent der Anrufer direkt nach der Sendung mit Stoiber, rund 42,5 Prozent mit Schröder. Bis 22.15 Uhr hatten sich rund 20.000 Anrufer an der Umfrage beteiligt.
*
Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap ist Schröder beim ersten Fernsehduell mit seinem Herausforderer Stoiber bei den Zuschauern besser angekommen: 43 Prozent fanden Schröder überzeugender, 33 Prozent Stoiber. Von den unentschlossenen Wählern zeigten sich nach der Blitzumfrage im Auftrag der ARD 34 Prozent eher vom Kanzler überzeugt, nur 26 Prozent dagegen vom bayerischen Ministerpräsidenten.





Samstag, August 24, 2002
About Beth
In der Toilette stehen Frauen und Mädchen vor dem langen Spiegel, waschen sich die Hände, kämmen sich das Haar und tragen Make-up auf. Beth stellt sich einen Augenblick zu ihnen, um sich die Hände zu waschen. An der Wand hinter ihnen hängt ein Spiegel, der den vorderen widerspiegelt, so dass reihenweise Gesichter vor ihr erscheinen, Tausende von Mädchen, die sich dabei betrachten, wie sie sich betrachten. Die Gesichter der meisten Mädchen sind leer und wirken fast wie Masken. Aus schmink- und coolness-technischen Gründen wohl. Wie in einem Gemälde von Alex Katz, denkt Beth und lässt sich warmes Wasser über die Hände laufen.



Western
Fernsehabende sind blöd, gestern Abend war ich blöd: also TV. Auf dem ansonsten unerträglichen Sender Kabel 1 lief "Geronimo", amerikanischer Western von 1993 mit Gene Hackmann. Müde dämmerte ich so vor der Glotze und der an sich ganz ordentliche Film plätscherte vor sich hin. Plötzlich schreckte ich hoch, geweckt von einem für einen (amerikanischen!) Western geradezu genialen Satz. Die guten Cowboys kamen in ein Indianerdorf, in dem zu vor die schlechten Cowboys alle Bewohner dahingemetzelt hatten. Frauen, Kinder und Alte, alle splattermäßig tot. Sagt einer der guten Cowboys: "Das müssen Texaner gewesen sein, die niedrigste aller menschlichen Lebensformen". Hossa, sauber, Danke. Und Gruß an US-Präsidentendarsteller Georg Texaswalker Bush.



Spam dem Spam

Noch mal das Thema Spam-Mails. Jörg Kantel, der den hervorragenden Weblog Schockwellenreiter betreibt, initiiert nun den Gegenschlag. Das liest sich zwar etwas wie der Kampf gegen die Windmühlen, aber meine Sympathien waren ja noch nie bei den Windmühlenblättern.
Die Idee dahinter: Möglichst viele Webseitenbetreiber, Usenet-Nutzer und Blogger sollen möglichst viele FakeMail-Adressen verbreiten, damit nach und nach der Adressbestand der Spammer verunreinigt (und dadurch hoffentlich unbrauchbar) wird. Der Schockwellenreiter stellt dafür ein erstes Makro vor. Weitere Infos bietet auch ein Artikel bei Dr. Web .



Freitag, August 23, 2002
Volksverdummung im Zeitgeist
Hin und wieder ist es ganz erhellend oder verdunkelnd einen Blick in die Statistikseite von google zu werfen, die den hübschen Namen Zeitgeist trägt. [On a monthly, weekly, and sometimes daily basis, this Google Zeitgeist page will be updated to reflect lists, graphs, and other tidbits of information related to Google user search behavior.]
Wer mit welchem Browser surft, ist ja mittlerweile nicht mehr interessant, dafür aber, welche Begriffe in welchem Zeitraum die meist eingetippten waren.
Auf Platz 3 der Juli 2002-Auswertungen (nach "Tour de France" und "Michael Ballack") findet man seltsamerweise: Volksverdummung. Ob das schon was mit der bevorstehenden Wahl zu tun hat?




"..."
Paul Valéry hat sie als Ordnungshüter beschrieben: "So stelle ich ein Wort zwischen Anführungszeichen wie zwischen zwei Polizeibeamte, die es nicht alles das machen lassen, was es will."
Wer eine Geschichte der Anführungszeichen schreiben will, verrät uns Volker Pantenburg in einem kleinen, anregenden Aufsatz, der muss auseinander driftenden Spuren nachgehen.
[Anführen - Vorführen - Aufführen. Texte zum Zitieren. Hg. von Volker Pantenburg und Nils Plath. Aisthesis Verlag, Bielefeld 2002. 291 Seiten, 19,80 Euro]




Salto stoiberale
Die Frage, für welche Programmatik eigentlich Herr Stoiber steht, ist weiterhin offen. Geklärt ist allerdings, was er akrobatisch draufhat: Den Stoiber-Salto. Und der geht so: Die Union ist gegen die Flutkostenbegleichung mittels zurück genommener Steuerreform, stimmt aber im Bundestag dafür und wirbt gleichzeitig für den Wählerauftrag, den Beschluss nach der Wahl wieder zurücknehmen zu dürfen. Wobei die Union ja bei der Verabschiedung der Steuerreform, die jetzt ausgesetzt werden soll, überhaupt gegen die Steuerreform votiert hat, diese jetzt aber retten möchte.



Donnerstag, August 22, 2002
About Net-Lit
Heißt es nun Literatur im Netz, Netzliteratur oder vielleicht doch besser digitale Literatur? Eine interessante Übersicht über Publikationen über Literatur im Internet gibt Stephan Hilpold in der heutigen Online-Ausgabe der "FR".
Dass etwa der Begriff des Autors ins Wanken gekommen ist, und man statt dessen zumeist von einem "wreader", (zusammengesetzt aus writer und reader) spricht, daran haben sich Beobachter digitaler Literatur schon länger gewöhnt. Aufhorchen lässt in text + kritik nun Uwe Wirth, wenn er vom "Tod des Autors als Geburt des Editors" spricht, und damit weniger eine Auflösung als eine Veränderung der "Funktion Autor" bzw. "Leser" formuliert. Auch hier ist die visionäre Großspurigkeit einem unpathetischeren Umgang mit neuen Formen gewichen.



Rubrik unnützes Wissen: Rheinische Flirtnaturen
Köln ist nach einer Umfrage die deutsche Flirtmetropole. Ein Drittel aller Deutschen nannten die Domstadt als Top-Ort, was das Flirten betrifft. Auf dem zweiten Platz folgt München, wie eine am Dienstag veröffentlichte repräsentative Umfrage des Gewis-Institutes für die Zeitschrift "Fit for Fun" ergab. Für die bayerische Landeshauptstadt stimmten 28 Prozent. Es folgen Hamburg (18 Prozent), Berlin (17 Prozent), Dresden (vier Prozent) und weit abgeschlagen Frankfurt, das von nur zwei Prozent als gute "Flirt-Location" genannt wurde. Insgesamt wurden 1.092 Männer und 1.023 Frauen befragt.



Spam
Kennen Sie das? Sie leeren morgens Ihren elektronischen Briefkasten und - schwupps - haben sie 17 neue Mails, davon allerdings 16 unerwünschte, sogenannte Spam-Mails. Mails in denen die knackige Trisha ihre Dienste offeriert, die erst 17jährige Pathy sich beschwert, ich hätte unsere Verabredung auf einer 190er-Nummer vergessen oder aber Briefe von Leuten, die mich über Nacht unendlich reich machen wollen, in dem sie mir Aktien von Firmen zum Kauf empfehlen, von denen ich noch nie etwas gehört habe. Spam-Mails nerven und man fragt sich natürlich sofort: Wie kommen die Strolche eigentlich an meine Adresse? Einen kenntnisreichen Artikel dazu gibt es bei Dr. Web.



Mittwoch, August 21, 2002
Mitgliedschaften

Ich war nie in der NSDAP und fühle mich nicht der Naziideologie verbunden. Die einzige Organisation, der ich angehöre, ist Greenpeace.
Die Filmregisseurin Leni Riefenstahl, die am Donnerstag (22. August) ihren 100. Geburtstag feiert, in einem Interview mit der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit".




