MEDIEN-KONTOR:NOTIZEN  
Operette macht dick
Notizen


Montag, September 30, 2002
... haben kurze Beine

Steuererhöhungen sind in der jetzigen konjunkturellen Situation ökonomisch unsinnig, und
deswegen ziehen wir sie auch nicht in Betracht.
[...]
Wir haben keine Absicht, Steuern zu erhöhen.

Bundeskanzler Gerhard Schröder am 26. Juli im Fernsehsender N-TV.
*
Wir werden es selbstverständlich ohne Steuererhöhung schaffen.
Barbara Hendricks, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium,
am selben Tag im Inforadio Berlin-Brandenburg.




Glaube, Liebe, Hoffnung
Zitate vom Wochenende

Die waren besoffen!
Willi Reimann, Trainer Eintracht Frankfurt, zum Grund der Suspendierung der Spieler Jermaine Jones und David Montero für die Partie gegen den MSV Duisburg.
*
Die FDP ist inzwischen abgesunken auf das Niveau einer neoliberalen, Shareholder-value
orientierten, spätkapitalistischen Spaßpartei.

Heiner Geißler zu seiner Warnung vor einer einseitigen Festlegung der Union auf die Liberalen als Koalitionspartner.
*
PDS darf nun nicht übersetzt werden mit Partei der Selbstzerfleischung oder Partei der
Selbstzweifler.

Peter Ritter, PDS-Vorsitzender Mecklenburg-Vorpommern, am Samstag in Güstrow als Warnung vor seiner Meinung nach falschen Reaktionen auf das schlechte Wahlergebnis seiner Partei.
*
John Major ist endlich interessant geworden.
Kommentar des "Independent on Sunday" zu einer Liebesaffäre des früheren britischen
Premierministers John Major mit einer prominenten Parteikollegin von 1984 bis 1988 während seiner Zeit als Abgeordneter der Konservativen.
***
Es ist es schwierig, ruhig zu bleiben, wenn er mit seiner Pranke kommt und mich runterdrückt. Da hatte ich schon fast Todesängste.
Thomas Brdaric, Fußballa in Leverkusen, zur Attacke von Oliver Kahn, der ihn am Genick packte.
*
So schlimm war das gar nicht. Das gehört dazu. Das ist ja ein Männersport. Wir sind doch nicht bei einer Comic-Veranstaltung, sondern in der Fußball-Bundesliga.
Oliver Kahn zur selben Szene
*
Kahn hat ihn nur getätschelt.
Ottmar Hitzfeld, Trainer FC Bayern, ebenfalls zu dieser Szene.




Campaign: Save the Blondes

Als einer der ersten haben wir an dieser Stelle auf eines der Probleme hingewiesen, die uns wirklich beunruhigen und schon manch' schlaflose Nacht bereitet haben: Das Aussterben der Blonden, genauer, das Aussterben der echten (nicht der "Bottle-") Blondinen (vgl. November-Notizen 28/11/01).

Endlich hat auch in diesen Tagen die englische Blondinen-Fachpresse sich dieses Problems angenommen und eine Campaign zum Schutze des Blondseins gestartet. Besonders die englische Intellektuellenzeitung "The Sun" möchten wir an dieser Stelle einmal lobend hervorheben.


"The SUN"
:

Sun-Titelblatt

THE world has fought to save the whale and the panda. Today conservationists face a new challenge - the demise of the blonde.
Besorgte Betroffene demonstrieren

We told yesterday how blondes are an endangered species. Too few people carry the right hair colour gene for them to survive to 2202. Now we are launching a vital new campaign to Save Our Blondes. It is a sort of World Wildnights Fund to preserve these proud, magnificent creatures.

Mitmachen!

***
Auch die
BBC
schließt sich unseren Sorgen an:

The last natural blondes will die out within 200 years, scientists believe.
A study by experts in Germany suggests people with blonde hair are an endangered species and will become extinct by 2202.
Researchers predict the last truly natural blonde will be born in Finland - the country with the highest proportion of blondes.




Sonntag, September 29, 2002
Peanuts
Ich bin also "Linus".
Seltsam, ich war mir mein ganzes Leben lang sicher, dass ich "Schroeder" bin.
In Wirklichkeit bin ich doch Schroeder

In meiner Lieblings-Peanuts-Szene besucht Lucy den dauerpianospielenden Schroeder, schmachtet ihn an und erhält wie immer keine Reaktion. Lucy wird sauer und faucht und nimmt schließlich die Beethovenbüste von Schroeders Flügel und zertrümmert diese auf dem Fußboden. Kommentarlos steht Schroeder auf, geht zu einem großen Schrank und öffnet diesen: Im Schrank befindet sich ein Vorrat von mehreren 100 Beethovenbüsten. Schroeder nimmt eine Büste, stellt diese auf den Flügel und spielt kommentarlos weiter. Lucy guckt blöd und zieht von dannen.
Und ich soll Linus sein?
Dazed and confuzed.


I am linus

Which Peanuts Character Are You Quiz






Freitag, September 27, 2002
Scary Duck wird Dagobert
Die Suche des "Guardian" nach dem besten britischen Blog des Jahres ist zuende:

And the winner is... a duck. A Scary Duck to be precise: Alistair Coleman's witty, irreverent blog has beaten 300 rivals to take the title of Best British Blog 2002 and claim the prize of £1,000.




Faschine
Auch so eine schreckliche Katastrophe wie das Hochwasser in Ostdeutschland kann ja einen positiven Nebenaspekt haben. Zum Beispiel: Man kann neue Wörter lernen und ich liebe neue Wörter geradezu. Faschine ist so ein Wort. Beim ersten Hören dachte ich, es würde ein weibliches Mitglied einer faschistischen Partei bezeichnen, Jugendgrupplerin beim BDM oder so etwas. Das Wort Faschismus kommt ja vom italienischen fascio ("Bund") und knüpft bewusst an die fasces an, also an die Rutenbündel, die im antiken Rom die Zeichen der staatlichen Amtsgewalt waren.
Auf Deutsch ist Faschine also ganz profan ein Reisigbündel. Faschinen werden bei der Deichbefestigung in Hochwasserzeiten zum Schutze des Deichfußes verwendet. Dazu befestigt man sie zwischen zwei Pflöcken und erhält dadurch ein Gerüst für Sandsäcke.
Okay, genug gelangweilt.



Rubrik: Lieblings-Spammail heute
... netterweise sogar mit kleinem Danaer-Geschenk im Anhang:

Wipe Out Junk eMail and Spam For Life!
Are you getting frustrated with a flood of unwanted offensive emails? This is referred to as junk e-mail, Spam, unsolicited e-mail etc… The problem is that it's a huge waste of your time, it's an invasion of your privacy, and worse, some junk mail is plain disgusting and ugly.



Donnerstag, September 26, 2002
Rubrik: Von der Wahrheit




Unerwünschte Wahrheit
- Sachmal. Seh ich öfters so aus wie auf diesen Photos?
- Was meinste mit "so"?
- Na, so halt, so müde, fertig, abgespannt.
- So verlebt meinste?
- Jaja.
- Nicht öfters. Eigentlich immer.
- Danke. Sehr freundlich.




