MEDIEN-KONTOR:NOTIZEN  
LOVE FOR SALE
Notizen


Mittwoch, Juli 30, 2003
Al-Sahhaf-Wochenblatt

Der selbstgewählte Titel einer Zeitung stellt ja auch eine Verpflichtung gegenüber den Inhalten und den Lesern dar. Bestes Beispiel dafür ist die russische Prawda, die jahrzehntelang die Wahrheit und nichts als die Wahrheit verkündete.
Einen ähnlichen Weg beschreitet jetzt auch eine der ersten Zeitungsneugründungen im Post-Hussein-Irak. Das viel versprechende Wochenblatt nennt sich Al-Sahhaf, nach dem irakischen Informationsminister a.D. Muhammed al-Sahhaf, besser bekannt als Comical Ali oder Baghdad Bob („My feelings – as usual – we will slaughter them all“).
[via WorldNetDaily]





Stehsatztücken

Nachrufe für prominente Personen, die zwar noch nicht tot sind, aber im Verdacht stehen, in diesen Zustand in der jüngeren Zukunft rüberzuwechseln, schreibt man als fleißiger Journalist bekanntlich auf Vorrat. Kalt vorschreiben, heißt das. Dann wirft man das ganze in den Stehsatz und aktualisiert es, wenn das für den Betroffenen nicht so freudige Ereignis endlich eingetroffen ist. So können dann bereits zehn Minuten nach dem Eintreffen der Nachricht vom Ableben einer Persönlichkeit die Agenturen mit ausführlichen Nachrufen aufwarten, die sich zwar etwas holperig lesen, aber für die ersten Meldungen durchaus reichen.

So was kann aber auch groteske Züge annehmen. Etwa wenn der Kollege, der den Nachruf kalt vorgeschrieben hat, mittlerweile längst selber das Zeitliche gesegnet hat. So geschehen beim Bob-Hope-Nachruf in der gebeutelten NYT, wie die NY Post genüsslich darstellt.





Warning: Reading this words does not enable you to think

Im Lande der seltsamen Gerichtsurteile und horrenden Entschädigungen – meist für erlittene „seelische Grausamkeiten“ – scheint es vielen Firmen angebracht, sich und ihre Produkten mit allerlei Warnhinweisen zu versehen.

Eine kleine Übersicht über die Auswüchse solcher Warning Labels gibt es hier.

On a string of Chinese-made Christmas lights: For indoor or outdoor use only.
On a childs superman costume: Wearing of this garment does not enable you to fly.






Dienstag, Juli 29, 2003
Lustig vs. Unlustig

Wenn eine Gestalt durch das gewohnte Bild der Tagesschau rennt, dann ist der ansonsten so perfekte Ablauf des Mediums kurz gestört, was lustig ist. Fielen aber sämtliche Kameras während der Übertragung des Fußball-WM-Endspieles aus, dann ist nichts mehr wie zuvor. Das ist nicht lustig.
[Nein, das wäre sogar tragisch. Aus einem Beitrag der taz]





Zwischen Dissimulation und Liaison

Die allseits bekannte Personalisierungsstrategie der Massenmedien, die Nachrichten im Medium des human interest servieren und deshalb mit gesichts- und seelen- und körperlosen Systemen wenig anfangen können, scannt die gesellschaftliche Welt auf verratbare und verratene Geheimnisse ab und identifiziert das Geheimnis und den Verrat an Personen, in der Politik an Politikern, die dann wiederum eine Überschussintelligenz entwickeln müssen in der Kunst der Dissimulation, die aber zugleich eine Liaison eingeht mit der Kunst, die Massenmedien auszunutzen.
[aus einem Beitrag der FR]





Rubrik: Forschung, die wir bewundern
Heute: The iGlass

The iGlassware system signals staff when you are ready for a refill. It uses an adaptation of the radio frequency identification (RFID) tag technology that is used to stop people stealing goods from shops. Each glass in Mitsubishi's system is tagged electronically by a microchip linked to a thin radio-frequency coil inside its dishwasher-safe base.
[via New Scientist]






Montag, Juli 28, 2003
Sorgenkind

Üblicherweise macht sich der Nachrichtensender n-tv eher Sorgen um Zinsentscheidungen, Derivate und Optionsgeschäfte. Doch in den Zeiten der Börsen- und Umsatzflaute entdeckt der Sender sein Herz. Man macht sich jetzt auch Sorgen um andere, um Menschen gar, zum Beispiel um Boris Becker:

Der Ex-Tennisprofi, Ex-Ehemann und nun auch noch Ex-Werbeträger verliert Schritt für Schritt alle Geldgeber und – ein Übel kommt selten allein – muss kräftig Unterhalt zahlen. Lesen wir also demnächst die Geschichte vom Millionär, der zum Tellerwäscher wurde? Vom gealterten Wunderkind, das seine Rente als Balljunge aufbessert? Wird der Boulevard uns gar bald mit einem tragischen Ende durch Freitod, einem "BumBum" von Kopfschuss und letztem Aufschlag quälen?
[via n-tv]





Samstag, Juli 26, 2003
Du, Frau Saumann

Dabei kann die Vornamensnennung durchaus in eine andere Richtung gehen und wunderbare Blüten treiben. Etwa wenn TV-Nachrichtenmoderator und Korrespondent sich zwar siezen, aber dennoch schmierig beim Vornamen anreden. Anders als in den Kaufhäusern, in denen die Verkäuferinnen durch die Halle brüllen: "Du, Frau Saumann, ich bin mal auf 17!", gibt es im Fernsehen ein: "Oliver, können Sie etwas erkennen?", "Danke, Christina, ja, zurzeit …" - Liebhabern solcher Szenen sei das ZDF-heute-journal empfohlen, wo der Übergabe an Gundula Gause immer auch ein Versprechen zum Koitus anhaftet.
[aus der taz]

Wobei die Verwendung der Mischform Sie+Vorname natürlich nix anderes ist, als eine tumbe Nacheiferung us-amerikanischer Sende- und Arbeitsweltgewohnheiten. Die Anrede Titel+Name+Du allerdings gehört zum festen Repertoire des rheinischen Liedguts, gerne auch mit der Verwechslung von Ihr und Euch eingeleitet.

