MEDIEN-KONTOR:NOTIZEN  
Operette macht dick
Notizen


Freitag, Januar 31, 2003
Korrelation

Aus dem Verkaufskasten der "BILD"-Zeitung blinken einem heute zwei Schlagzeilen entgegen:
Claudia Schiffer. Kaiserschnitt. Es ist ein Junge!
Direkt darunter:
Großer BILD-Ted: Wer soll als nächster raus?




Rubrik: Blondes

Manchmal ist die deutsche Sprache (oder eher: wir sind) ja doch sehr prosaisch. 2H2O+20H20 ist die chemische Formel für Wasserstoffperoxyd, das 1818 vom Franzosen Thenard entwickelt wurde. Als Bleichanwendung kam es erst 1867 auf den Schönheitsmarkt und trug dabei den bezaubernden Namen:
Eau de Fontaine de Jouvence D'Or.
So muss das heißen.



Donnerstag, Januar 30, 2003
Rubrik: Lebenshilfe


Auch unser edles Sauerkraut.
Wir sollen's nicht vergessen.
Ein Deutscher hat's zuerst gebaut,
drum ist's ein deutsches Essen.

[Uhland im "Metzelsuppenlied"]
Bäh!





slashdot.de und viele Fragen

Gefragt habe ich mich, warum in den letzten Wochen dieser Server so schlecht läuft.
Gefragt habe ich mich, warum sich die Skripte so nach und nach verabschieden.
Gefragt habe ich mich, warum wir nicht einmal mehr funktionierende Referrers haben.

Kurz nachgeforscht:
Die Firma, die Berliner speedlink ISP GmbH, auf deren Server unsere Seiten gehostet sind, ist bereits vor sechs (!) Wochen in die Insolvenz gegangen (Amtsgericht Charlottenburg, Geschäftsnummer: 105 IN 6976/02). Was auch erklärt, warum dort seit Tagen das Telefon "besetzt" ist. Wie lange dieser Server überhaupt noch läuft, ist damit völlig unklar.

Jetzt frage ich mich, warum uns dies die Firma speedlink ISP nicht mitgeteilt hat.
Jetzt frage ich mich, warum uns dies der Insolvenzverwalter nicht mitgeteilt hat.
Jetzt frage ich mich, warum speedlink ISP uns einige Tage vor der Insolvenz noch den kompletten Betrag für 2003 abgeknüpft hat.

Verehrte Leserschaft, kann mir einer einen guten Webspace-Hoster (ca. 100 MB Platz, PoP3, CGI etc.) empfehlen, der nicht morgen schon wieder in den ewigen dotcom-Jagdgründen verschwindet?
Vorschläge und Anregungen bitte wie stets an: leopold ät medien-kontor.de. Danke.



Mittwoch, Januar 29, 2003
Skandal

Schlagzeile des Kölner "Express", Ausgabe Bonn, gestern:
Lebenslänglich für Mord an der Beethovenhalle.
Nachgeschaut: Beethovenhalle steht noch. Justizskandal vermutet.



Knietief zwischen Monarchie und Alltag

Seltsam - nach einer halben Ewigkeit und die ist in meinem Fall so 17-18 Jahre lang - wieder auf einem Konzert einer Band gewesen zu sein, die ich live zuletzt in meiner Jugend gehört habe. Gestern aber: Fehlfarben in der Kölner Live Music Hall.

Parenthese auf. An dieser Stelle würden jetzt die Herrn Kollegen Feuilletonheinis einfügen: Und es war wie eine Reise in die eigene Vergangenheit, Bilder zogen vor dem inneren Auge umher ... sie haben nix verlernt ... die Jugend ... damals ...der Glaube an was neues. Doch so wars nicht: Für so eine Rückschau bräuchte man dann entweder Brüche in der eigenen Bio (aber meine einzigen Brüche sind die ständigen Einbrüche in mein Auto) oder eine stringente Entwicklung von einem damaligen Punkt zu einem entfernten Jetzt (diese Entwicklung gab es aber nicht, ich bin noch genauso infantil wie damals). Parenthese zu.

