Mittwoch, April 30, 2003
Ein dreifaches Struck-Hurra: Prävention gegen asymmetrische BedrohungenZum Schutz der Bevölkerung und lebenswichtiger Infrastruktur des Landes vor terroristischen und asymmetrischen Bedrohungen wird die Bundeswehr Kräfte und Mittel entsprechend dem Risiko bereithalten. Auch wenn dies vorrangig eine Aufgabe für Kräfte der inneren Sicherheit ist, werden die Streitkräfte immer dann zur Verfügung stehen, wenn nur sie über die erforderlichen Fähigkeiten verfügen oder wenn zum Schutz der Bürger und kritischer Infrastruktur ein erheblicher Personaleinsatz erforderlich wird.
[aus einem Entwurf der neuen Verteidigungspolitischen Richtlinien (VPR), mehr bei imi]
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WG"President Saddam Hussein was not killed. He is still alive. He is going to address a message to Iraqis and to the (Arab) nation within 72 hours," the group calling itself Iraqi Resistance and Liberation said in a letter published Tuesday by the London-based Arabic newspaper Al-Quds Al-Arabi. [via Yahoo]
Nach streng vertraulichen Papieren, die sich unsere eingebettete Reporterin vor Ort in einem Bagdader Hotelzimmer erarbeitete, hat sich Saddam Hussein längst abgesetzt. Nach Paraguay. Dort lebt er - abgeschirmt von der sog. Außenwelt - in einer WG, zusammen mit Martin Bormann, Adolf Hitler, Elvis Presley und Osama bin Laden.
posted by Martin Leopold at Mittwoch, April 30, 2003
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Die letzten HeldenKrautsand, 29. Mai 2003, Himmelfahrt: Hier findet schon zum siebten Mal bei Buhrfeinds-Gartenlokal Elbinsel Krautsand im Landkreis Stade die Weltmeisterschaft der Rasenmähertrecker statt. Ausrichter ist der Krautsander Race Club. Es werden neben ca. 35 teilnehmenden Racing - Teams wieder etwa 5.000 begeisterte Zuschauer an der Strecke sein, denen die letzten Helden des Motorsports wieder packende Rennen bieten werden!
[Info: Rasenmähertrecker]
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Dienstag, April 29, 2003
Vom FußballTorhüter gebe es keine und die Mannschaften bestehen aus jeweils vier Spielern mit ges. 16 Beinen, und wenn einer von ihnen wirklich einmal das Tor trifft, so sei das eher reiner Zufall. Was sich wie eine der Fußballweisheiten von Bertie McVogts liest, stammt von Stephanie Klug. Frau Kluge ist Deutschlands erfolgreichste Hundefußballtrainerin. Ihre Jungs werden ihr Können Ende Mai in der Dortmunder Westfalenhallen unter Beweis stellen. Noch haben die Fußballhunde allerdings die für deutsche Fußballmannschaften typischen Defizite im taktischen und spielerischen Bereich. Laut Frau Kluge unterscheiden sich die Mannschaften eher durch ihre gelben oder blauen Trikots als durch herausragendes spielerisches Können: "Teamgeist besitzen sie eigentlich nicht", sagte sie. [via Yahoo]
btw.: Auswahl US-Marines vs. Nadschaf Poets 0 : 7 [via Spiegel]
Auf "Poets" für eine Fußballmannschaft muss man auch erst mal kommen. Einen neuen Namen hat auch die Bonner Journalistenauswahl, bei der der Autor dieser Zeilen den verletzungsgeplagten Rechtsaußen mimt. Aus dem "FC Schmierfinken" wurde "FC Bockwurst Fortuna". Warum, weiß eigentlich so recht keiner, aber so ist das, wenn die eigentlichen Stärken einer Mannschaft in der dritten Halbzeit liegen.
posted by Martin Leopold at Dienstag, April 29, 2003
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MarketingDer Irakkrieg war eine Marketingangelegenheit der Neokonservativen. Diese Leute hatten eine Idee zu verkaufen, als der 11.September passierte, und sie verkauften sie. Also, dies war nicht der Krieg, den die Masse wollte. Dies ist der Krieg einer Elite. [Thomas L. Friedman, Kolumnist der NewYork Times im Interview mit Ari Shavit [Ha'aretz], via Heise]
posted by Martin Leopold at Dienstag, April 29, 2003
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Digital art

Woman by LoveKatie
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Montag, April 28, 2003
Soll & HabenDie Politik gerät also in mehrfacher Hinsicht immer mehr in eine Zwickmühle: Sorgt sie nicht für eine kreditäre Rückführung der sich täglich anhäufenden Ersparnisse, entweder über Investitionsförderungen oder eigene Schuldenaufnahme, droht eine deflationäre Rezession. Werden die wuchernden Ersparnisse jedoch über Kredite zurückgeführt, nimmt die Überschuldung weiter zu mit all ihren problematischen sozialen Folgen. Versucht man aber, sich durch weitere Ankurbelung des Wirtschaftswachstums aus der Affärre zu ziehen, beschleunigen sich die ökologischen Katastrophenentwicklungen. [Die Verschuldung in Deutschland, eine Übersicht gibt der Subventionsberater]
posted by Martin Leopold at Montag, April 28, 2003
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Haben & SollWährend die USA in Irak bisher vergeblich nach Massenvernichtungswaffen suchen, finden Journalisten (in bereits mehrfach durchsuchten Räumen) rein zufällig belastende Papiere der Geheimdienste. In diesen wird die Osama-Hussein-Connection bewiesen und nebenher noch der Geheimnisverrat der bösen Franzosen angedeutet. Es ist zu erwarten, dass findige Journalisten in den nächsten Wochen auch über Massenvernichtungswaffen stolpern, wahrscheinlich im Hotel Palestine. [mehr bei Spiegel und Toronto Star]
posted by Martin Leopold at Montag, April 28, 2003
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DosenfleischWährend die Zahl der tägliche empfangenen Spam-Mails steigt und immer längere Schwänze, leichter zu verdienende Millionen, härtere Drogen, spritzigere Tinas und geilere Claudias versprochen werden, scheinen einige Spammer auch kleinere Brötchen zu backen. Ich habe zwar nicht ganz verstanden, worum es letztendlich ging, aber schon etwas rührend fand ich diesen Spam-Text:
Ich verdiene damit zwischen 30 und 45 Euro im MONAT!!! Also es funktioniert, meldet euch am besten bei denen an, hab ich auch gemacht bekommt man gleich Kohle!!!
posted by Martin Leopold at Montag, April 28, 2003
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Samstag, April 26, 2003
Die Musik des Zufalls. KurzfassungSie - in dunkler Abendrobe - sitzt breitbeinig auf dem Schemel, zwischen den langen Beinen das Cello eingeklemmt. Edle Jacqueline Dupree-Pose. Er - im Cut - sitzt lässig auf einen Hocker vor den schwarzen Kühling-Stutz gelümmelt. Die Goldberg-Pose: Mach' mir den Glenn Gould.
Sie: Zähl einen Takt vor! Er: Nöh! Sie: Wir sollten uns schon auf ein Tempo einigen! Er: Ich hol dich schon ein, fang einfach an! Sie: Schaffst Du nie! Er: Ich könnte dir sogar einen Takt Vorsprung geben! Sie: Angeber, ich werde jeweils bei den Fermaten auf dich warten! Er: Jetzt geht's looos.
Die beiden schwulen Hauskater Florestan und Eusebius verlassen eilig das Zimmer.
 F.H. Kühling, Bonn
posted by Martin Leopold at Samstag, April 26, 2003
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Freitag, April 25, 2003
Die Videokunst im 21. JahrhundertDer Medienraum ist auch ein strategischer Raum und die Attentäter oder die Drahtzieher haben ihn besetzt, monatelang waren nur diese Bilder zu sehen. Die Frage ist: Wie bringe ich mich in diesen Medienraum und wie besetze ich ihn, wie akquiriere ich die Medienmacht und übe sie aus. Es ist die Frage, die uns alle beschäftigt. Das beginnt alles mit den Videos von bin Laden. Bin Laden ist im Grunde Videokünstler, der Videos produziert und sie durch Al-Dschasira und andere Medienunternehmen vertreibt.
[Aus einem Interview der FR mit dem Kulturwissenschaftler Boris Groys]
posted by Martin Leopold at Freitag, April 25, 2003
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NotdurftSie haben sich die Wartezeit mit munterem Geschwätz vertrieben, nach Eintreffen des Werkes eine begnadete Platitüde an die andere gereiht ("Wie rezensiert man Anthologien? Es ist immer eine undankbare Aufgabe") und dabei ihrerseits den Nachweis erbracht, dass das Schreiben heutzutage unter den produzierenden Tätigkeiten des Menschen eine der geschwindesten ist, am ehesten wohl mit der Verrichtung der Notdurft zu vergleichen. [Die SZ über die Rezensionen des Marburger Netzbüros "literaturkritik.de" des Buches "Tempo" ("Das schnellste Buch der Welt") am gestrigen Tag des Buches.]
posted by Martin Leopold at Freitag, April 25, 2003
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Chicks

The Dixie Chicks come clean Cover der Entertainment Weekly, erscheint am 02.Mai. [via Yahoo]
posted by Martin Leopold at Freitag, April 25, 2003
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Individuelle Betroffenheit Maxim Billers ("Feige das Land, schlapp die Literatur") neuer Roman "Esra" darf weiterhin nicht vertrieben werden.
Das Landgericht München befand gestern, dass sowohl eine individuelle Betroffenheit der beiden Klägerinnen als auch eine Verletzung von Persönlichkeitsrechten gegeben sei und hielt eine am 13. März erlassene einstweilige Verfügung gegen den Vertrieb des Romans bis zum Hauptsachetermin aufrecht. Die Auslieferung einer ungeprüften geschwärzten Fassung, die der Verlag [Kiepenheuer & Witsch] angeboten hatte, stufte das Gericht als nicht ausreichend zum Schutz der Persönlichkeitsrechte ein. [via Heise]
posted by Martin Leopold at Freitag, April 25, 2003
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Trading Cards Trading Cards erfreuen sich in diesen Tagen großer Beliebtheit. So auch bei Slate: Corporat Scandal Trading Cards
When George W. Bush was a director and audit committee member in the late '80s and early '90s, he sold 212,000 shares of Harken shortly before the company announced bad financial news, then filed SEC forms about the sale extremely late. A 1991 SEC inquiry found "no intent to defraud" by Bush. Bush was also serving on the board when Harken engaged in an accounting ruse condemned by the SEC. Harken booked $7.9 million in revenues for the sale of its subsidiary Aloha Petroleum, even though Aloha was bought by Harken insiders using cash loaned by Harken. In 1991, the SEC forced Harken to restate its 1989 earnings by subtracting the Aloha revenues. This quadrupled Harken's actual losses in 1989 to $12 million.
posted by Martin Leopold at Freitag, April 25, 2003
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Gung-ho patriotismDie BBC, der die britische Regierung während des Golfskriegs einen zu weichen Umgang mit dem Saddam-Regime vorwarf, wehrt sich und wirft ihrerseits den us-amerikanischen Medien undifferenzierten Hurra-Patriotismus vor:
The head of the BBC launched a broadside against American broadcasters on Thursday, accusing them of "unquestioning" coverage of the Iraq war and blatant patriotism. BBC Director General Greg Dyke said many U.S. television networks had lacked impartiality during the conflict and risked losing credibility if they persisted with their stance. […] Dyke singled out Rupert Murdoch's Fox News, the most popular U.S. cable news network during the conflict, for its "gung-ho patriotism." [via rtr]
Im weiteren warnt Mr. Dyke eindringlich vor einer Amerikanisierung der britischen Radiomedien. So gänzlich uneigennützig ist die Argumentation von Mr. BBC freilich nicht, da nach der Deregulierung des britischen Radiomarktes in diesem Jahr ein Quotenverlust der BBC zu erwarten ist. Vor allem die us-amerikanische Clear Channel Communication Inc. möchte auf dem britischen Markt eine große Rolle spielen.