„Jibbet bei Euch eijentlisch ouch Zeitschrifte zu holle?“
„Nein, wir sind ein Redaktionsbüro, kein Kiosk.“
„Scheiße, so’n Driss.“





Rheinische Reanimation

So sollte es auch im "Kanzlerbungalow", nachdem er vom WDR reanimiert wurde, wieder hochher gehen, mit einer "Talkshow", die anders als alle anderen sein sollte: witzig, unterhaltsam, aber auch menschlich und jemütlich, wie die Rheinländer eben so sind. Sie halten es mit dem Motto "Leben und leben lassen", lachen über die Witze, die Hella von Sinnen erzählt, trinken Bier aus Reagenzgläsern und schätzen den "halven Hahn" (ein halbes trockenes Brötchen mit einem Stück altem Käse drauf) als Delikatesse.
[Broder im Spiegel über den Rheinländer an sich und die neue WDR-Talkshow Kanzlerbungalow]





Freitag, Juli 25, 2003
Medienlogik im Zeitalter der informellen PR-Aufrüstung

Die Entwicklung lässt sich dahingehend deuten, dass die Medienlogik immer stärker die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Medien prägt. Nachrichtenwerte - also: Verwertungsinteressen der Medien - bestimmen, welche Wissenschaftsthemen öffentliche Resonanz finden. [...]

Was an Wissenschaftsjournalismus publiziert wird, ist immer öfter PR-induziert: das Ergebnis einer Pressemeldung, einer Pressekonferenz oder eines anderweitigen Anstosses von Öffentlichkeitsarbeit statt der Recherche eines Wissenschaftsjournalisten. Ökonomisch betrachtet, haben wir es mit einer zunehmenden «Quersubventionierung» des Journalismus durch Öffentlichkeitsarbeit zu tun. Die Aufrüstungsdynamik im PR-Sektor hat langfristig und logisch eine Abrüstungsdynamik in den Redaktionen zur Folge. Gerade diesen Prozess erleben wir derzeit beschleunigt.

[Wirklich nix neues, aber gut zusammengefasst, ein Beitrag der NZZ über die Probleme des Wissenschaftsjournalismus.]



Rubrik: Hessliches
Heute: Ein Beau parliert

"Eine Opposition ist nicht zum Ja-Sagen angestellt", doziert Koch gerne vor Journalisten. Oppositionspolitiker würden nicht für ihr gutes Aussehen gewählt, sondern nur, wenn sie es schafften, die Regierung hässlich aussehen zu lassen.
[via FR]





UNO: Lex Cubra Lybia

Reporter ohne Grenzen wurde für ein Jahr der Beraterstatus bei der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen entzogen. Die internationale Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit übt scharfe Kritik am Beschluss des UN-Wirtschafts- und Sozialrates, der dem Antrag Kubas folgte und heute entschied, Reporter ohne Grenzen ein Jahr lang von der Arbeit bei der Menschenrechtskommission auszuschließen.
Hintergrund waren Proteste der Organisation gegen die Vergabe der Präsidentschaft an Libyen während der Sitzung der Menschenrechtskommission im März 2003. Reporter ohne Grenzen betont nach wie vor, dass die Vergabe des Vorsitzes an "Gaddafis Regime" die Menschenrechtskommission als wichtiges Instrument zum Schutz der Menschenrechte innerhalb des UN-Systems diskreditiere.
[mehr bei Reporter ohne Grenzen und rsf]





Donnerstag, Juli 24, 2003
Der Duft der Pronomen

Seine Kriterien bestätigen alte Klischees: Frauen personalisieren, Männer kategorisieren. Männer bedienen sich - auch in fiktiven Texten - einer eher informativen, Frauen einer eher involvierenden Sprache. Pronomen wie "ich, du, sie, ihr, ihre, wir" sind typisch Frau, Worte, welche ein Hauptwort näher bestimmen wie "ein, das, der, die, diese" oder quantifizieren (eins, zwei, mehrere, alle) sind typisch Mann. Die Lieblingspronomen der Männer: Pluralformen wie "sie" oder "ihnen".
[aus einem Bericht bei telepolis über die Wirkweise eines Programms, das mittels eines Algorithmus berechnet, ob ein Text von einer Frau oder einem Mann stammt. Trefferquote: 80 Prozent.]





Schill goes Easy Rider: Bullen testen Schweine

German police could be ready to trade in their faithful BMW motorcycles for Harley Davidsons if tests on around 20 new "Hogs" prove successful. Hamburg state officials on Tuesday handed police the first seven Harleys, a mount of choice for Hell's Angel bikers, given free by the US manufacturer for a year.
[via Yahoo]





Germany and the ants

ANIMAL LOVING GERMAN officials issued a warning to citizens that it was now illegal to kill ants and announced at the same time that it had appointed 85 Ant Protection Officers to protect ants nationwide. […] "People with an ant hill in their garden must under no circumstances resort to the use of poison," said Senior Ant Protection Officer Dieter Kraemer.
[via Metro-Café]

Diese – nur in ausländischen Medien nachlesbare - Geschichte erinnert zwar stark an die Ente vom Microsoft-Klo, aber der Titel „Senior Ant Protection Officer“ ist durchaus bemerkenswert.