Fehlfarben ist jedoch noch immer ganz ganz groß und noch immer kalauert Peter Hein die schlechtesten Ansage überhaupt zusammen. Und noch immer werden diese von der barmherzigen Band abrupt unterbrochen. Beim Hören der neuen CD Knietief im Dispo hatte ich ja eigentlich Schlimmes befürchtet, was aber vor allem am unglaublich schmalbrüstigen Sound liegt, offenbar trauten sich die Studiotechniker nicht so recht und daher hört sich das ganze auf Platte an wie zu schnell gespielte Blumfeld-Sülze. Vielleicht hatte ich aber auch zu sehr auf den fetten Sound der Family 5-Alben gehofft.
Festlegung: 1. Family 5, 2. Fehlfarben, 3. dann kommt lange nix.




Dienstag, Januar 28, 2003
Schnell mal' ne Schalte nach Frankfurt

Frag mich gerade, wenn dann bald die Smart-Bombs wieder carpet-weise regnen und die Cruise Missiles politische korrekte chirurgische Einschnitte ausschließlich an hard targets vornehmen und im Hintergrund der lästige colateral damage als nicht unerwünschter, jedoch nicht allzu fashionable anzuschauender Beifang durch die Gegend explodiert, wie oft dann wieder jung-dynamisch-wissenslose Nachwuchsmoderatoren, eingedenk der drohenden Verluste dort, wo es wirklich weh tut, also im eigenen Aktiendepot, bleich ins Mikro stammeln: "Und was macht der DAX ?"



Amerikanische Wörter bzw. Unwörter 2002

The grim forebodings of the past year were reflected in the American Dialect Society's choice of weapons of mass destruction and its abbreviation WMD as word (or phrase) of the year 2002.
Most likely to succeed: blog
Most useful: to google
Most creative: Iraqnophobia (strong fear of Iraq)
Most unnecessary: wombanization (feminization)
Most outrageous: Neuticles (fake testicles for neutered pets)
Most euphemistic: regime change
Most euphemistic, second placed: V card (slang term for virginity)




Montag, Januar 27, 2003
German Lebensart 1: Drinking beer in Germany

Die BBC klärt auf:
It is posited by some as a well-known fact throughout the world that the average German drinks about as much beer as a whole platoon of construction workers... on a good day. The intimate relationship that the average German shares with his beer often makes him very particular about his brand. The result of this commitment is a century-old war with countless opponents and little hope for a peaceful settlement. For the unprepared foreign visitor, entering a bar in Germany and ordering a beer without knowing the local preference is the equivalent of tap dancing in a minefield... […] Since these two cities provide a major focal point of the beer war, try to remember that you should never ever order an Alt in Cologne, or a Kölsch in Düsseldorf.



... und ...

Wir haben gekämpft und gefighted.
Eduard Geyer, Cottbuser Trainer, über seine Mannschaft nach dem Sieg in Leverkusen.

Die Mannschaft hat Kampf und Fight gezeigt.
Klaus Toppmöller, LeverkusenerTrainer, über seine Mannschaft nach der Niederlage gegen Cottbus.




German Lebensart 2 : How to eat a Weisswurst

Die BBC klärt auf:
Therefore eating Weisswurst the wrong way runs the risk of breaking with traditions, dining etiquette and, in the worst-case scenario, offending the feelings of Bavarian natives. […] Eating Weisswurst without pretzels is impossible for most Bavarian people, because they always go together. […] Weissbier is the most common drink that is ordered with Weisswurst. It is not a must, but it is strongly recommended. Ordering other kinds of beer is OK. Ordering other kinds of beverages will be tolerated, but be warned that some drinks are considered to be very strange in combination with Weisswurst. So, if your waiter looks a bit bewildered when you order Weisswurst with wine or milk, the reason is because the drink is not OK.



Samstag, Januar 25, 2003
Der alte Mann und das Denken

Lesenswertes Interview des "Spiegels" mit Jürgen Todenhöfer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Burda-Verlages:

Ach, jener Donald Rumsfeld, der 1983 zu Saddam Hussein gereist ist, um ihm die Unterstützung der USA im Krieg gegen den Iran anzudienen? Jener Rumsfeld, der Hussein die Waffen in die Hand gab, mit der er das eigene Volk ermordete? Mag sein, dass ich ein alter Europäer bin. Dann ist Rumsfeld ein alter Mann mit altem Denken.



Freitag, Januar 24, 2003
Peace Activity


Think globally, whack locally.