posted by Martin Leopold at Freitag, April 25, 2003
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Donnerstag, April 24, 2003
"BILD" deckt auf: Der Bettennamenskandal Darf man ein Kinderbett "Gutvik" nennen?, fragt sich die BILD-Zeitung in der gewohnten moralischen Überlegenheit der Infoelite . Und rätselt: Wer denkt sich bei Ikea bloß die Namen der Produkte aus? "Ja, wir bieten ein Bett mit diesem Namen an", so Ikea-Sprecherin Sabine Nold (40) gegenüber der investigativen BILD-Journalistin Theresa Ludwig. "Aber ausgesprochen heißt es ‚Gütwik' [vgl. Theresa Lüdvig] und ist der Name eines kleinen schwedischen Ortes. Wir sind nicht darauf gekommen, dass der Name obszön klingen könnte." Gutvik liegt zwar in Norwegen und der Name klingt auch nicht obszön - eher einladend. Jedenfalls mehr als der Ort der Nachbargemeinde: Malvik. [mehr: Funktionale Gruppe, Ananova, Reverse Cowgirl]
posted by Martin Leopold at Donnerstag, April 24, 2003
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IngenieurskunstUnd, wer hat's erfunden: Die Russen. Die Russische Akademie der Wissenschaften gibt bekannt, dass die Labors der Universität Wolgograd (ehemals Stalingrad) eine Unendliche Energiequelle entwickelt haben. Zweifel an seiner Erfindung wollte Chefentwickler Valery Sobolev nicht akzeptieren, denn "naive journalists sometimes don't understand what the scientists are telling them." [Vielversprechendes Bild und Beitrag in der englischsprachigen Ausgabe der Pravda, muss also wahr sein]
posted by Martin Leopold at Donnerstag, April 24, 2003
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Der Klassiker: Mann beißt HundA 33-year-old man faces charges that he bit a police dog during a disturbance outside a downtown bar. Paul Russell of Syracuse, was charged with injuring a police animal, resisting arrest and obstruction of governmental administration. "I don't think I bit the dog. I just got into a fight with him," Russell told The Post-Standard of Syracuse in Monday's newspaper. "I don't really remember (what happened). I was pretty drunk." [via Miami Herald]
posted by Martin Leopold at Donnerstag, April 24, 2003
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Ein fetter Bauch hat magres HirnDie einflussreiche amerikanische Zucker-Lobby möchte verhindern, dass eine Studie der Welt Gesundheitsbehörde (WHO) veröffentlicht wird. In dieser Studie stellt die WHO einen bisher völlig unbekannten Zusammenhang zwischen Dickwerden und übermäßigen Zuckerkonsum her. [melden jedenfalls die indischen Kollegen von The Hindu]
posted by Martin Leopold at Donnerstag, April 24, 2003
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Juveniles SurfverhaltenLaut einer australischen Studie haben 80% aller 16-17 jährigen Jungs schon einmal Hardcore-Pornoseiten im Internet besucht:
MORE than eight in 10 boys aged 16 to 17 have visited hardcore pornography internet sites, a survey shows, with other studies suggesting it could lead them to violent sexual behaviour. A new study released today confirmed viewing of hardcore pornography was widespread among teenagers and regarded as normal behaviour, especially by boys. [via Australien-News]
20 Prozent lügen also.
posted by Martin Leopold at Donnerstag, April 24, 2003
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Back in the future?Self-proclaimed time traveler Andrew Carlssin - the enigmatic Wall Street whiz jailed on insider-trading charges - has vanished without a trace!
The mystery man [vgl.] , who claimed to be a visitor from the year 2256, jumped bail before a scheduled court hearing on April 3 and hasn't been seen since, officials say, despite an intense manhunt by federal lawmen. "It's like he disappeared off the face of the Earth," declares a law-enforcement source. "No one can find him. Some people are speculating that he might really have hopped in his time machine and escaped 'back to the future.'" [via weeklyworldnews]
posted by Martin Leopold at Donnerstag, April 24, 2003
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Mittwoch, April 23, 2003
Der Memoranden-(Er-)FinderSeltsam mag schon sein, dass David Blair von der stramm rechtsorientierten Zeitung [Telegraph] fast ausschließlich Dokumente zu finden scheint, die nur Kriegsgegner belasten. Und um Negatives zu verbreiten, reicht es ja auch, einmal Behauptungen groß in einem Artikel auszubreiten, auch wenn diese nicht bestätigt werden können. Der Vorwurf stützt sich vornehmlich auf das eine Memorandum. Man habe aber noch einen Brief im Außenministerium gefunden - der Telegraph scheint da gute Leute zu haben, die treffsicher die interessanten Papiere herausfischen -, in dem Galloway bestätigte, dass der Jordanier Zureikat sein Vertreter im Irak sei, was den Mariam-Appeal oder das Hilfskomitee im Irak betrifft. [Bericht bei Heise über die Schmuddelkampagnen der britischen Murdoch-Blätter]
posted by Martin Leopold at Mittwoch, April 23, 2003
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Dienstag, April 22, 2003
Ach soThe United States said Monday it feared the military defeat of Saddam Hussein's regime had increased the potential for terrorist attacks on US interests overseas and urged Americans around the world to redouble their security precautions. "Tensions remaining from the recent events in Iraq may increase the potential threat to US citizens and interests abroad, including by terrorist groups," the State Department said in a statement. [via spacewar (AFP-Meldung)]
Verstehe ich das richtig? Die USA marschieren in Irak ein, um den internationalen Terror zu bekämpfen. Durch den Einmarsch wiederum steigere sich aber die Wahrscheinlichkeit von zukünftigen Terrorangriffen. Demnach fördern die USA durch den Einmarsch also den internationalen Terror und müssten demnach beim nächsten mal in den USA einmarschieren.
posted by Martin Leopold at Dienstag, April 22, 2003
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Der Schnauzer-TrickSie hätten nämlich alle falsche Pässe (und haben womöglich den Saddam-Schnauzer wegrasiert). Saddam selbst könnte im Jemen sein, seine Söhne möglicherweise in Russland. Alles gut verteilt also. Der irakische Außenminister Naji Sabri sei in Österreich, will der Geschichtenerzähler von London [Haitham Rashid Wihaib, Saddam Husseins früherer Protokollchef], wissen. Möglicherweise beim guten Freund Haider?
[aus Orientalische Märchenstunden, einem Überblick bei Heise über die Gerüchte in Irak]
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I Put a Spell on You
R.I.P. Dr. Nina Simone (1933 - 2003)
posted by Martin Leopold at Dienstag, April 22, 2003
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Unter schwerem FernglasfeuerErstmals hat sich jetzt der Panzerkommandant geäußert, der beim Einmarsch der US-Truppen den Befehl zum Beschuss des Hotels "Palestine" gegeben hatte. Das französische Magazin "Nouvel Observateur" zitierte US-Hauptmann Philip Wolford mit den Worten, er habe den Beschuss freigegeben, nachdem seine Männer auf dem Dach des Hotels eine Person mit einem Fernglas gesehen habe. Von der Gegend des Hotels und anderen Bereichen seien seine Männer beschossen worden. "Ich erwiderte das Feuer - ohne zu zögern." [via Spiegel]
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Sonntag, April 20, 2003
Die Stunde des Siegers

Unsere Medina-Divison hat soeben die Themse überquert, erste Panzerverbände erreichten bereits die Vororte Londons. Die ungläubigen englischen Feiglinge fliehen, aber das befreite Volk jubelt unseren Einheiten zu.
posted by Martin Leopold at Sonntag, April 20, 2003
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Dem deutschen VolkeEndlich packt mal einer die Probleme des Landes an. Hurra.
Schaumwein statt Prosecco, Trester statt Grappa: Geistige Getränke im Reichtstagsgebäude müssen ab sofort aus Deutschland stammen. Die ehemalige Weinkönigin, CDU-Abgeordnete Julia Klöckner, und ihr "Untersuchungsausschuss Wein" will nach diesem Sieg patriotische Kost in allen Berliner Regierungsstuben und sogar im Kanzleramt einfordern.
[via Spiegel]
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The Hooligan NewsArms Hooligans Auch Tschechien will sich im Irak um lukrative Geschäfte bemühen, schrieb die tschechische Tageszeitung "Lidove noviny": Ein Experte für Waffenexporte des tschechischen Handels- und Industrieministeriums, Martin Koller, soll zu diesem Zweck in das Land fahren. [via "Der Standard"]
*Oil Hooligans 1
Die zu erwartende irakische Ölschwemme würde somit den Ölpreises erheblich senken und zusätzlich, so die Kalkulation der USA-Regierung, einen Dominoeffekt auslösen. Da Saudi Arabien auf hohe Einnahmen aus dem Ölverkauf angewiesen ist, um seinen Haushalt einigermaßen ausgeglichen zu gestalten, müsste es sich, wie es die NEP fordert, USA-Investoren öffnen, um seine riesigen, unerschlossenen Vorräte dem Weltmarkt ebenso zuzuführen, wie seine Reservekapazität. Nur so könnte das Land die Verluste aus dem gesunkenen Ölpreis kompensieren, womit es aber die Kontrolle über die Preisgestaltung verlieren würde. [via Gegeninformationsbüro]
*Oil Hooligans 2Frankreich und Russland geht es jedoch in erster Linie um die Wahrung der eigenen Interessen. "Für die internationalen Ölkonzerne bietet der Irak in einer Welt, in der es immer schwieriger wird, neue Ölressourcen zu erschließen, die besten Chancen seit Jahrzehnten", schreibt der "Petroleum Economist". Alle wollen sie daher dabei sein, wenn die Beute verteilt wird - auch die Kriegsgegner.[via Spiegel] *Destroy and Repair Hooligans D ie US-Baufirma Bechtel, großzügiger Wahlkampfspender und Arbeitgeber zahlreicher Ex-Regierungsmitglieder, hat einen Großauftrag in Irak bekommen. Die amerikanische Regierung beauftragte den kalifornischen Konzern am Donnerstag (Ortszeit) mit dem Wiederaufbau zerstörter Versorgungseinrichtungen. [via Focus-MSN]
*Lies and Disinformation HooligansEine nächste Bewährungsprobe erwarten die UN-Inspektoren nun in Syrien. "Es würde uns gar nicht mehr wundern, wenn die USA Syrien bald den Vorwurf machen werden, auch das irakische Nuklearmaterial zu verstecken oder selbst ein entsprechendes Programm zu entwickeln", verabschiedet man sich in Wien von Illusionen. Doch laut IAEA gibt es mit Syrien "keinerlei Probleme bei der Überwachung der nuklearen Aktivitäten". Ein Hindernis für eine militärische Konfrontation ist eine solche Abwesenheit unmittelbarer Gefahr aber für die USA mitnichten. [via "Neues Deutschland"]
posted by Martin Leopold at Sonntag, April 20, 2003
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Freitag, April 18, 2003
BWV 244Von außen gesehen ist die Matthäus-Passion für den Aufführenden voller Probleme. Von innen gesehen d.h. wenn man das Werk selbst befragt, ist das - wie bei allen großen und entscheidenden Werken - keinesfalls so. Und welches Werk wäre größer, einheitlicher, eindeutiger? Freilich scheint gerade in jenem Bachschen Zugleich von gelassener Überlebensgroße und innigster Empfindung die Schwierigkeit zu liegen. Verstärkt wird dieselbe durch das, was man über die Aufführungsart der Passionen zu Bachs eigener Zeit weiß oder nicht weiß. [...]
Und hiermit kommen wir zum Wichtigsten: nämlich dem, was uns das Werk selbst sagt, was aber eben nicht zu überliefern ist. - Wer will etwa sagen, ob und wie bei einem Bachschen Stück, sei es einer Arie, einem Chor oder Choralstück usw. das traditionelle Schlußritardando gemacht werden soll? Warum wirkt es einmal wie eine Erhebung, eine Erlösung, ein Gedicht, eine Vollendung, das andere Mal wie verstaubte Konvention? Und wo beginnt überhaupt die Möglichkeit, bei Bach mit Stärkeunterschieden, mit p und f zu arbeiten? Über all dies kann uns unser historisches Wissen nichts sagen. Denn dies ist generell von außen, während es sich bei diesen Fragen um etwas stets Neues, Besonderes, auf das einzelne Werk Bezogenes, Inneres handelt. Dies Werk selbst muß befragt werden, sonst nichts. Und demjenigen, der geduldig fragt, ohne Besserwisserei, Voreingenommenheit, mit Demut, aber mit aller Wärme des Herzens und - als Musiker, denn hier handelt es sich um Musik und nichts weiter-, dem wird es die Antwort nicht vorenthalten... Gewiß muß Bach "objektiv" aufgeführt werden, will sagen so, wie das Werk gemeint ist.
Wem aber sollte nicht klar sein, daß die Passion - schon dem Text nach in vielen Teilen das Gefühlvollste, Innigste, das sich denken läßt - etwas anderes ist und will als etwa eine objektiv geformte Bachsche Klavierfuge? Nein, wahre Objektivität heißt nichts in sich, sondern - jedenfalls für den Darstellenden - jedes Werk so darzustellen, wie es seinem Wesen nach ist. Es gibt in der gesamten Musikliteratur keine subjektivere, persönlichere, vollständiger in Gefühl aufgelöste Schöpfung als die Bachsche Passion.
Bach ist hier der größte 'Romantiker', den es je gegeben hat. Dies festzustellen, bedeutet wahrhaft "Objektivität".
Wilhelm Furtwängler in "Aufzeichnungen" (1939) über die Matthäus-Passion.
posted by Martin Leopold at Freitag, April 18, 2003
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Donnerstag, April 17, 2003
Playing the Hitler Card: A Half Century of FührersAdolf Hitler seems to get knocked down more often than a Chumbawamba bop bag, but -- as the U.S. government and media gravely inform us -- he always bounces back, toppling ever stronger nations, conquering yet more territory and baking millions more Jews in ovens than ever before. Evidently immortal, this globe-trotting master of disguise has persisted in opposing American leaders now for more than half a century -- sometimes even without a moustache!