Mittwoch, Juli 23, 2003
Pssst: Geheime Geheimnisse

In der Washington Post schrieb kürzlich ein Kolumnist, die bevorzugte grammatische Konstruktion der Bush-Regierung sei die Tautologie: Etwas ist böse, weil es böse ist (Massenvernichtungswaffen, Osama, Achsen). Ähnlich funktioniert die Grammatik der Geheimdienste: Etwas ist geheim, weil es geheim ist (Informationen über Massenvernichtungswaffen, Osama, Achsen).
[aus einem Beitrag der „SZ“ zum Thema Geheimdienste und Politik.]





McSatan

A Parish magazine caused a storm last night by printing claims fast-food giant McDonald's was created by Satan. The Rev John Wright published an anonymous article in his bi-monthly newsletter stating dieters craving a Big Mac and fries are being tempted by the Devil.

It said: "And God populated the Earth with broccoli and cauliflower and spinach, green and yellow vegetables of all kinds, so Man would live a long and healthy life.

But Satan created McDonald's. And McDonald's brought forth the double cheeseburger. And McDonald's said to Man 'You want fries with that?' And Man gained pounds."

McDonald's yesterday insisted it was not the work of Satan.

[via The Citizen]





The Mutopia Projekt


Peacherine Rag by Scott Joplin


Welcome to the Mutopia Project ... a place where music is free for everyone! Download it, print it out, and share it. Mutopia is similar in spirit to Project Gutenberg, but consists of free sheet music.
Broadly speaking, copyright on a creative work expires 70 years after the creator's death. This means that the works of Bach, Mozart, Beethoven and many other composers are in the public domain - in principle, they may be copied and performed without restriction.





Dienstag, Juli 22, 2003
Noch etwas verkrampft

Und seien Sie nicht irritiert, wenn Sie als Frau von einem Mann nur mit einem Kopfnicken begrüßt werden. Da sind die Amerikaner doch noch etwas verkrampft – oder einfach vorsichtig: Die Berührung des anderen Geschlechts kann schnell mal als "sexuelle Belästigung" ausgelegt werden.
[Der Expertenkanal Kabel 1 gibt Tipps, wie man sich als Europäer in Amerika verhalten solle.]





Sehr eigenartig

Als Daniel Goldhagen vor ein paar Jahren nach Deutschland kam mit seiner These, dass alle Deutschen Nazis und Judenhasser waren, wurde er wie ein Volksheld empfangen. Eine blödsinnige These, aber sein Buch war ein Riesenerfolg. Jetzt kaufen die gleichen Leute den "Brand" von Jörg Friedrich, und plötzlich ist es populär, Hitler und Churchill auf eine Stufe zu stellen. Sehr eigenartig.

[Der amerikanische Kulturhistoriker Peter Gay in einem Spiegel-Interview]





To free my soul

Germany's most famous ex-porn star Gina Wild has revealed she is doing a bit on the side in a Frankfurt brothel because she is addicted to sex. “It's not for the money, it's to free my soul," Wild, 32, told “Bild” newspaper in an interview published Monday.
[via Yahoo]





… as shitty as possible
The top four ugliest cars on the road: I'm noticing that the big trend in the auto industry lately has been to go bankrupt by making cars that look as shitty as possible.





I-Cheats

The internet is driving thousands of couples to the divorce courts, it was revealed yesterday. Researchers have discovered a huge rise in people splitting up after 'chat room cheats' are caught by their spouse.
[via The Citizen]





Montag, Juli 21, 2003
Anchorman-Kleindarsteller

Kloeppel will mehr. Kloeppel will Großes. Große Emotion und große Emphase. Auf das Subtilste dargeboten. Kloeppel ist so was ähnliches wie ein Schauspieler, der einen Nachrichtensprecher gibt und dabei mit kleinem Repertoire auskommt.
[aus einem Beitrag der FR über den Diplombauern Peter Kloeppel und andere Nachrichtensprecher]






Technik, die begeistert

Innovation: Eine im Silicon Valley beheimatete Firma hat jetzt endlich eines der letzten großen Technikprobleme der Menschheit gelöst: Das Beleuchtungsproblem der Kutschen der Amish-People. Diese lehnen bekanntlich solch schreckliche Techniken wie Elektrifizierung ab, denn der Teufel sitzt nicht im Detail, sondern in der Steckdose. Leider wurde aber die Zahl der Amish-People in den letzten Jahrzehnten stark dezimiert, da deren unbeleuchteten Kutschen ein zu leichtes Ziel für vagabundierende Pickups waren. Die Lösung: LEDs, aufgeladen durch Solarenergie. Aber ist Solarenergie nicht auch Strom, oder gibt es Amish-koscheren und Amish-unkoscheren Strom? Eine wirklich brisante Debatte.
[via msnbc]





... and one for the soul

Farben und deren Bedeutung:
Lieblingsfarbe Indigo-Blau etwa: Steht für Intuition und übersinnliche Wahrnehmung, für die tiefgründige Kraft der Gedanken, Meditation. Indigo steht aber auch für Melancholie, fixe Vorstellungen und Isolation, Einsiedlertum.