Blogs
Das Thema Webblogs wird ja derzeit ziemlich angehypt. Und mit vielen - meist schauderlich schlecht geschriebenen - Artikeln, die bar jeder Ahnung daherstreunen, versehen. Die üblichen 20jährigen Redaktionspraktikantinnen ("Ich will später irgendwas mit Medien machen") werden auf dieses In-Thema angesetzt und rausgestümpert wird dann ein Artikelchen über angebliche Tagebücher im Internet.
Besser sind da die Versuche von Bloggern, sich diesem Phänomen zu nähern und die eigene Fasziniertheit in Worte zu fassen. Hier zwei sehr gute Beispiele: Jörg Kantel ("Schockwellenreiter") mit dem Beitrag "Archäologie des Bloggens" und Stephan Herzceg ( "Malorama") mit dem Beitrag "Und wer waren alle?" .



Mittwoch, September 25, 2002
Nasty kraut asses

The White House News Room vermeldet die Stellungnahme von US-Präsidentendarsteller Georg Walker Bush zum Wahlausgang in Deutschland:

THE PRESIDENT: Good evening. Tonight, I am emerging from the family quarters of the White House to deliver a brief address to the people of Germany, who though they call themselves Christians, didn't spend today worshipping in the house of the one and only true Lord and savior Jesus Christ, but instead were casting un-American ballots in the very same voting booths the United States government was nice enough to set up for them after my daddy and his high school pals finished whooping their nasty kraut asses back in 1945. [...]

And if that weren't bad enough, just days later, his Social Democrat Justice Minister - Herta Däbler-Gmelin - called me HITLER. Can you believe that? What did I ever do to her? I mean, just because she's a bitter and mannish lezbo named after a pint of ice cream, that's still no reason to go around comparing me to a German - even a super-famous and important one like Hitler. [...]

Now I also know that you Germans are Bavariacs, and I understand that Bavariacs are an irrational and mongoloidish people. And I know that you are perpetually drunk on beer that pales in comparison to Budweiser, and are often irritable as a result of the severe constipation caused by your wonderful all-protein diet of knockwurst, bratwurst and liverwurst. Furthermore, I know that you are also Europeans, and that only reason Europeans whine so damned much is that they're bitter as hell that all their best and brightest shipped out to America a long time ago and showed them up in every way imaginable. Yes, I know all about the deficiencies of the people of Germany. And frankly, it's only the pity that knowledge fills me with that is keeping me from nuking the whole lot of you turncoat Nazi bastards into a wurst-scented blizzard of radioactive dust.




Besuche

Unangekündigte Besuche von UN-Inspekteuren sind gut. Unangekündigte Besuche von Journalisten bei den Inspekteuren sind ein Verstoß gegen die Regeln.
Fred Eckhard, UN-Sprecher, am Dienstag zu Beschwerden des Chefs der UN-Waffeninspekteure für den Irak, Hans Blix, über Reporter, die ohne Anmeldung in seinem Büro auftauchen.



Rubrik: Deutschland packt seine Probleme an

Pirmasens (dpa/lrs) - Wer seine Füße auf eine Parkbank stellt, muss in der pfälzischen Schuhstadt Pirmasens künftig mit einem Bußgeld von fünf Euro rechnen. Wie die Pressesprecherin der Stadt, Dunja Maurer, am Dienstag bestätigte, wurde ein erstes solches Verwarnungsgeld dieser Tage gegen eine 16-jährige Schülerin aus Clausen verhängt, die sich auf eine Parkbanklehne gesetzt und die schmutzigen Fußsohlen auf die Sitzfläche der Bank gelegt hatte.
Die Stadt Pirmasens hatte nach ihren Angaben bereits im Juni 2000 eine Verordnung in Kraft gesetzt, nach der öffentliche Bänke, Stühle und Spielgeräte nicht zweckfremd verwendet oder verunreinigt werden dürfen. Blau uniformierte Beamte des Ordnungsamtes kontrollieren die Einhaltung der Verordnung.



Dienstag, September 24, 2002
Wahlausgang

[Fig.: Ausgestoibert. Gesehen auf der Bundesstrasse 104 bei Teterow in Mecklenburg-Vorpommern]




Glaube, Liebe, Hoffnung
Die Wahl in Zitaten

Letztlich haben die Wählerinnen und Wähler so gewählt wie sie gewählt haben.
CSU-Landesgruppenchef Michael Glos über den Wahlausgang.
*
lch will noch kein Glas Champagner öffnen.
Edmund Stoiber am Sonntag nach ersten Hochrechnungen.
*
Binnen Jahresfrist werde ich die Regierung neu bilden.
Stoiber am Montagmorgen vor CSU-Anhängern.
*
Berlin und München, München und Berlin, das ist auch entfernungsmäßig immer wieder ein
Transportproblem.

Stoiber am Montag in München.
*
Jetzt ist Schluß mit dem Dilletismus.
Stoiber am Sonntag in Berlin.
*
Dafür möchte ich mich bei den Wählerinnen und Wählern bedanken, vor allem bei den Wählerinnen.
Joschka Fischer, über das Abschneiden seiner Partei.
*
Wir werden, auch wenn es drei Stimmen über den Durst sind, diese Regierung fortsetzen.
Grünen-Parteichef Fritz Kuhn zur Zukunft der rot-grünen Koalition.
*
Heute ist das breite Grinsen angesagt.
Der Landesvorsitzende der schleswig-holsteinischen Grünen, Björn Pistol.
*
Die FDP hat sich selber ins Knie geschossen.
Der nordrhein-westfälische CDU-Landesvorsitzende Jürgen Rüttgers.
*
Die Konsequenz ist die Konsequenz.
Schröder auf die Frage, welche Konsequenzen die SPD aus dem guten Abschneiden in
Ostdeutschland zieht.
*
Nach dieser Wahlnacht kriege ich richtig Lust.
Schröder am Montag auf die Frage, ob er bei der Bundestagswahl 2006 noch einmal antreten wolle.
*
Dann machen wir mal Schluss langsam, ich muss ja Koalitionsverhandlungen führen
Schröder am Montag zu Journalisten nach der Sitzung der SPD- Führungsgremien in Berlin.
*
Es muss sich im übrigen niemand um meine Resozialisierungsfähigkeit Gedanken machen.
Friedrich Merz (CDU), ehemaliger Union-Fraktionschef.
*
lch weiß, dass manche bei meinen Sprüngen nur so lange geklatscht haben, wie der Fallschirm noch zu war.
Jürgen Möllemann am Dienstag in Düsseldorf.
*
Er hat schwere strategische Fehler gemacht und sich nicht getraut, Führung zu zeigen, Themen zu setzen und die dazu passenden Figuren nach vorn zu schieben... Westerwelle ist einfach zu dünn.
Jürgen Möllemann laut einem am Dienstag veröffentlichten Vorabbericht des Magazins "Stern" über FDP-Chef Guido Westerwelle. Möllemann dementierte diese Aussage später: "Dieses Zitat ist nicht von mir. Es ist frei erfunden." "Stern"-Autor Hans-Peter Schütz wies hingegen die Darstellung Möllemanns zurück.