[Wäre eigentlich auch ein Thema für ein eigenes Weblog: Bemühte historische Vergleiche in Reden und Publikationen. Mehr bei infinite jest]
posted by Martin Leopold at Donnerstag, April 17, 2003
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Hübschsatz - and it is not a question of bambificationGibt es ein schildkrötenpanzerbrechendes Literaturtherapeutikum gegen die poetische Lufthoheit eines Donald Rumsfeld, dessen lyrische Notate, "embedded poetry" sozusagen, vor kurzem subtil und raumgreifend ausgedeutet wurden, als handele es sich dabei um Saturnalienerzeugnisse aus der Spätzeit Roms, aus deren Innereien die Zukunft zu ersehen ist? Die Antwort lautet: Ja - "Bambiland" von der österreichischen Schriftstellerin Elfriede Jelinek. [aus der FR, Auszüge aus "Bambiland" sind in "Der Standard" nachlesbar.]
posted by Martin Leopold at Donnerstag, April 17, 2003
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Ein JA! zur Bleiwüste: "Die Zeit" öffnet das ArchivDie Online-Ausgabe der Wochenzeitung "Die Zeit" hat ihr komplettes Archiv geöffnet. Nutzer können ab sofort kostenlos auf alle derzeit 28.952 Artikel der Wochenzeitung zugreifen, die seit 1996 auf Zeit.de veröffentlicht worden sind. Es handelt sich zwar nicht um ein vollständiges Verzeichnis aller gedruckten Inhalte der Zeitung, doch ist gut zu sehen, wie die Menge der online veröffentlichten Artikel von Jahr zu Jahr immer mehr anschwillt. Darüber hinaus stehen noch einzelne Ausgaben der Jahre 1949 bis 1988 redigitalisiert zur Verfügung. [via Heise]
posted by Martin Leopold at Donnerstag, April 17, 2003
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Nach dem Krieg ist vor dem KriegNa, wo sind sie denn? Die Beweisführung, dass Saddam Großbritannien bedroht, blieb bisher aus. Die irakischen Massenvernichtungswaffen, deretwegen Blair fünf Milliarden Pfund in die Kriegskoalition mit den USA steckte und nochmals gleich viel zum Wiederaufbau des Irak benötigt, bleiben verschollen. [via "Die Presse"]
*Na, wo ist er denn? Der Sieg im Krieg gegen den Irak ist den USA sicher, doch es fehlt ihnen die Kriegsbeute. Und die willen sich das Pentagon jetzt holen - tot oder lebendig. Das US-Verteidigungsministerium hat insgesamt 200.000 Dollar (186.000 Euro) Belohnungen ausgesetzt. Damit möchte man an Informationen über die Aufenthaltsorte von Saddam Hussein und seinen Getreuen kommen - und nebenbei auch noch etwas über irakische Massenvernichtungswaffen erfahren. [via N24]
*Babe
Jessica Lynch und kein Ende. Derzeit herrscht die Schlacht um die Verfilmungsrechte am Schicksal der "Schönen Soldatin" ("BILD"). Eine detailreiche Aufbereitung der Ereignisse gibt es bei Heise, auch der Spiegel beleuchtet die Umstände der Befreiung von Jessibabe: Vier Ärzten und zwei Patienten seien Handschellen und Fesseln angelegt worden, berichtet ein Korrespondent der "Times-Online" aus Nassirija. Einer der von den US-Soldaten gefesselten Patienten sei gelähmt gewesen und habe an einem Tropf gehangen. Auf einem Videoband von der Befreiung sind laut "Times-Online" auch diese Szenen zu sehen. Der Presse seien sie bisher aber nicht gezeigt worden Dann wird ein irakischer Arzt zitiert: "Ich sehe viele Patienten, aber sie war etwas Besonderes. Sie war eine sehr einfache Person, eine Soldatin, nicht sehr gebildet. Aber sie war sehr, sehr nett." Ergo: Jessica Lynch, Lehrerin von Beruf, ist nett, ungebildet, aber blond.
*In Trümmern? "Machen wir uns nichts vor: Die normative Autorität Amerikas liegt in Trümmern." Die "triumphale Freude", die Hans Magnus Enzensberger angesichts der Bilder vom Sturz der Standbilder Saddam Husseins bekundete, läßt Habermas zwar als moralisches Gefühl gelten, das ein Moment der Wahrheit enthalte. Er gibt aber zu bedenken, daß der Wert der Freiheit in Regeln der Selbstbindung Gestalt annimmt. [Jürgen Habermas in der FAZ]
*Manipulación
Bei Massendemonstrationen [in Spanien] skandieren immer mehr Leute "televisión manipulación". Nun begehren Journalisten des Staatsfernsehens auf: Sie haben ein "Comité contra la manipulación informativa" gegründet - eine Initiative, die die Manipulation der Nachrichten im eigenen Sender anprangert und abstellen will. Dem berufsethisch motivierten Ausschuss haben sich 700 Journalisten und andere Mitarbeiter angeschlossen. Ein Grundsatzpapier prangert an, in der täglichen Berichterstattung würden "nicht die mindesten Kriterien der Wahrhaftigkeit, der Meinungsvielfalt und der Unabhängigkeit" gelten. [Bericht und Interview in der FR]
*The unseen warPhotoessay: The unseen Gulf War. Bilder von Peter Turnley aus dem ersten Golfkrieg (der eigentlich ja der zweite war). *Ergebnisse Photo Gallery: "Shock and Awe" und die Ergebnisse bei marchforjustice .
posted by Martin Leopold at Donnerstag, April 17, 2003
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Mittwoch, April 16, 2003
Sehr bemühte Vergleiche Aus dem Time Magazine:World War II and Gulf War II, of course, are very different conflicts, and though some commentators have compared aspects of Saddam's tyranny to Hitler's, the two dictators belong in separate leagues of cruelty and terror. But like Hitler, Saddam became the target of a U.S.-led war, and like Hitler, he had a reign that collapsed before the exact circumstances of his downfall became known. [via lmb]
posted by Martin Leopold at Mittwoch, April 16, 2003
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Peng

This is a magazine: The revolver Issue [via Reverse Cowgirl]
posted by Martin Leopold at Mittwoch, April 16, 2003
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Vielseitig talentiertIraqi dictator Saddam Hussein has been caught with his pants down -- literally. A shocking 1968 porn film has surfaced, in which the flamboyant strongman appears performing raunchy homosexual acts! […] In the newly uncovered 86-minute prison flick, Saddam, then just 34, plays a naive young peasant who is wrongly convicted and sent to jail. He is initiated into homosexuality by a series of older and more experienced cons. [bizzare Yahoo-Meldung, via Quimbo]
posted by Martin Leopold at Mittwoch, April 16, 2003
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Dienstag, April 15, 2003
PresstitutionSeit einer Weile diskutieren Journalisten und so genannte Sachverständige (der Begriff Experte ist heutzutage oft nur ein Synonym für geschwätzige Ahnungslosigkeit) mit Verve über Fragen wie: Sieht die ARD George W. Bush kritischer als das ZDF? - Wer berichtet am häufigsten über das Leid irakischer Opfer? - Wer legt die Grenzen seines Wissens am deutlichsten offen? Ganz andere Fragen drängen sich auf: Welche Medien haben sich in die Irakkampagne des Weißen Hauses einspannen lassen und warum? Sind sie auf Desinformation hereingefallen, oder haben sie sich gerne in die Irre führen lassen? [Die SZ über das seltsame Verhalten der Medien im Zeitalter des Krieges.]
posted by Martin Leopold at Dienstag, April 15, 2003
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Rubrik Drogen: Dead presidentingOur money is now so contaminated with cocaine, heroin and Ecstasy that the latest drug craze has become sniffing paper bills to get a cheap high! That's the alarming word from officials at the U.S. Treasury Dept. and the Drug Enforcement Administration. […] "Some people are so desperate to get high, they actually roll up bills, stick them in their noses and snort -- and they inhale enough traces of the drugs to get a 'buzz.'" [...] "Druggies call snorting bills 'dead presidenting,' " reveals a DEA source. [via weeklyworldnews]
*Rubrik Forschung: DNA komplett entschlüsselt Scientists have completed the finished sequence of the human genome, or genetic blueprint of life, which holds the keys to transforming medicine and understanding disease. [via msnbc] Die - nicht wirklich überraschende - Zusammenfassung der Ergebnisse lautet: 42
*Rubrik Gerüchte Unbestätigten Gerüchten zur Folge, haben die US-Truppen in Irak den Halbbruder Saddam Hussein verhaften können. Man sei jetzt auf der Suche nach der anderen Hälfte.
posted by Martin Leopold at Dienstag, April 15, 2003
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PhänomeneSchließlich betont Rucht [Sozialforscher Dieter Rucht] , dass die Medienaufmerksamkeit der letzten Wochen entscheidend zur Motivation der Jugendlichen beigetragen haben könnte. Öffentliche Beachtung und Anerkennung, ausschwärmende Fotografen und Filmteams unterstreichen die Relevanz der Ereignisse. Das eigene Engagement lässt sich so nochmals "in der Lokalzeitung oder gar in der Tagesschau nachvollziehen, so dass man sich seiner eigenen Bedeutung vergewissern kann". [Beitrag bei Heise: "Ist die Generation Golfkrieg nur ein Medienphänomen?", aber was, bitte schön, ist denn in der real existierenden TVkratie etwas anderes als nur ein Medienphänomen?] *Seltsam, wie viele Auguren sich derzeit bemühen, den schnellen Sieg der USA nicht als Beginn einer Jahrhunderte lang anhaltenden Hegemonie, sondern als den eigentlichen Beginn des Untergangs der USA darzustellen. Die deutsche Sehnsucht nach der Kassandra-Opferrolle? Die Zuflucht des Gutmenschen in kaum haltbare historische Vergleiche (Rom 70 n.Chr., das Britische Empire 1914)? Beiträge: "USA - Der Anfang vom Ende" bei zeitreport. "Operettenimperialismus" bei Heise, mit vielen weiterführenden links.
posted by Martin Leopold at Dienstag, April 15, 2003
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Montag, April 14, 2003
Lust

"Lust", Afri-Cola-Werbefilm von Charles Wilp (1973)
posted by Martin Leopold at Montag, April 14, 2003
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Nicht alles brennt in Bagdad"Ist ihnen aufgefallen, dass nur ein Ministerium nicht brennt? Nur über ein Ministerium haben die Amerikaner die Kontrolle übernommen. Die anderen haben sie plündern und anzünden lassen. Und in welchem Ministerium sitzen sie? Im Erdölministerium!", beantwortet er [Khaldoun Khairi al-Bazerkan, der Arzt in einem der Krankenhäuser von Bagdad] selbst seine Frage. "Gehen sie nachsehen. Da stehen sie, ein US-Soldat aufgereiht neben dem anderen. Das ist fast schon überdeutlich." [Aus einer Bagdad-Reportage in "Der Standard"]
*US soldiers shot and killed a Baghdad shopkeeper who was defending his shop with a Kalashnikov assault rifle against looters, neighbours told an AFP photographer. [AFP-Meldung bei Yahoo] *Erstmals seit dem Fall von Bagdad haben Iraker in der irakischen Hauptstadt anti-amerikanische Parolen skandiert. Mehrere dutzend Iraker versammelten sich am Sonntag nahe dem Hotel Palestine, in dem fast alle ausländischen Journalisten wohnen, und riefen Slogans wie "Es gibt nur einen Gott, und Amerika ist der Feind Gottes!". Die Demonstranten riefen auch "Wir werden unsere Seelen und unser Blut für Irak opfern". Auf einer Banderole stand geschrieben: "Bush = Saddam". [AFP-Meldung bei Yahoo]
posted by Martin Leopold at Montag, April 14, 2003
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KriegsnachleseDas stimmt mit dem zusammen, was Eric Boehlert [bei Salon] beschreibt, nämlich dass nicht nur die US-Regierung, sondern auch die US-Medien ihre Zuschauer schonen und ihnen die hässliche Seite des Krieges nicht zeigen. Die Medien außerhalb der USA würden weitaus mehr grausame Bilder und Berichte über die Opfer des Krieges gezeigt haben: "Die US-Medien zeigen ihren Zuschauern traditionell keine emotional verstörende visuelle Beweise für die Verletzungen des menschlichen Körpers durch den Krieg." [aus einem Beitrag bei Heise] Siehe auch: Photo-Essay bei scoop und Arabnews]
*Redaktionen und Sender ziehen eine erste Bilanz, und die ist durchwachsen. Nie zuvor starben in so kurzer Zeit so viele Korrespondenten, Kameraleute und ihre Helfer durch Schüsse und Bomben der Militärs - darunter der "Focus"-Redakteur Christian Liebig. Journalisten wurden zensiert und überwacht, verhaftet, verhört, verschleppt und ausgewiesen. Selten zuvor wurde zugleich so umfassend geschrieben und gefilmt. Es war der erste Live-Krieg der Geschichte, und die ganze Welt schaute zu. [...] Es sei "das Sonderbare an dieser neuen Art Krieg", schrieb Hemingway am 14. April 1937, "dass Sie genau so viel erfahren, wie Sie imstande sind zu glauben". [Eine Zwischenbilanz über "Medien im Krieg" zieht der Spiegel]
posted by Martin Leopold at Montag, April 14, 2003
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Sonntag, April 13, 2003
Ein Samstagabend Schau mal, sagte sie und zeigte auf die völlig verwüstete Telefonzelle. Die Scherben der zertrümmerten Scheiben, die auf der ganzen Straße verteilt lagen, ließen die neuen Reifen knirschen. Schau mal, sagte sie, wer macht denn so was? Ihm war natürlich klar, wer so was macht. Gestern war so ein Samstag, ein paar Jungs werden sich getroffen haben, immer Jungs, immer mindestens drei und haben sich betrunken. Wie jeden Samstagabend, wie schon seit Jahren. Macht aggressiv. Nicht das Trinken allein, eher die flüchtige Ahnung der Wiederholung. Es kotzt dich alles an, du trinkst, davon soll der Spaß kommen, du trinkst, damit du dich endlich amüsierst, du trinkst. Diesmal vielleicht ein bißßerl mehr als an den anderen Samstagabenden, weil sich die Wochenenden so gleichen, wie die Werktage sich so gleichen, dass du sie nicht mehr auseinanderhalten kannst. Und wie immer hatte keine der Schicksen in der Kneipe zurückgeblickt, nur die Dicken, aber die gehen ja gar nicht. Aber du bist jung, ein Abenteurer, die Welt wartet, du willst sie erschüttern. Du trinkst und heute reicht es nicht, ein paar Plakate abzureißen und ein paar Straßenlaternen auszukicken, du trinkst und heute muss mal was Großes geschehen, heute Nacht willst du fühlen, willst Macht spüren, wenn schon nix sonst. Und dann kommt die Telefonzelle gerade recht. Am nächsten Morgen wachst du auf und beim Heldenfrühstück sagt dein verkaterter Kopf: Boh eyh, war das geil. Und am nächsten Samstagabend kannst Du darüber reden, wie geil das war, wie toll das Geräusch von zersplitterndem Glas klingt, meine Fresse, war das geil. Keine Ahnung, sagte er und zuckte mit den Schultern, keine Ahnung, wer so was macht.