Rubrik: Neues aus Vetschau
Die drei jungen Internet-Störche im brandenburgischen Vetschau stehen unmittelbar vor ihrem Aufbruch nach Afrika. Die - hier schon mehrmals erwähnte - Kamera am Nest überträgt weiterhin rund um die Uhr Bilder der Vögel ins Internet. Sie kämen nur noch abends zum Nest zurück und träfen sich bereits mit anderen Jungstörchen im Spreewald, sagte Störchenschützer Winfried Böhmer am Mittwoch in Vetschau. "Voriges Jahr um diese Zeit waren sie schon weg", weiß der Experte. Die Storchennest-Seite werde in diesem Jahr rund 21 Millionen Zugriffe verzeichnen. Die Altstörche fliegen getrennt von den Jungen und werden vermutlich etwa später aufbrechen.




Rubrik: Stimmen von außen
Auffallend viele europäische Zeitungen beschäftigen sich heute mit den Folgen des Hochwassers auf die deutsche Innenpolitik sowie auf die Bundestagswahl. Eine Auswahl:

"de Volkskrant" (Den Haag):
Das Hochwasser der Flüsse in Ostdeutschland und Bayern, die größte Katastrophe seit dem Krieg, hat Deutschland auf einen Schlag verändert. Die Klagen über Arbeitslosigkeit und schlechte Ausbildung sind verstummt. In der Stunde der Not scheinen die so unbeweglichen Deutschen gemeinsam anzupacken. [...] In der Hitze des Kampfs gegen das Wasser fällt das hartnäckige Misstrauen zwischen Ossis und Wessis. [...] Die Ostdeutschen werden im Westen einmal nicht als benachteiligte "Jammerossis" angesehen, sondern als Menschen, die in den letzten zehn Jahren tapfer den Wiederaufbau ihrer Städte und Dörfer angepackt haben und jetzt jede Hilfe verdienen. [...] Vom guten Gefühl, das die Deutschen derzeit über sich selbst haben, kann Schröder nur profitieren. Die Deutschen hatten sich über ihren Rückstand und über die Passivität der Regierung geärgert. Sie schienen schon bereit zu sein, es mit seinem Gegenkandidaten zu probieren, der auf seinen Plakaten eine "Zeit für Taten" ankündigte. Aber durch das Hochwasser ist die Zeit für Taten schon vor den Wahlen gekommen, und Schröder steht stramm am Ruder.
*
"Financial Times" (London):
Das Hochwasser zeigt den Politiker Schröder in Hochform: staatsmännisch, charismatisch und entschlussfreudig. Es ist schade, dass er diese Qualitäten während des Großteils seiner Amtszeit nicht unter Beweis gestellt hat.
*
"The Independent" (London):
Die Hochwasser-Katastrophe hat dafür gesorgt, dass der Ausgang der Bundestagswahl nun wieder völlig offen ist. Die Themenliste ist dadurch völlig umgeworfen worden, und Mr. Schröder wurde in die Lage versetzt, jene Mischung aus persönlicher Genialität und politischer Kompetenz zur Schau zu stellen, die ihm vor vier Jahren schon einmal den Sieg eingebracht hat. In normalen Zeiten würde ein Politiker, der ein Versprechen zur Steuersenkung zurücknimmt, abgewählt. Aber dieser Bundestagswahlkampf ist nicht mehr normal - und des Kanzlers Sache ist noch nicht verloren.
*
"The Guardian" (London):
Die Katastrophe ist gut gewesen für Bundeskanzler Gerhard Schröder und schlecht für seinen christdemokratischen Rivalen Edmund Stoiber, dem bis vor kurzem sehr gute Chancen ausgerechnet wurden, die Bundestagswahl in fünf Wochen zu gewinnen. Schröders Chancen sehen jetzt viel besser aus als noch vor ein paar Wochen.
*
"Tages-Anzeiger" (Zürich):
Die Steuerpläne von Rot-Grün bergen [...] ein politisches Risiko. Weil die Korrektur der Steuerreform der Zustimmung des Bundesrates bedarf, muss die Regierung nämlich das Heft teilweise wieder aus der Hand geben. Die FDP lehnt den Vorschlag rundweg ab. Sie verlangt stattdessen die Kürzung von Subventionen und den Abbau von Devisenreserven der Bundesbank. Die Union versucht demgegenüber, sich als Vorkämpferin für eine sozial ausgewogene Aufteilung der Lasten ins Gespräch zu bringen.




Dienstag, August 20, 2002
Schöntrinkerei
"Je später der Abend, desto schöner die Gäste" - an diesem Spruch ist einer Studie zufolge einiges dran. Britische Wissenschaftler fanden heraus: Je mehr Alkohol jemand trinkt, desto attraktiver erscheinen ihm Menschen des anderen Geschlechts.
Etwa ein Liter Bier oder vier Gläser Wein steigerten die subjektiv wahrgenommene Attraktivität eines anders geschlechtlichen Gesprächpartners um rund 25 Prozent, sagte Psychologie-Professor Barry Jones von der Universität Glasgow am Montag. Der Alkohol wirke auf ein bestimmten Teil des Gehirns. Dieser habe die Aufgabe, Reiz und Anziehungskraft eines Gesichtes zu beurteilen. An der Studie beteiligten sich 120 männliche und weibliche Studenten.

Wir haben uns so etwas ja schon immer gedacht. Denn irgendwo her müssen ja der Spruch "Oh, die muss ich mir erst schön trinken" bzw. das katermorgendliche "Oh, shit, wie konnte ich nur, wie werd ich die denn jetzt wieder schnell los" ja her kommen. Natürlich wissen wir dies alles nur vom Hörensagen. Aber um die Forschungen der Uni Glasgow zu unterstützen, haben wir gestern Abend einen Feldversuch gemacht und diesen photographisch dokumentiert. Für die freie Forschung tun wir bekanntlich immer alles.





Montag, August 19, 2002
Hochwasser-Sprache

Die Nichtsteigerbarkeit von Worten, bzw. der inflationäre Gebrauch des Superlativs, könnte bei der Berichterstattung von Naturkatastrophen bald ein Problem bereiten. Wenn alle Superlative verbraucht sind, setzt die Wiederholung ein. 1999, beim letzten Hochwasser (Oderbruch), hieß es sofort: Jahrhunderthochwasser. 2002 heißt es schon wieder: Jahrhunderthochwasser.
Okay, die Kollegen haben Glück gehabt: Es liegt die Jahrtausend- (Jahrhundert-) wende
dazwischen. Nur was sagt man beim nächsten Mal?
*
Interessant auch der Hang, die Flutmassen und deren Bekämpfung mit der Wortwahl der Kriegsberichterstattung zu beschreiben:
"Bitterfeld wird verteidigt" (dpa), wohl bis zum letzten Sandsack.
Im Radio: "Die Bundeswehr gibt bekannt: Bitterfeld ist nicht mehr zu halten."
Wenig später: "Die Bundeswehr gibt bekannt: Bitterfeld ist gefallen".
Leider wurde auf das Einspielen von Les Preludes von Liszt als Erkennungsjingle verzichtet.
*
Noch nicht gefunden haben wir den legendären Satz:
"Eine Welle der Hilfsbereitschaft schwappte über die Überschwemmungsgebiete."
*
Dafür aber:
"Flutwelle rollt elbaufwärts." (AP-Meldung vom Sonntag)




Glaube, Liebe, Hoffnung
Zitate vom Wochenende

Der, der alles kann
Wir haben kein Schattenkabinett aufgestellt, und Umweltpolitik ist natürlich eine zentrale
Daueraufgabe. Die habe ich mir selbst vorbehalten, die hat sich Frau Merkel vorbehalten. Gerade ich komme aus einem Land, das eine exzellente Umweltbilanz hat, und ich habe meinen beruflichen Werdegang im Umweltministerium angefangen. Also, ich mache das selbst.

Edmund Stoiber am Sonntag in der ZDF-Sendung "Berlin Direkt" zur Kritik am Fehlen eines Umweltexperten in seinem Wahlkampf-Führungsteam.
*
Der, der alle Herzen bricht
Die Einheit der Herzen wird sichtbar.
Gerhard Schröder angesichts der großen Solidarität zwischen Ost und West bei der Hilfe für die Hochwasser-Opfer.
**
Der, der alles spendiert
Kein Bürger, keine Stadt, kein Landkreis und auch kein Bundesland muss auch nur einen Cent für den Einsatz der Bundeswehr bezahlen.
Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD) am Sonntag bei einem Besuch in der südlich von Magdeburg gelegenen Stadt Schönebeck, wobei er in seiner Großzügigkeit übersah, dass der Bürger die BW über seine Steuern ohnehin bezahlt.
***
Der, der alle Mauern sprengt
Wir haben jetzt die Gelegenheit, mit einer Renaissance des Gemeinsinns die Reste der Mauer in den Köpfen zu überwinden.
Gerhard Schröder am Samstag in Dortmund zur Solidarität der Deutschen angesichts der
Hochwasser-Katastrophe.
****
Der, der alle Menschen kennt
Menschen bleiben auch in Flutzeiten wie sie sind.
Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) am Samstag in Potsdam über
Geschäftemacher, die überteuert Sandsäcke gegen das Hochwasser zu verkaufen versuchen.
*****
Der, der alle Ballphrasen kennt
Wenn man rechtzeitig da gewesen wäre, wäre der Ball nicht rein gegangen.
Huub Stevens, niederländischer Trainer von Hertha BSC Berlin und Fußballgroßphilosoph.