Freitag, September 20, 2002
About Beth
Beth und Kovacevich liegen auf dem breiten Hotelbett und schauen in den Fernseher. Aus diesem schaut ein Mann raus, groß und blond und blauäugig. "Willkommen bei der Wettershow", tönt der Wetterarier. "Du mich auch", sagt Kovacevich. Der Wetterarier steht vor einer Weltkarte und deutet herrisch mit einem Stöckchen auf geschlängelte Linien: "Deutsche Isobarrren stehen unmittelbarrrr vorrr Moskaus Torrren", gröfazt er. Um dann noch Warnungen vor Schneeverwehungen in Deutschland folgen zu lassen. "Mit dem wäre ich auch gerne mal in einer Schneeverwehung", seufzt Beth. "Dann müsstest Du aber den ganzen Tag übers Wetter reden", gibt Kovacevich zu denken.
"Quatsch", sagt Beth, "wir wären viel zu schön, um uns zu unterhalten. Wir hätten eine große Villa, einen nierenförmigen Swimmingpool und innen wäre alles aus Gold." Und nach einem kurzen Schweigen wiederholt sie: "Und alles wäre aus Gold". Ach, alles Tand von Menschenhand, denkt Kovacevich und drückt auf die Fernbedienung.



Aus dem Zettelkasten
Sie gingen in der Sonne. Große Wiesen schoben sich wie Golfplätze tief in dunkelgrüne Hochwälder. Von weitem schienen die Bäume dicht nebeneinander zustehen und von nahem wäre man gerne einer von ihnen gewesen.



Donnerstag, September 19, 2002
Rubrik: Probs
Zuse-4 meldet gerade:

Ist also doch Zeit für einen neuen Lüfter.



Vermissenswertes in einer Post-Schröder-Zeit

"Die Zeit" fragt: "Was würden Sie unter einem Kanzler Stoiber am meisten vermissen?"
Deutsche Schriftsteller (von Delius bis Zeh) antworten:

John von Düffel
Was ich unter einem Kanzler Stoiber am meisten vermissen werde? Ganz klar: die Gerd-Show.

Elke Heidenreich
Unter einem Kanzler Stoiber werde ich am meisten vermissen einen Kanzler Schröder.

Helmut Krausser
Unter einem Kanzler Stoiber am meisten vermissen würde ich erst mal die hundert Euro, die ich beim Buchmacher auf einen Wahlsieg Schröders gesetzt habe.

Norbert Niemann
Was ich unter einem Kanzler Stoiber vermissen werde: dass ich meine ohnehin schwache Illusion wohl werde endgültig aufgeben müssen, außerhalb des Firmengeländes Bayern, auf dem ich als Aktie angemeldet bin, existiere womöglich eine börsenuntauglichere deutsche Gegend und Belegschaft.

Georg M. Oswald
Wenn die Wahl vorbei ist, werde ich das CSU-Plakat vor meiner Haustür vermissen. Jeden Morgen beim Verlassen des Hauses lächeln mir "die Stoibers" zu. Nach den "Semmelings", den "Fußbroichs", den "Manns" und den "Osbornes" wieder eine Familie mit Modellcharakter. Die nächtlichen Besucher der Kneipen in meiner Gegend inspirieren "die Stoibers" allerdings vor allem gestalterisch. Karin Stoiber hat letzte Woche eine Zahnlücke bekommen. Das ist Vandalismus und passt nicht zu ihrem gepflegten Äußeren. Aber die unbekannten Künstler stört das nicht. Beinahe jede Nacht ergänzen sie ein neues Detail. Karin Stoibers Kettchen vom Nasen- zum Ohrring sieht ziemlich kinky aus, ich weiß nicht, ob sich der Ministerpräsident damit anfreunden könnte. Ganz gewiss nicht könnte er sich mit dem Hitler-Bärtchen anfreunden, das er letzte Woche verpasst bekommen hat.



Probs
Montag: Bei Blogger eingelockt, fleißig Texte rüberkopiert, auf "publish" gedrückt:
Nix passiert.
Error-Meldung 503, template not found.
Na ja, kann passieren.
Dienstag: Bei Blogger eingelockt, lustlos kleinen Text rüberkopiert, auf "publish" gedrückt:
Nix passiert.
Error-Meldung 503, template not found.
Verstimmung, aber ist ja für lau, kann man sich ja nicht beschweren.
Mittwoch: Bei Blogger eingelockt, keinen Text rüberkopiert, auf "publish" gedrückt":
Nix passiert.
Error-Meldung 503, template not found.
Sehr verstimmt. eMail an Support geschrieben, automatische eMail antwortet: Schaun' Sie doch mal in die FAQs. In die FAQs geschaut, dort steht: Wenn sie die Error-Meldung 503 erhalten, heißt das, dass ihr template nicht gefunden wurde. Aha, Danke, sehr freundlich.
Der Blogger-Server, auf dem unser template gespeichert war, ist also hinüber und unser template im template-Nirvana. Ein Backup gibt's wohl nicht.

Apropos Backup, denke ich gerade, wann hast du eigentlich das letzte gemacht? Der Gedanke ist noch nicht zuende gedacht, da kommt schon was kommen muss: Der geschätzte Hauptrechner, Zuse-4, kackt ab, aber so, wie man nur abkacken kann. Beim Reboot flimmert mir bereits beim Bios ein Kraut-und-Rüben-Zahlensalat entgegen. Leichte Panikattacke. Rumtelefoniert. Klarer Fall: Thermoprobleme. Du solltest mal wieder dein Büro sauber machen. Jaja. Zuse-4 vom Netz genommen, aufgemacht, im Rechner staubgesaugt. Staublunge geholt, Rechner wieder zusammengesetzt und eingeschaltet. Siehe da, läuft wieder: Ha, gutes Gefühl, Triumph des Willens über die Technik.
Weitergearbeitet.
Kurze Zeit später: Erneutes abkacken, Reboot-Erfolge siehe oben, Zuse-4 also wieder vom Netz, Verkleidung runter, CPU-Fan ausgebaut und Rotorblätter poliert, Kupferwärmetauscher abgeleckt und mit Pfeifenputzer trockengerubbelt. Alles wieder eingebastelt, Probelauf und erneuter Sieg für mich.
Positives Nerdgefühl. Dann nach Hause, Bayern gucken, 2:3 Niederlage und das zuhause. Nerdhochgefühl verfliegt, mit Flasche Wein getröstet, verstimmt ins Bett. Idiotengefühl bleibt. Vom Error geträumt. Hallo 503.
Donnerstag: Kopfschmerzen, schlechte Laune, Scheiß-Bayern, Scheiß-Wein.
Bei Blogger eingelockt, Resultate siehe Montag bis Mittwoch. Aber pyra behauptet, man arbeite am Problem. Jaja, ich glaub' ja alles.
Template also selber neu geschrieben und abgespeichert. Scheint sogar zu funktionieren. Unangenehmes Abhängigkeitsgefühl bleibt.
Ach ja das Backup: Das machen wir ein andermal. Bestüüümmt.