Aber, Obacht:
Welche Bedeutung wir einer bestimmten Farbe geben, hängt unbedingt auch von dem jeweiligen Kulturkreis ab, dem wir angehören.

[aus dem Lexikon: Bedeutung der Farben und einiger Symbole in Seelenbildern.]

Da ist schon was dran. Gerade wenn nicht nur meine Seele blau ist, neige ich stark zu übersinnlichen Wahrnehmungen.





Freitag, Juli 18, 2003
The Heimatschutz

Das zeigt Ihnen nur, dass wir binnen kürzester Zeit eine Meisterschaft in Sachen Homeland Security, also Heimatschutz, erreicht haben. Heimatschutz ist tatsächlich eine Nazi-Vokabel. „Homeland“ war in den USA bislang als Begriff völlig ungebräuchlich. Wir sprachen vom Land, von der Nation oder vom Volk. Jetzt aber sagen wir homeland, und fast kann einen darüber der Verdacht anwandeln, dass wir einen nur zu vertrauten Weg eingeschlagen haben.
[Gore Vidal in einem SZ-Interview.]





Rubrik: Ethnische Eigenarten
Heute: The German Klo

I do not understand the purpose of this toilet. It does not save water - you must flush it eight or ten times to remove every last scrape and smear. It is not hygienic - the smell is ungodly. The only conceivable explanation is that Germans love to inspect their stool, so the German toilet of necessity features a built-in stool inspection shelf. I wouldn't be surprised if the more expensive models include a digital scale: "Mein Gott, zwei kilogram!" exclaims Günter, joyful and relieved.
[aus German toilets, link via it&w]





Rubrik: The Häuslebauer-Guide
Heute: Wohnen auf Zeit

Kennt ja jeder. Die Schwarzgeldattachekoffer sind mal wieder randvoll und das Geld muss weg. Will investiert werden. Am besten in was Richtiges. Was Handfestes. In etwas, was auch morgen noch Bestand hat. Ne’ Altersvorsorge. Sprich, in das Vierthaus.
Aber, altes Problem, man kann sich wieder nicht entscheiden, soll die Hütte auf Key West, den Fidschis oder doch wieder nur auf Ibiza stehen. Und alle Objekte mal anschauen, gar Probewohnen, ne, gibs nicht, keine Zeit. Termine, Termine, Sie verstehen? Da bedient man sich dann der Software, an deren Entwicklung drei Neue Markt-Firmen verpleitet sind. 3D-Häuslegucken via Internet. Nicht ganz neu die Idee, aber mittlerweile so ausgereift, dass sich jetzt auch die Anbieter von begrenztem Wohnraum für diese Vermarktungsmethode erwärmen konnten.

Das Beherbergungsunternehmen Florida Department of Corrections etwa bietet nun eine Virtual Prison Tour an. Beginnen Sie hier, in der hübschen Death Row Cell .
Aus der Objektbeschreibung: Death Row cells are one-man and 6 x 9 x 9.5 feet high. To find other Death Row information, see the "Learn More" section at the bottom of this page.







Donnerstag, Juli 17, 2003
Ach so, na dann

Als der ehemalige italienische Tourismus-Staatssekretär Stefani die Deutschen als „supernationalistisch“ bezeichnete, als „dickbäuchig“, „lärmend“, „anmaßend“ und „eingebildet“, hatte er natürlich Recht. Er drückte sich nur ungenau aus. Er meinte eigentlich die Ostdeutschen, über die er anscheinend vieles weiß, was hierzulande verheimlicht wird.
[aus der Zeit]





Rubrik: Internationale Fachbeiträge aus Wissenschaft und Forschung

Frequent masturbation, particularly in the 20s, helps prevent prostate cancer later in life, according to new research. Australian scientists have shown that the more men masturbate between the ages of 20 and 50, the less likely they are to develop the disease that kills more than half a million men each year.
[via Reuters, unter "Latest Financial News"]

*


South American scientists have found a way to knock the air out of beans so you can eat them without sending your friends fleeing.
[via Health24]

*


After selling 300,000 pet-lovers on the Bowlingual gadget that supposedly translates a dog's bark into human language, Japanese toymaker Takara Co. is planning a similar one for cats.
[via CNN]

Erste Experimente haben ergeben, dass Miau meistens mit Dosenöffner adäquat übersetzt werden kann.

*


If you want a sex life worth dreaming about, try dreaming about impotence. According to dream expert Philip Clucas, dreams where you are lame in the sack are signs your sex life is about to take an upturn.
[via Ncbuy]






Nachtrag

In Ergänzung unseres investigativen Sommerloch-Specials Designfragen, möchten wir auch noch auf die wunderbare Überschrift der CNNler zum gleichen Thema verweisen:

Stonehenge riddle 'solved.' It's a girl.





Mittwoch, Juli 16, 2003
Karma-Orakel

Ich weiß nicht, wie Sie es empfinden, aber Sie waren weiblich in Ihrer letzten Inkarnation. Ihr damaliger Geburtsort befindet sich irgendwo in der Nähe von Neu Guinea vermutlich um 1275. Ihr Beruf war Erbauer von Häusern, Tempeln, Kathedralen.
Eine kurze Beschreibung Ihres psychologischen Profils im vergangenen Leben:
Sie hatten das Bewußtsein eines Wissenschaftlers, immer auf der Suche nach neuen Erklärungen. Ihre Umgebung hat Sie oft mißverstanden, aber stets Ihr Wissen respektiert.
Die jetzige Aufgabe, die aus dem vergangenen Leben resultiert: Studieren, praktizieren und nutzen Sie die Weisheit, auch die der psychologischen Wissenschaften, und die alten, antiken Schriften. Mit starkem Glauben und harter Arbeit werden Sie ihr Lebensziel erreichen.