Sonntag, August 18, 2002
Es bleibt schwierig
Als ich mich kürzlich einmal mangels Alternativen selbst interviewte, stellte ich mir die Frage, was denn in meinen Augen das schönste Musikstück aller Zeiten darstelle?
So eine blöde Frage, antwortete ich mir, so was kann man doch nicht fragen, so etwas kann man doch nicht beantworten!
Warum denn nicht? nervte ich mich weiter.
Die Schönheit des einen zu überhöhen, heißt doch nur, die Schönheit des anderen unbeabsichtigt zu schmälern, hinten anzustellen!
So ein Quatsch, raunzte ich mich an, Du bist nur zu schwach, um Dich festlegen zu können! Beantworte meine Frage!
Kann ich aber nicht!
Doch Du MUSST!
Na, wenn das so ist, äh, vielleicht Schumanns Klavierquartett op. 47?
Was heißt hier denn "vielleicht"?
Ja, äh, vielleicht auch Brahms Klavierquintett op. 34, vielleicht auch das Tristan-Vorspiel, vielleicht aber auch Beethovens op.111, oder äh, vielleicht aber auch... .
Lassen wir das, mit Dir kann man sich echt nicht über sowas unterhalten. Du bist ja sooowas von entscheidungsschwach.
Aber ...
Ruhe jetzt! Chance vorbei!
Na guuut...
... sagte ich dann beleidigt und redete eine Weile nicht mehr mit mir.




Freitag, August 16, 2002
Rubrik unnützes Wissen: Klischeebestätigung

Die deutschen Frauen sind offenbar zu neugierig und die deutschen Männer sparen an der falschen Stelle: In einer Umfrage der Zeitschrift "Apotheken Umschau" klagt beinahe jede zweite Frau darüber, dass ihr Partner ihr zu selten Blumen mitbringt. 41,5 Prozent der insgesamt 1.291 befragten Frauen wünschen sich, das ihr Partner öfter aufräumt und 31,7 Prozent möchten von ihm hören, wie wichtig sie ihm ist. Mehr Hilfe im Haushalt steht laut der Studie bei 31,2 Prozent der Frauen auf dem Wunschzettel.
Knapp 41 Prozent der 1.178 befragten Männer kritisieren dagegen, ihre Partnerinnen würden immer alles zu genau wissen wollen. Auch das Frauen zu lange für Einkäufe von Kleidung und Kosmetika benötigten (33,4 Prozent), unnötige Dinge kaufen (28,6 Prozent) und sich zu viel über ihr angebliches Übergewicht beklagen (24,9 Prozent) gehört der Umfrage zufolge zur häufigsten Kritik der Männer.




Hochwasser-Gerede

Grundsätzlich muss man sagen: Gegen schlechtes Wetter sind wir wesentlich resistenter als gegen schlechte Politik.
Niedersachsens Landvolkpräsident Wilhelm Niemeyer zur Situation in der Landwirtschaft angesichts des schlechten Wetters.
*
Wer meint, dass wir hier auf einer Insel sitzen, auf der allein mit Sandsäcken und anschließenden Finanzhilfen den Klimaveränderungen begegnet werden kann, irrt gewaltig.
Claus-Peter Hutter, Präsident der internationalen Umweltstiftung Euronatur, zu den Flutkatastrophen.
*
Wir werden jetzt alle drei Minuten darüber informiert, dass ein weiterer Bundesminister sich im Anflug auf Sachsen befindet.
Staatskanzleichef Stanislaw Tillich in der Krisenbesprechung am Freitag im Dresdner Innenministerium.
*
Die Katastrophentouristen werden von den Brücken gejagt, die anderen fliegen ein.
Eine 24-jährige Dresdner Studentin zu der Nachricht, dass am Freitag weitere Bundespolitiker ihren Besuch in der sächsischen Hochwasser-Krisenregion angesagt haben.




Donnerstag, August 15, 2002
P2P ist doch nicht böse

Die populären Musiktauschbörsen im Internet haben nach Angaben des Marktforschungsinstituts Forrester Research anders als vielfach behauptet keinerlei Einfluss auf den Verkauf von Musik- CDs. Die Behauptung der Musikindustrie, der Umsatzrückgang von 15 Prozent in den letzten zwei Jahren sei auf den illegalen Tausch im Internet zurückzuführen, habe in einer Untersuchung nicht bestätigt werden können, gab das Unternehmen gestern in einer Pressemitteilung bekannt.
"Es besteht kein Zweifel, dass die Zeiten für die Musikindustrie sehr schwer sind, aber der Grund dafür liegt nicht in der Möglichkeit, Musikstücke online herunterzuladen", sagte Forrester- Analyst Josh Bernoff. Eine ganze Reihe anderer Ursachen sei für die Umsatzeinbußen verantwortlich, darunter zum Beispiel die allgemeine wirtschaftliche Rezession sowie die Konkurrenz durch Video-Spiele und DVDs.
Eine Befragung unter 1000 Online-Konsumenten in den USA habe keinerlei Anhaltspunkte dafür geliefert, dass Kunden, die häufig digitale Musikangebote nutzten, weniger CDs kaufen würden.
Schon bald werden die Musiklabels erkennen, dass es mehrere simple Wege gibt, Online-Konsumenten zufrieden zu stellen. Als erstes müsse jedoch sichergestellt werden, dass man den Kunden Musik nicht nur von zwei oder drei, sondern von allen Labels anbieten kann. Bereits im Jahr 2007 werde die Musikindustrie mit digitalen Abo- und Kaufangeboten rund zwei Milliarden Dollar, rund 17 Prozent ihres Gesamtumsatzes einnehmen, schätzt Forrester Research.




Täglich ein gutes Verb!

Die Sprache verkommt. Es gibt einen Verlust, vor allem einen Verlust an Verben.
sagt der kluge und sehr lesenswerte Thomas Kapielski.

Um diesem Verlust entgegenzusteuern, hat sich das "Komitee Verben für die Welt" gegründet, das auf der Seite Verben eine Verben-Sammlung zum Mitmachen unterhält.

Das "Komitee Verben für die Welt" sammelt Verben in ihrer reinsten Form, dem Infinitiv, schreibt sie richtig auf, verwendet sie im ganzen Satz, propagiert ihren Gebrauch durch Dritte und bewahrt sie so vor dem Verlust.
Verwenden auch Sie die hier veröffentlichten Verben!
Wo nötig, beugen Sie sie!




Studie: Die schlimme Jugend

Die junge Generation in Deutschland denkt in erster Linie an sich selbst. Zu diesem Ergebnis kommt nach Angaben des Hamburger Magazins "Stern" die "14. Shell- Jugendstudie". Die 12- bis 25-Jährigen seien "sehr selbstbezogen" und auf den eigenen Vorteil bedacht, zitiert das Blatt den Leiter der Studie, den Bielefelder Soziologen Klaus Hurrelmann.
Auch an der Politik hätten die Jugendlichen der Studie zufolge nur wenig Interesse, berichtet der "Stern". Engagiert zeigten sie sich nur, "wenn sie selbst betroffen sind: Gegen Studiengebühren, Lehrermangel oder Sparmaßnahmen gehen sie auf die Straße." Von den großen politischen Themen blieben sie aber unberührt. Diese Einstellung drücke sich auch im Wahlverhalten aus. "Wir müssen damit rechnen, dass nur 60 Prozent der Erstwähler bei der Bundestagswahl an die Urnen gehen werden", zitiert das Magazin Hurrelmann. Die typische Frage der "Ego-Taktiker" sei: "Was bringt mir das?", sagte Hurrelmann dem Magazin. Wichtig sei den jungen Menschen der Spaß; genau wie ihre Eltern setzten sie zudem auf Sicherheit und Leistung.