Dienstag, September 17, 2002
Wetten
beim österreichischen Buchmacher Intertops aus Salzburg ist Schröder 16:10 Favorit für die Bundestagswahl. Stoibers Quote beträgt 22:10.
Für Fußballa offeriert Intertops Kombi-Wetten. Sollte Schröder Kanzler bleiben und Borussia Dortmund Champions-League-Sieger, gibt es 300:10. Die Kombination Stoiber siegt und Bayern München gewinnt die Champions-League, wird nur mit 150:10 gehandelt. Demnach spielt Stoiber also besser Fußball als Schröder.




Montag, September 16, 2002
Disco-Walker
Ein Blick in die Wir-sind-die-tollsten-Jahrbücher von Harvard :
US-Präsidenten-Darsteller Georg Walker Bush mit gelungener 70ziger Jahre Disco-Pornodarsteller-Frisur: Und die bemerkenswerte Information, dass ihre Mitstudenten Benazir Bhutto, die ehemalige pakistanische Ministerpräsidentin, seinerzeit "Pinky" nannten. Ja, aber warum eigentlich?




Bonanza 2002
WASHINGTON, Sept. 15 - A U.S.-led ouster of Iraqi President Saddam Hussein could open a bonanza for American oil companies long banished from Iraq, scuttling oil deals between Baghdad and Russia, France and other countries, and reshuffling world petroleum markets, according to industry officials and leaders of the Iraqi opposition.
(weiterlesen)



Radio
Im Radio aufgeschnappte Textzeile eines mir unbekannten songs (Baby got back (?))

So your girlfriend rolls a Honda,
playin' workout tapes by Fonda,
but Fonda ain't got a motor
in the back of her Honda.





Condensed
Eine gute Samstagsrubrik im "Guardian" nennt sich: "The digested read", Kurzvorstellung von Büchern, in deren jeweiligen Stil geschrieben (Condensed in the style of the original).

Porno by Irvine Welsh
The phone goes an it's me aunt Paula sayin: "Why don't you come an run the Port Sunshine in Leith?" I've had enough of this shit-arse stretch of Soho, so's I send Begbie a load of gay porno in the nick an I'm on the train up north.
[The digested read, digested: Sick Boy, Rent Boy and Begbie line up for a return heid to heid.]


*
Man and Wife by Tony Parsons
Gina shows. Me some photos. Of Pat that. A friend of. Hers. Called Kazumi. Took. Me. Astonishingly. Aston. Ishing. Ly. I Kazumi. Meet. After soon. "Let's have. Affair. An," I. Say. She kisses. Tenderly. Me. "But you can't sleep with me," adds. She.
[The Digested read... digested A. To tackle. Book. Syntax your. But. Your not. Brain. Brai. N. Br. Ain. Bra. In.]




Samstag, September 14, 2002
Unterwegs
"Banditen auf drei Uhr", sagt Gloria, doch ich habe die Bullenfalle längst gesehen. Runterschalten und Gas geben ist eins. Hinter uns fallen Schüsse. Ich kurbele heftig am elfenbeinfarbenen Lenkrad des schweren SLs. Abrupt mit quietschenden Reifen nach links, in die Stichstraße. Der rechte Vorderreifen des alten Daimlers stößt gegen den Bordstein - und eine alte Dame taucht plötzlich vor uns im Scheinwerferlicht auf. Ich reiße das Lenkrad abermals herum, diesmal, um der alten Dame auszuweichen, streife dabei ineinander gestapelte Mülleimer und bin plötzlich auf der B9, der ehemaligen Diplomatenrennbahn, Richtung Godesberg.
Ein prüfender Blick in den Rückspiegel bestätigt mir, daß die alte Dame noch auf den Beinen ist. Um eine Schulter trägt sie eine alberne Freitag-Tasche geschlungen, auf dem Kopf ein Pagenkäppi mit einer Feder obendrauf. Sie droht mit der Faust und schreit, ich solle sofort anhalten. Ich lasse es lieber bleiben. In der anderen Hand hält die alte Dame nämlich eine Uzi.
Alte Damen, die automatische Waffen mit sich rumtragen, sind ein eher seltener Anblick auf deutschen Straßen. Vielleicht war es auch nur ein Knirps-Regenschirm, sage ich mir, so genau hast du sie nun auch wieder nicht gesehen, aber gleichzeitig weiß ich, daß ich mich nicht getäuscht hatte. Ich weiß auch, daß ich die alte Dame schon einmal gesehen habe. Nur wo?
Was läuft hier eigentlich ab, verdammte Scheiße, denke ich. Wer diese alte Dame auch ist, durch das von ihr erzwungene Ausweichmanöver unseres Wagens, hat sie uns indirekt vor der Bullenfalle gerettet. Ich bin ihr sekundenlang dankbar, doch der Gedanke, daß jemand auf unserer Seite steht, ergibt keinen Sinn. Es gibt die Bullen und uns - mehr nicht. Alte Damen mit Maschinenpistolen passen da irgendwie nicht ins Bild.
"So wie du fährst, solltest du dich zukünftig nicht mehr über meine Fahrkünste beschweren", heischt Gloria mich an. "Babe", antworte ich, "in der theoretischen Führerscheinprüfung wird halt nicht abgefragt, wie man sich unter starkem Feuerbeschuß verhält!"
Wir schweigen uns dann an, rauchen viel und rasen weiter durch die Nacht und ich frage mich die ganze Zeit: Wer ist die alte Dame mit der Uzi?




Freitag, September 13, 2002
Best of Raster-Beckstein

Das beste Raster wäre, wenn man Leuten ins Gehirn hineinschauen könnte.
Der Sicherheitsexperte in der Wahlkampfmannschaft von Kanzlerkandidat Edmund Stoiber, Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU), zu den Kriterien der Rasterfahndung nach gewaltbereiten Islamisten.
*
Was haben Sie für Planungen?
Vorschlag Becksteins, was man den Selbstmordattentäter Mohammed Atta hätte fragen können, wenn dieser schon vor dem Anschlag in den USA in ein Raster der Ermittler geraten wäre.