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Soll & Haben, das Irak-SpielDer englische Schriftsteller Julian Barnes erklärt das große Irak-Spiel:
Toter irakische Soldat: + 1 Punkt, Toter republikanischer Gardist: + 2 Punkte Toter Spezialeinheitler: + 3 Punkte Toter Fedaijin: + 3 Punkte Toter Chemical Ali: + 5000 Punkte Toter Saddam Sohn: + 7.500 Punkte Toter Saddam: + 10.000 Punkte
Toter irakischer Zivilist (Mann): - 1 Punkt Toter irakischer Zivilist (Frau): - 5 Punkte Toter irakischer Zivilist (Kind): - 20 Punkte Toter Koalitionssoldat: - 50 Punkte Toter Koalitionssoldat durch "friendly fire": - 100 Punkte
Vorfälle, die zu einem gefühlvollen Hollywoodfilm verarbeitet werden können: + 1.000 Punkte (Beispiel "Save Private Lynch")
[ via Guardian]
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Samstag, April 12, 2003
CleverDie F.D.P. beweist in diesen Tagen einmal mehr Wirtschaftskompetenz. Da man derzeit etwas klamm ist und auf einem Schuldenberg von rund 15 Millionen Euro hockt, sollen zukünftig auch Journalisten zur Entschuldung der Besserverdienerpartei beitragen. Reporter, die vom Bundesparteitag im Mai in Bremen berichten wollen, sollen dafür 30 Euro Eintritt bezahlen. Ein in der Tat cleverer Schachzug: Die FDP muss nur 500.000 Reporter zusammenkriegen und schon ist sie schuldenfrei. [mehr beim Spiegel]
posted by Martin Leopold at Samstag, April 12, 2003
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Sahhaf, wir vermissen DichDer eigentliche Popstar des Irakkriegs ist natürlich der irakische Informationsminister Mohammed Saïd al-Sahhaf, dessen tägliche Pressekonferenzen und Darstellungen fernab jeglicher Realität viel zur Erheiterung in den letzten Tagen beitrugen. Oft hat er ganz alleine den Flughafen von Bagdad zurück erobert, die Anwesenheit von us-amerikanischen Truppen in der Hauptstadt leugnete er noch, als diese schon die Tigrisbrücken erreicht hatten. Um dem Kultstatus Sahhafs gerecht zu werden, haben die Betreiber der Seite welovetheiraqiinformationsminister keinen Aufwand gescheut, Bilder und Zitate des Goebbels für Arme zusammenzutragen. Leider brach dadurch der Server der Seite zusammen. Ein Relaunch sei aber in Arbeit. [via rollberg]
posted by Martin Leopold at Samstag, April 12, 2003
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Kartentrick The U.S. military has issued a most-wanted list in the form of a deck of cards, and Saddam Hussein is the ace of spades in the pack of 55 top figures in his toppled regime. [via San Diego News] Saddam Hussein ziert dabei das Pik-As. Der hier abgebildete Herr ist Qusay Saddam Husayn Al-Tikrit, Geheimdienstler und "Supervisor der Ba'th-Partei". Das ganze Kartenspiel gibt es auf der Pentagonseite zu bewundern.
posted by Martin Leopold at Samstag, April 12, 2003
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Russische ReaktionenNicht nur einfache Russen taten sich nach dem Fall von Bagdad und dem Zusammenbruch des Regimes von Saddam Hussein schwer, diesen Teil der Realität wahrzuhaben. Sie wurden Opfer der russischen Propaganda: Statt mit differenzierten Analysen hatten die Fernsehsender ORT, RTR und NTW ihrem Publikum täglich die Durchhalteparolen und -fantasien des irakischen Informationsministers und andere Meldungen über die angeblich zum äußersten Widerstand entschlossenen Iraker vorgesetzt. [...] General Jurij Rodionow, Vizevorsitzender des Verteidigungskomitees der Duma, war vom Verhalten der Iraker enttäuscht: "So verteidigt man die Heimat nicht!" [via FR]
posted by Martin Leopold at Samstag, April 12, 2003
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Perles Parallelen Der Sturz von Saddam Hussein bedeutet nach Auffassung von Richard Perle, Berater der US-Regierung, gleichzeitig auch das Ende der Uno. Ironischerweise sei dies der Fall, auch wenn die Uno nach dem Sturz des irakischen Machthabers "möglicherweise nicht völlig" verschwinden werde, schrieb Perle in einem Gastbeitrag für die Pariser Tageszeitung "Le Figaro" vom Freitag. [...] Wieso sollte eine Politik falsch sein, "nur weil das kommunistische China, Russland, Frankreich oder zahlreiche zweitrangige Diktaturen ihre Umsetzung ablehnen?", fragt Perle in dem Artikel. [via netzeitung]
Also, dass Perle Deutschland unter "Diktatur" ablegt, mag ich ja hinnehmen, aber das "zweitrangig" trifft doch schon empfindlich mein "Old Europe"-Gemüt.
posted by Martin Leopold at Samstag, April 12, 2003
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Rubrik: OrdenDie taz verleiht PanzerAngie das Eiserne Kreuz:
Lange schon hatte die glühende Bush-Verehrerin auf die Auszeichnung gewartet. Nun, nach dem "Sieg in Bagdad" (Bild), erhält Angela Merkel endlich das beliebte Metall. Für ihr bunkerbrechendes Plädoyer von gestern: "Merkel plädierte dafür, das Macht-Vakuum in dem Land sehr schnell in ein stabiles System zu führen" (dpa). Stabiles System? Das kann nur eins bedeuten: Merkel muss nach Bagdad! Damit sie wenigstens einmal im Leben einen Staat ganz im Sinne des US-Präsidenten führen kann. Geschmückt mit dem Eisernen Kreuz.
posted by Martin Leopold at Samstag, April 12, 2003
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Freitag, April 11, 2003
NachhutAus allen Gegenden kommen in diesen Tagen Kriegsberichterstatter, die irgendwo aufgehalten worden waren. Auch ordentlich "eingebettete" Journalisten sind jetzt in Bagdad, und einige sagen noch immer ihren Satz auf, dass sie mit Rücksicht aufs Militär nicht sagen dürfen, wo sie gerade sind. [Aus dem "Tagebuch aus Bagdad" der SZ]
*Nachlese Im Westen entwickelt das Fernsehen allerdings auch eine zerstörerische, desorientierende Kraft. Das gilt insbesondere für die auf Nachrichten spezialisierten Sender. Der pausenlose Bilderstrom und der riesige zur Verfügung gestellte publizistische Raum stehen auch im Irak-Krieg in keinem Verhältnis zur kleinen Menge an verlässlicher, aufklärender Information. Die Nachricht verflüchtigt sich ins Reality TV der Unterhaltungsabteilungen. [Die NZZ über das Nachrichten-Fernsehen]
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Dildoart [via Geisha]
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Foxa Americana America's Fox News network has been demonstrating since the start of the war in Iraq an amazing lesson in media hypocrisy. The anchors, reporters and commentators unceasingly emphasize that the war's goal is to free the Iraqi people from the tyranny of Saddam Hussein. The frequency, consistence and passion with which they use that lame excuse, and the fact that nearly no other reasons are mentioned shows that this is the network's editorial policy. The American flag lies in the upper left-hand corner of the screen, while the logo accompanying the programming is Operation Iraqi Freedom, the official name given by the Pentagon.. Fox journalists display what appears to be genuine happiness, innocent and sincere, brainwashed in nature, in the expectation for the wonderful day when the American army leads the Iraqi people from slavery to freedom. [die israelische Zeitung Ha'aretz über FoxNews]
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Medien im Krieg XXIRechtsverständnis Irak-Visum im Reisepass: Zwei deutsche Journalisten wurden an der Einreise in die USA gehindert, acht Stunden von der Polizei verhört und anschließend nach London zurückgeschickt. In einem Telefongespräch mit dem deutschen Konsulat wurde uns mitgeteilt, [...] dass sie [die US-Behörden] "ein anderes Rechtsverständnis als wir in Deutschland" hätten. [mehr bei indymedia]
* Kill Rates Wie viele Tote es auf Seiten der Iraker gegeben hat, fragt sich die Netzeitung und kommt schnell zu dem Schluß: Nix genaues weiß man nicht - und offensichtlich hätte auch keiner so recht ein Interesse daran, Leichen zu zählen und Vermisste zu addieren. Bisher haben amerikanische Truppen in ihren Kriegen auch die toten Feinde gezählt. In Vietnam zu Beispiel wurde die Effektivität von Einheiten anhand ihrer "kill rates" gemessen, dem Verhältnis zwischen eigenen und gegnerischen Verlusten. Nicht ohne Stolz schreiben so die Navy Seals auf ihrer Website, dass das Verhältnis insgesamt 200:1 betragen habe. In diesem Krieg werden jedoch die Verluste des Gegners nicht gezählt, zu mal auch schwer zu sagen sei, wer denn Soldat und wer Zivilist gewesen ist. Nur die Kinder kann man leicht als nicht-militärische Ziele ausmachen. Aber die zu zählen, kommt doch äußerst unmedial daher.
Das Zählen der Toten "kostet viel zu viel Zeit und ist offen gesagt auch zu riskant", so Captain Frank Thorp, Sprecher der Navy im Central Command. Oder, wie der Kommandeur der Truppen in Irak, General Tommy Franks, schon zu Beginn des Krieges sagte: "We don't do body counts."
*Pressestimmen-Übersicht Eine Übersicht von internationalen Pressestimmen zum schnellen Ende des Hussein-Regimes gibt es beim Nachrichtensender n-tv.
Die Kopenhagener Zeitung "Information" etwa wird zitiert mit: Wenn Saddam Husseins Regime die westlichen Invasionsstreitkräfte nicht mit Massenvernichtungswaffen anzugreifen wünscht, ist es wohl wenig wahrscheinlich, dass es Nachbarstaaten oder die eigene Bevölkerung damit angegriffen hätte.