Dass mich meine Umgebung auch damals schon, also im 13. Jahrhundert, missverstanden hat, wundert mich ja nicht. Ist ja heute noch so.

Sollten Sie, DamenundHerren, für Ihren stornierten Italienurlaub ein neues Reiseziel suchen, fahren Sie nach Neu Guinea. Besuchen und bewundern Sie dort die unglaublich raffiniert gebauten und zurecht weltberühmten Kathedralen.
Alle von mir erbaut. Ik schwöre.

[Das Karma-Orakel: Wer waren Sie im letzten Leben?]




Rubrik: Die gute Sache

G. Walker B. braucht Geld. Dringend. Nicht weil er gerade den us-amerikanischen Staatshaushalt gegen die Wand gefahren hat (Vgl.). Das geht schon okay, schließlich wollte er so sein Kindheitstrauma überwinden, stets immer nur der Zweite zu sein. Jetzt hat er aber den Verschuldungsrekord seines Vaters eingestellt. Texashut ab.
Nein, er braucht Geld, weil er schließlich 2004 wieder gewählt werden möchte. Ein lobenswertes Unterfangen, dass jeder rechtschaffende Mensch mit einem Einkauf im Georg W. Bush Store unterstützen sollte.

Kids: they know their ABC's and their PRESIDENT!






Dienstag, Juli 15, 2003
Missverständnisse, fundamentale

Der gesamte "Enthüllungsartikel" Holloways sei im Tenor "nicht fair" gewesen, räumte die "New York Times" ein. Sowie voller "fundamentaler Missverständnisse", einseitiger Zitate, "inakkurater" Angaben, "faktischer Irrtümer", unbelegter "Annahmen", "irreführender oder unvollständiger Bezüge" und "Fehlinterpretationen." Gottliebs Harvard-Abschluss war falsch datiert, das Startkapital für TNT falsch beziffert und der Ort eines Interviews, das Holloway in Manhattan mit Gottlieb geführt hatte, falsch identifiziert.
[aus einem Spiegel-Beitrag über die tägliche Gegendarstellung in der NY-Times.]

Die Autorenzeile in der NYT soll allerdings fehlerfrei gewesen sein.





Immerhin

Lesen ist einer der liebsten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen, es steht laut einer Studie auf Rang 8 (von 39), knapp hinter Grillen und Picknick.
[aus der taz]





Montag, Juli 14, 2003


Caption Think






Rubrik: Tipps und Tricks

Erst beim Abfassen der Einkommenssteuer-Erklärung kommt man dahinter, wieviel Geld man sparen würde, wenn man gar keines hätte.
[via zeitenwende]





Sonntag, Juli 13, 2003
Wie entsteht ein Lied?

Ich habe vielleicht einen Rhythmus, der geht so: dada da dada da. Und dann fange ich mit beidem gleichzeitig an: mit einer Textzeile und einer musikalischen Phrase. Es ist ähnlich wie bei einem Kuss: Da weiß man auch nie, wer zuerst mit der Zunge im Mund des anderen war. Aber man weiß, dass da ein Kuss war.
[Carla Bruni in einem SZ-Interview. Ich muss doch nicht wirklich eigens erwähnen, dass ich die Bruni-CDs nur wegen der Texte und der guten Stimme gekauft habe, oder?]







Samstag, Juli 12, 2003
Zettelkastenleerung: Ein Tischgespräch

Suppe
Du meinst also, sagt Er, einen komplett freien Text gibt es gar nicht?
Genau,
antwortet Sie, Text ohne Kontext gibt es nämlich nicht.
Mhh,
macht Er, aber wenn ich doch jetzt einen Text völlig frei erfinde, ohne jeglichen authentischen Einschlag, dann gilt Dein Satz doch nicht!
Doch natürlich
, sagt Sie, denn selbst beim allerfreiesten Text, bleibt nämlich immer ein bestimmender Kontext übrig.
Welcher denn?
fragt Er.
Na, Du selbst natürlich, sagt Sie.
Und lacht.

Erster Gang
Mein Problem ist aber vielmehr, sagt Sie, dass viele Texte viel, wenn nicht sogar zuviel Sinn ergeben.
Na und?
sagt Er achselzuckend, freu dich doch darüber.
Nein,
entgegnet Sie, denn die Wirklichkeit gibt nie Sinn.
Nie?
Nie! Naja, gut, wenn jemand eine göttliche Perspektive besitzt, aber die hat halt keiner drauf
, sagt Sie.
Und lacht.

Zweiter Gang
Pauschalisierst Du nicht mal wieder zu sehr, fragt Er.
Mhh, macht diesmal Sie, aber sieh mal, ein Text hat Einheit und Stil, die Wirklichkeit höchstens Form. Was zwischen den formalen Aspekten aber geschieht, ist eine recht zufällige Reihung von Sachen, Ereignissen, Angelegenheiten.
Und?
Und diese Angelegenheiten stehen in keinerlei Beziehung zu irgendwas, eben anders als Angelegenheiten im Text.
Du meinst also
, sagt Er, ein Merkmal der Wirklichkeit ist ihre Beziehungslosigkeit?
Genau!
Ich glaube, da hast Du Dich da aber ganz schön verrannt
, sagt Er.
Und lacht.
Mag sein, sagt Sie.
Und lacht nicht.