Donnerstag, Januar 23, 2003
Pax Americana

Im Februar letzten Jahres hatte die "New York Times" berichtet, dass das nach den Anschlägen vom 11.9. gegründete "Office for Strategic Influence", das sich mit allen Arten von "Informationsoperationen" beschäftigen sollte, auch ausländischern Medien gefälschte Informationen zuspielen wolle, um für eine freundliche Haltung gegenüber den Aktionen des Pentagon zu sorgen. Nach einem eher lauen Protestgeschrei der Medien wurde dieser Plan dann - offiziell - zurückgestellt, jetzt allerdings feiert dieses Office ein Comeback - mit anderem Namen zwar, jedoch mit gleichem Inhalt. Bei der gestrigen PK im Weißen Haus wurde es offiziell vorgestellt, das White House Office of Global Communications.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, in der Pressekonferenz am 21/01/2003:

And this office is created because the President recognizes that in our global information society, it is very important for people around the world to hear the message of the United States. And I think this President particularly has reflected on the fact that we, as Americans, take it for granted what a good, caring, compassionate country we are. We're the world's largest provider of food; we're the world's largest provider of funding to fight HIV-AIDS. And yet you can travel to pockets of the world and hear a lot of anti-Americanism, a lot of statements that are not reflective of the good deeds that the American people fund through their tax dollars, and good deeds that the government carries out through the Peace Corps and through a variety of areas that serve to make the world a more peaceful, better fed, better educated, healthier place. And so there's a recognition that we have work to do to bring that message around the world.

Erstes Thema dieses Office lautet ausgerechnet: "Apparatus of Lies - Saddam's Disinformation and Propaganda 1990-2003". Darin heißt es:

In their disinformation and propaganda campaigns, the Iraqis use elaborate ruses and obvious falsehoods, covert actions and false on-the-record statements, and sophisticated preparation and spontaneous exploitation of opportunities. Many of the techniques are not new, but this regime exploits them more aggressively and effectively - and to more harmful effect - than any other regime in power today. […]
An important priority of Saddam's deception apparatus is to manipulate the televised images the world sees. This is accomplished by controlling the movements of foreign journalists, monitoring and censoring news transmissions, disseminating old or fake footage, and carefully staging events or scenes.




Mittwoch, Januar 22, 2003
Am Schalter

- Was kosten denn jetzt Maxibriefe unter 100 Gramm nach Österreich, also die Briefe, die bisher 2,56 Euro gekostet haben?
Postologe blättert in Tabelle rum.
- Kosten jetzt 2,50 Euro glatt.
- Gut dann nehme ich 100 Marken à 2,50 Euro.
Postologe blättert in Tabelle rum.
- Geht nicht, die gibs nicht.
- Wieso nicht?
- Wir sind wohl noch nicht ausreichend konfektioniert.
[Wow, konfektioniert - endlich macht sich die Mitarbeiterschulung mal richtig bezahlt]
- Und jetzt ...?
Postologe blättert in Tabelle rum.
- Mmhh.
Postologe blättert im Taschenrechner rum.
- Nehmen Sie 100 Marken à 0,45 Euro und 100 Marken à 4,00 DM.

Post 2007 - dann klappt's auch mit dem Konfekt.



Dienstag, Januar 21, 2003
Unwort 2003

... and the winner is:

1. Ich AG (aus den Hartz-Papieren)
2. Ausreisezentrum (für Asylbewerberheim)
3. Zellhaufen (gentechnische Manipulationen an "überzähligen Embryonen")

Auf den Plätzen:
Achse des Bösen (Georg w. Bush)
Lufthoheit über den Kinderbetten (Olaf Scholz)



Montag, Januar 20, 2003
...ist das Pech

Peter Arnett, im letzten Golfkrieg zu Starruhm gekommener CNN-Reporter, in einem aufschlussreichen Interview mit der "FR":

Warum nicht Saudi-Arabien angreifen?

Sie denken zu logisch. Wir haben das doch alles berichtet. Was sollen wir denn noch tun: Eine beschissene Flagge vor das Weiße Haus schleppen? Die Medien haben keine Gewehre. Wir haben Stifte und Kameras - das war's. Alles was wir tun können, ist Informationen zu verbreiten. Aber wenn es die Leute nicht interessiert, ist das Pech. So funktioniert Demokratie.
[...]
Sie dürfen Europa nicht mit Amerika vergleichen. Bei Ihnen gibt es eine nennenswerte Anti-Kriegs-Bewegung, Sie haben ideologische Medien, sie haben Zeitungen mit Meinungen. Europäer haben eine tiefer gehende Sicht der Dinge, sie denken nicht so paranoid wie Amerikaner.