*Al Dschasira mit US-Sendung Über Kabel sendet der arabische Fernsehkanal Al Dschasira seit neuestem auch in die USA. In mehreren Bundesstaaten wie Ohio, Nevada und New York wird zwei Mal wöchentlich eine 30-minütige Nachrichtensendung von Al Dschasira ausgestrahlt, wie die britische BBC berichtet. [via netzeitung]
*WOMD Waffeninspektor Hans Blix in einem Interview mit der spanischen Zeitung "El Pais": "The United States maintains that the war on Iraq is designed to send a signal to other countries to keep away from weapons of mass destruction. But people are getting a different message. Take the announcement North Korea has just made. It's tantamount to saying 'if you let in the inspectors, like Iraq did, you get attacked'. [via Yahoo ] Weiter gedacht hieße das aber auch, dass die Waffeninspektionen nur deswegen durchgeführt worden sind, um den USA zu beweisen, dass diese Waffen in Irak nicht vorhanden sind, so dass dieser gefahrlos angegriffen werden kann.
*Helper "But often they run into our machine guns and we shoot them down like the morons they are." General Kelly, assistant commander of the about 20,000-strong 1st Marine Division, said US intelligence indicated that there might be anywhere between 500 and 5000 of the fighters, whom he described as terrorists. "They appear willing to die. We are trying our best to help them out in that endeavour," he said. [via smh]
*Das große Hightech-Massaker Ich weiß nicht, wann die amerikanische Armee zuletzt vergleichbar altehrwürdige Rituale männlicher Kultur pflegte. Denn es ist eine Frage der Ehre: Schon zur Zeit der Indianerkriege hatte die US-Kavallerie ein Problem mit der unübersehbar kläglichen Bewaffnung ihres Gegners. [...] Das große Hightech-Massaker im Irak ist noch nicht zu Ende. Die Amerikaner schaffen gerade ihre größte konventionelle Bombe, die so genannte MOAB ins Kampfgebiet. Und irgendwann in den kommenden Tagen, vielleicht in der so genannten Schlacht um Tikrit, wird mit ihrer Hilfe das Verhältnis der Zahl der im Wüstensand verscharrten irakischen Männer zur Zahl ihrer mit allen militärischen Ehren eingesargten alliierten Geschlechtsgenossen 1 000:1 betragen. [Der Schriftsteller Georg Klein in der Berliner Zeitung]
*Preise Die Fernsehjournalisten Antonia Rados (RTL, n-tv) und Ulrich Tilgner (ZDF) werden für ihre Berichte aus dem Irak-Krieg mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis ausgezeichnet. Beide Reporter hätten "unter den extremen Bedingungen der Kriegsberichterstattung ihre journalistische Unabhängigkeit bewahrt und bewiesen." [...] Rados und Tilgner hätten sich nach Ansicht der Jury "mit Ausdauer und Erfolg darum bemüht, auch unter dem Druck der kriegerischen Ereignisse und der eingeschränkten Informationsfreiheit den Überblick zu behalten, präzise zu formulieren und dem Abenteurertum ebenso wie der Parteilichkeit zu entgehen". [via Spiegel]
posted by Martin Leopold at Freitag, April 11, 2003
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Donnerstag, April 10, 2003
Next one, pleaseA dialog from the movie "Lawrence Of Arabia", when an agonised Lawrence resists as a British commander in Cairo presses him to return to the desert to lead the Arabs revolting against the Ottoman Turks.
Lawrence: I killed two people. One was yesterday. He was just a boy, and I led him into quicksand. The other was... well... before Aqaba. I had to execute him with my pistol, and there was something about it that I didn't like. General Allenby: That's to be expected. Lawrence: No, something else. General Allenby: Well, then let it be a lesson. Lawrence: No... something else. General Allenby: What then?
Lawrence: I enjoyed it.
posted by Martin Leopold at Donnerstag, April 10, 2003
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Medien im Krieg XXVorrauseilende Selbstzensur Der neue Verwaltungsrat des italienischen Staatsfernsehens Rai hat beschlossen, Direktübertragungen politischer Demonstrationen einzustellen. Live werde künftig nur noch über Aktivitäten von Parlament und Regierung sowie "wichtige Tagesereignisse" berichtet, kündigte das Gremium am Dienstag an. [via netzeitung]
* Das Imperium gedeiht Die Murdoch-Gruppe übernimmt den Satellitenfernsehbetreiber DirecTV. Murdoch bietet sich so die Möglichkeit, seinen Einflussbereich endlich auf die Zuschauer mit der Schüssel auszuweiten: als zusätzlicher Vertriebsweg für die Fernsehinhalte der Senderfamilie Fox, könnte Murdoch die Werbeeinbußen kompensieren und das Profil von Fox weiter schärfen. Bei den Nachrichten etwa greift Fox News den Marktführer CNN an; die uneingeschränkt patriotische und völlig unkritische Irak-Kriegsberichterstattung polarisiert dabei die Fernsehnation USA. [via n-tv]
*"Staatsterrorist": Ja. "Durchgeknallt": Nein Der Marburger Metzgermeister Franz Becker darf den US-Präsidenten George W. Bush auf seinen Plakaten zum Irak-Krieg zwar als "Staatsterroristen" bezeichnen, nicht jedoch als "offensichtlich durchgeknallt" oder "blutgierig". Das geht aus dem Beschluss des Marburger Amtsgerichts hervor. [via FR]
*Apartes Apartheidproblem Beim Kampf um die lukrativen Wiederaufbauverträge offenbart sich in den USA ein tiefer Sumpf. Der US-Konzern Fluor, der die Infrastruktur reparieren will, wird von seiner Vergangenheit in Südafrika eingeholt. Auch dem künftigen US-Statthalter Jay Garner steht möglicherweise ein Prozess ins Haus. [via manager-magazin]
*Bilder, die nix sagen Aber generell geht es einfach um Bilder, und diese Bilder sagen nicht sehr viel aus. Es ist halt eine neue Situation entstanden. Es ist eben auch ein Medienkrieg. Und die Journalisten sind auf diese Art und Weise auch in die Kampfhandlungen mit einbezogen. [Interview von ndrinfo mit Peter Scholl-Latour]
*Zusammenbruch, kein Krieg Der gesamte Feldzug sei, so meinte gestern der britische Militärhistoriker John Keegan, eigentlich gar kein Krieg gewesen. Trotzdem seien Schusswechsel von unerfahrenen Journalisten, die mit an der Front dabei sein durften, als große Schlachten beschrieben worden, und Hindernisse als Niederlagen: "In Wirklichkeit hat es fast keine Hindernisse für den unaufhaltsamen Vorrücken der Koalition, besonders für den dramatischen Marsch der Amerikaner nach Bagdad gegeben. Es gab auch keine großen Schlachten. Das war ein Zusammenbruch, kein Krieg." [Hintergrund über den Zusammenbruch des Saddam-Regimes bei Heise]
Coalition forces steering towards a better future
posted by Martin Leopold at Donnerstag, April 10, 2003
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Mittwoch, April 09, 2003
EingebettetEs ist schon ein wenig überraschend, welche Zeitschriften sich damit rühmen, einen eigenen "eingebetteten" Reporter im Irak-Krieg zu haben. Neben Mode- und Trendmagazinen ist auch das New Yorker Musikmagazin Rolling Stone auf diesen Zug aufgesprungen:
"Rolling Stone" managing editor Ed Needham said the last he heard from his reporter, Evan Wright-who's planning to embed with a Marine division in Kuwait-he needed a new gas mask because "the one they instructed to buy us wasn't the right one." Mr. Needham said he was "satisfied" with having a reporter with American troops. [via NY Observer]
Evan Wright hat seine Nahkampferfahrungen bisher auf einem ganz anderen Schlachtfeld gemacht: Er arbeitete bislang für das "Herrenmagazin" Hustler und gab kürzlich einen Einblick Scenes From My Life in Porn in der LAweekly. Vielleicht haben wir den Begriff "eingebettet" bis dato falsch verstanden?
posted by Martin Leopold at Mittwoch, April 09, 2003
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What if …Theme: What if Fox News were around during other historical events? Wunderbarer Photoshop-Wettbewerb bei fark. Unbedingt anschauen.
posted by Martin Leopold at Mittwoch, April 09, 2003
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Medien im Krieg XIXFinsteres Muster Journalistenverbände und Redaktionen haben im Zusammenhang mit dem Tod von drei ausländischen Reportern in Bagdad schwere Vorwürfe gegen die US-Armee erhoben. Der Beschuss "erscheint wie ein absichtlicher Akt der US-Armee", heißt es in einem in Paris veröffentlichten Protestschreiben der Organisation "Reporter ohne Grenzen" an US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Reuters-Chefredakteur Geert Linnebank sagte, der Vorfall werfe Fragen über das Urteilsvermögen der vorrückenden US-Truppen auf. "Es ist unmöglich, dahinter kein finsteres Muster zu erkennen", sagte Aidan White, Generalsekretär der Internationalen Journalisten-Föderation. [Übersicht, Karte und Details bei rsf]
 Keine Schonung Auch der Weltöffentlichkeit soll der gerechte und gute Krieg vorgeführt werden. Jetzt musste, um es deutlich zu sagen, offenbar eine "gezielte Tötung" oder ein Mordanschlag für die nötige Warnung sorgen, dass das Leben der nicht-eingebetteten, also: freien oder unabhängigen Journalisten nicht mehr geschont wird. [...] General Brooks gab sich auf der gestrigen PK in Doha sicher, dass man sicherlich keine Journalisten beschieße: "We certainly know that we don't target journalists. […] We certainly know where the embedded journalists are at any given time that are operating with our formations. And that was a conscious decision to take in embedded journalists." Das ist nicht nur ein deutlicher Hinweis an die unerwünschten Berichterstatter, die vom Militär nicht kontrolliert werden können, sondern eigentlich auch eine Frechheit, da ja nicht Journalisten irgendwo in Bagdad beschossen wurden, sondern in ihren lange bekannten Aufenthaltsorten. [Hintergrund zur Tötung nicht-eingebetteter Journalisten durch das US-Militär bei Heise]
 Hauptsache alle strahlen Sowohl die USA als auch Großbritannien haben eingeräumt, uranhaltige Munition im Irak einzusetzen. Das Pentagon hatte bereits vor dem Krieg verlauten lassen, Urangeschosse seien ein wichtiger Bestandteil im amerikanischen Arsenal. Sobald es die Sicherheitsbedingungen und die politische Situation erlaubten, würde sich die UNO an die Streitkräfte der USA und Grobritanniens wenden, sagte der Sprecher des UN-Umweltprogramms (UNEP), Michael Williams. Laut Williams müssten die Einsatzorte auf radioaktive Verstrahlung untersucht werden. Es sei unklar, ob die Munitionsreste das Trinkwasser verstrahlen, oder ob radioaktive Partikel die Luft belasten könnten. [via Tagesschau]
 For Bush The Marine's new spot, called "For Country" also shows Marines on the move, featuring footage from the war in Afghanistan as the phrases "For Honor" "For Courage" and "For Country" show up on the screen one at a time. [via ABCNews]
 Der Pate und sein Kriegsziel Er macht Krieg zum Medienspektakel. Seit Beginn des Irak-Feldzuges verbreitet Rupert Murdoch seine Pro-Kriegs-Parolen in Druckauflage von rund 40 Millionen auf drei Kontinenten. In rund 175 Titeln wird täglich von Heldentaten der US-Soldaten berichtet. Ich denke, Bush handelt sehr moralisch, sehr korrekt und ich denke das wird auch weiterhin so sein", sagte er dem australischen Magazin "Bulletin". "Das Beste was bei dem ganzen für die Weltwirtschaft herauskommen kann, wäre ein Ölpreis von 20 Dollar pro Barrel." [Rupert Murdoch-Portrait im Spiegel]
posted by Martin Leopold at Mittwoch, April 09, 2003
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Dienstag, April 08, 2003
Mord & TotschlagDas zentrale Journalisten-Hotel in Bagdad ist am Dienstagmorgen von einem Geschoss getroffen worden. Dabei wurden vier Pressevertreter verletzt, davon drei der britischen Nachrichtenagentur Reuters, meldete die BBC. Das Geschoss schlug im 15. Stockwerk des Hotels Palestine ein, berichtete ein dpa- Korrespondent. In dem Hotel sind fast alle ausländischen Journalisten untergebracht. In London teilte eine Sprecherin von Reuters mit, dass vier Mitarbeiter der Nachrichtenagentur verletzt worden seien - ein Reporter, ein Fotograf, ein Kameramann und ein Techniker. Die Verletzten seien in ein Krankenhaus gebracht worden. [via Yahoo] Die US-Luftwaffe griff auch die Büros der beiden arabischen Fernsehsender El Dschasira und Abu Dhabi TV an. Dabei wurde der Kameramann Tarek Ajub tödlich verletzt, wie die Zentrale von El Dschasira im Golfemirat Katar mitteilte. "Unsere Niederlassung ist in einem Wohnviertel und sogar das Pentagon kennt den Ort", sagte Chefredakteur Ibrahim Hilal. Bei dem Angriff auf das Büro von Abu Dhabi TV wurde nach Filmaufnahmen des Senders ein Mann verletzt. [Hintergrund dazu bei Heise] Das irakische Fernsehen war am Dienstagmorgen nicht mehr in Betrieb.
posted by Martin Leopold at Dienstag, April 08, 2003
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Medien im Krieg XVIII "Casualities" Christian Liebig, Auslandsreporter des Nachrichtenmagazins "Focus" starb am Montag nach einem irakischen Raketenangriff nahe Bagdad. Beim gleichen Angriff kam auch Julio Anguita Parrado, Korrespondent der spanischen Zeitung "El Mundo", ums Leben. Bewaffnete Iraker haben am Montag nördlich von Nadschaf im Zentralirak zwei polnische Journalisten festgenommen. Wie die polnische Nachrichtenagentur PAP unter Berufung auf die Heimatredaktionen der Reporter meldete, waren der Rundfunkjournalist Jacek Kaczmarek und der Fernsehreporter Marcin Firlej mit zwei Kollegen in einem Auto unterwegs, als sich der Vorfall ereignete. [via Spiegel, vgl. auch rsf]
*Ganda-Wurm Ein schwedischer Cracker hat sich offenbar das Interesse am Irak-Konflikt zu Nutze gemacht, um einen Wurm in Umlauf zu bringen. An eine E-Mail mit der variierenden Betreffzeile "Spy Pics", "Go USA!!!!" oder "G.W Bush animation" hängte er die als "Ganda-Wurm" bezeichnete Software. Der Wurm verschickt sich automatisch an andere Mail-Adressen, sobald der Empfänger den Anhang zu öffnen versucht. Allerdings wird die Gefahr, die von Ganda ausgeht, von Antiviren-Herstellern als niedrig eingestuft. [via Fintimes]
*O.-Office Neue Praktikantin im Weißen Haus gesichtet.