Dritter Gang
Ist Dir denn schon mal aufgefallen, sagt Sie, dass die der Wirklichkeit am nächsten kommenden Romane als die am wenigsten wahren gelten?
Nein, ist mir nicht aufgefallen und ich glaub auch nicht, daß man das so sagen kann
, antwortet Er und fügt hinzu: Aber wenn ich Deine gesamte Argumentation umdrehe, so müßte doch der Roman, der der Wirklichkeit am nächsten kommt, derjenige sein, der am wenigsten Sinn macht?
Sie sieht ihn an, nickt zögernd, sagt aber nix.
Beide lachen nicht.

Dessert
Sie: Digestif?
Er: Nein, besser nen Schnaps.





Freitag, Juli 11, 2003
GTI-Gesellschaftsgefüge

Denn Blätter wie das „Volkswagen Magazin“ haben dabei durchaus Wuchtiges zu bieten. Sentenzen von geradezu analytischem Tiefgang beispielsweise zu finden etwa in einem Artikel über einen sportiven Kompaktwagen: "Alles, was in und um den Golf GTI geschieht, fügt dem Gesellschaftsgefüge ein neues Indiz hinzu."
[aus einem Beitrag der taz über Kundenmagazine]



WOMD-Hints

Ratschläge, wie man am besten seine Messer versteckt, wenn man gerade mal wieder ein Flugzeug entführen möchte, erteilt das FBI (Federal Bureau of Investigation Guide to Concealable Weapons 2003, pdf-file, 89 Seiten, viele anschauliche Abbildungen).





WOMD-Pitcher

"Police in the Golan...succeeded in doing what no one else has done -- they arrested Saddam Hussein," quipped national police spokesman Gil Kleiman.
[via Yahoo]





Donnerstag, Juli 10, 2003
Dehnbare Shorts

Wenn der Hulk in Rage gerät, pumpt er sich auf wie ein ehrgeiziger Bodybuilder, der sich einen mit Steroiden beladenen Lastwagen gönnt. Der Brustkasten schwillt an, der Bizeps wird gross wie ein Heissluftballon, Hemd und Hose werden von der Muskelmasse abgesprengt. Nur die Boxershorts überleben den angestrengten Wachstumsprozess wie durch ein Wunder. Oder ist es doch amerikanische Wertarbeit, welche die Lenden des Hulk vor den kritischen Blicken der Zuseher schützt?
[die NZZ über „Hulk“ und andere Debilos]





Branding Germany

Wir brauchen ein Tier, das die freundlichen Charakteristika dieses Landes trefflicher symbolisiert. Der Deutsche Dackel vielleicht? Die Jäger unter uns wissen, dass der überhaupt nicht gemütlich ist, sondern ein Torpedo auf vier Beinen, ein wahrer Terminator im Fuchs- oder Dachsbau. [...] Wer hat einen so treuherzigen Blick und wischt höchstens mal das mundgeblasene Weinglas vom Couchtisch? Der Golden Retriever! Machen wir doch ihn zum Wappentier auf weiß-blauem Grund!
[aus der Zeit]





Groovy

I've just been passed a press release from Grove, saying they've bought the book rights to Salam Pax's diaries. […] The book will be called “SALAM PAX: The Internet Diaries of Life Inside Baghdad” -- though the Grove website has the title as “My Name is Salam Pax”, which sounds better, even if it is a cliche. No word yet on the advance but, given the competition for Salam's book, it must be well into the six figures. Which would make Salam one of the richest men in Iraq -- if one excludes the local warlords and mullahs, that is.
[via Nick Denton]





Hail Santa Claus

2136 SF-Filmplakate bei scifi-movies.



Santa Claus Conquers The Martians






Mittwoch, Juli 09, 2003
Generation Daihatsu

Mit Reifungsprogrammen ist hier nicht viel. Immerhin kann man beim Lesen dieses Buches aber die, von seinem Autor allerdings nicht vorgesehene, Erfahrung machen, dass das nivellierende Denken rund um die Generation Golf endgültig an ein Ende gelangt ist. [...] Aber spätestens in der Wirtschaftskrise trennen sie sich wieder, die einen werden depressiv, die anderen reaktivieren Einsichten, dass Konsum nicht alles ist. Und Florian Illies kriegt seine Welt nicht mehr zusammen.
[die taz über Florian Illies’ Sequel “Generation Golf zwei”]





Rubrik: Logofragen

Thai community groups want to use a logo featuring two elephants having sex for next year's World AIDS conference in Bangkok but the plan has been criticised by health authorities because the bull is not using a condom.
[via Reuters]





Rubrik: Designfragen

Es sommerlocht sich langsam ein. Nach der Nachricht, dass Wim Wenders „Nessie“, das Monster von Loch Ness, mittels eines Films einschläfern möchte, ist jetzt Stonehenge dran. Letztes Jahr stellten Wissenschaftler dar, dass die altenglische Hinkelsteinsammlung in Wirklichkeit von Schweizer Asylanten errichtet worden war (Und wer hats erfunden?). Nachdem dies endlich geklärt worden ist, bleibt die Frage nach dem Warum. Das Warum hat jetzt wiederum ein kanadisches Forscherteam beantwortet, sagt jedenfalls die australische ABC:

Stonehenge is a massive fertility symbol, according to Canadian researchers who believe they have finally cracked the mystery of the ancient monument in southern England. In the arrangement of the stones, the researchers say they have spotted the original design: female genitalia.
[via ABC]
Dieser interessante Ansatz erklärt gleichzeitig auch die Form der Toblerone-Schocki.