Zum Heulen

The Blessed Mother's face became so miserable with tears and blood, as she was weeping for the children in the world who are mired in sins and refuse to repent.


Weeping statues and Icons - mmmhh, mir sind bisher nur weinende Kontos ein Begriff.



Recherche unerwünscht

Aus einem Bericht der schweizer "Sonntagszeitung":

Die alte Garde Koryphäen wie Isaacson oder die Watergate-Chefschnüffler Bob Woodward und Carl Bernstein von der "Washington Post" verlegt sich aufs Bücherschreiben; die neue Generation, willige Zahnräder in der PR-Maschinerie George W. Bushs, ist weniger an politischem Tiefgang interessiert als daran, sich brav in ihren Medienkonglomeraten hochzudienen. [...]In einer marktorientierten Medienwelt seien journalistische Grundfesten wie Recherchieren nicht mehr so wichtig. [...]Trübes Resultat: "Die Berichterstattung über unsere Regierung ist kaum mehr lehrreicher als die Berichterstattung der Lokalsender in Rijad."




Throwing mobiles

Now for those so frustrated with their mobile phone that smashing it seems the most deserving end, there's a new sport - phone throwing, Latvian style...! […]"Throwing mobiles is an absolutely normal sport - it's no different from any other," insisted Andris, one of the competitors. […]Incidentally, the world record in mobile phone throwing is 66.72 metres, set by Petri Valta using a Nokia 5110 mobile phone. (via boingboing)



Samstag, Januar 18, 2003
Rubrik: Sonderangebote


Flavors May Vary





Freitag, Januar 17, 2003
Neue Wörter

... aufgeschnappt im Laufe dieser Woche:

Mahlzeitsimulationen
griffschlichte (Flasche)
(etwas) bepfanden
(etwas) verbohlen
(jemanden) cowboyen
Sexynesskoeffizient




IMI

The Independent Media Institute (IMI) is a nonprofit organization dedicated to strengthening and supporting independent and alternative journalism, and to improving the public's access to independent information sources. IMI has four editorial and service components: alternet.org, a public interest online magazine; AlterNet Syndication, a news service for the independent press; wiretapmag.org, an online magazine for socially conscious youth; and spinproject.org (SPIN), which trains grass-roots and advocacy groups in communication skills.



Donnerstag, Januar 16, 2003
Rubrik: Sonderangebote





Phonebashing

Über Mobil-Telefone zu lästern gehört ja bei vielen immer noch zum guten (Klingel-)Ton, ist nur was für Poser, klar, außer man gebraucht es gerade selber. Wesentlich konsequenter sind da die Jungs von Phonebashing. Gelebte Idiosynkrasie.

Btw.: Gehen Sie doch mal bitte bei Ihrem nächsten USA-Aufenthalt in einen Mobile-Telephon-Shop, suchen Sie dort die hübscheste Verkäuferin aus und fragen mit verschmitzer Stimme mal nach einem "Handy". Vielleicht klappt es ja nach Dienstschluss.

After an evening of heavy drinking a plan was hatched and all concerned decided that this was a cause worth fighting for: Phonebashing.



Verspätete Vorsätze für 2003

Damit sich die Investitionen der europäischen und amerikanischen Regierungen in Echelon und andere Erst-mal-alle-ausspionieren-Systeme auch lohnen, will ich dieses Jahr öfter mal Begriffe wie "Heiliger Krieg" "TNT" und "Falaffel" in Mails an meine Oma einflechten. (Weitere Vorsätze der "TAZ").



Mittwoch, Januar 15, 2003
CD Zapping

Take one CD, Microwave at full power for 5 seconds, and place on top of tesla coil. Enjoy!



Kaffee-Apartheid: Trent Lotte

Bitter brew? For the past couple of weeks, those wags at Kramerbooks & Afterwords Cafe in Dupont Circle have been marketing a beverage called the "Trent Lotte." The menu describes the $3.25 item as "separate but equal parts of coffee and milk" - a not too veiled reference to Mississippi Sen. Trent Lott's career-damaging 100th-birthday praise of fellow Republican Sen. Strom Thurmond's segregationist 1948 presidential campaign. Yesterday bartender Mark Kutcher told us that the coffee and steamed milk are served in two different containers, and it's up to customers to integrate them. "We think it's really funny," Kutcher said. "That's why we do it." But we seriously doubt if Lott is laughing. Our call to the deposed Senate Republican leader's press office yesterday was greeted by grim silence.
[Quelle: Washington Post]



Tora! Tora! Tora!