Da scheint mir mal wieder die BRD-Heuchlerfraktion unterwegs zu sein. Auf der einen Seite propagieren Manager und Politiker in Reden und Ansprachen die ICH AG als zukünftigen Maßstab der Beschäftigungsverhältnisse. Der Markt wolle das so. Setzt dann die böse Jugend diese Maßstäbe zu konsequent um, kommt gleich der moralische Zeigefinger in Übergröße. Konsequent (wenn auch sehr ekelhaft) wäre es ja eigentlich, die sogenannte Jugend für ihren Egoismus zu loben, ist das doch eigentlich die beste Vorraussetzung, um in einer von Neokapitalismus und New Economy-Mentalität entmoralisierten Gesellschaft Karriere zu machen.



Mittwoch, August 14, 2002
Auf die Kleinen
Ich hoffe, dass die Hammerwurflöcher im Rasen nicht so tief sind, dass man Thomas Häßler nicht mehr sieht, wenn er aufläuft.
Peter Pacult, 1860-Trainer, vor dem Spiel gegen Rostock über den ramponierten Rasen im Olympiastadion nach der Leichtathletik-EM.


Schluß damit !
Ich bin des Erinnerns müde. Vielleicht, denke ich, nutzen sich Erinnerungen ab. Lieber gehe ich zum Kühlschrank, um den Himbeermarmeladenbestand zu kontrollieren. Am Ende, denke ich, geht es sowieso nur darum, ob noch genug Himbeermarmelade im Kühlschrank ist. Man sollte sich da nichts vormachen.
[Aus: Stefan Beuse: Wir schießen Gummibänder zu den Sternen. Kurze Geschichten, Reclam Verlag Leipzig, 1997]



Duell: Kinder unter sich

Allenthalben ist ja jetzt viel von Duellen zu hören. TV-Duelle, E-Mail-Duelle (Spiegel-Online), Interview-Duelle ("SZ", "Die Welt"). Schröder vs. Stoiber, Fischer vs. Westerwelle.
Guido möchte ja unbedingt ins Duell der großen Kinder eingreifen, bei Edi gegen Gerd, im Fernsehen. Wird aber nicht zugelassen, die großen Kinder spielen lieber unter sich. Wem im 19. Jahrhundert, indem sich aus dem krankhaften Ehrgefühl heraus besonders viel duelliert wurde, das Duellrecht abgesprochen wurde, wurde schlichtweg als "nicht-satisfaktionsfähig" (bzw. -würdig) abgewimmelt. Tja, Guido.

Schaut man sich aber die heute real existierende Politik-Duellwelt an, endet es doch wieder nur in den an jedem Kiosk zu erwerbenden Phrasensammlungen.

Zwei Auszüge aus dem Interview-Duell Schröder vs. Stoiber, das die Redaktionen von "SZ" und "Die Welt" gemeinsam veranstalteten:

Stoiber: Wenn jemand Wertpapiere für Job-Floater auflegen will mit einer solchen steuerlichen Entlastung, mit einem solchen ungewissen Erfolg, von dem lasse ich mir mit Sicherheit nicht das Fehlen einer seriös finanzierten Steuerentlastung vorwerfen.
Schröder: Seriös finanziert?
Stoiber: Eine seriös durchgerechnete Steuerentlastung vorwerfen.
Schröder: Oh, oh, oh.
Stoiber: Nein, ha, ha, ha.

Frage: Herr Bundeskanzler, Roland Berger hat Ihnen einen Job nach dem 22. September angeboten. Haben Sie ihm schon zugesagt?

Schröder: Berät Herr Berger nicht Herrn Stoiber?
Stoiber: Der berät doch Sie! Und rühmt sich der Freundschaft mit Ihnen ...
Schröder: Na soweit sind doch noch nicht, dass man Roland Berger nicht duzen darf ...
Frage: Also haben Sie ihm abgesagt oder nicht?
Schröder: Ich werde nicht in die Situation kommen, dieses Angebot annehmen zu müssen, denn wir werden am 22. September die Wahlen gewinnen.
*
Schröder: Sie unterstellen ja damit, dass die Wählerinnen und Wähler nach anderen als nach politischen Motiven entscheiden.
Stoiber: Nein, das tue ich nicht.
Schröder: Natürlich. Wenn Sie sagen, der wird gewählt, weil er beliebt ist ...
Stoiber: Hab ich doch nicht.
Schröder: Klar haben Sie das unterstellt.
Stoiber: Nein, das haben Sie missverstanden. Ich sagte, der Wähler wählt die Kompetenz.
Schröder: Dann stellen Sie das richtig und unterstellen den Wählerinnen und Wählern nicht, dass sie sich keine Vorstellung von der Frage machten, wenn sie pro und kontra eine Person votieren.

Erinnert irgendwie an die beiden alten Opas, mit denen immer die Folgen der Muppets-Show endeten.




Rubrik unnützes Wissen: Pillen-Weltmeister
In keinem anderen Land der Welt wird so häufig mit der Anti-Baby-Pille verhütet wie in Deutschland. In fast 59 Prozent der festen Beziehungen wird dieses Mittel gegen unerwünschten Nachwuchs eingesetzt. Das teilte die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) in Hannover mit. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Niederlande mit 49 Prozent und Belgien mit fast 47 Prozent. In den USA sind es nur rund 16 Prozent. Schlusslicht beim Einsatz der "Pille" ist laut DSW das afrikanische Somalia mit 0,2 Prozent.
Die Stiftung stützte sich bei den Zahlen auf Studien der Länder für das Population Reference Bureau in den USA. Demnach verhüten drei von vier Paaren in Deutschland: 4,4 Prozent nutzen Kondome, 6 Prozent Hilfsmittel wie etwa die so genannte Spirale, knapp 3 Prozent setzen natürliche Methoden ein. Jede hundertste Frau lasse sich sterilisieren. Der Anteil sterilisierter Männer sei so gering, dass er nicht messbar sei.



Dienstag, August 13, 2002
Der eDackelpreis
Überflüssige Idee, geklauter Name, und dann eine Verleihung ausgerechnet in einer Bank, das ist der:
" poldi Award - Deutschlands erste Auszeichnung für praktizierte "eDemocracy":

Aus den Ausschreibungsunterlagen:

Wir suchen herausragende Online-Angebote, die das Internet für mehr Bürgernähe und Demokratie nutzen. Bei der erstmaligen Verleihung des poldi Award stehen deshalb Websites im Mittelpunkt, deren Macher aus der Gesellschaft heraus etwas auf die Beine stellen. Die Preisverleihung findet am 28. August 2002 in der DZ Bank in Berlin im Rahmen der Fachtagung "eDemocracy - Herausforderung an Staat und Gemeinden" statt. Verliehen werden die Preise für die besten Online-Initiativen in vier Kategorien:
- Demokratie & Bürgerengagement (Publikums Award, mit 5.000 Euro dotiert, gestiftet von Cisco Systems)
- Umwelt und nachhaltige Entwicklung
- Wissenschaft, Bildung und Kultur
- Gesundheit & Soziales
Machen Sie mit - wählen Sie ab sofort Ihren Favoriten für den poldi Award in der Kategorie "Demokratie & Bürgerengagement."



Friedhof der Kuschelfestplatten
Wie heißt eigentlich Ihre Festplatte? Ach, die heißt einfach nur "C:" ? Das ist wenig originell. Sollten Sie nach neuen Namen suchen oder den Namen Ihrer Festplatte im www verewigen wollen, so können sie das HIER tun. Dahinter verbirgt sich ein Archiv von Mac-Festplattennamen.
Was es alles gibt. Vielleicht sollten wir auch mal so etwas anleiern. Einen virtuellen Friedhof für Ihre Lieblingsdiskette. Oder ein Archiv für Bilder von zertretenen Computern nach der 173. Windows-Schutzverletzungs-Meldung des Tages? Schau'n mer mal.


Montag, August 12, 2002
Glaube, Liebe, Hoffnung
Zitate vom Wochenende

Da könnte mancher sagen: Hartz kommt ein bisschen spät. Aber besser Hartz als Späth.
Bundesfinanzminister Hans Eichel am Samstag beim sächsischen SPD-Parteitag in Zwickau in Anspielung auf den im Unions-Führungsteam für Wirtschaft zuständigen Lothar Späth.
*
Das liest sich wie das "Who is Who" des gesamten Bundestags.
Lufthansa-Sprecher Klaus Walther am Samstag über die von einem Mitarbeiter des Unternehmens abgefragten und mutmaßlich weiter geleiteten Konten aus dem Bonus-Programm «Miles and More».
**
Nein, von einer trockenen Hose.
Weitspringerin Heike Drechsler nach der verregneten EM-Qualifikation auf die Frage, ob sie nun heute Nacht von einer Medaille träumt.
***
lch denke auch nicht, dass eine Frau dafür geboren wird, um eine Kugel weit zu stoßen.
Kugelstoß-Olympiasiegerin Astrid Kumbernuss bei der Leichtathletik-EM.
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Du weißt aber, dass ich nicht mitlaufe.
Bundeskanzler Gerhard Schröder beim Autogrammsschreiben am Rande der Leichtathletik -EM zu einem Jungen.
*****
Auch etwas Doofes kann Spaß machen. Aber im Grunde ist jeder Sport irgendwo doof.
Der britische Dreisprung-Weltrekordler Jonathan Edwards über seine Disziplin.