Rubrik: Stimmen von außen

Die Londoner "The Times" schreibt am Donnerstag zur Wahlkampfstrategie von Gerhard Schröder:
Der Kanzler hat in den Umfragen die Führung übernommen, und der Grund dafür scheint klar zu sein: Die Bevölkerung unterstützt seinen Widerstand gegen die Kriegspläne der USA. Der Kanzler hat seinen Wahlkampf nun in eine Art wiederbelebte Friedensbewegung umgestaltet. Zum ersten Mal seit den 80er Jahren spielen die Sozialdemokraten wieder die anti-amerikanische Karte, und - erstaunlich nach der Welle der Sympathie nach dem 11. September - die Deutschen folgen ihrem Kanzler.
*
Der in den Haag erscheinende "Volkskrant" schreibt am Donnerstag über die deutsche Irak-Haltung:
Aber den einfachen Wähler kümmert die Kontinuität der deutschen Außenpolitik wenig, sagt Schröders Instinkt. Und der irrt sich selten. Nach der Wiederwahl gibt es genug Gelegenheiten, die Scherben aufzuräumen. Es steht jetzt schon fest, dass dabei Schröders heiliges Wahlversprechen über deutsche Nichtbeteiligung abgeschwächt werden wird.
*
Die "New York Times" kommentiert am Donnerstag den Wahlkampf in Deutschland:
Keiner von beiden hat irgendeinen kühnen Vorschlag zur Belebung von Deutschlands lahmender Wirtschaft gemacht, was für die meisten Deutschen die Sorge Nummer eins ist. Auch über andere Themen hat es kaum hitzige Debatten gegeben. Das ist sehr schlecht. Deutschland muss seinem starren Arbeitsmarkt neues Leben einhauchen, den wirtschaftlichen Umbau im früher kommunistischen Osten vorantreiben. Außenpolitisch muss es einen dynamischeren Kurs steuern und vor allem die Europäische Union von den schädlichen Agrarsubventionen abbringen. (...) Egal wer am 22. September gewinnt - und der Wahlausgang gilt als völlig offen - die deutsche Politik scheint sich trauriger Weise auf eine Stagnation zuzubewegen.
*
Der mit Abstand bizarrste Kommentar den ich seit langem gelesen habe, stand in der gestrigen Ausgabe des in London erscheinenden "The Daily Telegraph":
Bush hat getan, was Clinton niemals gewagt hätte: Er hat von Gut und Böse gesprochen. Und - britische Beobachter sind natürlich peinlich berührt - er ruft Gott an. Für Amerikaner ist das nicht peinlich, sondern ganz natürlich und richtig. Bush spricht von Amerikas Zukunft und Entschlossenheit, nicht von seinen Wunden. Sie mögen es noch nicht gewusst haben, als sie ihn wählten, aber in Bush haben die Amerikaner einen großartigen Führer gefunden.




Gerede

Schulden sind ein süßes Gift - und wie Süchtige sind ihm Union und FDP verfallen.
Hans Eichel, Bundesfinanzminister, bei der Einbringung des Haushalts 2003 im Bundestag.
*
Was Sie hier abgeliefert haben, war nicht die Einbringungsrede eines Bundesfinanzministers,
sondern war die Bewerbungsrede des zukünftigen Oppositionsführers.

Friedrich Merz, CDU/CSU-Fraktionschef, zur Haushaltsrede von Eichel.
*
Der Herr Merz sagt schneller die Unwahrheit, als ein Rennpferd laufen kann.
Joachim Poß, SPD-Finanzpolitiker, zur Rede von Merz.
*
Die postmoderne Gesellschaft verlangt verstärkt nach außergewöhnlichen, meist künstlich
geschaffenen Urlaubsangeboten wie Skifahren in Bottrop.

Prof. Paul Reuber, Tourismusexperte, in Münster.
*
Lieber die Rote Laterne als gar kein Licht.
Transparent von Fans des Tabellenletzten Hannover 96 beim Spiel gegen Energie Cottbus.
*
ln ganz Deutschland leiden Polizisten unter ihrem äußeren Erscheinungsbild.
Ronald Schill, Hamburger Innensenator, bei der Vorstellung der neuen blauen Uniformen der Hamburger Polizei.
*
Wir wollen keinen Wilden Westen. Das ist hier nicht High Noon.
Fritz Behrens, Innenminister NRW, in Düsseldorf zu einem Wahl kämpf auftritt von Ronald Schill, bei dem dessen Personenschützer ihre Waffen zogen.
*
Wer 16 Jahre Steuern erhöht hat, für den sind Steuersenkungen ein Rückschritt.
Werner Müller, Bundeswirtschaftsminister, am Donnerstag im Bundestag zu dem Vorwurf der Opposition, in den vergangenen vier Jahren unter Rot-Grün sei in den wesentlichen
Wirtschaftsbereichen alles schlechter geworden.
*
Mir wurde gesagt, es gibt schon Hamsterkäufe in den Apotheken, allein wegen der
Ankündigung, dass Möllemann Gesundheitsministerwerden will.

Ulla Schmidt, Bundesgesundheitsministerin, am Donnerstag im Bundestag zu angeblichen Minister-Ambitionen von Jürgen Möllemann.




Donnerstag, September 12, 2002
Zeichen der Zeit

Ein untrügliches Diebstahlsmerkmal ist es, wenn das eigene Auto mit jemand Fremden an einem vorbeifährt.
Aus dem heutigen Pressebericht der Bochumer Polizei.




Das Tractatus logico-philosophicus im Ego-Shooter?

Da wäre ich ja nie drauf gekommen. Die Entwickler vom Computerspielen lassen sich von Philosophen beeinflussen. Das wird jedenfalls in diesem BBC-Report behauptet.

Mr Evans said the writings of philosophers Martin Heidegger and Ludwig Wittgenstein had inspired him to try to instil computer-created characters with an understanding of social mores.

In the computer world the social processes are made explicit as lines of computer code; in the real world they are a shared, unspoken framework that we all react to but rarely make explicit.

In real life this shared framework helps us get on with our lives, in the computer world it is already driving dramatic results.




The Left and 9/11

lesenswerter Beitrag des New Yorker Autors Adam Shatz in "The Nation" über die Probleme der amerikanischen Linken im Umgang mit den Ereignissen vom 11. September.

Since then, the fog of war has grown thicker and thicker. On some days, I'm sympathetic to Noam Chomsky's critique of the war on terrorism as an arrogant war of empire. On other days, I remember the view from Flatbush Avenue on September 11, and I'm gripped by the sense that anti-imperialism is a woefully incomplete guide to today's situation. I never saw the Soviets, the Cubans, the Sandinistas, the ANC or the PLO as enemies. Al Qaeda is another matter altogether.




Mittwoch, September 11, 2002
What has changed in New York? Everything. And also nothing

Gutes und sehr langes Feature über New York heute in der aktuellen Ausgabe des "Guardian" :

After September 11, there was much talk of a transformation, of a new unity and common purpose in a city once famed for its aggressive individualism. So did New York really emerge from the ashes a different place? Oliver Burkeman walked the length of Manhattan to find out.

Strozier has been mapping Manhattan according to "zones of sadness". South of Chambers Street, you could make out the people jumping, "and the only question is how that transforms you. Not whether you're traumatised". South of 14th, you could see everything - except individual human beings. And on the Upper West Side, "you probably saw it on TV. But you had to live with the smell. People are deeply confused about that, unless they're very psychologically alert to their feelings. But everybody knows what the smell was. Today, the victims are literally in the lungs of people in New York". Because of wind patterns, though, the smell never made it to the Upper East Side. "The richest, most elitist area in New York, and it was never touched. And within a few weeks, the most important thing for them was whether they could get a reservation at a five-star restaurant.



Auferstanden aus Ruinen





Dienstag, September 10, 2002
Writing Against Your Life

Auszüge aus der 1986 gehaltenen Rede "Gift of fire" von Richard Mitchell :

You are writers, or would-be writers. I would remind you first of this: I do know that in some cities, there is a shortage of taxicabs. And in some cities in America there is a shortage of men's rooms; this is probably true of women's rooms, too, but I don't notice that shortage. I can think of numerous things of which there is a shortage. Of writers, there is no shortage. I do not hear people going around in the streets, saying, "You know what we need in this country's more writers!" [...]

