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Notizen |
Mittwoch, September 29, 2004
Hastalavista leecher Arnold S., treuer Kämpe gegen das Böse, plant ein Gesetz gegen die p2p-Terroristen: Now, any Californian who shares files with more than 10 people must add their e-mail address to the file. Those who break this law could be fined up to $2,500, spend a year in jail or both. Minors who break the law would pay $250 for their first and second offenses. [Quelle: wired]
Gleichheit Es gibt keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Not in den neuen Bundesländern und den letzten Wahlergebnissen. Es gibt einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Wohlstand und den Wahlergebnissen. Auf den letzten "Montagsdemos" wurden wieder Plakate getragen, auf denen die Forderung stand: "Für die 30-Stunden- Woche bei vollem Lohnausgleich!" Und am besten wäre es, wenn man gar nicht arbeiten müsste – bei vollem Lohnausgleich natürlich. Dann wären wieder alle gleich und gleich zufrieden. [Broder im "Standard". Lesebefehl!] Donnerstag, September 09, 2004
Der Untergang Unter der Überschrift Hitler spielen, wie geht das? antwortet Bruno Ganz, Hitler-Darsteller im Film "Der Untergang": Zunächst denke ich: Oh, eine neue "Hitler"-Welle. Dann: Ein Glück, die Mütze ist so weit ins Gesicht gezogen, man erkennt mich nicht. Schließlich denke ich: Toll, ich bin auf dem 'Spiegel'-Titel. [Aus einem Interview im "Tagesspiegel", warum eigentlich die seltsame Plazierung der Anführungszeichen in "Hitler"-Welle? Aber vielleicht ist das ja Reformneuschrieb und es heißt seit neuestem auch "Wester"-Welle. Wer weiß.]
Die Mauer Knapp fünfzehn Jahre nach dem Fall der Mauer sind immer mehr Menschen unzufrieden mit den Verhältnissen in Deutschland. Eine steigende Anzahl von Wessis betrachtet mit Kopfschütteln eine steigende Anzahl von Ossis beim Fäusteschütteln. 21 Prozent der Bundesbürger hätten die Mauer gerne zurück, von den Westdeutschen ist es jeder vierte, von den Ostdeutschen jeder achte. Dies ergab eine repräsentative Erhebung der Zeitschrift 'Stern'. [Quelle: taz]
Die Germanistik Innerhalb der Disziplin ließ eine Reaktion auf diese Verwechselung von Wissenschaft mit sozialer Praxis sogar recht lange auf sich warten. Erst die jüngste Generation von Germanisten weist die unausgesprochenen Motive zurück, die in der Versozialwissenschaftlichung stecken oder in der postmodernistischen Suche nach politisch bedenklichen Selbsttäuschungen innerhalb der abendländischen Überlieferung. [...] Aber mit Literatur hat das nur am Rande zu tun. Daneben kann man sich zur Not noch über »Körperströme und Schriftkultur« habilitieren, denn auch die Duldsamkeit gegenüber dem Gaga ist ein Zeichen der Zeit. [Aus einem Beitrag in der "Zeit" aus Anlass des am 12. September in München stattfindenden Germanistentag.] Dienstag, September 07, 2004
Das Gold Das überragende Endspiel der deutschen Damen litt unter dem Sieggejammer von René Hiepen (ZDF), der schon kurz nach Spielbeginn den ersten Platz herbeibeschwor. Kein Wunder, hatte er doch vor dem Anpfiff "das Gold in den Augen der Mädels" gesehen, nachdem er "tief hineingeschaut" hatte. Gute Beobachter hätten auch den Sieg des russischen 800-Meter-Läufers Borsakowski vorhersagen können, falls sie vorher das Gold im Mund des Trainers gesehen hätten. [Aus einer Olympia-Medienrückschau in Freitag]