Die Fahne hoch, die Reihen dicht geschlossen ...

Endlich, die CDU setzt sich mal mit den wirklichen Problemen dieses Landes auseinander:
Die niedersächsische CDU will eine Nationalflaggen-Pflicht an allen öffentlichen Gebäuden einführen. Der CDU-Landesparteitag verabschiedete am Samstag in Celle einen Antrag der Jungen Union, in dem es heißt: "Die CDU in Niedersachsen fordert, dass an allen öffentlichen Gebäuden die Nationalflagge täglich gehisst wird." Parteichef Christian Wulff sagte dazu: "Wer die Fahne dann jeden Tag hisst und wer die finanzielle Verantwortung tragt, muss noch geklärt werden."




Rubrik: Zwei Stimmen von außen

Die dänische Wirtschafts-Tageszeitung "Börsen" (Kopenhagen) schreibt zur deutschen Debatte um die Vorschläge der Hartz-Kommission:

Ein Jahr Schlendrian hat Deutschland eine halbe Million Arbeitsplätze gekostet. Das ist die Schlussfolgerung aus den jüngsten Äußerungen vom Chef des Berliner Sachverständigenrates. Er meint, dass Kanzler Schröder sein Ziel einer Arbeitslosenzahl von weniger als 3,5 Millionen erreicht hätte, wenn die Regierung die von der Hartz-Kommission empfohlenen Reformen durchgeführt hätte. [...] Die Vorschläge zeichnen sich durch einen Ideenreichtum aus, wie man ihn bisher auf dem europäischen Arbeitsmarkt nicht gesehen hat. Es wäre deprimierend, wenn die Vorschläge ungenutzt abgelegt würden. [...] Schröder traute sich nicht an die unausweichlichen Konflikte und handelt jetzt stattdessen rein populistisch. Stoiber wird es nicht wagen, völlig anders zu handeln.
*
Zur Wahlkampf-Diskussion um die deutsche Haltung im Falle eines US-Angriffs auf den Irak und das Kanzlerwort vom "deutschen Weg" schreibt die "NZZ":

Schröder hatte vom "deutschen Weg" gesprochen, den die SPD in ihrer Kampagne jetzt einschlagen werde. [...] Dabei ging Schröder - bewusst oder unbewusst - das Risiko einer Fehlinterpretation seiner Worte ein. Seine Kritiker jedenfalls bezogen die Erwähnung des "deutschen Weges" auch auf die Außenpolitik. Nachgerade übereinstimmend wird Schröder von Politikern aller Parteien daher an
Deutschlands europäische Verpflichtungen erinnert. Auch Fischers Eintreten für eine gemeinsame europäische Haltung gegenüber dem Irak wird jetzt in denselben Zusammenhang gestellt.
Das Medienecho ist einhellig negativ. Schröders "nationale Töne" werden, obwohl sie nicht zum ersten Mal laut werden, jetzt stärker als früher beanstandet. Der Berliner Regierungschef muss sich gar an Deutschlands Alleingänge und dessen Sonderrolle im 19. Jahrhundert erinnern und sich bescheinigen lassen, im Eifer des Wahlkampfes auf Abwege geraten zu sein.




Samstag, August 10, 2002
Koffiemanager

Douwe Egberts, der niederländische Kaffeeröster, nimmt sich eines großen Problems an: In (fast) jedem Büro ist das Kaffeekochen ein steter Quell ständigen Streits. Mal ist der Kaffee zu dünn, mal zu stark, dann ist kein Kaffee da und in der vielzitierten Kaffeekasse (meist eine leere Teedose, seltsam) nur ein Loch. Muss nicht sein, sagt der findige Holländer und bietet daher ein kleines Programm (ca. 1MB) an: Den Kaffeemanager .

Een extra manager in je team 100% verantwoordelijk voor het managen van de koffiewensen. Wat moet erin en wie gaat er halen? Ideaal!
Ben jij altijd de klos met koffie halen? Wat dronk Mark Kramer ook al weer in zijn koffie? Heb trek in koffie maar wie wil er nog meer? De koffiemanager is DE oplossing. Het is een klein programmaatje voor op het werk dat er voor zorgt dat jij en je collega's precies de juiste koffie voor elkaar halen.




Freitag, August 09, 2002
Die Schimpansensprache der Cyber-Kretins

Offene Worte aus einem
Interview
von "tendenzen" mit dem Dortmunder Universitätsprofessor Walter Krämer:

TENDENZEN: Sie sind auch Vorsitzender eines Vereins zur Förderung der deutschen Sprache. Welche jüngsten Entwicklungen erfreuen Sie und welche geben Ihnen Anlass zur Sorge?

Dr. Krämer: Erfreulich ist die republikweite Abkehr von Menschen, die wirklich etwas zu sagen haben, von dem modernen pseudoenglischen Imponiergefasel, das unsere Alltagssprache immer mehr verseucht - unsere Spitzenjournalisten wie Ulrich Wickert ("Mr. Tagesthemen") oder die Redaktion des Hamburger Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL achten inzwischen peinlich auf ein gutes Deutsch. Weniger erfreulich ist die massenhafte Flucht "normaler" Zeitgenossen aus ihrer schönen Muttersprache.

TENDENZEN: Stehen uns gar radikale Veränderungen bevor, da offensichtlich moderne Kommunikationsmittel die Lebendigkeit und Vielfalt der Sprache nicht gerade fördern? Beispiel: Bei Milliarden von SMS (Short Message System)-Botschaften über Handy vermittelt, müssen Gedanken in brutal verkürzten Ausdrücken abgefasst werden.

Dr. Krämer: Die moderne Abkürzerei ist ein Versuch von Werbefuzzis und "Cyber-Kretins" (O-Ton DER SPIEGEL), ihren eigenen Fachjargon dem Rest der Menschheit aufzuzwingen. Solchen Fachjargon hat es in allen Berufen immer schon gegeben. Neu ist nur die Bereitschaft vieler Laien, sich dieser Schimpansensprache anzupassen.




Filter-Wonnen

Launemachender Kommentar von Kathrin Passig in der "taz" zum Thema Filtersoftware und (Selbst-) Zensur:

Am liebsten wäre mir aber, wenn man bei der clientseitigen Filterung noch einen Schritt weitergehen könnte. Wie gern hätte ich frei konfigurierbare Wahrnehmungsfilter, mit deren Hilfe ich das, was mir nicht passt auf der Welt, komplett ausblenden könnte. Ähnlich wie der Patient von Oliver Sacks, der seine Frau mit einem Hut verwechselt und eine Blume als grünen Gegenstand mit roten Fortsätzen identifiziert, könnte ich die gefilterten Personen und Gegenstände zwar noch einwandfrei sehen, aber sie wären ohne Bedeutung für mich. Statt Kanzler Stoiber würde ich dann schlimmstenfalls einen weißhaarigen Mann erkennen und statt eines hart durchzensierten Internets nur eine Ansammlung bunter Bilder.
Ach so, das gibt es sogar schon. Es heißt AOL.



Rubrik unnützes Wissen: Geschlechtsspezifisches Gerede
Frauen reden untereinander am liebsten über ihre Sorgen und Probleme, für Männer ist das Thema Frauen Gesprächsstoff Nummer eins. Das ergab jedenfalls eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage der Frauengerede-Fachzeitschrift "Tina".
83 Prozent der Frauen unterhalten sich danach am häufigsten über Sorgen und Ängste. 81 Prozent von ihnen sprächen mit Freundinnen über ihre Partnerschaft, so die Zeitschrift. An dritter Stelle stehe
das Thema Sexualität, das für drei Viertel der Befragten Gesprächsstoff sei. Männer sind für Frauengesprächen lediglich viertrangig von Interesse (74 Prozent).
Umgekehrt sind Frauen bei Männern jedoch das eindeutige Lieblingsthema: 79 Prozent der Befragten unterhalten sich mit anderen Männern am liebsten über das andere Geschlecht, wie die Umfrage ergab. Sex und Sorgen stünden gleichberechtigt mit 69 Prozent auf Platz zwei und drei. An vierter Stelle stehe das Thema Auto, für das sich 67 Prozent der befragten Männer begeisterten.
Gut, dass wir mal darüber geredet haben.