Rubrik: Die USA suchen den Supertrick

Im Kampf gegen das Böse rüstet die us-amerikanische Polizei auf:

Windows stop bullets but let officers shoot: It sounds like something out of a science fiction movie: a material that can stop a bullet fired at a police car dead in its tracks while allowing officers inside the vehicle to shoot back.
[via nola]

Klasse Trick, aber was könnte da wohl schief gehen? Nah?





Dienstag, Juli 08, 2003
Sehnsucht

Der aktuelle Hype um Lenz gründet wohl einmal mehr darauf, dass ein großer, verlässlicher Name sich immer gut macht und breit verkaufen lässt. Aber auch darauf, dass die Sehnsucht nach festen Orientierungen und fein austarierter Altersweisheit in diesen ach so depressionsgeplagten Zeiten größer denn je zu sein scheint.
[via taz]





Die Antwort auf alles

Natürlich auch weiterhin: 3 Jägermeister 5 €.
[via FR]





Rubrik: Blockwarte

Nach der Polizeigewerkschaft hat sich auch der Zentralverband Deutscher Schornsteinfeger [ZDS] gegen die Idee ausgesprochen, Schornsteinfeger zu Blockwarten weiterzubilden: "Wir haben ein gutes Vertrauensverhältnis zu unseren Kunden, das wollen wir uns nicht verscherzen", so Verbandssprecher Johannes Töx.

Das deutsche Justizministerium bestätigte, dass sich eine knappe Mehrheit der deutschen Bundesländer für den Einsatz von zivilen Helfern beim Installieren von "Wanzen" ausgesprochen habe, falls das für die Bekämpfung schwerster Kriminalität vonnöten sei.
[via futurezone]

Es werden sich aber bestimmt genug freiwillige Helfer für dieses ehrenwerte Amt finden lassen.





Rubrik: Idole

SUN Page 3 maestro Beverley Goodway is retiring after three decades in which he has photographed around 25,000 pairs of boobs.
[via The Sun]





Montag, Juli 07, 2003
Love your lingo - hey, I love your brew

Many young Germans value Britain for its multicultural society, while their British counterparts admire Germany for its beer.
[ Ergebnis einer Untersuchung des British Coucil und des Goethe Institutes, via iol]





Einer weniger

Martijn Bevelander is not a happy man. The 23 year-old Dutch entrepreneur was exposed last week by the BBC as a mass spammer. Now his company MegaProvideris sinking. […]

Last week Megaprovider lost several peering contracts (meaning it won't be able to share network capacity with other ISPs), and some companies have blocked traffic from the ISP and hosting company altogether. The Amsterdam collocation and backbone provider TrueServer disconnected Megaprovider as early as June 2002, after receiving 30,000 spam complaints a day. […]
Meanwhile, Dutch antispam foundation Spamvrij.nl now owns the domain Cyberangel.nl, which Bevelander dropped last week to cover his traces. The website will be used to make public any information about Bevelander and his companies.

[via The Register]





Hilfestellung gegen wortloses Handeln

Endlich tut sich wieder etwas auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Vor allem die Rückbesinnung auf altehrwürdige und zu Unrecht ausgestorbene Berufe, soll die Zahl der Arbeitssuchenden schrumpfen lassen. Nachdem bereits der Beruf Schuhputzer in den Fußgängerzonen hiesiger Städte ein Comeback feierte, plant die Bundesregierung jetzt, mit der Wiedereinführung des Blogwartes einen weiteren Berufsstand zu neuen Ehren kommen zu lassen.

Hausverwalter, Schlüsseldienste oder Rauchfangkehrer könnten einem Pressebericht zufolge in Deutschland bald Hilfestellung beim so genannten "Großen Lauschangriff" geben. [...] Der Innenminister des deutschen Bundeslandes Bayern, Günther Beckstein [CSU], hat unterdessen die Ausweitung des Großen Lauschangriffs zur verdeckten Video-Überwachung gefordert. In vielen Fällen lasse sich wortloses Handeln der Täter oder Stimmengewirr nicht zuordnen, sagte Beckstein der "Welt am Sonntag".
[via futurezone]





Sonntag, Juli 06, 2003
Hutmode 2003



Endlich wieder endschnelle Männer und Juute Beene und typische belgische Kopfsteinpflasterspezialisten.






Samstag, Juli 05, 2003
Vorsicht, es könnte Kunst sein

An overzealous council worker fixed a flickering light bulb on a Glasgow Street sign, destroying a piece of art. The neon 'Empire' sign on Brunswick Lane was central to a £200,000 piece by Turner-prize winning artist Douglas Gordon and had stood flickering for five years. However, the electrician thought the sign was faulty and rewired it.
[via De Havilland]





Man lernt nie aus

Heute: Was typische Migränepatienten gerne machen und warum es so wenige Professorinnen gibt.

Welche der Aussagen über die Migräne trifft zu?

(A) Patienten mit Migräne gelten typischerweise als leichtlebig und promiskuitiv.
(B) Vegetative Symptome gehören nicht zum eigentlichen Migräneanfall.
(C) Seit der Emanzipationsbewegung sind Frauen genauso häufig betroffen wie Männer.
(D) Zur Akutbehandlung/Unterbrechung eines Anfalls ist Propranolol das Mittel der Wahl.
(E) Keine der Aussagen (A) - (D) trifft zu.

Originalprüfungsfrage aus dem 2. Staatsexamen für Mediziner Frühjahr 1990.