Das System Für ihn [gem. ist Beckmann] und Kerner sind Gäste, die mit Bezug auf "Bild" ihre eigene Sicht der Dinge darstellen, Quotenlieferanten. Sofern Prominente wissen, dass Martin Heidemanns’ anderthalb Jahre jüngerer Bruder Markus Redaktionsleiter der Kerner-Show ist, ziehen sie es mitunter vor, ihr Herz bei Beckmann auszuschütten. Beide profitieren von "Bild", und "Bild" profitiert von ihnen. Die Talkshows reichen Informationen gern an "Bild" weiter, manchmal vorab. Oft berichtet das Blatt dann ausführlich über den Auftritt eines Prominenten bei Kerner oder Beckmann. Von dem System leben alle Beteiligten ganz gut, das zerstört man nicht, indem man öffentlich darüber redet. [Aus einem ausführlichen Beitrag im Tagesspiegel über die Arbeitsweise der "BILD"-Zeitung. Mehr dazu natürlich auch immer im wunderbaren BILDblog] ![]() Wir haben immer alles getan, um zu zeigen, dass wir nicht ein Volk sind. [Martin Sonneborn, Vorsitzender der Partei i.G. "Die Partei" und Chefredakteur der "Titanic"] Montag, September 06, 2004
Trugschluss "Die Behauptung" - so Gaus -, "wir lebten in einer Informationsgesellschaft, ist letztlich ein Ausdruck kollektiver Selbsttäuschung." Aus der Tatsache, dass wir als Fernsehzuschauer und Zeitungsleser virtuell und manchmal real live dabei sein können, zu schließen, wir seien informiert, ist ein Trugschluss. [Die FR über das neue Buch von Bettina Gaus "Frontberichte. Die Macht der Medien in Zeiten des Krieges."]
Der ostdeutsche Mob "Jede Revolution fordert Tote", belehrt er seinen Nachbarn, "und bei dieser hier kommt's auch noch. Ich häng se mit uff, die Politiker, die!" [...] Zecken sind das. Honecker war doch humaner wie diese Brut. [...] Der Mob sei "das Volk in seiner Karikatur und wird deshalb so leicht mit ihm verwechselt", schrieb Hannah Arendt. Eine willentliche, bewusst polemische Verwechslung nahm 1993 ein Sammelband der Edition Tiamat vor, der zu einem der erfolgreichsten Bücher des kleinen Verlages wurde, betitelt: "Der rasende Mob". Darin werden die Ossis in Bausch und Bogen als "äusserst unangenehme Zeitgenossen" beschimpft, "die auf bisher unbekannte Weise Selbstmitleid und Barbarei als wirksame und erpresserische Waffe" einsetzten. [Quelle: NZZ] Freitag, September 03, 2004
Fleißig, und so Es gibt Spieler, die stehen nicht so im Rampenlicht. Aber dafür sind sie ungemein fleißig und arbeiten wie eine Hafennutte. Wasserball-Bundestrainer Hagen Stamm auf die Frage, ob er einen Spieler nach der Vorrunde besonders heraus heben möchte. [Olympiasprüche-Nachlese bei media-digest] Donnerstag, September 02, 2004
Duubja-News When my oil company couldn't find any oil in Texas, through no fault of my own, it went bankrupt just after I sold all my stock. I was never given another chance to own an oil company. [georgewbush] Auch nett: The US Department of Art & Technology und Homeland Insecurity Advisory System ('Rating the US-Goverment's Threat Level')] Mittwoch, September 01, 2004
Filmecke ("Filmecke" wollte ich schon immer mal irgendwo hin schreiben.) Solchen Schwachsinn mag ich ja. Kurz vorher drüber nachgedacht, welcher Film ich denn sein könne. Also mir die entscheidende Sinnfrage des Lebens gestellt. Kam auf "Hey, ich bin 'Casablanca'", und auf 'Cool, ich bin 'Denn sie wissen nicht was sie tun'" und natürlich auf diverse Western, deren Titel ich jetzt aber erfolgreich verdränge, um den nicht ohnehin schon hohen Peinlichkeits- bzw. Dämlichkeitswert dieses Postings noch zu erhöhen. Also ich bin: |