Donnerstag, August 08, 2002
Regen statt Arbeitsplätze
Als unglaubwürdig hat der US-amerikanische Wahlkampfmanager Dick Morris den Wahlkampf von Bundeskanzler Schröder und Unionskandidat Stoiber kritisiert. "Die Wähler begreifen, dass ein Politiker, der Arbeitsplätze verspricht, genau so gut Regen versprechen könnte", erläuterte Morris in einem Schreiben an das Marler Grimme-Institut. Der ehemalige Wahlkampf - Manager von Bill Clinton werde seine Thesen Anfang September bei den Marler Medientagen vertreten, berichtete das Institut am Donnerstag. Zum Programm der Medientage geht es hier .



Gerede

Dieter, drück' auf die Tube!
Fan-Plakat im Münchner Olympiastadion für Langstreckenläufer Dieter Baumann, der nach seiner Zahnpasta-Affäre Silber über 10.000 Meter gewann.
*
Ich bemühe mich immer, die deutsche Sprache so einzusetzen, dass sie zitierfähig ist.
Niedersachsens Finanzminister Heinrich Aller (SPD) nach der Aufsichtsratssitzung der Norddeutschen Landesbank auf die Nachfrage eines Journalisten zu einer besonders vagen Formulierung.
*
Ohne Wasser, merkt Euch das, war die Welt ein leeres Fass.
Der Meteorologe Manfred Müller vom Deutschen Wetterdienst in Leipzig zitiert aus der schrecklichen Oper "Der Wasserträger" von Luigi Cherubini.




Rubrik: Drei Stimmen von außen

Zum Anstieg der Zahl der Arbeitslosen in Deutschland schreibt heute die spanische Zeitung "La Vanguardia" (Barcelona):

Man muss daran erinnern, dass in der alten Bundesrepublik die Arbeitslosenrate mit 7,8 Prozent niedriger ist als in Frankreich, Italien oder Spanien. In der früheren DDR hält sie sich dagegen konstant bei 18 Prozent. Wie kann es sein, dass im Osten über ein Jahrzehnt nach der Wiedervereinigung die Arbeitslosigkeit so hoch bleibt? So etwas gibt es in anderen Ländern des Ostens wie in Ungarn, Tschechien oder Estland nicht.
Die Antwort ist einfach; In den genannten Ländern wurden die Löhne den Realitäten angepasst. In der Ex-DDR dagegen, so heißt es, will niemand als Schuhputzer arbeiten, weil es lohnender ist, Arbeitslosengeld zu kassieren. Dies mag eine Übertreibung sein. Aber das immense Gefälle bei den Arbeitslosenzahlen in Deutschland sollte zu denken geben.
*
Zu einem möglichen Krieg der USA gegen den Irak meint die linksliberale britische Zeitung "The Guardian" (London):

Niemand behauptet, dass die Regierung in Bagdad etwas anderes ist als das illegale und unmoralische Regime eines Despoten. Saddam (Hussein) mag noch mehr Missetaten planen. Aber ein Staat ist nicht der einzige, der Ambitionen hat, sich Massenvernichtungswaffen zuzulegen, wenn ein oder zwei Länder aus purem Eigeninteresse nun einen Angriff beginnen, so wäre das unmoralisch - und es würde einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen.
*
Über den europäischen Reformkonvent unter Valéry Giscard d' Estaing schreibt die niederländische Zeitung "Volkskrant":

Der Reformkonvent ist praktisch ein Diskussionsclub für eine kleine politische Elite. Dort fallen nicht nur die meisten professionellen Beobachter sondern sogar einige Mitglieder in Schlaf. Die EU ist ein einzigartiges historisches Experiment, das seit 50 Jahren traditionelle Erzfeinde in Westeuropa in einem Lager zusammen halten konnte. Das Experiment ist noch nicht beendet - im Gegenteil. Man könnte sogar sagen, dass es mit der bevorstehenden Erweiterung vor seiner gefährlichsten Phase steht. Dies wäre Grund genug, den lahmen Verein [...] endlich zu beleben. Was auf dem Spiel steht, ist zu wichtig, als dass man die Debatte über die Zukunft Europas einem eingeschlafenen Club alter Herren überlassen sollte.




Rubrik unnützes Wissen: Von der (Nicht-) Schlimmigkeit des Flirts

Etwa jeder vierte Deutsche hatte im Urlaub schon eine Affäre, die über bloßes Flirten hinausging. Das ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage der Zeitschrift "Max". Danach bestätigten 29 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen die entsprechende Frage.
Den Ergebnissen zufolge sind Singles besonders empfänglich für Urlaubsliebeleien: 34 Prozent der Alleinstehenden hätten sich schon einmal auf eine Affäre im Urlaub eingelassen. Aber auch fast jeder fünfte, der in einer festen Partnerschaft lebt, ist laut "Max" im Urlaub schwach geworden.
Rund zwei von drei Befragten spachen sich der Zeitschrift zufolge gegen einen Seitensprung im Urlaub aus: Jeder Vierte fand ihn "sehr schlimm", 36 Prozent stuften ihn als "schlimm" ein. Nur sieben Prozent hätten eine Urlaubsaffäre trotz bestehender Beziehung als "überhaupt nicht schlimm" bewertet, meldete das Blatt. "'Weniger schlimm" finden 27 Prozent einen Seitensprung am Urlaubsort.

Was den Vergleich von Urlaubsaffäre und Seitensprung zu Hause angeht, meinten 69 Prozent der Befragten, beides sei "gleich schlimm". Ein Viertel betrachtete die Urlaubsliebelei als "weniger schlimm" als eine Affäre zu Hause. Und vier Prozent waren der Meinung, ein Seitensprung im Urlaub sei "schlimmer".

Bei der Forsa-Umfrage wurden 1.002 Deutsche zwischen 18 und 49 Jahren befragt.
Wir wurden mal wieder nicht befragt, finden aber besonders das ständige "schlimm-finden" in diesem Beitrag schlimm.




Mittwoch, August 07, 2002
Meine Rede
Auszug aus
"The Virtues of Promiscuity"
von Sally Lehrmann:

"Slutty" behavior is good for the species. That is the conclusion of a new wave of research on the evolutionary drives behind sexuality and parenting. Women everywhere have been selflessly engaging in trysts outside of matrimony. And they have been doing it for a good long time and for excellent reasons. Anthropologists say female promiscuity binds communities closer together and improves the gene pool.
If the anthropologists are right, monogamy may well be counter-evolutionary or an adaptation to modern life. Or perhaps the nuclear family has always been more of an ideal than a reality




Genau: Smart & Sexy

Trotzdem (oder genau deswegen (?)) lautet das
Lieblingswort der Woche:
Zickenterror.





one-minute vacation
Surely you can spare a minute to clean your ears? Take a one-minute vacation from the life you are living.
One-minute vacations are unedited recordings of somewhere, somewhen.
Sixty seconds of something else. Sixty seconds to be someone else.




Bitte lächeln
Heute schon in den Spiegel geschaut? Mal wieder unzufrieden gewesen? Unglücklich? Lassen sich Falten nicht länger mehr als "süße Lachfältchen" verkaufen? Macht nix: Schneidern Sie sich hier einfach ein neues Aussehen.



Dienstag, August 06, 2002
Huppsala

Bei unerwarteten Situationen stoßen immer mehr Deutsche nicht mehr das althergebrachte "hoppla" aus, sondern lassen ein "ups" hören. Diese Entwicklung hat die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden beobachtet, wie es in einem Beitrag in der neuen Ausgabe ihres Organs "Der Sprachdienst" heißt: "Was ist nur aus dem guten alten hoppla, geschweige denn dem wohlklingenden hoppala geworden?", fragen sich die Sprachforscher sehr besorgt.
Offenbar handele es sich um das Eindringen eines weiteren Anglizismus' in den deutschen Sprachraum. Der Ursprung gehe auf das erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts in England notierte "oops" zurück. "Der Sprachdienst" dazu: "Anglizismen sind eben hip, trendy, up to date". Noch nicht vollzogen sei der Wandel von "hoppla" zu "ups" im Duden: "Keine Spur von ups, nur das gute alte hoppla, sogar mit Ausrufezeichen."