*Königin statt Heldin "Ich bin ja froh, dass die Soldatin Jessica Lynch wieder frei ist, sie hat aber wirklich nichts mit der New Yorker Jessica Lynch zu tun", sagt die Frau von Alexander Golimbu, der die Internet-Namen [vgl.] registriert hatte. Die Lösung sei bei missnycity zu finden. Dort wird die aktuelle Schönheitskönigin aus New York präsentiert: Die Miss New York City 2003 heißt zufällig auch Jessica Lynch. [Quelle: t-online-news]
*Cowboys Die Amerikaner richteten die Kanone des Panzers auf die Frau und schossen sie nieder." Daraufhin seien alle Dorfbewohner in ihre Häuser geflüchtet, berichtet der Fotograf. "So fanden die Amerikaner heraus, dass es sich um Zivilisten handelte, und erschossen in diesem Dorf niemanden mehr, weil sich alle versteckt hatten. Das ist ihre Strategie. Schieß zuerst!", erzählt der Fotograf, der anonym bleiben will, weil er als "eingebetteter Journalist" in Begleitung der US-Militärs unterwegs ist. Er ist seit zwanzig Jahren als Fotograf in Kriegs- und Krisengebieten unterwegs und meint, "noch nie so schießwütige Soldaten gesehen" zu haben. [Reportage aus Bagdad im Standard]
posted by Martin Leopold at Dienstag, April 08, 2003
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Montag, April 07, 2003
Nur Merde im Cerveau: "D'accord" statt "okay"Gallizismen statt Anglizismen: Aus Protest gegen die Politik der USA und den Krieg im Irak haben deutsche Sprachwissenschaftler dazu aufgerufen, in der Umgangssprache gebräuchliche englische Ausdrücke durch ihre französischen Pendants zu ersetzen. [via Spiegel]
posted by Martin Leopold at Montag, April 07, 2003
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Umfragen, auf die wir lange gewartet haben:Q.: Do you know why Japanese people make the V sign with their fingers when they pose for a photo?
A.: The peace sign gesture must have been programmed in my DNA, or foreigners mind-controlled Japanese to make the peace sign subconsciously when we pose for a photo .
A.: Making the V sign when we pose for a photo is taken for granted in public in Japan.
A.: We make the peace sign because everyone does it and it's easy to make.
[Fragen und Antworten bei Japantoday]
Gemeint ist mit dem Peace-Zeichen das "V" des Victory-Zeichen. Bei dessen Einsatz muss man aber eine gewisse Reihenfolge beachten: Erst "V" wie Sieg, gibt "V" wie Frieden, gibt "V" wie cheese.
posted by Martin Leopold at Montag, April 07, 2003
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Dreist: Spammer bringt Anti-Spammer vor GerichtFrancis Uy, a self-described computer geek from Ellicott City, decided to fight back by employing a tactic increasingly used by a small cadre of e-mail users fed up with spam: Outing spammers by posting their addresses and phone numbers on the Internet, enabling network operators to block their e-mail or to sue them. But Uy's target is counterattacking, resulting in a court date today in one of the more personal and unusual spam litigation cases to date. George Allen Moore Jr. of Linthicum argues that Uy's site is harassment and wants it pulled off the Internet. [Bericht in der Washington Post]
posted by Martin Leopold at Montag, April 07, 2003
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Medien im Krieg XVIIThe twisted language
Why do we aid and abet the lies and propaganda of this filthy war? How come, for example, it's now BBC "style" to describe the Anglo-American invaders as the "coalition". This is a lie. The "coalition" that we're obviously supposed to remember is the one forged to drive Iraqi occupation troops from Kuwait in 1991, an alliance involving dozens of countries - almost all of whom now condemn President Bush Junior's adventure in Iraq. There are a few Australian special forces swanning about in the desert, courtesy of the country's eccentric Prime Minister, John Howard, but that's it. [Robert Fisk in einem Beitrag in "The Independent", nachlesbar bei mwaw]
*A morally hollow victory How unsurprising that, from Basingstoke to Basra, the Whitehall psy-ops department has failed to win its PR battle. This, politicians say, is partly the fault of a feral media. Making 'snap judgments' on the basis of television footage is dangerous, according to the Foreign Secretary of a government that invited us to judge Saddam's mindset on the basis of a plagiarised PhD thesis. The First and Second World Wars might never have been won, Jack Straw mused, if they had been covered by 24-hour news channels. [Mary Riddell in "The Observer", nachlesbar bei mwaw]
*Von unten Und gerade dort, wo sich die öffentliche Meinung von den klassischen Medien unterrepräsentiert fühlt und es auch tatsächlich eine starke Diskrepanz gibt, haben die Underdogs im Netz gute Chancen, wahrgenommen zu werden. Qualität allein reicht dazu leider nicht. [...] Durch die Vielzahl neuer Quellen entsteht aber auch ein Problem ganz anderer Art: Welche Internetseiten sind seriös und informieren ungezwungen, welche wurden möglicherweise gezielt zu Propagandazwecken eingerichtet und werden von Regierungen oder bestimmten Interessengruppen finanziert? [Beitrag bei netzkritik über die Rolle des Internets in diesem Krieg]
*Wie CNN arbeitet Und es sollte einen schon bedenklich stimmen, wenn sogar die eigenen Reporter gegen die Verdrehungen ihrer Berichte aus Israel protestieren: So geschah es nämlich, als CNN-Reporter darüber berichten wollten, dass Krankenwagen des palästinensischen Roten Halbmondes von israelischen Soldaten beschossen wurden. Der Bericht wurde in der CNN-Zentrale zweimal kunstvoll überarbeitet. Heraus kam, dass die Krankenwagen in ein "Kreuzfeuer" geraten waren, wobei - laut den CNN-Reportern wahrheitswidrig - suggeriert wurde, dass auch Palästinenser auf die Wagen gefeuert hätten. Verdrehungen, falsche Akzentsetzungen, Weglassen. [Beitrag bei Heise über die unsaubere Bearbeitung von Berchten durch die CNN-Zentrale.]
*Fraternisierung Nichtteilnehmer am Krieg wie Deutsche oder Franzosen werden seit Wochen vertröstet. Ganz offen sagen die Mitarbeiter der Pressestelle, dass diese Länder "lieber Soldaten statt Journalisten" in den Irak hätten schicken sollen. Die Stimmung zwischen den PR-Arbeitern der US-Armee und den deutschen Berichtserstattern ist vergiftet. [...] Übereinstimmend berichteten verschiedene "embedded"-Reporter, dass die Truppen an diesem Tag von winkenden Irakern in den Straßen begrüßt worden seien. Sofort wurde der Schluss gezogen, die Iraker seien von der Erstürmung ihres Landes begeistert - was freilich sehr gut in die Propaganda der Kriegsnationen passte. Dem unabhängigen Journalist Donavan jedoch bot sich ein anderes Bild. Er erlebte heftigen Widerstand der Bevölkerung und berichtete darüber. "Solche Geschichten können nur unabhängige Journalisten schreiben", sagt er nach dieser Erfahrung. [Bericht im Spiegel über eingebettete und nicht-eingebettete Reporter vor Ort]
*Vorrausschauend ...
jessicalynch.net, jessicalynch.org, jessicalynch.biz wurden am 17.März 2003 [ d.h. bereits vor dem us-amerikanischen Ultimatum an Hussein] von einem gewissen A.G. in New York registriert. [meldet ein anonymer user des Heise-Forums]
posted by Martin Leopold at Montag, April 07, 2003
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Sonntag, April 06, 2003
Sternstunden: Gould meets Bernstein meets Brahms Von einem Duell schrieben am nächsten Tag die New Yorker Blätter, eine "Verantwortungslosigkeit" des Dirigenten beklagte der damalige Chefkritiker der NY Times, Harold Schonberg. Und doch war es eine Sternstunde: Gould meets Bernstein meets Brahms, NY Carnegie Hall, 6. April 1962. Das erste Klavierkonzert, op. 15. Schon bei den ersten Proben hatte es ordentlich gekracht. Der junge Glenn Gould mit seinen eigenen Interpretationsvorstellungen auf der einen Seite, der Weltstar Leonard Bernstein und die irritierten New Yorker Philharmoniker auf der anderen Seite. Gould bestand auf tempi, die so langsam waren, dass Bernstein befürchtete, dass ohnehin problematische Werk würde thematisch ausfransen, in seine Bestandteile zerfallen. Gould blieb wie stets bei seiner Ansicht und war nicht bereit, auch nur in einem Punkt nachzugeben. Bernstein warnte seine Orchestermusiker vor den - wie er sagte "unglaublich langsamen Tempi der drei ersten Sätze" und bat sie: Now don't give up, denn Gould sei a great man, whom we have to take very seriously.
Vor den ersten beiden Aufführung des Konzertes entschied sich Bernstein dann seine berühmt gewordene Rede (hier eine Übersetzung des Transkripts) zu halten. Vor der letzten Aufführung (9. April 1962) bat Bernstein dann Gould: We've done it it your way twice. Can't we at least meet halfway today? Gould zeigte sich einverstanden und Bernstein verzichtete diesmal auf seine Rede. Gould sagte später in einem Radio-Interview, auf die Rede Bernstein angesprochen: Ich habe damals vor meinem Auftritt kichernd hinter der Bühne gesessen. Noch als wir anfingen, konnte ich kaum aufhören zu lachen. Ich fand das wunderbar.
Harold Schonberg, der seine Kritiken stets in einem lockeren Plauderton als Brief verfasste schrieb in der NY Times am 7. April 1962: So then the Gould boy comes out [...] and played the Brahms d-minor Concerto slower than the way we used to pratice it. […] I Think that even though a conductor made this big disclaimer, he should not allowed to wiggle off the hook that easy. I mean, who engaged the Gould boy in the first place? Somebody has to be responsible. […] Maybe the reason he plays it so slow is that maybe his technique is not so good".
Andere Blätter titelten Brahms is Beaten ("NY Journal American"), Who's Boss - Conductor or Solist? ("NY Herald Tribune"), Ein sonderbarer Abend ("NY Staats-Zeitung und Herold"), Gould gets his knuckles rapped ("Toronto Telegram").
posted by Martin Leopold at Sonntag, April 06, 2003
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Samstag, April 05, 2003
Medien im Krieg XVI Ming-Vasen-Schmeisser Die Franzosen kommen mir manchmal vor wie jemand, der eine wertvolle Ming-Vase auf den Boden schmeißt und dann andere mit dem Kitten des Porzellans beauftragen möchte. Aber Deutschland kommt zurück, sowohl ökonomisch wie auch im Verhältnis zu uns. [Richard Lugar, Vorsitzender des außenpolitischen Ausschusses des US-Senats, in einem Interview mit der Wirtschaftswoche]
*No lectures needed Yours is the only country that has ever invaded ours, and it would do so again in a wink if it thought its interests here were seriously threatened. […]We need no lectures from Americans about the defence of liberty and democracy. [Kanadier wehren sich gegen die us-amerikanischen Vorwürfe, Kanada hätte die USA im Stich gelassen. Ein offener Brief im Halifax Herald]
*Es gibt sie noch: Linksliberale Medien in den USA. Die "Nation", die "New Yorker Village Voice", die eine Kette von Alternativzeitschriften besitzt, "Mother Jones" aus San Francisco, der Radiosender "Pacifica", dessen New Yorker Station WBAI heißt, oder auch das satirische Blatt "The Onion". Und sie sind gefragt. [Die FR vermeldet einen Leserzulauf bei den regierungskritischen US-Blättern.]