We live in a time when writing-writing has become too common, too widespread among us. I expect any day to meet a man at a cocktail party and ask him what he does and he says, "I'm a writer," and I ask him, "Oh, what have you written?" and he answers, "Close cover before striking." [...]
Or "HOT." "HOT." I know the man who wrote "HOT," I wonder if he's the same man who wrote "COLD." Or a man who takes his brushes and paints on a door, "MEN." A writer? Yes! We have people who write in manuals, people who write instructions, people who write speeches for other people to deliver, people who write wheedling, conniving invitations to us to spend money for one thing or another-people who write their initials on the oak tree, I suppose. We have to start understanding this business of "writer." [...]

You remember Graham Greene's novel A Burnt-Out Case? That was about a novelist who had run out his string, and I think it was Cromelin who wrote a spoof of it in The New Yorker called "A Burnt-Out Ace," and that was about a man who went around to cocktail parties brooding, and introducing himself as a disappointed writer, and it turned out he was a sky-writer; he wrote "Pepsi-Cola" as one of his very, uh, great works. [...]
And so it must be. Now, if you take up writing seriously, I can't promise this, but I can hope this: I hope that it will make you profoundly unhappy. I hope that every day will bring you some bad news from the frontier of that unknown territory in which you work. I hope every day you rise up from your desk and say, "God, what a fool I was yesterday!" So that you can say that again tomorrow. And thus write against your life.

Don't-shine.

Don't seek to shine.

Burn.



Montag, September 09, 2002
Rubrik: Womit ich mich vom Arbeiten abhalte

Jetzt ist der Tag noch gar nicht so alt und ich habe mich schon dreimal dabei erwischt, dass ich gesagt habe: "Das macht doch keinen Sinn!" Dabei weiß doch jedes Kind, dass es heißen muss: "Das hat doch keinen Sinn" und dass die zuerst gebrauchte Formulierung des "Sinn machens" lediglich eine dumme Übersetzung des englischen "it does not make any sense" ist und damit eine der versteckten Anglizismen, die ich als gefährlicher erachte, als einen "hab ich eben gecancelt"-Satz. Und jetzt muss ich zum 1000sensten Mal darüber nachdenken, ob beide Sätze eigentlich das gleiche meinen oder einen semantischen oder wie auch immer geachteten Unterschied besagen. Spontan dachte ich wie stets: Die deutsche Sprache ist hier präziser, denn Objekte (oder was auch immer) "haben Sinn" oder auch nicht, können aber keinen "Sinn machen", da die "Sinnstiftung" ein aktiver Prozess ist, dass "Objekt" aber (hier) passiv ist.
Bei Ernst Jünger steht irgendwo (weiß jetzt nicht wo und habe auch keine Lust nachzuschauen): "Bedeutung wird zugemessen und zugebilligt, doch Sinn wird nicht gemacht. Sinn existiert." Das fand ich ja erst mal einen tollen Satz, doch bei näherer Betrachtung, scheint er doch zu kurz gegriffen. Denn erst dadurch, dass einem Objekt ein Sinn zugebilligt wird, hat es ihn ja auch erst. Wenn ein Objekt einen angeblichen Sinn hat, den aber kein Subjekt erkennt im Sinne von zubilligt, dann hat das Objekt diesen Sinn auch nicht, da der Bezug zum Subjekt als Sinnempfänger nicht gegeben ist. Also ist das Subjekt sinnsuchend und verleiht einem Objekt dadurch erst Sinn, weil das Subjekt ihm diesen Sinn zubilligt. Durch diese Zubilligung wird das Objekt dann sinngeladen oder behaftet oder sinnvoll und erst dadurch für das Subjekt zu einem höheren Objekt, als ein nicht Sinn-behaftetes.
Irgendwie ein Art Kreislauf: Das Subjekt erteilt dem Objekt einen subjektiven Sinn, hält dieses Objekt danach für objektiv sinnvoll (und dadurch unter Verkennung der Sinn-Zuweisung auch für sinnstiftend) und für erachtenswert, auch wenn diese Sinnzuteilung immer subjektiv bleibt.

Jetzt besser schnell zurück zur Arbeit, sonst artet dieser Quatsch noch aus.




Glaube, Liebe, Hoffnung
Zitate vom Wochenende

Für eine bestimmte Generation bin ich so eine Art Haushaltsgerät, das sie immer mit sich
rumgeschleppt hat.

Heike Makatsch, Schauspielerin und Ex-Viva-Moderatorin, in der "WAS".
*
Es ist heute einfach nicht mehr so wichtig, einen Gucci-Mantel zu tragen.
Matthias Horx, Zukunftsforscher, über den Wertewandel nach dem 11. September.
*
Nach der Wahl muss mit einer starken FDP der Blitz in Deutschland einschlagen.
Rainer Brüderle, FDP-Vize, am Sonntag beim FDP-Sonderparteitag in Berlin.
*
Jetzt ist Kampf angesagt. Rennen, Kämpfen, wenn man umfällt wiederaufstehen ... zu Wasser, zu Lande und aus der Luft ... Dann haben wir am 22. die Entscheidung getroffen: Deutschland wird wieder liberal regiert!
Jürgen Möllemann, Stehaufmännchen, gleicher Ort, gleicher Anlaß.
*
lch gebe meine Antwort darauf in vier Jahren.
Berti Vogts, Noch-McBerti, am Samstag in Toftir auf die Frage, ob er bei einer Niederlage gegen die Färöer-lnseln zurückgetreten wäre.
*
Das sind spanische Gurken, die vielleicht viel Sonne gekriegt haben, aber längst vertrocknet
sind.

Udo Lattek, rotgesichtiger Ex-Trainer, am Sonntag im DSF über die drei spanischen Neuzugänge von Hannover 96.




Sonntag, September 08, 2002
Das Duellchen

Eigentlich gab es ja nix neues.
Eigentlich wollte ich das ja hier nicht mehr erwähnen.
Uneigentlich wollte ich aber noch erwähnen,
dass Hauser&Kienzle noch schlechter sind, als Schröder&Stoiber.
Eigentlich ist das aber auch nix neues.





Eine Tür öffnet sich knarzend.
Der Mann geht auf die Frau zu.
ER sieht SIE an.
ER faßt sich ein Herz.

ER: "Why do u leaving me?
SIE: " "
ER: "Stay, please!"
SIE: "...cause... "

*Nur scheinbar schwerelos tanzen viele Fragezeichen in der Luft*

ER: "Yes?
SIE: " "
ER:"Without u I'm nothing!"
SIE "..cause..cause u never fucked with my brain!"

Ein Herz hat SIE sich gefaßt.
IHN sieht SIE an.
Von dem Mann geht die Frau weg.
Knarzend schließt sich eine Tür.