Aktion 18
Der bei den letzten Bundestagswahlen nur sehr knapp als Kanzlerkandidat seiner Partei "Chance 2000" gescheiterte Film- und Theaterregisseur Christoph Schlingensief will sich mit einer Lesereise unter dem Motto "Aktion 18 - Tötet Politik!" in den Bundestagswahlkampf einschalten. "Wenn die Politik das Theater doubelt, dann doubelt das Theater die wirkliche Politik", kündigte Schlingensief am heutigen Dienstag an. Im "Bermudadreieck" zwischen Reichstag, Frankfurter Börse und Bayrischer Staatskanzlei sei eine traurige Gewissheit nämlich noch nicht verschollen: "Deutschland steckt in der Krise". Es sei nicht vorgesehen, zur Belustigung der Spaßgesellschaft das Politbarometer nachzuspielen, notwendig sei vielmehr die Rückkehr zur "rituellen Streitkultur". Die Lesereise startet am 5. September in Halle und endet am 21. September, einen Tag vor der Bundestagswahl, in Lüneburg.



In den unendlichen Weiten des Fäkalraum
Aus einem Beitrag von Bernhard Kathan in der "NZZ" :

Das Internet versprach in seinen Anfangsjahren neben dem leichten Zugang zu Information vor allem auch die Möglichkeit, sich zu artikulieren und an Diskussionsprozessen teilzunehmen. Manche sahen gar den Lichtstreif einer demokratischeren Gesellschaft. Liest man sich heute durch einige Internet-Foren, macht sich schnell Ernüchterung breit. Offensichtlich mangelt es meist an analytischem Denken, an Diskussionsdisziplin, an Argumentationshierarchien oder auch Selbstreflexion. Es wäre jedoch zu einfach, dies auf eine ungenügende Ausbildung oder fehlende Diskussionserfahrung zurückzuführen. Es ist das Medium selbst, welches Struktur und Inhalte bestimmt. [...]Das Internet ist, bei allen Möglichkeiten, die es sonst bietet, auch so etwas wie eine Art Fäkalraum, eine Bedürfnisanstalt. Ein Forum erlaubt es, bereits wenige Augenblicke nach der Eingabe das Ergebnis eigener Absonderungen narzisstisch zu bewundern. Reinigende Defäkation, geruchs-, geschichts-, beziehungs- und distanzlos. [...] Wird es eine wirkliche Diskussionskultur im Internet geben, so wird diese nicht zum Nulltarif zu haben sein, es wird näher zu bestimmen sein, was es heisst: "Jeder kann lesen, jeder kann publizieren".



Montag, August 05, 2002
Orientierung statt Konfusion
Aus einem Beitrag des Essener Professors für Kommunikation- und Medientheorie Norbert Bolz in der heutigen "SZ" :

Schon deshalb, weil wir als Informationsgesellschaft angewiesen sind auf das massenweise Prozessieren von Informationen, werden klassische Medien wie die Zeitung ihre Bedeutung nicht einbüßen. Aber die Besinnung auf ihre Kernkompetenz bedeutet für die Zeitung vor allem, dass sie begreifen muss, was sie im Gegensatz zu interaktiven Medien wie dem Internet tatsächlich anbieten kann. Man kann dieses Angebot auch auf eine ganz einfache Formel bringen: Orientierung.

Die Zukunft der Zeitung liegt also nicht im reinen Ansammeln, Speichern und Verarbeiten von Daten. Dafür gibt es mittlerweile schnellere und erschöpfendere Möglichkeiten. Was die Zeitung und die Printmedien in Zukunft immer mehr ins Zentrum ihrer Aufmerksamkeit rücken müssen, ist ihre Orientierungsfunktion. Der amerikanische Organisationspsychologe Karl Weick hat einmal die schöne Formel geprägt: "Our problem is confusion not ignorance" - wir sind nicht ungebildet oder uninformiert, aber ziemlich konfus.



Lieblingswort des Tages:

Glitterkleiderkassenbrillenhochzeitsdiamantenbestefreundinukuleleblondine

Aus einem Artikel von Harald Fricke in der "taz" zum 40. Todestag von Marilyn Monroe .



Wah Männike
Geil, und ich dachte die Szene von linken-lesbischen-schwulen-hetero-weltverbesserernden Berlinern wäre längst ausgestorben. Sagenhaft. Wunderbar. (Und ein Fall für Wiglaf Droste).
Das ist so stereotyp, ich hätte mich gar nicht getraut so was zu erfinden:

Ja gut das dies Eine mal thematisiert: die alltägliche verbale oder körperliche Anmache gegen Frauen und Lesben. Gerad in Berlin bin ich auch täglich Betroffene der Männergewalt. Wir müssen dem Patriarchat in die Hackfressen schlagen: Frauen und Lesben bildet Banden!



Glaube, Liebe, Hoffnung
Zitate vom Wochenende

Ich bin sofort zu den berühmten Kreidefelsen, um zu gucken, ob sie noch da sind.
Gerhard Schröder, Kanzler, am Samstag auf einer Wahlkampfveranstaltung in Hannover über seine Reaktion bei seinem Rügen-Besuch auf die Nachricht, Stoiber sei bereits da gewesen.
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Der Kanzler hat so einen gewissen Facharbeitercharme.
SPD-Vorstandsmitglied Andrea Nahles am Sonntag im Südwestrundfunk über Gerhard Schröder.
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Man scheitert immer, aber es kommt darauf an, wie groß man scheitert. Oder wie klein.
Der Maler Anselm Kiefer im "Focus" über die Schwierigkeiten des Künstlers, innere in äußere Bilder umzusetzen.
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Ich wollte immer, dass mein Vater dick ist und Pantoffeln trägt. So, wie es bei anderen Kindern zu Hause war. Das hätte mich beruhigt.
Modedesignerin Jette Joop, Tochter von Modeschöpfer Wolfgang Joop, in einem Interview der "BAS".
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Man darf nicht dazwischenrufen und nicht einfach so polemisieren. Das muss ich mir noch abgewöhnen.
Peter Struck im "Tagesspiegel" über sein neues Amt als Verteidigungsminister.




Rubrik: Die Stimme von außen
Die britische Zeitung "The Sunday Telegraph" (London) sieht die Bundestagswahl für Gerhard Schröder schon verloren:

1998 übernahm der Kanzler sein Amt mit dem Anspruch, das deutsche Gegenstück zu Tony Blair zu sein, doch seine Aussichten darauf, auch den zweiten Wahlsieg des britischen Premierministers zu kopieren, erscheinen vorsichtig gesagt gering. Sein Unvermögen, die Arbeitslosigkeit zu senken, ist der wichtigste Grund dafür, dass er wahrscheinlich der erste Bundeskanzler seit dem Krieg werden wird, dem keine zweite Amtszeit .vergönnt sein wird. Die meisten Deutschen halten Stoiber für den besseren Wirtschaftsmanager und verweisen auf das wirtschaftliche Erfolgsmodell seiner bayerischen Heimat.
Noch ärgerlicher für den Kanzler ist, dass nun auch seine persönliche Popularität - bisher noch eine seiner wenigen Trumpfkarten - bedroht scheint. Als weitere Verzweiflungstat erscheint, dass Schröder vergangene Woche angedeutet hat, sein ursprüngliches Wahlziel - eine Bestätigung seiner rotgrünen Koalition - aufgegeben zu haben. Das deutet darauf hin, dass sich Schröder zumindest mit einer teilweisen Niederlage schon abgefunden hat und nun alle Parteien als potenzielle Partner betrachtet, um an der Macht zu bleiben.



Samstag, August 03, 2002
About Beth
Vor ein paar Tagen hat Beth über ihrem Schreibtisch das Bild von einer Familie aufgehängt, die vor einem Volkswagen steht, für den sie Werbung macht; sie scheinen in Arizona oder New Mexico zu sein, irgendwo in der Wüste, mit Bergen, die sich hinter ihnen erheben. Da sind blondwarme Mutter, gutpulloverter Vater, ein kleiner Michel-Junge, ein kleines Mädchen, Version Prinzessin. Alle lächeln. Es liegt überhaupt nix Dunkles in ihren Gesichtern, nix, was ihnen Sorgen bereiten müsste; wenn sie schlafen, wachen sie ausgeruht auf, und falls sie geträumt haben, so erinnern sie sich nicht an ihre Träume. Das alles liegt am Volkswagen. Kombi.
Es sind diese Leute oder Leute genau wie sie, an die Beth denkt, wenn sie ihrer Familie schreibt; sie stellt sich vor, wie diese Leute oder Leute genau wie sie ihre Briefe empfangen, sie vermissen und sich fragen, wann sie zurückkommt, und wenn sie zurückkommt, dann werden es diese Leute sein, die auf sie warten. Sie werden lächeln, wenn sie ihr Gesicht sehen. Sie denken in diesem Augenblick gerade an sie. In diesem Augenblick steht ihr Michel-Bruder an seinem Fenster; er starrt in die dunklen Bäume; er denkt an sie, Version Prinzessin.
Beth schließt die Augen. Bienen summen an ihrem Herzen. Bienen schwärmen in ihrem Kopf; sie kann die Stöße ihrer winzigen Beinchen an ihrer Hirnhaut spüren. Warum eigentlich Bienen, fragt sich Beth, aber egal, besser als die Spinnen von gestern Nacht. Und dann verdrängt sie, dass das woran sie glaubt, nicht wahr ist. Oder doch? Nein.