*Al Dschasira Die englischsprachige Seite von Al Dschasira ist wieder online. Jedenfalls für den Moment, denn der Hoster Akamai hat den gerade erst abgeschlossenen Hosting-Vertrag schon wieder aufgekündigt. Akamai weigert sich nach Angaben des Berichts, Auskunft über die Hintergründe zu geben. Die New York Times rückt den Vorgang dennoch in den Zusammenhang mit den Hacker-Angriffen. Ein Sprecher von Al Dschasira wird dagegen mit den Worten zitiert: "Auf diese Firmen wird nonstop politischer Druck ausgeübt, nicht mit uns zu arbeiten". [Bericht bei intern] Das irakische Informationsministerium hat das Arbeitsverbot für zwei Korrespondenten des arabischen Fernsehsenders wieder aufgehoben. Das teilte der Sender am Freitagabend aus der Sendezentrale in Doha mit. [via Spiegel]
*Verunglückt Michael Kelly, der mit der 3. Infanterie-Division der Armee unterwegs war, sei bei einem Unglück mit einem Militärfahrzeug getötet worden, teilte die "Washington Post" mit. Er sei der erste getötete amerikanische Journalist, der an dem "Embedding"-Programm der US-Streitkräfte teilgenommen hatte. [via Spiegel]
*Presstitution In the Middle Ages, armies were accompanied by large numbers of prostitutes. In the Iraq war, the American and British armies are accompanied by large numbers of journalists. […] Never before have so many journalists betrayed their duty as in this war. Their original sin was their agreement to be "embedded" in army units. This American term sounds like being put to bed, and that is what it amounts to in practice. [via informationclearinghouse]
*Hurray, Germans to the front Aufruf zur Freiwilligen-Division Angela: Wir müssen ein Zeichen setzen. Wir stehen an der Seite der wenigen Deutschen, die es wie Angela Merkel wagen, in diesen Zeiten eine aufrichtige, aber unpopuläre Meinung zu vertreten. Die Bewerbung aller Freiwilligen geht an Verteidigungsminister Donald Rumsfeld mit der Bitte, die gesamte Mannschaft als Freiwilligendivision Angela in die Organisation der US-Armee einzugliedern und in den Irak zu führen. [Aufruf zur Legion Condor II "Division Angela" bei germannews]
*Defizite Man sollte auch im Krieg die drei Regeln der Krisenkommunikation beachten: Echtzeit, Wahrheit, Offenheit. Echtzeit klappt in Washington, doch in Sachen Wahrheit haben die Amerikaner Defizite. [Krisenforscher Frank Roselieb im Spiegel-Interview ]
*Unzumutbar Als wir mit den Drehaufnahmen begannen, versammelte sich die klagende Verwandtschaft. Plötzlich lagen auf dem Fußboden abgerissene Finger. Kleine Finger, ein kleiner Daumen. Mein Kameramann Lars hat die Szene festgehalten. Später, bevor wir den Film schnitten, sagte uns irgendjemand aus Deutschland, dass wir nur Bilder zeigen sollten, die für den Zuschauer zumutbar seien. [aus dem "Tagebuch aus Bagdad" der SZ]
*Hund, Familie, Freude Als Bush den Krieg im Fernsehen angekündigt hat, hatte er zwei Fotos hinter sich stehen, so in der Art, wie Politiker seiner Klasse sie nun einmal da stehen haben. Auf dem einen Foto waren seine lieben Kinder, auf dem anderen war seine liebe Frau, und seine liebe Frau hatte seinen lieben Hund auf dem Arm. Vor diesem zauberhaften Hintergrund kündigte der Mann einen Religionskrieg an, dessen Auswirkungen langfristig alles übertreffen werden, was wir seit 1945 erlebt haben. Übrigens hat er auch noch gelächelt bei seiner Kriegsankündigung. Er hat sich gefreut! Er hat sich gefreut, dass es endlich losgeht! Was für ein Auftritt! [Christian Clavier, französischer Schauspieler, in einem lesenswerten Gespräch mit der SZ]
posted by Martin Leopold at Samstag, April 05, 2003
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Freitag, April 04, 2003
The good war One of the single coolest mayhem filled adventures of all time is contained in the 1962 Mars Attacks trading cards from Topps. Taking H.G. Wells' WAR OF THE WORLDS concept to an insane extreme, Mars Attacks was just unadulterated pure mayhem. They were only available for a short time in stores when they first appeared, as their overly graphic depictions of violent Martian destruction didn't impress early 60s mothers very well.
Support our troops against the Martian Menace!
posted by Martin Leopold at Freitag, April 04, 2003
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Umm Khayyal 9 - UK 3UK military forces may be making strides on the battlefield in Iraq, but it was a different story on the soccer pitch for 11 Royal Marines. The British soldiers suffered defeat on the dusty streets of Umm Khayyal, when they took on the local football team. The home side was rallied to a 9-3 victory by throngs of screaming men and children, who marked out the boundaries of the pitch. [via BBC]
posted by Martin Leopold at Freitag, April 04, 2003
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Medien im Krieg XVDer Medien-Blitzkrieg Medien sind in ihren konkurrierenden Aufmerksamkeitsschlachten auf immer krassere Affektbilder angewiesen. Nur Schock- und Opferbilder, Bilder des Chaos und der Verzweiflung kitzeln die katastrophenkonditionierte Weltöffentlichkeit hoch. Der wilde Krieg wird zum letzten Menschheitsabenteuer, wenigstens zur Unterhaltungsbombe der Megatonnen-Klasse. Krieg ist auch Unterhaltung, solange wir über seine Bildsurrogate und die ihn umspielenden Diskurse reden. [Beitrag bei Heise -telepolis]
*Geschmackvoll Merkwürdiges hatte kürzlich die US-amerikanische Zeitung "The Tampa Tribune" zu berichten: Ein verdächtiges Päckchen aus Deutschland habe im Büro der republikanischen Kongressabgeordneten Ginny Brown-Waite in Brooksville große Aufregung verursacht. Bombenspezialisten röntgen die Post aus Deutschland und stellten fest, dass einige Knochen den langen Weg vom alten Europa ins Land der Freiheit gefunden hatten. Einen Hinweis zur Lösung des Falles können die Ermittler in der aktuellen Ausgabe der Satirezeitschrift "Titanic" finden: Auf Seite zwei des Blattes ist die Adresse der Abgeordneten angegeben. "Graben Sie in Ihrem Garten nach den sterblichen Überresten amerikanischer GIs", fordert Chefredakteur Martin Sonneborn die Leser auf. Und auf der Website des Satiremagazins heißt es: "Die Amerikaner wollen die Knochen ihrer Soldaten wiederhaben - wir schicken sie ihnen!" [via FR] [s.a. SZ, Stern, Spiegel und telepolis]
*Zensur "Das US-Central-Command schränkt derzeit das Sammeln von Informationen im Süden Iraks gezielt ein." Betroffen seien vor allem Mitarbeiter von Medien aus den Ländern, die sich nicht an dem Militärschlag gegen Irak beteiligten. Mehrere Filmteams seien gezwungen worden, das Gebiet zu verlassen. [via n-tv]
ARD-Mann Arnim Stauth berichtete aus Kuwait-Stadt, dass er kaum mehr zu den Pressekonferenzen des britischen Militärs Zugang finde. "Sie erhalten so viele Informationen, wie sie selber Truppen in der Region haben", habe ihm ein britischer Presseoffizier gesagt. Auch das Überspielen von Beiträgen gestalte sich schwierig. Der WDR habe sich bereits beim deutschen Botschafter in Kuwait beschwert, sagt WDR-Auslandschefin Tina Hassel zur SZ. Es handele sich "eindeutig um Diskriminierung". [via SZ]
*Liberty-TV Die USA haben mehrere Millionen Dollar für die Ausstrahlung von Fernsehsendungen der irakischen Opposition frei gegeben. Die Sendungen von "Liberty Television" sollen arabischer Sprache von der in London ansässigen Oppositionsgruppe Irakischer Nationalkongress produziert und per Satellit nach Irak gesendet werden. [via netzeitung]
*Tried as a traitor Correspondent Peter Arnett should be "tried as a traitor" for remarks he made in an interview with Iraqi state television, Sen. Jim Bunning, R-Ky., said Tuesday. "I think he should be brought back and tried as a traitor to the United States of America, for his aiding and abetting the Iraqi government during a war," Bunning said in a conference call with reporters. Later in a speech on the Senate floor, Bunning said: "Mr. Arnett can apologize all he likes for being a `useful idiot' for Saddam and his barbaric regime. [via Enquirer]
posted by Martin Leopold at Freitag, April 04, 2003
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Donnerstag, April 03, 2003
Beruhigend: Mensch liegt vor Honig und HolzMit 68 Prozent Wasseranteil liegt der Mensch zwar hinter der Qualle (99 Prozent), der Gurke (95 Prozent) und der Weinbergschnecke (82 Prozent) zurück, aber vor Holz, Wodka (beide 50 Prozent) und Honig (20 Prozent). [via GA]
posted by Martin Leopold at Donnerstag, April 03, 2003
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The Poetry of D.H. RumsfeldDass Mr. Rumsfeld ein vielbeschäftigter Mann ist, ist den meisten bekannt. Kriegführen, Wirtschaftführen, Aufrüsten, die Home-Front befehligen, Europe-Bashing und etwas außenministern kostet viel Zeit. Nur wenigen ist aber bekannt, dass sich hinter der rauhen Schale Rumsfelds ein zartes Poetengemüt versteckt. Um ihn auch einmal von dieser Seite zu beleuchten, hat sich Slate die Mühe gemacht, eine erste Anthologie der Werke des zeitgenössischen Dichters zusammen zustellen.
The Unknown As we know, There are known knowns. There are things we know we know. We also know There are known unknowns. That is to say We know there are some things We do not know. But there are also unknown unknowns, The ones we don't know We don't know.
A Confession Once in a while, I'm standing here, doing something. And I think, "What in the world am I doing here?" It's a big surprise.
posted by Martin Leopold at Donnerstag, April 03, 2003
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Angriff der PietistenNicht nur befreit werden sollen die Iraker, nicht nur demokratisiert werden sollen die Araber, am besten auch noch christianisiert werden sollen die Muselmanen. Damit die ganze Chose auch ganz ehrlich den Charakter eines Kolonialisierungskriegs hat, sprich man auch offenherzig vom "Feind". Die Einrichtung von Reservaten ist derzeit aber noch nicht geplant.
Plans Under Way for Christianizing the Enemy Two leading evangelical Christian missionary organizations said Tuesday that they have teams of workers poised to enter Iraq to address the physical and spiritual needs of a large Muslim population.
The Southern Baptist Convention, the country's largest Protestant denomination, and the Rev. Franklin Graham's Samaritan's Purse said workers are near the Iraq border in Jordan and are ready to go in as soon as it is safe. The relief and missionary work is certain to be closely watched because both Graham and the Southern Baptist Convention have been at the heart of controversial evangelical denunciations of Islam, the world's second largest religion. [mehr?: NNS ]
posted by Martin Leopold at Donnerstag, April 03, 2003
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Medien im Krieg XIVAhnungslosigkeit Technische Bilder sollten wie jede potenziell historische Quelle behandelt werden. Dazu gehört, die Umstände der Entstehung zu beschreiben: Wann? Wo? Was? Wer hat es gemacht? Das ist in Zeiten kriegerischer Bilderfluten sicherlich schwieriger als sonst. Nicht immer sind alle W's beantwortbar. Und dann macht ein warnender Hinweis selbstverständlich Sinn. Es darf jedoch nicht sein, dass pauschale "angeblich"-Hinweise journalistisches Fachwissen und Rechercheaufwand ersetzen . [...] Wäre nur ein Bruchteil des militärtechnologischen Wissens der Hobby-Bastler in den Redaktionen vorhanden, erspart bleiben würde uns so manche mit "angeblich , angeblich,..." gespickte Null-Beschreibung. Fakten sind in Zeiten des Krieges, selbst wenn es bloß um so etwas vermeintlich Banales wie den Typ eines zerstörten Militärtransporters geht, allemal mehr wert, als eine beständig wiederholte pseudo-medientheoretische Allerweltsphilosophie. [Eine Kritik an der militärtechnologischen Ahnungslosigkeit von TV-Redaktionen (gilt aber auch für schreibende Journalisten) bei Heise]
*Die afghanische Methode A hotel in Basra being used as a base by al-Jazeera's team of correspondents in the city was shelled this morning, the Arabic TV news channel has claimed. The Basra Sheraton, whose only guests are al-Jazeera journalists, received four direct hits this morning during a heavy artillery bombardment, according to the Qatar-based broadcaster. In November 2001 al-Jazeera's base in the Afghan capital was destroyed by a US bomb that also damaged the nearby BBC office. At the time the Pentagon denied it had deliberately targeted al-Jazeera, but said it could not explain why the Kabul office was hit. [via Guardian]
*Jessy Ob sie tatsächlich alle neun Tage hindurch in irakischer Gefangenschaft war, war vorerst nicht bekannt. Über ihren Verbleib gibt es widersprüchliche Aussagen: Vom US-Militär wurde der Familie mitgeteilt, Lynch sei ganz einfach "in ein irakisches Spital gegangen" - anderen Berichten zufolge habe sie jedoch beide Beine und einen Arm gebrochen, was heißen würde, dass sie das Spital nicht mehr aus eigener Kraft aufgesucht haben kann. Auch über Details der Rettungsmission bewahrten die öffentlichen Stellen Stillschweigen. [Widersprüchliches über die Befreiung von Jessica Lynch, der "schönen Soldatin", meldet der Standard. Schön ist übrigens auch, dass der Heimatort von Jessy-Babe Palestine heißt.]