R.I.P. Kinji Fukasaku, 1930-2003





Dienstag, Januar 14, 2003
Kurz

105 Meisterwerke der Weltliteratur kurz zusammengefasst beim Bibliotheken-Hersteller Paschen. Von Hans-Christian Andersen "Märchen" bis zur vorzüglichen "Nana" von Emile Zola. (via Quimbo)



Irak-Krieg

Endlich einmal eine nachvollziehbare Begründung für einen Einmarsch in den Irak. Es geht nicht um Öl, nein, es ist ein reiner Präventivkrieg, da der Irak seinerseits plane, in den USA einzumarschieren.

US-Präsident George W. Bush hat seinen möglichen Präventivkrieg gegen den Irak mit einer neuen Begründung garniert. Ein Angriff Saddam Husseins auf die USA hätte verheerende Folgen für die Wirtschaft der Vereinigten Staaten.[Quelle: Spiegel]

Bleibt nur noch die Frage, ab wann genau zurückgeschossen wird.



Montag, Januar 13, 2003
Kulturerbe

Dass die UNESCO besonders bemerkenswerte Gebäude und Landschaften gerne mit der seltsamen Bezeichnung "Weltkulturerbe" adelt, ist ja hinreichend bekannt und für die Tourismus-Manager auch ein fetter Hände-Reib-Grund. Darüber hinaus gibt es aber auch eine - überraschend kurze - Liste von Werken, die von der UNESCO zum " memory of the world" erklärt worden sind. Über die ausgesuchten Werke lässt sich sicherlich nicht streiten, wohl aber über die unendliche lange Liste der nicht-berücksichtigten. Warum z.B. Beethovens Neunte, aber nicht die Bach'sche Matthäuspassion usw. Vielleicht hebt man sich die Inauguration der fehlenden Werke ja für später auf, dann hätte man wieder einen Grund für eine fette Rumschwatzkonferenz mit lecker Essen und hübschen Hostessen.

Memory of the world, made in Germany:

Fritz Lang's motion picture METROPOLIS (1927) is without doubt famous testimony of German silent film art, a testimony that made history.
*
The 42-line Gutenberg-Bible is the first book printed in Europe with movable types.
*
The literary estate of Goethe is the most important holding of the Stiftung Weimarer Klassik / Goethe and Schiller Archives (GSA) in Weimar. Goethe still is the best-known German writer and poet world-wide and this collection of manuscripts includes the most important of his creative works.
*
The ninth Symphony of Ludwig van Beethoven (1770-1827) is one of the best known compositions world-wide. It has one of the most impressive and tremendous conceptions of Beethoven's works.
*
The Berlin Phonogramm-Archive is a part of the musicological section of the Ethnographical Museum […]More than 145,000 recordings of mussic representing the cultural heritage of many cultures all over the world excluding Western Art and Pop music are stored on completely different sound carriers such as Edison-phonograms, analog and digital tapes, and all kinds of discs.




Freitag, Januar 10, 2003
Weltallhundemarke

In case of alien abduction these dog tags may save your life. The crucial data an alien will need to get you back to Earth is die stamped into these dog tags. The design is based on NASA research for the Pioneer 10 Space Mission that used a gold plaque attached to the craft to inform any Extraterrestrials of it's Earthly origin.


Money back gurantee: Should you ever been abducted by aliens while wearing Location Earth Dog Tags and not returned safely to Earth you will be entitled to a full refund of the purchase price.



Media Whores Online

Media Whores Online takes an unbiased, in-depth look at the vast myriad of whores who call themselves "journalists." MWO casts a garish spotlight on the relentless screaming heads of television, the babbling paranoids of squawk radio, and the crayon scribblings of lazy print media "journalists."