Samstag, September 07, 2002
Fragen

Ich meine, daß in der Politik realitätsbezogene Fragen gestellt werden müssen. Also, man kann doch zum Beispiel vor einer Wahl Politiker fragen, ob sie die Wirtschaftsstrukturen als eine keynesianische oder eine monetaristische interpretieren, das sind doch realitätsbezogene Fragen. Ich möchte hingegen nicht wissen, daß die Politiker für Gleichheit und Freiheit sind. Mich würde etwa auch interessieren, was Politiker meinen, was sie nicht tun können.
[Aus: Niklas Luhmann, Archimedes und wir, Merve, Berlin 1987]



Antworten

Agrarminister fordern klare Regeln für künftige Hochwasser
Überschrift einer AP-Meldung am gestrigen Freitag.
*
Der Metrorapid wird zum Sargnagel der Sozialpolitik.
Karl Schiewerling vom Kolpingwerk am Freitag in Düsseldorf zu den geplanten Mittelkürzungen des Landes bei der Jugend- und Familienhilfe angesichts der vorgesehenen Milliarden-Investitionen beim Metrorapid.
*
Die Alternative der Bush-Leute ist eine Mischung aus Selbstjustiz und weltpolitischem Roulette, für die sich die einzige Supermacht auf der Welt zu gut sein sollte.
Aus einem Beitrag der Kopenhagener Tageszeitung "Politiken" zur Irak-Politik von George W. Bush.
*
Weder in Washington noch in Berlin ist man sich darüber im Klaren, wohin die eigene Politik
führen soll, beiden fehlt eine Exit-Strategie.

Aus dem Beitrag "Mitten im Glaubenskrieg" der Wiener Tageszeitung "Der Standard" zum gleichen Thema.
*
Bush benimmt sich so, als sei er der Princeps Caesar Augustus und Deutschland die Provincia Germania.
Ludwig Stiegler, SPD-Fraktionschef, in einem Interview mit dem "Münchener Merkur".




Freitag, September 06, 2002
Affig
Peter Kloeppel ist beleidigt. Sie erinnern sich, Kloeppel war der RTL-Journalistendarsteller beim ersten TV-Duell Schröder vs. Stoiber. Peter Kloeppel ist beleidigt, da er die Tiefe des Interviews in der Nachberichterstattung nicht recht gewürdigt sieht. Man könnte es natürlich auch so sehen: Peter Kloeppel ist beleidigt, weil er sich nicht in der Nachberichterstattung recht gewürdigt sieht. Die Journalisten, so Kloeppel auf den Marler Medientagen, hätten doch mehr über die Inhalte des Duells als über die äußeren Umstände berichten sollen. Das hätten sicherlich auch fast alle lieber gemacht, doch leider gab es ja keine Inhalte. Und über die leeren Wahlkampfphrasen zu berichten, die ohnehin schon via Plakatemission die Innenstädte verschmutzen, lohnt ja dann auch nicht.

Treffend brachte dies auf den Medientagen auch Bernd Gabler, Leiter des Grimme Instituts, zum Ausdruck: Schröder und Stoiber hätten sich zu "Affen einer mit Hilfe ihrer ängstlichen Wahlkampfstäbe tot-choreografierten Fernseh-Inszenierung machen lassen."



Wahl-O-Mat
Sind Sie noch ein sogenannter Unentschlossener? Ihre Lieblingspartei "Chance 2000" ist diesmal nicht am Start? Sie wissen also noch nicht, in welchem Käsekästchen Sie am 22. September Ihr Kreuz machen wollen? Wir helfen gerne:

Vorschlag 1:
Augen zu machen und den Zufall entscheiden lassen (nicht so empfehlenswert)
Vorschlag2:
Blinden-Wahlzettel beantragen und sehenden Auges einen Knopf drücken (nicht so empfehlenswert)
Vorschlag 3:
Den Wahl-o-Mat befragen (empfehlenswert).


[Fig.:Blindenwahlzettel]




Donnerstag, September 05, 2002
Feingeist
Am Scanner in den Redaktionsräumen einer Bonner Zeitung steht der Herr Kollege Feuilletonist. Kunstsinniger Mensch, der. Schließlich ja auch Feingeist. Architekturliebhaber. Alles Gelesenhaber.
Presst der Feingeist doch einen schweren Kunstwälzer auf den Scanner.
Der Buchrücken biegt sich und biegt sich und *krach* bricht. "Das arme Buch", sag' ich. Völlig verständnislos schaut der Philosoph mich an. "Wieso", sagt er, "wäre es ihnen lieber gewesen, das Buch wäre kein Buch geworden, sondern vielleicht ein Vogel?" "Äh?!?", sage ich pfiffigerweise und gehe weiter. Ich bin diesen feingeistigen Apercus -Produzenten scheinbar nicht gewachsen. Man kann das natürlich auch ganz anders sehen.



Extremistenvideo
Was sich anschaut wie ein Bild aus den schlechten Videokunstversuchen der frühen 80ziger, ist in Wirklichkeit ein Ausschnitt aus einem Video, mit dem islamische Extremisten versuchen, auch in D-Land Menschen anzuwerben, die dann für eine irgendeine Sache in den Selbstmordbombertod gehen sollen. Der Ausschnitt zeigt einen "Märtyrer", der gerade in den Himmel kommt. Das sehr schlecht gemachte Video trägt den widerlichen Titel "Die Liebhaber des Martyriums" und wurde gestern vom Bayerischen Innenministerium der Presse vorgeführt. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass es gelingt, mit solchem Schund Leute zu bewegen, zu Mördern und Selbstmördern zu werden. Aber da irre ich wahrscheinlich.




Gerede

Baden-Württemberg zweistellig, Nordrhein-Westfalen dreistellig - macht zusammen 18
Prozent.

Walter Döring, FDP-Chef Baden-Würtenberg, zur Erreichbarkeit des Wahlziels seiner
Partei bei der Bundestagswahl.
*
Solange Kurt Beck Ministerpräsident ist, wird Rheinland-Pfalz nicht verrückt.
Walter Schumacher, rheinland-pfälzischer Regierungssprecher, am Mittwoch in einer
Pressemitteilung zur Pressmeldung des CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzenden Dr. Christoph Bohr: "Wir wollen Rheinland-Pfalz vom Rand in die Mitte rücken".
*
Es gibt auch Verantwortung in dem Bereich. Das war früher ein haltbarer Konsens, selbst bei den Wildesten unter Ihnen.
Otto Schily, Bundesinnenminister, am Mittwoch in Berlin zu der Verantwortung der Medien vor dem Hintergrund von Berichten über angeblich bevorstehende Festnahmen von islamischen Terroristen.
*
Man muss sich hüten, politische Lieder zu schreiben, nur weil man meint, sie schreiben zu
müssen.

Herbert Grönemeyer, Barde, in der Wochenzeitung "Die Zeit".
*
Wir müssen uns eben mit der Situation auseinander setzen, dass wir bei Spielen wie gegen
Litauen nur verlieren können, erst recht, wenn wir es verlieren.

Michael Ballack, Fußballa, am Mittwoch in Neu-lsenburg.
*
Gipfel der nachhaltigen Enttäuschung.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz/BUND zum UNO-Gipfel für nachhaltige Entwicklung.
*
Johannesburg war ein Rückschrittsverhinderungsgipfel.
Reinhard Loske, umweltpolitischer Sprecher Bündnis 90/Die Grünen, zum gleichen Thema.
*
lch wähle Doris ihren Mann seine Partei.
Juso-Transparent bei einer Demonstration in Düsseldorf.