*The family "Das Geschäft mit dem Tod", Video in der ZDFmediathek über die Verstrickung der Bush-Administration mit der US-Rüstungsindustrie (Carlyle-Group, Halliburton), inhaltlich nichts Neues, aber doch eine gute Zusammenfassung. Einen Hintergrund über den Aufstieg der Carlyle-Group gibt es bei Global-Politics.
*Ohne Begründung Die irakische Regierung hat einen Korrespondenten des arabischen Fernsehsenders al-Dschasira aus Bagdad ausgewiesen. Begründung: keine. [Quelle: Spiegel]
*Tote und Verletzte Ein Kameramann des britischen Senders BBC ist bei der Explosion einer Landmine im Nordirak umgekommen. Der Iraner trat auf die Mine, als er aus seinem Auto stieg. Ein weiterer BBC-Journalist wurde bei einem Zwischenfall in Kifri verletzt, einer Stadt im autonomen Kurdengebiet. [Quelle: Spiegel]
Mehr dazu auch bei IPI und rsf.
posted by Martin Leopold at Donnerstag, April 03, 2003
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Mittwoch, April 02, 2003
BB-KombattantenDass es sich bei Big Brother - the Battle nicht um eine FoxNews-Docu über den Irak-Krieg handelt, hat mich erst einmal überrascht. Wenig überraschendes hingegen bei den Kandidaten. Obwohl: Da gibt Khadra an, dass sie in Bonn wohne, ihr Vater aber anscheinend wohl nicht (Alter: Königswinter), Türsteher Ulf möchte sich gerne in einem geheimnisvollen Beruf namens Kabbarettist versuchen, die Lieblingsbeschäftigung der weiblichen Insassen ist mit Shoppen präzise definiert und Stripperin Nadja spreizt sich zu meinem Lieblingssatz Traumjob: etwas in der Medienbranche.
posted by Martin Leopold at Mittwoch, April 02, 2003
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Bei Anruf: Literatur Das Kieler Literaturtelefon feierte im März 25jähriges Bestehen. Das Literaturtelefon sendet unter der Rufnummer (0431) 901-1156 im wöchentlichen Wechsel Ausschnitte aus Romanen, Kurzgeschichten und Gedichte. Die Aufnahmen sind jeweils ca. 5 Minuten lang und können rund um die Uhr abgehört werden. Ein Anruf kostet keine Extragebühren außer dem üblichen Telefontarif. Diese Woche: Mirko Bonné mit "Hibiskus Code".
posted by Martin Leopold at Mittwoch, April 02, 2003
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The Old Europe …… is located in Washington DC.
Today in Old Europe: Regensburger Wurst Salad $5.45 (Slices of Fleischwurst, onions, cheese, peppers and fresh greens in vinaigrette)
posted by Martin Leopold at Mittwoch, April 02, 2003
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Medien im Krieg XIIIGerettet Jessica "Yellow-Press-Darling" Lynch ist gerettet. Vor allem die Boulevardpresse (vgl.) hatte sich Sorgen gemacht, was denn der finstere Hussein mit der "schönen Soldatin" (Bild) so alles anstellen könnte. Lynch wurde bei einem Kampfeinsatz verletzt und liegt jetzt in einem Spital. Natürlich zog die Blondine sich die Verletzung nicht bei einem fairen Kampf zu, sondern bei einem heimtückischen Hinterhalt der unsportlichen Saddamjünger, wie der eingebettete CNN-Reporter betonte.
*Sensationsheischend Die Fernsehberichterstattung über den Irak-Krieg ist nach Auffassung des OSZE-Medienbeauftragten Freimut Duve sensationsheischend und weit entfernt von der Realität. Viele Zuschauer würden den Krieg gar nicht wahrnehmen, weil er auf dem Bildschirm als Spektakel inszeniert werde, sagte Duve am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP in Wien. [via netzeitung]
*Apriliges Die russische Zeitung "Komsomolskaja Prawda" dachte sich ein Interview mit Iraks Machthaber Saddam Hussein aus, in dem dieser versprach, die alliierten Truppen mit Blumen und Musik in Bagdad empfangen zu wollen. Allerdings erläuterte er der von dem Interview "völlig überraschten" Reporterin Daria Aslamowa, dass die russischen Waffenkonstrukteure ihre Kugeln und Gewehre nach Blumen und Musikinstrumenten benannt hätten. Die Stalin-Orgel lässt grüßen [via netzeitung]
*Der Führer befiehlt, wir folgen Der Militärschlag der USA hat inzwischen in den meisten Klassen auch seinen festen Platz im Stundenplan. Selbst die Kleinsten, die Vorschüler, bleiben davon nicht verschont. So wird ihnen in farbenfrohen Faltblättern gesagt: "Wie wir zeigen können, dass wir uns um unser Land sorgen." Unter bunten Bildchen werden dann Vorschläge gemacht wie "Wir erinnern uns an unsere tapferen Soldaten", "Wir schwenken die amerikanische Fahne", "Wir sagen den Fahneneid", "Wir stehen hinter unseren Führern". [via Hamburger Abendblatt ]
*Amerikanische und britische Truppen haben Nahrungsmittel an hungernde Irakis verteilt. Das britische Essen haben die Irakis zurückgehen lassen. [Conan O'Brien]
*Kulturtransfer Al Dschasira kann sich mit dem Titel schmücken, die meist gehackte Seite des Internets zu besitzen. In aller Regel ist der englischsprachige Auftritt gar nicht zu erreichen. Gestern war er jedoch zu erreichen und zu sehen waren Pornos, die amerikanische Flagge und der Spruch "Gott segne unsere Truppen". Ein Kulturtransfer der besonderen Art.
*Spekulationen Baltimore.indymedia listet die durch "friendly fire" getöteten (nicht-"eingebetteten") Journalisten auf und spekuliert über die Gründe: Are Independent Journalists Being 'Executed' By the Bush Administration?
posted by Martin Leopold at Mittwoch, April 02, 2003
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Dienstag, April 01, 2003
ProbsAuffällig ist, dass nach der Übernahme der Fa. Pyra Labs (Blogger.com) durch Google deren Server häufiger ausfallen als früher. War es das, was alle meinten, als sie jubelten: Blogger goes big biz?
posted by Martin Leopold at Dienstag, April 01, 2003
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The Lighter SideCourt: Man Can Bark at Police Dog A man was using his free speech rights when he barked back at a police dog, a state appeals court has ruled. "The mere fact that the police dog had commenced the barking did not entitle it to a solo performance," attorney Patrick McGee wrote in the appeal. State law makes it illegal to taunt, torment or hit a police dog or horse. Officer Krishea Osborne testified that Gilchrist's barking made the dog "work himself up into a frenzy." City Prosecutor Lisa Eliason argued in the appeal that taunting can occur from any distance. [via Yahoo]
* Britney's Guide to Semiconductor Physics: It is a little known fact, that Ms Spears is an expert in semiconductor physics. Not content with just singing and acting, in the following pages, she will guide you in the fundamentals of the vital laser components that have made it possible to hear her super music in a digital format.
*You people stink The deadline for the NY's anti-smoking ban came and went this morning. At the famous Cedar Tavern, where painter Jackson Pollock and writer Jack Kerouac used to hang out, Bruce Ferguson, 80, of Manhattan, legally sucked on a ciggy for the final time earlier in the day. "This is the first time something I want to do is being taken away from me. I fought for this country's freedom for four years in World War II," he said, taking a drag on his cigarette. He had three words for anti-smokers: "You people stink." [via "NYPost"]
*Colonic: The Colon Cleaning Biz It's not that Michelle Sobel loves talking about her colon. But she does it anyway. Often. With strangers. Sobel, 53, runs Royal Oak's Center for Natural Healing, one of the few spots inmetro Detroit where people can go to get their colons cleansed. "People have no idea how healthy they can feel," said Sobel. [via FreePress]
*Time-Traveler Federal investigators have arrested an enigmatic Wall Street wiz on insider-trading charges -- and incredibly, he claims to be a time-traveler from the year 2256! Sources at the Security and Exchange Commission confirm that 44-year-old Andrew Carlssin offered the bizarre explanation for his uncanny success in the stock market after being led off in handcuffs on January 28. [via Yahoo] I believe his story, cause I'm missing my DeLorean.
*Neue Blogs
Kim Jong Il (the illmatic)'s LiveJournal Saddam's Cyber Palace. [via it&w ]
*US forms own UN Frustrated with the United Nations' "consistent, blatant regard for the will of its 188 member nations," the U.S. announced Monday the formation of its own international governing body, the U.S.U.N."The U.N. has repeatedly demonstrated an inability to act decisively in carrying out actions the U.S. government deems necessary," U.S.U.N. Secretary General Colin Powell said. [via The Onion]
posted by Martin Leopold at Dienstag, April 01, 2003
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Medien im Krieg XIINo Thurayas, please Das US-Militär hat Reportern an der Front die Nutzung so genannter Thuraya-Telefone verboten. Angeblich wird befürchtet, dass die Iraker über die Funksignale den Standort ermitteln können. [via n-tv]
*Hinweis ... ... in eigener Sache auf der Tagesschau-Seite: Zensur, Propaganda und gezielte Desinformation Eine Information in eigener Sache: Wir möchten Sie so gut, so objektiv und so wahrheitsgetreu wie möglich über den Krieg gegen den Irak und die Auswirkungen informieren. Im Krieg hat jedoch jede Partei das Interesse, die Öffentlichkeit und die Journalisten in ihrem Sinne zu beeinflussen. Unsere Korrespondenten und wir Redakteure weisen darauf hin, dass die Informationen, auf denen die hier veröffentlichten Nachrichten basieren, durch Zensur oder gezielte Desinformation und Gerüchte verfälscht oder unwahr sein könnten.
*Achten Sie auf den Bauchumfang Insgesamt haben die amerikanischen Soldaten dem Bericht zufolge in Irak bereits über 300 Männer in Zivilkleidung verhaftet aus Angst, es könnten getarnte Kämpfer sein. Suspekt seien vor allem gut genährte Personen, die in Gegenden auftauchten, aus denen die Bevölkerung bereits weitgehend geflohen sei. [via "Focus"]
*Keine Vorsehung "Ich glaube nicht, dass ein Volk einen göttlichen Hinweis erhält, ein anderes Volk zu befreien", so Rau. Das sei eine völlig einseitige Botschaft von Bush. [Bruder Johannes Rau in der Sendung "Maischberger", via n-tv]
*Slickly orchestrated PR-campaign It's no coincidence that Americans, and others around the world, are echoing the exact same phrases and news bites at the same times with near-military precision. It's the result of a slickly orchestrated public relations campaign on the part of the military and the U.S. government that is borrowing the best practices of the corporate PR world. In an effort coordinated by the White House Office of Global Communication (which also coordinated press coverage of the war in Afghanistan), everyone connected to the government during the war on Iraq is echoing a pre-scripted message of the day. [via alternet]
*Zumindest bislang führt al-Dschasira im Medienwettlauf am Golf. Häufig sind die Fernsehbilder, die weltweit auf allen TV-Stationen laufen, mit dem Logo von al-Dschasira versehen. Selbst im Irak eilt dem Sender sein Ruf voraus - und das, obwohl die Iraker in ihrem Land gar kein Satelliten-TV empfangen können und dürfen. [ausführlicher Hintergrundartikel über Al-Dschasira in der taz]
*"Wir können keine Berichte drehen und keine Nachrichten verifizieren", räumt ein Korrespondent freimütig ein. Die Kriegsreporter tun gar nicht mehr so, als würden sie etwas wissen. Aber sie sind vor Ort, und wir sind dabei. Live, suggerieren in allen Kanälen die endlos wiederholten, ewiggleichen Bilder - Bilder, auf denen man praktisch nichts sieht. [Die FAZ über die Kriegsberichterstattung im französischen TV]
posted by Martin Leopold at Dienstag, April 01, 2003
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