Donnerstag, Januar 09, 2003
Marketing-Flops 2002

Einmal im Jahr kürt das Institut für Betriebswirtschaftslehre der Universität Hohenheim den "Marketing-Flop des Jahres". Jetzt stehen die zehn Kandidaten für 2002 fest. Mir gefällt dabei Vorschlag1 am besten:


Günstiger tanken, Geld für Kondome haben

Nach massiver Kritik der Öffentlichkeit an der Werbung zog der Konzern diese Kampagne zurück. In einer Stellungnahme ließ Conoco (u.a. JET-Tankstellen) verlautbaren, dass es bei der JET-Werbung "nicht um sensationsheischende Tabubrüche, sondern um unterhaltende Preis-Informationen [gehe]…"



Mittwoch, Januar 08, 2003
These stories must be told

Der jährliche Tyndall-Report ist eine statistische Auswertung über die Zusammensetzung der Nachrichtenthemen im us-amerikanischen Fernsehen. Untersucht werden dabei allerdings nur die drei größten Fernsehsehsender CBS, NBC, ABC. Dieser Report gilt in den USA als aussagekräftig, da der Durchschnittsamerikaner sein Wissen über Politik und vor allem über internationale Politik meist aus den Fernsehnachrichten erhält. Das Internet und die Zeitungen spiele bei diesen Themen nur eine untergeordnete Rolle. Nicht überraschend sind die Themenbereiche WTC-Anschlag, Afghanistan und Osama bin Laden nach Sendeminuten auf den ersten Plätzen der Berichterstattung.
Da Medien allgemein, in diesem Falle das TV, aber der Themenfilter schlechthin sind, ist es wie stets interessanter anzuschauen, über was wenig oder gar nicht berichtet wird. So gehören etwa die Enron- und die Worldcom-Pleiten - immerhin die größten Insolvenzen der us-amerikanischen Wirtschaftsgeschichte - und die mit diesen Pleiten verbundenen Betrügereien nicht zu den Top Ten-Themen der großen Sendeanstalten. Auch den Verstrickungen von Teilen der Bush-Administraton bzw. von Bush selbst in dubiose Finanzskandale erhalten vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit. Von sozialen (Gesundheits- und Bildungssystem) oder umweltpolitischen Themen (Waldbrände) ganz zu schweigen.

Um auf Themen hinzuweisen, die von den amerikanischen Medien nicht ausreichend beachtet werden und daher auch von der amerikanischen Öffentlichkeit kaum oder gar nicht wahrgenommen werden, veröffentlicht die amerikanische Sektion der internationalen Organisation "Médecins Sans Frontières" (MSF) jetzt zum fünften Mal eine Liste von humanitären Katastrophen. Einige dieser Themen, z.B. das Morden im Kongo oder der eskalierende Konflikt in Kolumbien, tauchen bereits zum vierten Mal auf dieser Liste auf. Allen Themen ist gemein, dass ihnen weniger Aufmerksamkeit gewidmet wurde, als den Querelen der lächerlichen englischen Königsfamilie(26 Minuten Sendezeit). So bekam der Konflikt in Angola immerhin 1 Minute, der Bürgerkrieg in Liberia jedoch keine Minute Sendezeit.

These stories must be told, said Nicolas de Torrente, executive director of MSF-USA. In MSF's experience, silence is the best ally of violence, impunity, and neglect. Media attention to dire crises can have a tremendous impact on mobilizing the resolve needed to bring solutions. But for most Americans, it is as though these vast human catastrophes do not exist.
People throughout the United States have told us how hungry they are for substantive, in-depth coverage of international issues,
de Torrente said. Unfortunately, apart from a handful of dedicated journalists, the U.S. media's increasingly narrow focus leaves many Americans woefully under-informed. This is happening at a time when understanding and addressing global issues is perhaps more important than ever.




Dienstag, Januar 07, 2003
BOYBN 2003

Die " BOYBN-Liste" für 2003 ist draußen. BOYBN steht dabei für "Best Of Young British Novelist." Die in England heiß diskutierte Liste wird von der englischen Literaturzeitschrift Granta herausgegeben und erscheint im 10-Jahres-Rhythmus. In der Vergangenheit hatte Granta stets ein gutes Gespür für zukünftige Erfolgsschreiber.



Mona Lisa Overdrive

Auch William Gibson, vor allem durch die Neuromancer-Trilogie bekannt gewordener SF-Autor, unterhält ein eigenes Blog. (via BoingBoing)



Austrias Exil-Literatur

"Österreichische Exil-Literatur seit 1933" beschäftigt sich mit Emigration und Exil im 20. Jahrhundert - als eine der zentralen Lebens- und Schreiberfahrungen für österreichische Schriftsteller.