Mittwoch, September 04, 2002
Kanzlerboxen
Das vielzitierte TV-Duell zwischen Schröder und Stoiber war ja doch ein bißßerl langweilig. Es fehlte eindeutig an Schlagkraft. Wer meint, das besser machen zu müssen, kann dies bei RTL tun. Kanzlerboxen heißt das dann und man kann als Schröder mit roten oder als Stoiber mit schwarzen Boxhandschuhen in den Ring steigen. Als Nummergirls fungieren Angela Merkel und Renate Künast, bekommt man zu viel auf die Fresse, wird man von Gregor Gysi ausgezählt. Guido Westerwelle darf auch hier leider nicht mitspielen.




Kanzlergrüße
Kanzlergrüße per E-mail und mit "ÄH"-Faktor verschickt die "Berliner Zeitung". Unter der schönen Anschrift kanzlerdireinen kann man sich aus Versatzstücken aus Reden von Schröder oder Stoiber typische Ansprachentexte zusammensetzen lassen. Merke: Aus "Bla" und "Bla" wird auch nur "BlaBla".



Kanzlergenerator
Sich seinen eigenen Kanzler basteln? Kein Problem. Die Düsseldorfer Werbeagentur Zellteilung bietet dazu ein kleines Programm an: Den Kanzlergenerator. Aus 256 Merkmalen kann sich nun jeder seinen eigenen Kanzler zusammenmischen. Die XXL-Version dieses Spiels mit 3125 Varianten gibt es im Spielebereich von yahoo .



Dienstag, September 03, 2002
Kamikaze, so geht's

Der englische "Guardian" veröffentlichte kürzlich einige Auszüge aus einer Übersetzung der Motivations-Handbücher für japanischen Kamikaze-Fliegern im WW2.

At the very moment of impact: do your best. Every deity and the spirits of your dead comrades are watching you intently. Just before the collision it is essential that you do not shut your eyes for a moment so as not to miss the target. Many have crashed into the targets with wide-open eyes. They will tell you what fun they had. [...]
You are two or three metres from the target. You can see clearly the muzzles of the enemy's guns. You feel that you are suddenly floating in the air. At that moment, you see your mother's face. She is not smiling or crying. It is her usual face.




Bush reads a book
Georg W. Bush soll ein Buch gelesen haben. Diesen in der Tat beinahe unglaublichen Vorgang vermeldet jedenfalls der New York Observer unter der wunderbaren Überschrift:

Bush Reads a Book, World Awaits Result
Suddenly, the debate over invading Iraq and overthrowing Saddam Hussein has taken a literary turn, with the news that George W. Bush is reading a book.

[btw. das Buch heißt: "Supreme Command: Soldiers, Statesmen and Leadership in Wartime" und stammt von Eliot A. Cohen]



Wahl-Gerede

Ich muss mich auch mit der Möglichkeit auseinander setzen, dass es mit meiner Kandidatur beim ersten Mal nicht klappt.
Guido Westerwelle am Montag in Berlin über die Aussichten seiner Kanzlerkandidatur.
*
Im Jahr 2000 hieß es locker: "Hol mir mal ne Flasche Bier". Wer Schröders Bilanz heute ansieht, der wird sagen: "Flasche leer! Wir haben fertig!"
Edmund Stoiber am Sonntag zum Auftakt der heißen Wahlkampfphase in Düsseldorf.
*
Was Edi nicht gelernt hat, lernt Edmund erst recht nicht mehr: Beim Umweltschutz laufen CDU/CSU der Entwicklung hinterher.
Aus einer Pressemitteilung des stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Michael Müller anlässlich der Vorstellung des Sofortprogramms der Union.




Montag, September 02, 2002
Zapping
Hab' gestern Abend mal kurz in die Wdh. der MTV-Video-Awards gezappt.
Und Moby gesehen, mit seinem sprechenden Hund.
Hund sagt: "U know, he's related to the guy who wrotes "Moby Dick"!
Deutscher Untertitel: "Moby ist verwandt mit dem Schriftsteller, der "Moby Dick" geschrieben hat."
Hund sagt auf Moby deutend: "He is Moby, but without a dick."
Deutscher Untertitel: "Er ist wie Moby, aber nicht so dick".
Weitergezappt.


Rubrik: Stimme von außen

Die in London erscheinende Zeitung "The Sunday Telegraph" schreibt am Sonntag in einem etwas seltsamen Portrait über Edmund Stoiber:

Die Deutschen könnten kurz vor einer der bizarrsten Entscheidungen ihrer Nachkriegsgeschichte stehen. In drei Wochen könnten sie einen Bayern an ihre Spitze wählen. [...] Edmund Stoiber der kurz davor stehen mag, der nächste Bundeskanzler zu werden, hat erhebliche Probleme, sich als menschliches Wesen zu präsentieren. [...]
Stoiber trägt oft traditionelle bayerische Trachten, aber die Art, wie er sie trägt, hat nichts Entspanntes. Er sieht aus wie ein BMW-Manager, der sich für die Weihnachtsfeier herausgeputzt hat.
Im Grunde seines Herzens ist Stoiber ein altmodischer, autoritärer Katholik. Wenn es um den Umgang mit "Ausländern" in Deutschland geht, hat Stoibers Haltung etwas typisch Bayerisches. Er erweckt den
Eindruck, dass er es am liebsten hätte, wenn jeder mit dunkler Hautfarbe oder moslemischem Glauben einfach weggehen würde. [...] Bei einem Besuch in London gelang ihm kürzlich der Doppelerfolg, sowohl den britischen Premierminister als auch den Oppositionsführer zu beleidigen - als erster offizieller deutscher Vertreter seit [Joachim von] Ribbentrop.
Die meisten Deutschen scheinen diese Grobheit erfrischend zu finden. Stoiber hat einen knappen Vorsprung für die Bundestagswahl, aber Schröder könnte seinen Traum noch ruinieren. Die erfolgreichste bayerische Invasion Berlins, seit die Nazis von München aus nordwärts schwärmten, hängt am seidenen Faden.




Sonntag, September 01, 2002
Internet: Die unterschätzte Quelle
Fernsehen und Zeitungen sind nach einer repräsentativen Umfrage die wichtigsten Informationsquellen für die Bundestagswahl. Aber auch die Diskussion mit Freunden, Kollegen oder in der Familie haben einen hohen Stellenwert. Nach Fernsehen (87 Prozent) und Zeitungen (81 Prozent) sehen 79 Prozent das Gespräch mit einem Freund oder Kollegen als wichtige Quelle, ergab eine Umfrage unter 1410 Personen des Meinungsforschungsinstituts INRA für die "Financial Times Deutschland" (Ausgabe vom morgigen Montag).
Radioberichte sind für 67 Prozent der Wähler eine wichtige Quelle zur Meinungsbildung, die Werbespots der Parteien im Fernsehen für 40 Prozent. Nur knapp ein Viertel hält Wahlveranstaltungen für wichtig. Das Internet ist mit 15 Prozent eher unwichtig in der Gunst der Befragten.

[Der Weg zu den Sternen bleibt holprig]