Philatelisten –Sonderausgabe

Ever wanted your own first class stamps? Well now you can with Stamp It Out!

*


Vanuatu Post has created an official Post Office with a difference. It is the world’s only Underwater Post Office. As the bottom of the post office sits in around three metres of water both divers and snorkellers will be able to post special “waterproof postcards”. If snorkellers cannot duck-dive down that far, Hideaway Island staff will be on the spot to help out.

*


A nice collection of Fake Stamps.


Ein Block der seltenen Der-Monika-Lewinsky-Ihr-Fleckenkleid-Sondermarke der us-amerikanischen Post.


[links via Geisha Asobi]





Außerordentliche Errungenschaften

Dem widerspricht Mark Effron, Programmchef des Kabelsenders MSNBC. Der Krieg, findet er, "hat einige der außerordentlichsten Errungenschaften des amerikanischen Journalismus hervorgebracht". Man dürfe die Dinge nicht so ernst sehen: Journalismus unter diesen Bedigungen sei eben "der erste Entwurf von Geschichte", nicht das Endergebnis.
[via Spiegel]





Freitag, Juli 04, 2003
Ink vs. Champagne

A Colour HP Cartridge costs £29. This works out at £1.70 per millilitre.
A 1985 Dom Perignon costs 23p per millilitre.

Also besser gleich mit Champus drucken.
[via BBC]





Subtile Mimik

Mimisch eher subtil agierende Moderatoren werden aus einer überschaubaren Anzahl von Kameraperspektiven dabei abgefilmt, wie sie Nachrichten vorlesen oder an die Börse schalten. [...] Aus Lebensart, einem Magazin, das sich schon mal den Wandervögeln auf Sylt widmet, ist Life & Style geworden. Vielleicht bringt's ja was.
[die FR über n-tv.]





Der Pop-Duce

Was der Politikdarsteller Berlusconi unter Ironie versteht, ist die humorig getarnte Humorlosigkeit eines Showtalents, das sich im Zwielicht des Ironismus bewegt. Unter Ironismus muss man Ironie verstehen, die die Seite gewechselt hat – besser bekannt als Pop-Ironie. [...] Denn Pop hat längst die Politik erreicht. Berlusconi ist nur ein Vertreter dieses Polit-Pop, der Ironie als Immunitätsschutz missbraucht, um in uneigentlicher Rede auszusprechen, was er eigentlich meint.
[aus einem Beitrag der SZ]





Mittwoch, Juli 02, 2003
Der Auserwählte

According to Abbas [Palestinian PM Abbas], immediately thereafter Bush said: "God told me to strike at al Qaida and I struck them, and then he instructed me to strike at Saddam, which I did, and now I am determined to solve the problem in the Middle East.
[via Ha’aretz]





TV gestern

Fleissig: Gesammelte Fernsehprogramme von anno dazumal.
Gleich nachgeschaut, was denn so lief, als ich geboren wurde (Ja, da gab’s schon Fernsehen). Ausgerechnet dieser Tag aber fehlt natürlich.
Am Tag zwo meines Daseins lief aber immerhin im Vormittagsprogramm von ARD und ZDF: 11.30 Soeben eingetroffen. Leichte Musik frisch aus der Presse. Na also.
[via DonDahlmann]





Rubrik: Abnehmen leicht gemacht
Zwei sympathische Diätvorschläge

Sauf Dich schlank
Die Heilsbotschaft ist so simpel wie revolutionär: Vergiss die ganzen Diäten, das elende Joggen, das Sportstudio. Alles nicht mehr nötig. Wer fit sein will, muss nur noch ein Motto beherzigen: Bier macht schlank.
[aus dem Beitrag „Sauf Dich schlank“ bei Spiegel-Online]

Rauch Dich schlank
Nicht, dass man nun unbedingt hätte rauchen müssen, aber diese hysterisch leicht zu hohen Stimmen, mit denen meist Frauen an der Uni einen rauchfreien Seminarraum einklagten; das klang immer ganz fürchterlich. War gewöhnlich auch das Einzige, was die während ihrer ganzen Unizeit sagten. Das war ihr Bildungsprojekt.
[aus dem Beitrag „Endlich mehr rauchen!“ in der taz]

Zuerst schuf der liebe Gott den Mann, dann schuf er die Frau.
Danach tat ihm der Mann leid, und er gab ihm den Tabak. (Mark Twain)






Dienstag, Juli 01, 2003
Mister-Darsteller

Prompt erfand Kerner den Titel "Mister Ran", den es nie gegeben hatte, während Beckmann zu "Mister Sportschau" verschmolz. Wo Kerner durch die grandiose Redundanz brillierte, bereits beantwortete Fragen noch einmal abzulesen, fand Beckmann seine Rolle als wunderbar künstlicher Nachdenklichkeitsdarsteller, dem sein psychologisierendes Sprechen jede eigene Erfahrung entfremdete.
[aus der FR]

Wieder eine These geplatzt: Ging ich doch bisher immer davon aus, dass Johannes B. Kerner und Reinhold Beckmann ein und dieselbe Person seien.





Korrigierter Middlesex

Überall sind jetzt ähnlich "gewitzte Mikrobiologen von Geist und Gesellschaft" am Start, Autoren, die "neben Eugenides und Franzen zu den wichtigsten amerikanischen Gegenwartsautoren gehören", die "klingen wie", "in einer Reihe stehen mit …" oder "in der Schreibtradition von …".
[die taz über die Vermarktung amerikanischer Romane mittels der Wunderwaffen Franzen und Eugenides.]