Montag, Januar 06, 2003
Supi, echt

Man muss die Klums [gem. ist Heidi Klum, Model] dieser Welt jedenfalls verhindern. Bei Wetten dass, Harald Schmid und woanders. Sonst muss man sich bald rechtfertigen, wenn nicht jeder Satz mit "super" beginnt. Sonst sind wir im Eimer.
Aus der Glosse Hey du in der heutigen FR.



Typografie & Zensur

Sehr informative Seite über "Die Geschichte der Typografie": Font(p)age
(via Spülmittelmut)
*
Und wo der Typograf seines Amtes waltet, ist wer nicht fern: klar, der Zensor.

Bei Lauren Haas entsteht ein "Forum für Geschichte und Germanistik", sehr informativ dabei die Arbeit Zensur in Deutschland zu Beginn der frühen Neuzeit - Über die verschiedenen Formen der Einflussnahme der Obrigkeit auf das typographische Informationssystem.

(Via Schockwellenreiter)



Samstag, Januar 04, 2003
Wem die Stunde schlägt

The Saddameter, täglich aktualisiert.



Freitag, Januar 03, 2003
Make no mistakes about it

Lake Superior State University issued its 28th annual 'extreme' List of Words Banished from the Queen's English for Mis-Use, Over-Use and General Uselessness, which the world needs now, more than ever.



Money and value are not identical

Aus der 1992 gehaltenen Rede Free as Air, Free as Water, Free as Knowledge des amerikanischen Autors Bruce Sterling. Weitere Essays gibt es im Bruce Sterling Online Index.

Information is not something you can successfully peddle like Coca-Cola. If it were a genuine commodity, then information would cost nothing when you had a glut of it. God knows we've got enough data! We're drowning in data. Nevertheless we're only gonna make more. Money just does not map the world of information at all well. How much is the Bible worth? You can get a Bible in any hotel room. They're worthless as commodities, but not valueless to humankind. Money and value are not identical. […]
What's information really about? It seems to me there's something direly wrong with the ``Information Economy.'' It's not about data, it's about attention. In a few years you may be able to carry the Library of Congress around in your hip pocket. So? You're never gonna read the Library of Congress. You'll die long before you access one tenth of one percent of it. What's important --- increasingly important --- is the process by which you figure out what to look at. This is the beginning of the real and true economics of information. Not who owns the books, who prints the books, who has the holdings. The crux here is access, not holdings. And not even access itself, but the signposts that tell you what to access --- what to pay attention to. In the Information Economy everything is plentiful --- except attention.





Donnerstag, Januar 02, 2003
Mobile Wedding

Kennt jeder: Man ist auf Reisen und hat ganz plötzlich das dringende Bedürfnis, mal wieder zu heiraten. Doch wo in der Pampas gibt es dazu die passende Kirche? Dafür gehe ich meilenweit, könnte man sich sagen, lässiger ist es jedoch, sich einfach eine Kirche an den entsprechenden Ort liefern zu lassen. The inflatable church brings new meaning to Mobile Wedding. Hier auf ein kurzer Film über die "Church in Action" und auch der beruhigende Hinweis, dass die Kirche durchaus auch mit Stilettos betreten werden kann.






8bit-Museum

Alles über die Entwicklung des (Heim-) Rechners - von der Steinzeit bis heute. Rechner und Spiele, vom Abakus zum Cray: Alles im 8bit-Museum. Da lacht der Zuse.



Heimatsicherheitshauptamt

Heimatsicherheitshauptamt ist ein Wort, das irgendwie an die dunklen Blockwartzeiten (not. nicht Bloggwart) erinnert, da hört einer BBC, muss ich petzen. Ist aber lediglich die Übersetzung von Homeland Security Main Office, was wiederum an die seltsamen Ideen der Bush Administration erinnert. Der The Cartoonist hat festgestellt, dass Google das Wort Heimatsicherheitshauptamt aber nicht kennt, warum auch immer nicht. Zur Rettung dieses bizarren Wortes fordert der Cartoonist, dass alle Blogger dieses sperrige Wort mal in ihrem Blog erwähnen: So the obvious thing is to get as many people as possible to post the word Heimatsicherheitshauptamt on their webpages, and see what happens. Ist hiermit geschehen.