Männerfarbenmode
Aus einem Interview der "FR" mit der senegalischen Modeschöpferin Oumou Sy :

In Afrika mögen es auch die Männer farbenfroher. Was raten Sie europäischen Männern, um attraktiver zu sein?

Sie kommen mir so vor, als hätten sie Angst, sich zu öffnen. Sie wissen viel, haben viel im Kopf, aber sie wissen nichts über den Körper. Sie sind so verkrampft. Eigentlich sind Farben für alle gut. Auch für Männer. Würden Sie es akzeptieren, wenn Ihr Mann sich in Gelb, Rot, Grün oder Orange anziehen würde? Ich glaube, europäische Frauen hindern die Männer daran, sich zu entfalten, weil sie sagen, das passt nicht zu einem Mann. Sie machen ihm Komplexe. Sie wissen doch, Männer sind wie Kinder und brauchen Frauen, um Entscheidungen zu treffen. Also ermutigen Sie sie.



Generationsvergleiche
Den interessanten Versuch einer Parallelisierung zweier Generationen versucht Jan Brandt heute in einem längeren
Beitrag
in der heutigen Ausgabe der "taz". Parallelisiert werden die sog. "Generation Golf" und die "Generation Jahrgang 1902" (benannt nach einem Roman von Ernst Glaeser). Versuche solcher Gleichsetzungen sind sicherlich interessante Gedankenspielereien und die Ähnlichkeiten in den Symptomen, die zu den Charakteristiken dieser Generationen gehören (Ziellosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Krise etc.) verführen ja geradezu, solche Vergleiche zu ziehen. Allerdings hinken solche Versuche immer ganz fürchterlich. Nicht die Symptome sind es schließlich, die untersuchenswert sind, sondern die Ursachen, die zu solchen Symptomen führen. Und die sind so unterschiedlich, wie es nur zwei Ursachen sein können. (Hier die Dekadenz, der Überfluß und die Leere der TV-Pop-Gesellschaft, da der Krieg mit seinen furchtbaren Folgen). Der Versuch Brandts scheitet also, der fundierte Beitrag bleibt dennoch lesenswert.


Freitag, August 02, 2002
The Fall of G.G.
Eigentlich ist es sehr bezeichnend für das Niveau der deutschen Innenpolitik und der politischen Auseinandersetzung, dass ein windig-wendiges Bürschlein wie Gregor Gysi zwar den Mauerfall (und damit den Zusammenbruch des von ihm mitgestützten Unrechtsystems) politisch überleben kann, ein paar lächerliche Freiflug-Kilometer der Lufthansa aber nicht.



Gerede
Keine Industriegesellschaft kann es sich leisten, dazu überzugehen, sich nur noch gegenseitig die Haare zu schneiden.
Gerhard Schröder, Kanzler, in der Peene- Werft Wolgast zur Bedeutung von Industrie und Dienstleistungen.
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Wir alle haben nichts ausgefressen und gegen keine Gesetze verstoßen, sondern sind Opfer
eines entfesselten Dämons.

Moritz Hunzinger, PR-Heini, in der ARD-Sendung "Gabi Bauer".
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Ein unsinniges Projekt wird nicht dadurch besser, dass es wo anders ein noch viel unsinnigeres Projekt gibt.
Andreas Barth, Sprecher der Fahrgastvereinigung Pro Bahn, über die beiden geplanten Transrapid-Trassen in Bayern und Nordrhein-Westfalen.



Rubrik: Zwei Stimmen von außen
Die unabhängige Tageszeitung "Le Monde" (Paris) schreibt zu den amerikanischen Überlegungen eines Angriffs auf den Irak:

US-Präsident George W. Bush scheint entschlossener denn je, den Irak anzugreifen. Bisher hat der amerikanische Präsident aber noch nicht überzeugend dargelegt, was eine so schwerwiegende Entscheidung, gegen ein arabisches Land in den Krieg zu ziehen, denn rechtfertigen könnte. Er hat nicht den geringsten Beweis für ein Zusammenspiel der EI-Kaida-Terroristen mit Bagdad und kann auch nicht beweisen, dass das Regime von Saddam Hussein sich anschickt, die USA, einen ihrer Verbündeten oder ein Nachbarland anzugreifen. Bush muss also noch nachweisen, dass sein Wille zum Krieg wirklich sicherheitspolitische Gründe hat und nicht irgendwelchen innenpolitischen Motiven folgt.
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Zur Kritik am Euro schreibt die niederländische sozialdemokratisch orientierte "Volkskrant":

Bei Einführung des Euro gingen Banken und Behörden davon aus, dass sich die Bevölkerung nach einer Übergangsperiode von etwa vier Monaten an den Euro gewöhnt hätte. Darin haben sie sich getäuscht [...]. Das haben die Behörden zu einem großen Teil sich selbst zuzuschreiben, durch das Bagatellisieren jeder Kritik und auch dadurch, dass es nie eine wirkliche Debatte über die Einführung einer europäischen Währung gegeben hat. [...] In Ländern, in denen es diese Diskussion gab, ist die Zustimmung größer. (Oder es wurde von der Einführung abgesehen, wie etwa in Dänemark).



Donnerstag, August 01, 2002
Rubrik: Die Stimme von außen
Die konservative britische Zeitung "The Daily Telegraph" schreibt zu den Folgen des möglichen Machtwechsels in Deutschland:

Die größten Folgen hätte eine Stoiber-Regierung vermutlich für die viel diskutierte Frage der EU- Erweiterung. Millionen von Deutschen wurden nach 1945 von den Tschechen und Polen vertrieben. Stoiber, der mit einer der einstigen Flüchtlinge verheiratet ist, hat sich dafür eingesetzt, dass die Benesch-Dekrete, die rechtliche Basis für die Vertreibung der Sudetendeutschen, für illegal erklärt werden. [...]
Diese Forderungen haben mehr mit der Verschiebung des EU-Beitritts der östlichen Nachbarn Deutschlands und mit deren Reservoir billiger Arbeitskräfte als mit den Menschenrechten von Vertriebenen zu tun. Kein deutscher Politiker will die Erweiterung, aber niemand traut es sich zu sagen. Stoibers bevorstehender Sieg sollte uns veranlassen, die Landkarten hervorzuholen und uns mit Streitigkeiten in weit entfernten Ländern zu befassen, von denen die meisten von uns wenig Ahnung haben.



Bonusmeilengerede

Herr Schröder hat keine Bonusmeilen.
Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye am Mittwoch in Berlin zur Frage, ob die Frau des Bundeskanzlers, Doris Schröder-Köpf, auf von Gerhard Schröder erworbenen Bonusmeilen reise.
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lch bin in völlig falsche Gesellschaft geraten, und das ärgert mich auch. Bei mir ist das ein völlig anderer Fall als bei den Herren Özdemir oder Gysi und der Lebensgefährtin von Herrn Trittin.
Der Berliner CDU-Spitzenkandidat für den Bundestag, Günter Nooke, über seine Verwicklung in die Freiflug-Affäre um die private Nutzung von dienstlich angefallenen Bonus-Meilen.
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Flug- und Upgrade-Prämien zu verschenken! An Familienmitglieder, aber auch an Freunde und Bekannte können Sie mit Ihren Meilen erworbene Flug- und Upgrade-Prämien beliebig übertragen - eine gute Gelegenheit, anderen mit den gesammelten Meilen eine Freude zu bereiten. Einzige Einschränkung ist die ausschließliche Nutzung der Flüge für Privatreisen.
Aus einer aktuellen Kontoübersicht des Lufthansa-Programms "Miles&More" für einen
Bundestagsabgeordneten.